Stetten (Niederösterreich)

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Stetten
Wappen von Stetten
Stetten (Niederösterreich) (Österreich)
Stetten (Niederösterreich)
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Niederösterreich
Politischer Bezirk: Korneuburg
Kfz-Kennzeichen: KO
Fläche: 7,74 km²
Koordinaten: 48° 22′ N, 16° 23′ O48.36777777777816.382777777778180Koordinaten: 48° 22′ 4″ N, 16° 22′ 58″ O
Höhe: 180 m ü. A.
Einwohner: 1.299 (1. Jän. 2014)
Bevölkerungsdichte: 168 Einw. pro km²
Postleitzahl: 2100
Vorwahl: 02262
Gemeindekennziffer: 3 12 29
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Schulgasse 2
2100 Stetten
Website: www.stetten.at
Politik
Bürgermeister: Thomas Seifert (SPÖ)
Gemeinderat: (2010)
(19 Mitglieder)
11 SPÖ, 8 ÖVP
Lage der Gemeinde Stetten im Bezirk Korneuburg
Bisamberg Enzersfeld im Weinviertel Ernstbrunn Großmugl Großrußbach Hagenbrunn Harmannsdorf Hausleiten Korneuburg Langenzersdorf Leitzersdorf Leobendorf Niederhollabrunn Rußbach Sierndorf Spillern Stetteldorf am Wagram Stetten Stockerau NiederösterreichLage der Gemeinde Stetten (Niederösterreich) im Bezirk Korneuburg (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
(Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria)

Stetten ist eine Gemeinde mit 1299 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2014) im Bezirk Korneuburg, östliches Niederösterreich. Der Hauptort liegt etwa 18 km nördlich von Wien und 4 km nordöstlich des Donauknies bei Korneuburg.

Geografie[Bearbeiten]

Stetten liegt im Weinviertel in Niederösterreich. Die Fläche der Gemeinde umfasst 7,7 km². 9,54 Prozent der Fläche sind bewaldet.

Es existieren keine weiteren Katastralgemeinden außer Stetten.

Geschichte[Bearbeiten]

Im Jahr 1187 wurde der Ort „Stetin“ das erste Mal urkundlich erwähnt. Stetten wurde damals dem Stift Klosterneuburg als Lehen übergeben. Im 14. Jahrhundert wurde Stetten eine selbständige Seelsorgeeinheit. Auch in dieser Zeit wurde der Ort nicht vor kriegerischen Auseinandersetzungen verschont. Für das gegen die Türken aufgebotene Reichsheer mussten 1529 Quartiere und Verpflegung bereitgestellt werden. Im 17. Jahrhundert prägten der Dreißigjährige Krieg, die Pest und die zweite Türkenbelagerung die Geschichte von Stetten. 1685 erhielt Stetten sein eigenes Dorfrecht. Auch im 18. Jhdt. litt die Bevölkerung unter der Pest im Ort.

Stetten nördlich des Bisamberges, um 1873 (Aufnahmeblatt der Landesaufnahme)

Das Jahr 1809 ging als das Jahr der Franzosenkriege in die österreichische Geschichte ein. Im Raum Stetten/Korneuburg kam es auch zu kriegerischen Auseinandersetzungen. Viele Stettner flüchteten in die umliegenden Wälder. Die Zeit nach dem Wiener Kongress brachte wieder wirtschaftlichen Aufschwung. Mit Lebensmitteln und Wein konnten in Wien hohe Preise erzielt werden. Die Wirren von 1848 betrafen Stetten nicht wesentlich, die darauf folgende neue Reichsverfassung führte aber dazu, dass Stetten eine eigenständige Verwaltung bekam. Im Jahr 1850 fand die Wahl des ersten Bürgermeisters statt. Ende des 19. Jahrhunderts war eine friedliche Zeit für den kleinen Ort. 1904 konnte die neue Kirche feierlich eröffnet werden. 40.000 Kronen aus der Gemeindekassa wurden zur Errichtung der Landesbahn zur Verfügung gestellt. Die beiden Weltkriege bedeuteten jedoch wieder großes Leid. Danach ging es stetig aufwärts.

