Sinzendorf (Adelsgeschlecht)
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Die Familie von Sinzendorf (auch: Sinzendorff) war ein bayerisch-österreichisches Adelsgeschlecht mit oberösterreichischer Herkunft (Sinzendorf bei Nußbach), nicht zu verwechseln mit dem Geschlecht von Zinzendorf.
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Geschichte[Bearbeiten]
1610 wurden die von Sinzendorf in den Freiherrenstand, 1653 in den Reichsgrafenstand erhoben. Ab 1803 galten sie als Reichsfürsten. Familienzweige saßen in Niederösterreich (Ernstbrunn, Fridau). Gräfliche Angehörige der Familie bekleideten das Erbschatzmeisteramt des römisch-deutschen Kaisers.
Das Geschlecht erlosch 1822 im Mannesstamm.
Besitz[Bearbeiten]
- Zwischen 1630 und 1662 war Johann Joachim Freiherr bzw. Graf von Sinzendorff im Besitz der am unteren Inn gelegenen Reichsgrafschaft Ortenburg, als dieser dem regierenden Reichsgrafen Friedrich Casimir Schuldurkunden abkaufte.
- 1654 kauften die Grafen von Sinzendorf die Burggrafschaft Rheineck als kurkölnisches Lehen von den Freiherren von Warsberg. Diese wurde beim Reichsdeputationshauptschluss unter anderem mit dem Dorf Winterrieden im - später bayerischen - Unterallgäu entschädigt, mit Erhebung dieses Ortes zu einer „Burggrafschaft“.
- 1665 kamen die Grafen von Sinzendorf in Besitz der Herrschaft Plan in Westböhmen.
- In der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts wurde die Grafschaft Neuburg am Inn für 400.000 Gulden an Georg Ludwig Graf von Sinzendorf verkauft. Der Graf ließ daraufhin die Feste Neuburg in ein Barockschloss umwandeln und wollte die Grafschaft zu einem bedeutenden merkantilen Zentrum ausbauen. 1680 wurde Graf von Sinzendorf jedoch des Hochverrats, Majestätsbeleidigung und anderer Vergehen angeklagt. Daraufhin wurde er allen Ämtern enthoben und die Grafschaft Neuburg von der kaiserlichen Hofkammer in Wien eingezogen.
- 1714 kaufte der Obersthofkanzler Philipp Ludwig Graf von Sinzendorf die mährische Herrschaft Seelowitz von seiner Frau Rosina Katharina Isabella, geborene Gräfin von Waldstein und ihrer Schwester Maria Anna Franziska von Paar für 660000 Rheinische Gulden. Er ließ zwischen 1722 und 1728 durch Joseph Emanuel Fischer von Erlach das Barockschloss Seelowitz errichten.
Personen[Bearbeiten]
Vertreter des Adelsgeschlechts waren unter anderen:
- Johann Joachim von Sinzendorf, Besitzer der Reichsgrafschaft Ortenburg
- Georg Ludwig von Sinzendorf (1616–1681), österreichischer Politiker, Besitzer der Grafschaft Neuburg.
- Philipp Ludwig Wenzel von Sinzendorf (1671–1742), österreichischer Politiker, Sohn von obengenanntem.
- Philipp Ludwig von Sinzendorf (1699–1747), Bischof von Breslau, Kardinal.
- Prosper Anton Joseph von Sinzendorf (1700–1756), Kanzler und Höfling, Herr auf Trpísty
- Prosper von Sinzendorf (1751–1822), 1803 in den Fürstenstand erhoben, Herr auf Ernstbrunn
- Anna von Sinzendorf ( –1842), Schwester des vorigen, letzte Gräfin von Sinzendorf
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Philipp Ludwig Wenzel von Sinzendorf, von Hyacinthe Rigaud (1712)
Literatur[Bearbeiten]
- Constantin von Wurzbach: Sinzendorf, die Grafen und Fürsten, Genealogie. In: Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich. Band 35, Verlag L. C. Zamarski, Wien 1877, S. 13–15.
- Constantin von Wurzbach: Sinzendorf, die Grafen und Fürsten, Wappen. In: Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich. Band 35, Verlag L. C. Zamarski, Wien 1877, S. 24.
Weblinks[Bearbeiten]
- Die Sinzendorfer im Mittelalter
- Eintrag zu Georg Ludwig Graf Sinzendorf in: Austria-Forum, dem österreichischen Wissensnetz – online (auf AEIOU)
- Eintrag zu Philipp Ludwig Wenzel Graf Sinzendorf in: Austria-Forum, dem österreichischen Wissensnetz – online (auf AEIOU)
- Sinzendorf bei Zeno.org