Stammbaum

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Schematischer Aufbau eines Stammbaumes
Stammbaum aus dem Arboretvm genealogicvm von 1635
Ein Stammbaum, erzeugt mit der Software Ahnenblatt
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→ Die Definition braucht einen Beleg. "Geschichtliche Entwicklung" des Stammbaum-Konzepts fehlt. --Chiananda (Diskussion) 16:24, 22. Nov. 2013 (CET)

Stammbaum bezeichnet in der Familien­geschichts­forschung (Genealogie, Ahnenforschung) eine Darstellung der Vorfahren und der Nachkommen einer Person oder eines Lebewesens, die zuunterst mit den ursprünglichen Stammeltern beginnt (menschlich: Stammmutter oder Stammvater, genetisch: Parentalgeneration) und sich der Abstammung gemäß wie ein Baum mit gerichteten Verbindungslinien nach oben entwickelt. Ausschnittsweise kann ein Stammbaum auch von einer Person (Proband) oder einem Tier- oder Pflanzen-Individuum ausgehen und nur die Nachkommen darstellen („Abkömmlinge“).

Eine andere Darstellungsform der Verwandtschaft ist die „Stammtafel“, in der die Bezugsperson zuoberst steht. Genealogisch wird nur dann von einem Stammbaum gesprochen, wenn die grafische Darstellung in Baumform erfolgt (siehe das Baum-Konzept in der Graphentheorie).

Das Gegenstück zu einem Stammbaum ist die Ahnentafel oder Ahnenliste, die nur die Vorfahren einer bestimmten Person oder eines Lebewesens darstellt (umgangssprachlich auch fälschlich „Familien­stammbaum“ genannt).

Darstellung in Baumform[Bearbeiten]

Beim Stammbaum wird die Stammmutter und/oder der Stammvater als Bezugsperson ganz unten dargestellt, gleichsam als Wurzel eines Baumes. In den Ästen darüber finden sich die Kinder und deren Nachfahren, dabei steht in jeder Generation bei Geschwistern das ältere Geschwisterteil links vom jüngeren, unabhängig von seinem Geschlecht. Die Darstellung kann schematisch erfolgen oder dekorativ ausgeschmückt werden.

Stammbäume existieren in verschiedenen Ausprägungen. Traditionelle Stammbäume konzentrierten sich auf eine „Stammlinie“ mit vorwiegend männlichen Nachfahren (und Erbnachfolgern) der Vorfahren, zusammen mit ihren Ehefrauen. So wurden beispielsweise nur Personen gleichen Familiennamens einbezogen; da verheiratete Töchter den Namen ihres Ehemannes annahmen, fielen sie aus derartigen Stammbäumen ihrer eigenen Familienangehörigen heraus.

In Hinblick auf die medizinische Diagnose von Erbkrankheiten sind aber die weibliche und die männliche biologische Abstammungslinie von gleicher Bedeutung, beispielsweise bei der humangenetischen Beratung. Die moderne Familienforschung strebt deshalb nach umfangreichen, sämtliche Abstammungslinien umfassenden Ahnenlisten – anstelle von Stammlinien, die sich nur auf die männliche Seite der Abstammung beschränken.

Genealogische Datensammlung[Bearbeiten]

Hauptartikel: Genealogie

Für die Erstellung des Stammbaums einer Person bedarf es einer zeitaufwändigen Recherche zu den genauen Daten aller Vorfahren und gegenenfalls Nachfahren; diese Informationsbeschaffung kann sich über viele Jahre hinziehen. Erst mit dem Erreichen des ursprünglichen „Spitzenahns“ (Stammmutter, Stammvater) kann mit der graphischen Darstellung der gesammelten Verwandtschaftsinformationen begonnen werden.

Die ersten Anlaufstellen sind die Familienstammbücher der Eltern oder der Großeltern. Standesämter und Pfarreien mit ihren Kirchenbüchern sind die nächste Stufe der Datenbeschaffung. Kann auf ein vorhandenes Ortsfamilienbuch zugegriffen werden, findet sich dort bereits eine umfangreiche Zusammenstellung. Die Daten können durch Suchanfragen bei der Ahnenstammkartei des deutschen Volkes und der Ahnenlistensammlung ergänzt werden, ohne die zugrunde liegenden Quellen einsehen zu müssen.

Früher oder später kommt die Suche an einen „toten Punkt“. Spätestens mit dem Ende oder dem geschichtlichen Beginn der Kirchenbuch-Aufzeichnung werden andere Quellen benötigt. Alte Steuerlisten können weiteren Aufschluss bieten. Die Online-Recherche im Internet ist zwar ein zeitlicher Gewinn, kann aber nur mit größter Vorsicht und nur zur Quellenunterstützung genutzt werden. Viele Genealogieforen bieten dazu GEDCOM-Dateien aus privaten Recherchen zum Herunterladen.

Stammbäume in anderen Bereichen[Bearbeiten]

Ein Stammbaum mit Berufsbezeichnungen

Die Bezeichnung „Stammbaum “ist auch in anderen Anwendungsgebieten gebräuchlich, die mit Abstammung und Vererbung zu tun haben. Sie benutzen das gleiche Bild und die gleiche Systematik auch für Objekte oder Sachgebiete, die sich auseinander entwickelt haben:

  • In der Tierzucht, beispielsweise von Rassehunden, sind „Stammbaum“ genannte Abstammungsverzeichnisse üblich, welche die Vorfahren eines Tieres auflisten, gegebenenfalls auch mit ihren besonderen Eigenschaften (siehe Abstammungsbewertung, Rassestandards).
  • In der Bioinformatik und der Evolutionsbiologie beginnt der „Stammbaum der Evolution“ (ein phylogenetischer Baum) mit einem hypothetischen gemeinsamen Vorfahren aller bekannten biologischen Arten auf der Erde und fächert sich dann entsprechend ihrer Verwandtschaftsbeziehungen immer weiter auf (siehe auch Phylogenetische Systematik).
  • Innerhalb der literaturwissenschaftlichen Textkritik wird ein „Stammbaum“ (Stemma) von Handschriften erstellt, die voneinander abgeschrieben wurden.
  • In der Sprachwissenschaft gibt es die „Stammbaumtheorie“ zur Entwicklung der verschiedenen Sprachen aus (vermuteten) Ursprachen.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Wiktionary: Stammbaum – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
  • Portal: Informationen zur Ahnenforschung. In: verwandt.de: Infocenter. MyHeritage (UK), 2013, abgerufen am 22. November 2013.
  • Franz Embacher: Von Graphen, Genen und dem WWW. In: Online-Skriptum. Institut für Mathematik der Universität Wien, 2003, abgerufen am 22. November 2013 (mathematisch: Bäume, Wurzeln und Blätter, Tiere und Menschen; Skriptum zur Lehrveranstaltung „Außermathematische Anwendungen im Mathematikunterricht“ im Sommersemester 2003).

Einzelnachweise[Bearbeiten]