Steinzeiternährung

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Steinzeiternährung, Steinzeitdiät oder Paleo-Diät ist eine Ernährungsform des Menschen, die sich an der vermuteten Ernährung der Altsteinzeit orientiert; gemeint ist die Zeit vor der neolithischen Revolution (beginnend vor ca. 20.000 bis 10.000 Jahren), in der Ackerbau und Viehzucht vermehrt betrieben wurden. Anders als in der kohlenhydratreduzierten Ernährung sind in der Steinzeitdiät unbegrenzte Mengen hochglykämischer Anteile, wie getrocknete Datteln oder Feigen, erlaubt. Falls natürlich gewachsene Früchte und Honig weniger Anteil haben, entspricht die Steinzeiternährung einer Diät nach dem Low-Carb-Prinzip.

Das Prinzip[Bearbeiten]

Die Steinzeiternährung setzt sich ausschließlich aus Nahrungsmitteln zusammen, von denen angenommen wird, dass sie schon in der Altsteinzeit verfügbar waren. Die Ernährung besteht vor allem aus Fleisch (vom Wild), Fisch, Meeresfrüchten, Schalentieren, Eiern, Obst, Gemüse sowie Kräutern, Pilzen, Nüssen, Esskastanien und Honig. Zu vermeiden sind Milch und Milchprodukte, außerdem Getreide und Getreideprodukte wie Brot. Industriell verarbeitete Nahrungsmittel wie Zucker, alkoholische Getränke oder Fertiggerichte sowie Lebensmittel wie Oliven, die ohne Verarbeitung ungenießbar wären, sind ebenfalls zu meiden. Der Gebrauch von Pflanzenölen ist umstritten. Manche vermeiden nur die Öle/Fette, die aus nicht-steinzeitlichen Pflanzen wie z. B. Oliven, Erdnüssen oder Mais hergestellt sind. Andere verzichten auf alle Öle, da diese industriell verarbeitet sind, ein ungünstiges Omega-3- zu Omega-6-Fettsäurenverhältnis haben[1] und mehrheitlich mehrfach ungesättigte Fettsäuren enthalten, die durch die Lagerung oxidieren, also ranzig werden können[2]. Das Verhältnis der Fettsäuren lag bei unseren Vorfahren bei 1:3-5, der moderne Mensch weist ein deutlich höheres Verhältnis von 1:15-20 auf. Als Getränke werden nur Wasser und Tee aus Kräuteraufgüssen akzeptiert.

Im westlichen Kulturkreis ungewohnt ist die Ernährung mit Insekten, Larven und Würmern, die frühen Vertretern der Gattung Homo ergänzend als Proteinquelle gedient haben und heute von vielen Ethnien gegessen werden (Entomophagie). Insekten sind jedoch kein obligatorischer Bestandteil der hier vorgestellten Steinzeiternährung.

Der Begriff[Bearbeiten]

Der Begriff Steinzeitdiät wurde durch das gleichnamige Buch von Walter L. Voegtlin im Jahr 1975 eingeführt und trifft die darin diskutierten Ernährungsformen nur unscharf, da sich innerhalb der Steinzeit radikale Änderungen der Ernährungsformen abspielten, insbesondere der Übergang zur Landwirtschaft (Neolithische Revolution). Voegtlin und andere bezogen sich eher auf einige vermutete Ernährungsformen der Alt-Steinzeit, des Paläolithikums. Der Begriff wäre also mit Altsteinzeiternährung, Paläo-Ernährung oder genetisch angepasste Ernährung treffender gewählt (im englischen Sprachraum Paleo diet).

Die Altsteinzeit umfasst in etwa den Zeitraum von vor 2 Millionen Jahren bis zu etwa 20.000 Jahren vor heute. In ihr lebten die Hominiden, darunter auch Nebenlinien und Vorfahren der heutigen Art Homo sapiens, als Sammler und Jäger.

Nach der Zwischenstufe Mesolithikum (die Mittelsteinzeit) folgt die Jungsteinzeit (in Mitteleuropa von ca. 7000 bis 4000 Jahren vor heute), in der eine radikale Änderung der Ernährung durch Umstieg auf wenige angebaute Nahrungspflanzen stattfand.