In den letzten Jahrzehnten wandelte sich Stetten vom rein bäuerlichen Dorf zu einer Bevölkerungsstruktur, in der fast alle Berufsgruppen vertreten sind. Nach wie vor ist Stetten jedoch ein Ort, der für seine Heurigen und Weingärten bekannt ist. Im Jahr 1987 wurde eine 800-Jahr-Feier abgehalten, für die vom bereits verstorbenen Dechant Josef Levit ein Heimatbuch verfasst wurde. Mit Beschluss der NÖ Landesregierung vom 17. März 1987 ist die Gemeinde Stetten berechtigt, ein Gemeindewappen zu führen. Seit 2006 ist Stetten Mitglied des Regionalentwicklungsvereins 10 vor Wien.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]

Nach dem Ergebnis der Volkszählung 2001 gab es 1065 Einwohner. 1991 hatte die Gemeinde 912 Einwohner, 1981 886 und im Jahr 1971 878 Einwohner.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Stetten
Fossilienwelt Weinviertel

Politik[Bearbeiten]

Bürgermeister der Gemeinde ist Thomas Seifert, Amtsleiter Alfred Veit. Im Gemeinderat gibt es nach der Gemeinderatswahl 2010 bei insgesamt 19 Sitzen folgende Mandatsverteilung: SPÖ 11, Liste ÖVP 8, andere keine Sitze.

Wappen[Bearbeiten]

„In einem unter silbernem Schildeshaupt gespaltenen Schild vorne in Rot eine silberne Sturzkrücke, hinten in Grün ein silbernes Rad, das Schildeshaupt belegt mit einer grünen vierblättrigen Weinranke“.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Nichtlandwirtschaftliche Arbeitsstätten gab es im Jahr 2001 38, land- und forstwirtschaftliche Betriebe nach der Erhebung 1999 29. Die Zahl der Erwerbstätigen am Wohnort betrug nach der Volkszählung 2001 529. Die Erwerbsquote lag 2001 bei 51,17 Prozent.

Weiters befindet sich in der Gemeinde das Umspannwerk Bisamberg, welches im Verbundnetz der Verbund AG (AGP) neben Freiluftschaltanlagen für das 220-kV-Netz der Donaukraftwerke und einer Gasisolierten Schaltanlage für 110 kV auch eine 380-kV-Schaltanlage umfasst.

Verkehr[Bearbeiten]

Durch Stetten verlaufen zwei verkehrsträchtige Hauptverkehrsstraßen: Die Landesstraße 33 (in Nord-Süd Richtung) und die Landesstraße 1113 (in Ost-West Richtung). Um den weiterhin stark steigenden Verkehr in den Umlandgemeinden von Wien zu bündeln und aus den Ortschaften zu bekommen, wurde die S1 gebaut. Die Verkehrsfreigabe erfolgte am 31. Jänner 2010.

Im Zuges des UVP-Verfahrens zur S 1 wurden seitens der Gemeinde Stetten mehrere Forderungen und Verbesserungsvorschläge in das Projekt eingearbeitet. So wird die S 1 im Gemeindegebiet von Stetten in Tieflage mit durchgehender Einhausung ausgeführt. Eine weitere wichtige Forderung von Stetten ist die Verkehrsentlastung der Landesstraße 33 durch eine Umfahrung nördlich von Stetten in Richtung Bundesstraße 6 (Laaer Straße). Die Umfahrung wird durch die geplante Umfahrung Harmannsdorf-Rückersdorf, Tresdorf, Seebarn und Stetten realisiert. Im Mai 2007 erteilte Landeshauptmann Erwin Pröll die Zusage für den Baubeginn der B 6-Umfahrung im Jahr 2010. Nach neuesten Informationen ist die geplante Verkehrsfreigabe für 2016 geplant.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Wolfgang Sovis, Brigitta Schmid (Hg.): Das Karpat des Korneuburger Beckens. Teil 1, Wien 1998. Teil 2, Wien 2002. Verlag des Vereins zur Förderung der Paläontologie. In der Reihe Beiträge zur Paläontologie. Bände 23 und 27, ISBN 3-510-56025-6.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Stetten (Niederösterreich) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien