Tafers

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Tafers
Wappen von Tafers
Staat: Schweiz
Kanton: Freiburg (FR)
Bezirk: Sensew
BFS-Nr.: 2306i1f3f4
Postleitzahl: 1712
UN/LOCODE: CH TAF
Koordinaten: 582996 / 18489646.8149997.215835651Koordinaten: 46° 48′ 54″ N, 7° 12′ 57″ O; CH1903: 582996 / 184896
Höhe: 651 m ü. M.
Fläche: 8.37 km²
Einwohner: 3147 (31. Dezember 2013)[1]
Einwohnerdichte: 376 Einw. pro km²
Website: www.tafers.ch
Schulhaus von Tafers

Schulhaus von Tafers

Karte
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Tafers (französisch Tavel; senslerdeutsch meist Taafersch; Freiburger Patois Tavi?/i) ist eine politische Gemeinde und der Hauptort des Sensebezirks des Kantons Freiburg in der Schweiz.

Geographie[Bearbeiten]

Der höchste Punkt liegt auf 783 Metern am Brunnenbergrain, die tiefste Stelle befindet sich auf 564 Metern im Gebiet Galtera. Der bewaldete Hügel Maggenberg, wo früher die Burg Unter-Maggenberg (etwa Mitte des 12. Jahrhunderts entstanden und Mitte des 14. Jh. aufgegeben) stand, dominiert den Dorfkern vom Süden her. Tafers gehört zu einem der Vororte der Stadt Freiburg und ist höchst zentral gelegen. Tafers ist eine im mittleren Sensebezirk am Kreuzungspunkt wichtiger Strassen gelegene Streusiedlungsgemeinde. Das Dorf liegt in zirka 7 km Entfernung vom Zentrum der Stadt Freiburg. Die Gemeinde grenzt westlich mit dem Quartier Klein-Schönberg an die Stadtgemeinde Freiburg an, südlich entlang dem Galterngraben und dem Galternbach an St. Ursen und Alterswil, östlich an St. Antoni entlang der Taverna (Tafersbach). Nördliche Nachbargemeinden sind Schmitten und Düdingen.

Geschichte[Bearbeiten]

Röm.-kath. Kirche

Tafers wird erstmals um 1150 als Tabernae (Jacc 453), zwischen 1178 und 1189 als de Tabemis (Cart Hautcrêt, MDR XII 195), 1228 als Tavels (FRB II 92), 1433 als Tavers (RD VIII 39) erwähnt. Der Ortsname wird auf das lateinisch-romanische tabernas zurückgeführt, das seinen Ursprung im Lateinischen ad tabernas („beim Gasthof“) haben dürfte. Tafers ist also eine römische oder zumindest frühromanische Gründung, der Ort einer Herberge. Die Alemannen haben den Ortsnamen etwa im 8./9. Jahrhundert von den hier anwesenden Romanen übernommen und eingedeutscht.

Die Kirche, möglicherweise eine fränkische Gründung, entwickelte sich zum Zentrum einer ausgedehnten Pfarrei, die bis an die Saane reichte, mehr als die Hälfte des heutigen Sensebezirks umfasste und zur Alten Landschaft gehörte. Von ihr trennten sich im 16. Jahrhundert das Mattenquartier der Stadt Freiburg, 1885/94 die Pfarreien Alterswil und St. Antoni sowie 1901 die Pfarrei St. Ursen ab. 1848 mit der neuen Kantonsverfassung wurde Tafers in den damals neu geschaffen Sensebezirk eingegliedert.

Die Pfarrgemeinde Tafers wurde 1831/32 in die vier selbständigen Gemeinden Tafers (ehemals Bodenschrot genannt), Alterswil (Juchschrot), St. Antoni (Schrickschrot) und Enet-dem-Bach-Schrot (St. Ursen) aufgeteilt. Ab 1999 gehören die reformierten Einwohner zur evangelisch-reformierten Kirchgemeinde St. Antoni.

Wappen[Bearbeiten]

In Rot ein blau-schwarz gekleideter Landsknecht mit silberner Halbarte. Dieses seit dem 18. Jh. bekannte Wappen lehnt sich heraldisch stilisiert an die Freiburger Landsknechttracht des 16. Jh. an. Der Hellebardier wird auch als «Senslerbub» bezeichnet. Das Wappen des Hauptortes wurde auch vom Sensebezirk übernommen.

Zentrumsfunktion[Bearbeiten]

Bezirksspital Tafers

Das Dorf, seit 1848 Bezirkshauptort, hat sich seit den 1960er-Jahren zu einem subregionalen Zentrum mit einem bedeutenden Arbeitsplatzangebot entwickelt. Tafers ist Sitz des Oberamtes und des Bezirksgerichts Sense, ferner befinden sich in der Gemeinde das 1975 eröffnete Sensler Museum, das Freiburger Spital (HFR Tafers), das medizinische Pflegeheim sowie verschiedene soziale Institutionen. Tafers ist auch einer der Standorte der Orientierungsschule (OS) des Sensebezirks.

Bevölkerung[Bearbeiten]

Die Bevölkerung von Tafers ist seit Anfang des 20. Jahrhunderts von 964 Einwohner im Jahr 1900 auf 3147 (Stand 31. Dezember 2013) gewachsen. Dieses regelmässige Wachstum ist vergleichbar mit der Entwicklung in den anderen grösseren Gemeinden des Bezirks.

Politik[Bearbeiten]

Die Exekutive - der Gemeinderat - besteht aus neun vom Volk gewählten Volksvertretern. Die am meisten verbreiteten politischen Gruppierungen in Tafers sind: CSP, CVP, SVP und SP. Die Kommissionen unterstützen den Gemeinderat in seinen Entscheidungsfindungen. Die Gemeindeverwaltung hat ihren Sitz im 1991 eingeweihten Amtshaus, wo sich auch kantonale Behörden befinden.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Tafers gilt aufgrund seiner Verkehrslage, günstigem Steuerklima und vielen anderen Vorteilen wie etwa dem grossen Angebot an Dienstleistungen, Arbeitskräften, Schulen und sonstigen Infrastrukturen als beliebter Wirtschaftsstandort. Viele Firmen nutzten diese Standortvorteile und liessen sich in Tafers nieder. In der Gemeinde zählen wir zahlreiche Betriebe, tätig im primären, sekundären sowie tertiären Sektor. Daraus resultieren rund 1420 Arbeitsplätze. Grössere Arbeitgeber sind beispielsweise: Element AG oder der Freiburger Spital, mit dem Standort in Tafers. Ein starker Partner in Wirtschaftsangelegenheiten ist auch der Gewerbeverein Tafers.

Der Steuersatz ist sowohl für juristische wie natürliche Personen im regionalen Vergleich recht tief.

Verkehr[Bearbeiten]

Das Dorf Tafers liegt an der Kreuzung von zwei den Sensebezirk durchquerenden Kantonsstrassen, der Verbindung Freiburg – Schwarzenburg einerseits und Düdingen – Plaffeien andererseits. Der Autobahnanschluss an die A12 ist nur rund 5 Autominuten vom Zentrum entfernt - ebenso der Eisenbahnanschluss. Die Gemeinde Tafers unterstützt den öffentlichen Verkehr und setzt sich für eine nachhaltige und längerfristig positive Umweltpolitik ein.

Besondere Bauten[Bearbeiten]

Jakobskapelle

Das Dorfbild ist geprägt von verschiedenen Sakral- sowie von einigen Profanbauten aus der Zeit vom 17. und 18. Jh. bis etwa 1900. Die katholische Kirche St. Martin präsentiert sich als Bau aus den Jahren 1786–89, mit einem polygonalen Glockenturm aus dem 16. Jh.. Im Innern sind verschiedene wertvolle kunstgeschichtliche Objekte zu sehen. Im Friedhofsbereich stehen die Michaels- und die Jakobskapelle, letztere mit Malereien zum «Galgenwunder» des Hl. Jakob geschmückt. Am Dorfplatz vor der Kirche setzt insbesondere das 1780 errichtete ehemalige Sigristenhaus einen Akzent, ein für die Bauweise der Region typisches Holzhaus, das zuerst als Schulhaus diente und in dem seit 1975 das Sensler Museum eingerichtet ist.

Ebenfalls aus dem 18. Jh. stammt der Gasthof St. Martin, während das für das Oberamt errichtete «Schloss» von der Mitte des 19. Jh. datiert. Am Rand des Dorfkerns sind noch der Gasthof Taverna sowie das Primarschulhaus, beide um 1900 entstanden, zu sehen. Die neueren Bauten, die die Zentrumsfunktion von Tafers erforderte (Amtshaus, OS-Schulhaus, Spital, Pflegeheim, Behindertenwerkstätte) stehen alle ausserhalb des Dorfkernbereichs und haben somit keine Veränderung des typischen Ortsbildes gebracht.

Das Gemeindegebiet umfasst nebst dem Dorfkern mehrere Einzelhöfe und Weiler – unter diesen den bäuerlichen Weiler Rohr wie auch die Herrensitze Menziswil, Maggenberg und Brunnenberg – ebenso wie mit Klein-Schönberg ein Vorstadtquartier. Mit dem Galterngraben und dem steilen Südhang des Brunnenbergrains weist Tafers auch bedeutende Naturschutzgebiete auf.

Natur und Landschaft[Bearbeiten]

Durch ein Vernetzungsprojekt mit Nachbargemeinden wertet man die landwirtschaftlichen Schönheiten auf und sorgt gleichzeitig für deren Erhaltung. Durch die stetig wachsende Bevölkerungszahl sind auch Erschliessungsfragen im Ver- und Entsorgungsbereich mit weit vorausschauender Politik gelöst. Die entsprechenden Infrastrukturen sind gut ausgebaut und genügen den hohen Anforderungen optimal. Ein behutsamer Umgang mit vorhandenen Energieressourcen wird auch in Tafers angestrebt. Die ganze Landwirtschaftszone von Tafers ist im Vernetzungsprojekt «Landschaft & Landwirtschaft» integriert, an dem die Gemeinden Tafers, Düdingen und Schmitten heute mit zirka 50 Landwirtschaftsbetrieben beteiligt sind.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • François Guex: Die Pfarrkirche St. Martin in Tafers und ihre Kapellen. Hrsg. von der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte GSK. Bern 2014 (Der Kunstführer der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte). ISBN 978-3-03797-125-3.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Tafers – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistik Schweiz – STAT-TAB: Ständige und Nichtständige Wohnbevölkerung nach Region, Geschlecht, Nationalität und Alter (Ständige Wohnbevölkerung)