Die Steinzeitdiät bezieht sich auf Ernährungsformen der Altsteinzeit oder von heutigen Kulturen, die als Jäger und Sammler leben, wie die Inuit, Pygmäen oder San.

Theorie[Bearbeiten]

Walter L. Voegtlin publizierte in seinem Buch 1975 Thesen zur genetischen Anpassung an die Nahrung.[3] Allerdings behauptete er, der Mensch sei ein Fleischfresser, während die vorherrschende wissenschaftliche Meinung ihn auf Grund seiner körperlichen Merkmale als Allesfresser ansieht. In den 1980er Jahren wurde Voegtlins These von Boyd Eaton aufgegriffen, der 1985 einen entsprechenden Aufsatz im New England Journal of Medicine und 1988 das Buch Paleolithic Prescreption veröffentlichte. Er machte die entsprechenden Thesen einer breiteren Öffentlichkeit bekannt. In den 1990er Jahren wurde Cordain in den USA zum bekanntesten Vertreter der Steinzeiternährung. Nicolai Worm publizierte im Jahr 2000 das Buch SYNDROM X oder ein Mammut auf den Teller – Mit Steinzeitdiät aus der Ernährungsfalle. Worm betrachtet sich selbst jedoch ausdrücklich nicht als Vertreter der Steinzeitdiät.

Die Theorien der Steinzeitdiät basieren auf der Evolutionstheorie von Charles Darwin (Darwinismus), wonach sich im Laufe der Evolution die Spezies genetisch durchgesetzt haben, die am besten an ihre Umwelt und damit auch an die vorhandenen Nahrungsquellen angepasst waren.[4] Für die daraus abgeleiteten Thesen zur menschlichen Ernährung und zur Gesundheit wurde von Vertretern der Ernährungslehre wie Loren Cordain der Begriff Evolutionsmedizin (Evolutionary medicine oder Darwinian medicine) geprägt.[5][6]

Die Grundannahme ist, dass sich das menschliche Erbgut seit der Steinzeit nicht verändert habe. Folglich sei die steinzeitliche Ernährung die einzig „artgerechte Ernährung“ des Menschen, da sich der menschliche Organismus im Laufe von Millionen Jahren an diese perfekt angepasst habe.[7][8] Loren Cordain: „Living organisms thrive best in the milieu and on the diet to which they were evolutionary adapted (…)“[8] (dt.: Lebende Organismen gedeihen am besten in dem Milieu und mit der Ernährung, an die sie evolutionär angepasst sind).

Die Altsteinzeit umfasste einen Zeitraum von fast 2,4 Mio. Jahren, alle weiteren Zeitalter bis heute insgesamt nur rund 15.000 Jahre, angeblich zu kurz für die nötige Anpassung des Körpers an neue Nahrungsmittel. Die Viehzucht wurde erstmals vor rund 10.000 Jahren im Neolithikum eingeführt, der Ackerbau vor etwa 12.000 Jahren. Milchprodukte und Getreideprodukte sind bezogen auf die gesamte Menschheitsgeschichte daher relativ neue Nahrungsmittel. „(…) 100,000 generations of people were hunter-gatherers, 500 generations have depended on agriculture, and only 10 generations have lived since the start of the industrial age (…) In other words, our diet today fails to provide the biochemical und molecular requirements of H. sapiens.“[7] (dt.: 100.000 Generationen waren Jäger und Sammler, 500 Generationen waren abhängig vom Ackerbau und nur zehn Generationen haben seit dem Beginn des Industriezeitalters gelebt (…) Anders ausgedrückt, unsere heutige Ernährung entspricht nicht den biochemischen und molekularen Bedürfnissen des Homo sapiens).

Nach Erkenntnissen der Paläopathologie führte die sogenannte Neolithische Revolution zu einer erhöhten Säuglingssterblichkeit, einer Zunahme von Infektionskrankheiten, einer deutlich niedrigeren Lebenserwartung und einer verringerten Körpergröße. Auch Knochen- und Zahnschäden nahmen zu.[5] „Paradoxerweise führte also eine ausreichende Nahrungsmittelproduktion zu Mangelerscheinungen; und die 'landwirtschaftliche Revolution' im Neolithikum (…) zu einem Rückschritt in der Gesundheit.“[5]

Einige Vertreter der Evolutionsmedizin gehen davon aus, dass die sogenannten Zivilisationskrankheiten in westlichen Industriestaaten überwiegend auf die „nicht artgerechte“ Ernährung mit nachsteinzeitlichen Nahrungsmitteln zurückzuführen sind, vor allem Hyperinsulinismus und Insulinresistenz durch einen hohen Anteil von Kohlenhydraten in der üblichen „Zivilisationskost“. Weitere Erkrankungen des metabolischen Syndroms sind Hypertonie, Hyperlipidämie und Hyperglykämie.[9] Erkenntnisse aus der Paläopathologie sollen belegen, dass die altsteinzeitlichen Vorfahren größer und gesünder waren als die Menschen der folgenden Epochen. Knochenfunde erlauben jedoch nur bedingte Rückschlüsse auf den Zustand der nicht mehr erhaltenen inneren Organe und der Blutwerte. Die medizinischen Aussagen stützen sich daher auf Studienergebnisse zu Völkern, die heute noch als Nomaden oder Jäger und Sammler leben. Diese ließen den Schluss zu, dass sie auch im Alter nicht an typischen Zivilisationskrankheiten litten.[10] Allerdings ist die Lebenserwartung dieser Ethnien deutlich niedriger als in Industriestaaten. Da jedoch bei der Lebenserwartung die hohe Säuglingssterblichkeit miteinfließt, lässt dies nur bedingt Rückschlüsse zu.

Mit Hilfe der Steinzeiternährung soll nicht nur das metabolische Syndrom verhindert werden, sondern auch das Risiko für Krebserkrankungen und Allergien soll signifikant sinken, die Leistungsfähigkeit soll steigen. Bisher gibt es keine wissenschaftlichen Langzeitstudien zu dieser Ernährungsform, die diese Erwartungen bestätigen könnten.

Die Ernährungsempfehlungen von Eaton sind nicht völlig identisch mit denen von Cordain. Eaton bezieht sich auf die Erkenntnisse der Paläoanthropologie zur Ernährung der Steinzeitmenschen und geht von einer überwiegend pflanzlichen und ballaststoffreichen Nahrung aus; Fleischkonsum spielt keine entscheidende Rolle. Die optimale Nährstoff-Relation laut Eaton: 33 Prozent Proteine, 46 Prozent Kohlenhydrate und 21 Prozent Fett.[7] 65 Prozent der aufgenommenen Energie stammten aus Obst und Gemüse.[11] Cordain/Worm beziehen sich dagegen auf heutige indigene Völker und favorisieren täglichen Fleischverzehr. Daten des Ethnology Atlas von 1999 zu 181 Ethnien zeigten, dass 65 Prozent der Nahrung tierischen Ursprungs sei gegenüber 35 Prozent Pflanzenkost.[12] Es handelt sich dabei allerdings lediglich um statistische Mittelwerte; die Zusammensetzung unterscheidet sich zwischen der verschiedenen Völkern erheblich, siehe unten.

Fleisch[Bearbeiten]

Umstritten ist der anzustrebende Fettgehalt der Ernährung. Eine Ernährung nur mit magerem Fleisch (das typischerweise im Handel erhältlich ist) entspricht vermutlich nicht dem Protein-Fett-Verhältnis einer steinzeitlichen Ernährung, bei der das ganze Tier gegessen wurde. Eine Ernährung, die nur auf Fleisch und Fett basiert, ist mit Übergang in Ketose möglich, allerdings sollte der Fettkalorienanteil zum Zwecke der ausreichenden Versorgung mit essentiellen Fettsäuren nicht unter 30 % sinken. Gibt man Test-Essern die freie Wahl, essen sie etwa gleich viel Fett wie Muskelmasse.[13] Konzeptionell problematisch ist der als wünschenswert angesehene Fettgehalt allerdings dadurch, dass Wildtiere in gemäßigten Breiten außerhalb der Arktis angeblich nur wenig Fett aufweisen (typisch: 4 % des Gesamtkörpers). Siehe dazu Beef Jerky (nur 2 bis 7 % Fettanteil) und Pemmikan (50 % Fettanteil) als zwei traditionelle Lebensmittel der Indianer des mittleren Westens.

Ein Phänomen, das auftritt, wenn der Großteil der Energie über Proteine zugeführt wird, nennt sich Rabbit Starvation (Kaninchen-Auszehrung). Das ist eine Art von Hungersnot, die bei Inuit auftritt, wenn nur Kaninchen, aber keine fettreichen Meerestiere zur Verfügung stehen.[14]

Studien[Bearbeiten]

Die Wirkung der Steinzeiternährung wurde bislang wenig erforscht. Etliche, gesonderte und spezifische Studien zu einseitiger Ernährung oder Beeinflussung von Giftstoffen in unserer Nahrungsmittel wurden aber bereits durchgeführt. Diese wurden aber immer nur sehr spezifisch und nach wenigen Gesichtspunkten (labormäßig) durchgeführt. Erste ganzheitliche Studien zeigten als Folge der Steinzeiternährung verbesserte Blutzuckerwerte und ein vermindertes Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen[15].

Kritik[Bearbeiten]

Konzeptionelle Kritik[Bearbeiten]

Die Vertreter der Steinzeitdiät geben an, dass der Mensch genetisch nicht an die moderne „Zivilisationskost“ angepasst sei, sondern nur an Lebensmittel, die bereits in der Steinzeit gegessen worden seien. Deshalb führe die heute in westlichen Industriestaaten übliche Kost zu verschiedenen Erkrankungen, die als Zivilisationskrankheiten bekannt sind. Ein wesentlicher Kritikpunkt ist, dass es sich bei den Aussagen zur Ernährung in der Steinzeit und ihren Nutzen für die Gesundheit um reine Hypothesen ohne jeden wissenschaftlichen Beleg handelt.[16][17]

Die Steinzeit umfasst einen Zeitraum von rund zwei Millionen Jahren; in diesem Zeitraum lebten verschiedene Spezies der Gattung Homo in unterschiedlichen Lebensräumen. Es gab daher keine einheitliche „Steinzeiternährung“, der Fleischanteil war sehr unterschiedlich.[16][18] Für Evolutionsbiologen und Paläoanthropologen beginnt die Entwicklung des modernen Menschen (Homo sapiens), die sogenannte Hominisation, auch nicht erst in der Steinzeit, sondern deutlich früher. Übliche Kriterien sind der aufrechte Gang, der bereits beim Australopithecus vorhanden war (biologische Evolution), oder die Nutzung von Kulturtechniken (kulturelle Evolution) beim Homo erectus. Der Australopithecus ernährte sich von Früchten, Samen, Pilzen, Wurzeln, Blättern, Eiern und kleinen Tieren, aber überwiegend vegetarisch. Die Kost des folgenden Homo habilis war ähnlich, ebenfalls mit geringem Fleischanteil. Homo erectus war dann in der Lage, die Pflanzennahrung durch Jagdbeute zu ergänzen.[19]

Die Vertreter der Steinzeiternährung geben an, dass diese auch der Ernährungsweise der als Jäger und Sammler lebenden Völker entspricht. Tatsächlich differiert die Ernährung dieser Populationen erheblich, je nach Lebensraum, und reicht von überwiegend vegetarischer Kost bei den afrikanischen Gwi und ǃKung bis zur fast ausschließlichen Ernährung von Fleisch und Fisch bei den Inuit in Grönland. Bei den Massai und den Turkana – beides Nomadenvölker – ist Milch das Hauptnahrungsmittel.[16]

Tobias Lechler stellt in seiner Dissertation mit dem Titel Die Ernährung als Einflussfaktor auf die Evolution des Menschen fest, dass eine genaue Rekonstruktion der Ernährung in der Steinzeit und davor nicht möglich sei und dass man darüber hinaus nicht feststellen könne, ob der moderne Mensch nun genetisch an die Ernährungsweise des frühen Homo sapiens, an die des Homo erectus, des Homo habilis, der Australopithecinen oder noch an die anderer Primaten angepasst sei.[20] Die Oecotrophologen Alexander Ströhle und Andreas Hahn vom Institut für Lebensmittelwissenschaft der Universität Hannover bezweifeln grundsätzlich die Thesen zur humanen Adaptation an bestimmte Nahrungsmittel und verweisen darauf, dass die morphologische Evolution eines Lebewesens nicht zwangsläufig mit der genetischen Evolution korreliert. Selbst ein Funktionswandel ohne morphologische Anpassung ist möglich.[4]

Obwohl Lechler in seiner Dissertation zunächst von denselben Hypothesen ausgeht wie die Vertreter der Steinzeitdiät, kommt er zu völlig anderen Schlüssen. Er folgert, dass gerade die fehlende Spezialisierung und Anpassung der Gattung Homo an eine bestimmte Ernährungsweise der entscheidende Überlebensvorteil war, der die Besetzung ganz unterschiedlicher ökologischer Nischen ermöglichte.[21] Diese Auffassung teilen Ströhle/Hahn, die auf die Vielzahl von Ernährungskulturen verweisen, die während der Hominisation und seit der Steinzeit entstanden sind.[16]

Ströhle/Hahn widersprechen auch der These, dass eine Kostform allein deshalb als „optimal geeignet“ bezeichnet werden kann, weil Menschen damit über einen langen Zeitraum überlebt haben. Es lasse sich nur folgern, „dass eine solche überlebens- und reproduktionsadäquat war bzw. ist. Sie kann nicht gänzlich falsch gewesen sein. (…) Jede weitergehende Interpretation, z.B. im Hinblick auf (…) ihre Eignung zur Prävention chronisch-degenerativer Erkrankungen muss spekulativ bleiben (…). 6.000 bis 10.000 Jahre Ernährungskultur unter Einschluss von Getreide, Speiseöl, Wein und Milch in Europa besitzt nicht weniger ‚evolutive Bewährung‘ als 50.000 Jahre Steinzeitregime.“[4]

Die Aussage, dass sich das menschliche Erbgut seit der Steinzeit nicht verändert hat, ist nicht haltbar. Wissenschaftler haben rund 700 genetische Veränderungen gefunden, die in den letzten 10.000 Jahren aufgetreten sind.[22] Zu diesen genetischen Veränderungen gehört die Entwicklung der Lactosetoleranz bei Erwachsenen, und zwar vor allem bei den Nachkommen der Stämme, die vor rund 10.000 Jahren die Viehzucht einführten und die heute in Europa, den USA und Australien leben. Hier verfügen 80 bis 90 Prozent der adulten Bevölkerung über das für die Verarbeitung des Milchzuckers nötige Enzym Lactase.[23] Entgegen der These der Steinzeitdiät-Vertreter habe diese Anpassung an ein neues Nahrungsmittel in einem relativ kurzen Zeitraum längst stattgefunden.

Gesundheitliche Risiken[Bearbeiten]

Insbesondere bei einer extrem fettarmen Ernährung bzw. einer sehr einseitigen Fettzufuhr besteht die Gefahr eines Mangels essentieller Fettsäuren.

