Stabschef des Weißen Hauses

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Dieser Artikel oder nachfolgende Abschnitt ist nicht hinreichend mit Belegen (beispielsweise Einzelnachweisen) ausgestattet. Die fraglichen Angaben werden daher möglicherweise demnächst entfernt. Bitte hilf der Wikipedia, indem du die Angaben recherchierst und gute Belege einfügst. Näheres ist eventuell auf der Diskussionsseite oder in der Versionsgeschichte angegeben. Bitte entferne zuletzt diese Warnmarkierung.
Denis McDonough, amtierender Stabschef des Weißen Hauses

Der Stabschef des Weißen Hauses (englisch White House Chief of Staff) ist der ranghöchste Mitarbeiter im Executive Office des Präsidenten der Vereinigten Staaten. Der Posten des Stabschefs kann sehr machtvoll sein; er wird gelegentlich auch als der „zweitmächtigste Mann in Washington“ (nach dem Präsidenten) bezeichnet.

Aufgaben und Geschichte[Bearbeiten]

Die Aufgaben des Stabschefs hängen stark vom Präsidenten ab, allerdings ist er im Allgemeinen für die Verwaltung des restlichen Personals und des Kalenders des Präsidenten zuständig. Der Stabschef hat außerdem die Pflicht, den Zugang zum Präsidenten zu kontrollieren. Außerhalb der formellen Amtsbeziehung ist der Stabschef oft der wichtigste politische Berater des Präsidenten und häufig auch ein enger Freund.

Einige Präsidenten, so John F. Kennedy, verzichteten auf die Einsetzung eines Stabschefs. Präsident Carter hatte erst am Ende seiner Amtszeit einen. Alle Präsidenten außer Harry S. Truman und Lyndon B. Johnson hatten mehrere Stabschefs. Die Arbeit eines Stabschefs ist belastend und zeitintensiv, deshalb beläuft sich die durchschnittliche Amtszeit auf lediglich zweieinhalb Jahre.

Die meisten Stabschefs waren vorher Politiker, und viele führen ihre politische Karriere später fort. Beispiele dafür sind die beiden Stabschefs unter Gerald Ford, Donald Rumsfeld und Dick Cheney, die später beide Verteidigungsminister wurden, Letzterer sogar Vizepräsident. Richard Nixons Stabschef, der Offizier Alexander Haig, und Ronald Reagans Stabschef James Baker wurden beide später Außenminister.

Kritiker bemängeln, dass sich ein aktiver Stabschef unter einem eher passiven Präsidenten, der sich aus den Details der Regierungsarbeit heraushält, zu einem Quasi-Premierminister entwickeln kann. Solche Beziehungen sind in einigen präsidialen Systemen, wie sie in Frankreich oder Russland bestehen, üblich. Dabei unternimmt der Premierminister die alltägliche Regierungsarbeit, während der Präsident sich hauptsächlich mit größeren Projekten beschäftigt. Während der Präsidentschaft Ronald Reagans übten James Baker und Donald Regan ihr Amt wie Quasi-Premierminister aus. Howard Baker, der Donald Regan als Stabschef folgte, stand solch einer Situation eher kritisch gegenüber.

Im Vergleich dazu wurde Andrew Card, der Stabschef in der Bush-Regierung bis zum 14. April 2006, nicht als sehr machtvoll angesehen. Dies ist größtenteils darauf zurückzuführen, dass Bush lieber direkt mit seinen Ministern agierte. Ebenso waren Präsident Clintons Stabschefs aufgrund von Clintons arbeitssüchtiger Persönlichkeit, die immer den direkten Zugang zum Regierungsgeschehen suchte, im Allgemeinen relativ machtlos. Barack Obama berief im Januar 2013 mit Denis McDonough bereits den fünften Stabschef während seiner Amtszeit.

Dem Stabschef stehen ein oder mehrere Stellvertreter, derzeit Rob Nabors und Alyssa Mastromonaco, zur Seite. Alle 27 Stabschefs bisher waren Männer, noch nie hatte eine Frau diese Rolle.

Liste der Stabschefs des Weißen Hauses[Bearbeiten]

Stabschef Präsident Jahre
John R. Steelman Harry S. Truman 1946–1952
Sherman Adams Dwight D. Eisenhower 1953–1958
Wilton Persons 1958–1961
de facto: Kenneth O’Donnell [1] John F. Kennedy 1961–1963
de facto: W. Marvin Watson[1] Lyndon B. Johnson 1963–1968
de facto: James Robert Jones[1] Lyndon B. Johnson 1963–1968
Harry Robbins Haldeman Richard Nixon 1969–1973
Alexander Haig 1973–1974
Donald Rumsfeld Gerald Ford 1974–1975
Dick Cheney 1975–1977
vakant Jimmy Carter 1977–1979
Hamilton Jordan 1979–1980
Jack Watson 1980–1981
James Baker Ronald Reagan 1981–1985
Donald Regan 1985–1987
Howard Baker 1987–1988
Kenneth Duberstein 1988–1989
John H. Sununu George Bush 1989–1991
Samuel K. Skinner 1991–1992
James Baker 1992–1993
Mack McLarty Bill Clinton 1993–1994
Leon Panetta 1994–1997
Erskine Bowles 1997–1998
John Podesta 1998–2001
Andrew Card George W. Bush 2001–2006
Joshua Bolten 2006–2009
Rahm Emanuel Barack Obama 2009–2010
Pete Rouse 2010–2011
William M. Daley 2011–2012
Jacob Lew 2012–2013
Denis McDonough seit 2013

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Stabschef des Weißen Hauses – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c Kenneth O’Donnell, W. Marvin Watson und James Robert Jones wurden nicht zum Stabschef ernannt, sondern füllten diese Funktion als Appointments Secretary aus.