Sherbrooke

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Sherbrooke (Begriffsklärung) aufgeführt.
Sherbrooke
Spitzname: Ville Reine de l'Estrie
Sherbrooke
Sherbrooke
Wappen von Sherbrooke
Wappen
Motto: Ne quid nimis
Lage in Québec
Sherbrooke (Québec)
Sherbrooke
Sherbrooke
Staat: Kanada
Provinz: Québec
Région administrative: Estrie
Koordinaten: 45° 24′ N, 71° 53′ W45.401258333333-71.888425Koordinaten: 45° 24′ N, 71° 53′ W
Fläche: 353,49 km²
Einwohner: 154.601 (Stand: 2011)
Bevölkerungsdichte: 437,4 Einw./km²
Zeitzone: Eastern Time (UTC−5)
Gemeindenummer: 43027
Postleitzahl: J1E, J1G, J1H, J1J, J1K,

J1L, J1M, J1N, J1R

Bürgermeister: Bernard Sévigny
Website: www.ville.sherbrooke.qc.ca

Sherbrooke ist eine Stadt in der kanadischen Provinz Québec und Hauptstadt der Verwaltungsregion Estrie. Die Stadt hat 154.601 (überwiegend französischsprachige) Einwohner[1], sie liegt am Zusammenlauf der Flüsse Saint-François und Magog.

Klima[Bearbeiten]

Sherbrooke weist ein kontinentales Klima auf (Effektive Klimaklassifikation: Dfb), das sich durch kalte, schneereiche Winter und warme, feuchte Sommer auszeichnet. Die höchste jemals in Sherbrooke gemessene Temperatur betrug 33,7 °C im Juli 1983, die niedrigste betrug − 40 °C im Februar 1979. Weitere Extremwerte ereigneten sich am 26. August 1975, als mit 98 mm Regen der höchste Niederschlagswert für einen Tag registriert wurde, am 24. Februar 1994, als 41 cm Schnee fielen sowie im März 1971, als mit 135 cm die höchste Schneedecke gemessen wurde. Die Schneehöhe erreicht durchschnittlich Ende Februar mit 41 cm im Mittel ihren höchsten Wert.[2]

Sherbrooke 1971–2000
Klimadiagramm
J F M A M J J A S O N D
 
 
79
 
-6
-18
 
 
62
 
-4
-17
 
 
79
 
2
-10
 
 
80
 
10
-2
 
 
97
 
18
4
 
 
111
 
22
9
 
 
118
 
25
11
 
 
130
 
23
10
 
 
105
 
18
6
 
 
93
 
12
0
 
 
99
 
4
-5
 
 
94
 
-3
-14
Temperatur in °CNiederschlag in mm
Quelle: Environment Canada
Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschläge für Sherbrooke 1971–2000
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Max. Temperatur (°C) − 5,7 − 3,9 2,1 9,9 18,1 22,1 24,7 23,3 18,3 11,9 4,4 − 2,7 Ø 10,3
Min. Temperatur (°C) − 18,0 − 16,7 − 9,9 − 1,7 4,0 8,8 11,4 10,4 5,6 0,3 − 4,7 − 13,5 Ø −1,9
Temperatur (°C) − 11,9 − 10,4 − 3,9 4,1 11,1 15,5 18,1 16,9 12,0 6,1 − 0,2 − 8,1 Ø 4,2
Niederschlag (mm) 78,8 61,7 78,8 79,8 96,8 110,8 117,8 130,0 104,7 92,8 98,5 93,8 Σ 1.144,3
Sonnenstunden (h/d) 2,8 3,9 4,5 5,2 6,8 7,8 8,5 7,5 5,4 3,7 2,4 2,2 Ø 5,1
T
e
m
p
e
r
a
t
u
r
− 5,7
− 18,0
− 3,9
− 16,7
2,1
− 9,9
9,9
− 1,7
18,1
4,0
22,1
8,8
24,7
11,4
23,3
10,4
18,3
5,6
11,9
0,3
4,4
− 4,7
− 2,7
− 13,5
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
N
i
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78,8
61,7
78,8
79,8
96,8
110,8
117,8
130,0
104,7
92,8
98,5
93,8
  Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez

Geschichte[Bearbeiten]

Als das offizielle Gründungsjahr der Stadt gilt heute 1802, als Gilbert Hyatt, ein amerikanischer Loyalist, an dem Zusammenlauf der Flüsse Magog und Saint-François eine Mühle errichtete. Ursprünglich hieß die Siedlung nach ihrem Gründer Hyatt's Mills, änderte dann aber 1818 zu Ehren von John Coape Sherbrooke, dem scheidenden Generalgouverneur von Kanada, ihren Namen. Das heutige Sherbrooke entstand zum 1. Januar 2002 durch eine Zusammenlegung des alten Sherbrooke mit den Städten Bromptonville, Fleurimont, Lennoxville und Rock Forest sowie den Gemeinden Ascot, Deauville und Saint-Élie-d’Orford.

Ursprünglich war die Bevölkerung größtenteils englischsprachig. Lag der französischsprachige Anteil im Jahr 1851 bei nur 16 %, so waren es 1898 bereits 59 %.[3] Heute ist Sherbrooke eine mehrheitlich französischsprachige Stadt, allerdings ist sie beispielsweise außer Montreal der einzige Ort in der Provinz Québec, in dem eine englischsprachige Tageszeitung und Universität beheimatet sind.

Bildung und Forschung[Bearbeiten]

In Sherbrooke befinden sich die Universität Sherbrooke (Unterrichtssprache Französisch) und die Bishop’s University (Unterrichtssprache Englisch). Als Vorstufe zum Besuch dieser Universitäten existieren die drei Cégeps „Séminaire de Sherbrooke“, „Cégep de Sherbrooke“ (Unterrichtssprache Französisch) und das „Champlain College Lennoxville“ (an die Bishop’s University angeschlossen).

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Museen und Theater[Bearbeiten]

An Museen kann Sherbrooke das naturkundliche „Musée de la nature et des sciences“ und das Kunstmuseum „Le Musée des Beaux-Arts“ vorweisen, des Weiteren beherbergt die Université de Sherbrooke die „Galerie d’art du Centre culturel“. An Theatern gibt es die beiden kleineren „Théatre Granada“ und „Le Petit Théatre“, außerdem finden in dem in der vorgenannten „Galerie d’art du Centre culturel“ beherbergten „Salle Maurice-O'Bready“ Aufführungen statt.

Bauwerke[Bearbeiten]

In der Stadtmitte befindet sich die Kathedrale „Saint-Michel“, die der Pariser Notre-Dame nachempfunden wurde. In der unmittelbaren Nachbarschaft steht auch das „Hôtel de ville de Sherbrooke“, das 1906 fertiggestellte heutige Rathaus. Zu den markantesten Bauwerken zählt auch das Schulgebäude der Privatschule „Le Séminaire de Sherbrooke“.

Sport[Bearbeiten]

Sherbrooke ist Heimat des Eishockeyclubs Saint-François de Sherbrooke, der in der Québecer Liga LNAH spielt. In der Saison 2005/2006 konnte die Mannschaft erstmals die Meisterschaft erringen. Mit den „Les Expos de Sherbrooke“ gibt es auch eine Baseballmannschaft, die in der LBSEQ (Ligue de baseball senior du Québec) vertreten ist.

Im Sommer der Jahre 1977 und 1995 war Sherbrooke Austragungsort der provinzialen Jugendspiele Jeux du Québec. Im Januar 2009 fand in Sherbrooke die Juniorenweltmeisterschaft im Shorttrack statt.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Die Société de transport de Sherbrooke (STS) unterhält ein Busliniennetz, das alle Stadtteile umfasst. Für Studenten der Universität Sherbrook und Schüler des „Cégep de Sherbrooke“ ist die Fahrt kostenlos.

Sherbrooke verfügt mit dem Flughafen Sherbrooke auch über einen kleinen Flughafen außerhalb der Stadt, von dem aus zweimal täglich Flüge nach Toronto abgehen beziehungsweise von dort empfangen werden.

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten]

Bedingt durch ihren Status als Universitätsstadt ist der universitäre Sektor der größte Arbeitgeber der Stadt. Aus der Privatwirtschaft haben Nordia, Fédération des caisses Desjardins du Québec und Kruger größere Niederlassungen in Sherbrooke, der Möbelhersteller Shermag ist das größte Privatunternehmen, das seinen Unternehmenssitz in der Stadt unterhält.[4]

Medien[Bearbeiten]

Die Stadt beherbergt die drei privaten Fernsehsender CHLT (TVA), CKSH (Radio-Canada) und CFKS (V).

In Sherbrooke erscheinen zwei Tageszeitungen: La Tribune (französisch) und The Record (englisch). Daneben erscheinen samstags auch die Gratiszeitungen Le journal de Sherbrooke und La Nouvelle de Sherbrooke.

Hörfunk:

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Census Profile Sherbrooke. Statistics Canada, abgerufen am 13. August 2012.
  2. Environment Canada: National Climate Data and Information Archive (englisch)
  3. histoirequebec.qc.ca: „La colonisation dans les Cantons de l'Est“ von Gilles Boileau (französisch)
  4. Société de Développement Économique de Sherbrooke: Profiel de Sherbrooke: Économie (französisch)