Wird im Rahmen der Paleo-Ernährung eine kohlenhydratarme Diät verfolgt, gelten zu den gesundheitlichen Risiken im Wesentlichen dieselben Kritikpunkt wie bei der Atkins-Diät.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Chris Kresser: How too much omega 6 and not enough omega 3 is making us sick (englisch), abgerufen am 28. November 2012
  2. Paleosophie: Alles, was man über Fett wissen sollte., abgerufen am 28. November 2012
  3. Sally Fallon/Mary G. Enig: Caveman Cuisine
  4. a b c Alexander Ströhle/Andreas Hahn: Evolutionäre Ernährungswissenschaft und „steinzeitliche“ Ernährungsempfehlungen - Stein der alimentären Weisheit oder Stein des Anstoßes? Teil 1 (PDF; 137 kB)
  5. a b c Kenneth F. Kiple: Was wir von der Steinzeit lernen können, in: GEO Wissen Nr. 28, S. 64–69
  6. Loren Cordain: Implications of Plio-Pleistocene Hominin Diets for Modern Humans
  7. a b c Jack Challem: Paleolithic Nutrition: Your Future is in your dietary Past
  8. a b Loren Cordain u.a.: Realigning our 21st Century Diet and Lifestyle with our Hunter-gatherer Genetic Identity, in: Directions in Psychiatry, Vol. 25, 2005
  9. Rolf Degen: Mit Steinzeitdiät gegen Kohlenhydratexzess, in: Tabula 01/2001
  10. Loren Cordain u.a.: Biological and Clinical Potential of an Paleolithic Diet, in: Journal of Nutritional & Environmental Medicine, Sept. 2003 (PDF; 84 kB)
  11. Boyd Eaton: Evolution, Diet and Health
  12. Interview mit Loren Cordain: The Paleolithic Diet and its Modern Implications
  13. http://listserv.icors.org/SCRIPTS/WA-ICORS.EXE?A2=ind9705&L=PALEODIET&P=R703 Loren Cordain High protein diets, fish and tubers (engl.,1997), eingesehen August 2009
  14. Beiträge zu rabbit starvation auf Paleodiet (englisch) , zuletzt eingesehen im August 2009
  15. David C. Klonoff: The Beneficial Effects of a Paleolithic Diet on Type 2 Diabetes and Other Risk Factors for Cardiovascular Disease. Journal of Diabetes Science and Technology, November 2009, Volume 3, Issue 6: Page 1229–1232. (PDF; 163 kB)
  16. a b c d Alexander Ströhle/Andreas Hahn: Evolutionäre Ernährungswissenschaft und „steinzeitliche“ Ernährungsempfehlungen - Stein der alimentären Weisheit oder Stein des Anstoßes? Teil 2
  17. John Coleman: Palaeolithic Nutrition?
  18. WDR-Beitrag: Die ursprüngliche Ernährung des Menschen
  19. Tobias Lechler: Die Ernährung als Einflussfaktor auf die Evolution des Menschen (Dissertation), S. 67 ff.
  20. Tobias Lechler, S. 141
  21. Lechler, S. 184
  22. ZEIT-Artikel: Unsere nächsten Verwandten (2006)
  23. Marvin Harris: Wohlgeschmack und Widerwillen. Die Rätsel der Nahrungstabus, Stuttgart 1988, S. 146

Literatur[Bearbeiten]

  • Loren Cordain: The Paleo Diet. New York 2002. ISBN 0-471-41390-9
  • Loren Cordain, Joe Friel: Das Paläo-Prinzip der gesunden Ernährung im Ausdauersport. Sportwelt Verlag, Betzenstein 2009 (4. überarb. Auflage). ISBN 978-3-941297-10-4
  • Loren Cordain: Das Getreide - Zweischneidiges Schwert der Menschheit, Verlag Novagenics, 2004, ISBN 3-929002-35-3
  • S. Boyd Eaton, Marjorie Shostak, Melvin Konner: The Paleolithic Prescription. A Program of Diet and Exercise and a Design for Living. Harper & Row, New York 1988, ISBN 0-06-015871-9
  • Wolfgang Lutz: Leben ohne Brot - Die wissenschaftlichen Grundlagen der kohlenhydratarmen Ernährung. INFORMED Fachagentur für Med., Gräfelfing 1998, ISBN 3-88760-100-9
  • Nicolai Worm: Syndrom X oder Ein Mammut auf den Teller! Systemed-Verl., Lünen 2002 (4. überarb. Aufl.), ISBN 3-927372-23-4
  • Staffan Lindeberg: Food and Western Disease: Health and Nutrition from an Evolutionary Perspective. Wiley-Blackwell, Chichester, U.K. 2010, ISBN 1-4051-9771-4

Weblinks[Bearbeiten]

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