Sinzendorf (Adelsgeschlecht)

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Wappen der Grafen von Sinzendorf
Um die Kaiserkrone (als Erbschatzmeister) gemehrtes Stammwappen

Die Familie von Sinzendorf (auch: Sinzendorff) war ein bayerisch-österreichisches Adelsgeschlecht mit oberösterreichischer Herkunft (Sinzendorf bei Nußbach), nicht zu verwechseln mit dem niederösterreichischen Geschlecht von Zinzendorf. Das Geschlecht erlosch 1822 im Mannesstamm.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Sinzendorf erscheinen im 13. Jahrhundert als Ministerialen des Stiftes Kremsmünster. Ihr Stammschloss war Sinzendorf im Traunviertel. Ab 1404 bis 1566 besaßen sie Schloss Feyregg. Um 1450 teilte sich die Familie in zwei Linien (später als Ernstbrunn-Feyregg und Fridau-Neuburg bezeichnet).

1592 kaufte Joachim von Sinzendorf das Schloss und die Herrschaft Ernstbrunn (mit Schloss Klement und Schloss Michelstetten) und erweiterte das Ernstbrunner Schloss erheblich.

1610 wurden die Edlen von Sinzendorf in den Freiherrenstand, 1653 in den Reichsgrafenstand erhoben. 1653 kaufte Rudolf von Sinzendorf aus Ernstbrunn die Burggrafschaft Rheineck am Rhein, dadurch erhielt seine Linie Anteil an der Kuriatstimme der westfälischen Grafenbank im Reichsfürstenrat und stieg in den reichsunmittelbaren Hochadel auf. 1654 wird Graf Georg Ludwig von Sinzendorf aus der Friadau-Neuburger Linie mit dem erblichen Erbschatzmeisteramt des römisch-deutschen Kaisers belehnt; als Zeichen durfte er in sein Wappen die Reichskrone aufnehmen. 1677 erwarb auch er eine reichsständische Stellung: Als Besitzer der Herrschaft Thannhausen (Schwaben) wurde er Mitglied des schwäbischen Reichsgrafenkollegiums, bis diese Herrschaft 1708 von seinen Nachkommen an die Grafen von Stadion verkauft wurde.

Die Linie Neuburg am Inn ist 1767 erloschen. Die Linie Ernstbrunn teilte sich in die Majoratslinie und in die jüngere. Zur ersteren, 1803 in den Reichsfürstenstand erhobenen, gehörten die Herrschaften Ernstbrunn, Klement, Straußberg, Triebel, Burgaichhorn u. a. in Österreich, Böhmen und Mähren, sowie auch die Burggrafschaft Winterrieden in Bayern, welche der Familie statt der verlorenen Grafschaft Rheineck gegeben wurde. Die jüngere Linie besaß ebenfalls Güter in Österreich und Böhmen, so Plan, Gottschau u.a.

Besitz[Bearbeiten]

  • In der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts kaufte Georg Ludwig Graf von Sinzendorf die Grafschaft Neuburg am Inn für 400.000 Gulden. Der Graf ließ daraufhin die Feste Neuburg in ein Barockschloss umwandeln und wollte die Grafschaft zu einem bedeutenden merkantilen Zentrum ausbauen. 1680 wurde Graf von Sinzendorf jedoch des Hochverrats, der Majestätsbeleidigung und anderer Vergehen angeklagt. Daraufhin wurde er aller Ämter enthoben und die Grafschaft Neuburg von der kaiserlichen Hofkammer in Wien eingezogen.
  • 1714 kaufte der Obersthofkanzler Philipp Ludwig Graf von Sinzendorf die mährische Herrschaft Seelowitz von seiner Frau Rosina Katharina Isabella, geborene Gräfin von Waldstein und ihrer Schwester Maria Anna Franziska von Paar für 660000 Rheinische Gulden. Er ließ zwischen 1722 und 1728 durch Joseph Emanuel Fischer von Erlach das Barockschloss Seelowitz errichten; seine drei Söhne verkauften es bereits 1743.

Personen[Bearbeiten]

Fürstliches Wappen (1803)

Vertreter des Adelsgeschlechts waren unter anderen:

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Sinzendorf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien