Theodor Lessing

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Theodor Lessing zwischen 1925 und 1930 auf einer Fotografie von Nicola Perscheid

Theodor Lessing (* 8. Februar 1872 in Hannover; † 31. August 1933 in Marienbad, Tschechoslowakei) war ein deutsch-jüdischer Philosoph und politischer Publizist.

Biographie[Bearbeiten]

Theodor Lessings Grabmal auf dem jüdischen Friedhof von Marienbad (Mariánské Lázně)

Lessing wurde als Sohn eines assimilierten jüdischen Ehepaares aus dem gehobenen Bürgertum geboren. Der Vater war Arzt in Hannover, die Mutter Bankierstochter. Die Schulzeit erlebte Lessing als unglücklichen Lebensabschnitt, er war ein mäßiger Schüler. Er schrieb darüber in seinen Lebenserinnerungen: „Dieses humanistische deutsche Gymnasium mit Patriotismus, Latein und Griechisch in den Hauptfächern …, diese halb auf Ämterwettlauf und Streberei, halb auf eine verlogene, deutschtümelnde Phrasenhaftigkeit aufgebaute Menschenverdummungsanstalt war nicht nur ungeheuer gewissenlos, – sie war vor allem langweilig … Nichts, nichts könnte je gutmachen, was diese fünfzehn Lebensjahre in mir zerstört haben. Noch heute träume ich fast allnächtlich von den Folterqualen der Schulzeit.“[1] Nachdem er das Ratsgymnasium Hannover vorzeitig hatte verlassen müssen, konnte er nur mit Schwierigkeiten 1892 am Städtischen Gymnasium Hameln sein Abitur ablegen.[2] Er unterhielt eine Jugendfreundschaft mit Ludwig Klages, die dieser aber 1899 beendete; inwieweit Klages’ Antisemitismus der Grund dafür war, ist nicht endgültig geklärt. Beide betonten später, dass die gemeinsamen Jugendjahre ihr künftiges weltanschauliches Denken geprägt hatten.[3]

Nach dem Abitur begann er ein Studium der Medizin in Freiburg im Breisgau, Bonn und zuletzt München, wo er dann – den Neigungen gemäß, die er schon als Schüler zeigte – zu Literatur, Philosophie und Psychologie wechselte. Er schloss sein Philosophiestudium mit einer Dissertation über den russischen Logiker Afrikan Spir ab.

Eine geplante Habilitation an der Universität Dresden scheiterte am Widerstand, der dem Juden, Sozialisten und dazu öffentlichen Verfechter des Feminismus dort entgegengebracht wurde. Die folgenden Jahre brachte er sich ohne feste Stellung als Aushilfslehrer und Vortragsredner durch; unter anderem hielt er Einführungen in die moderne Philosophie in der Wartehalle des Dresdner Hauptbahnhofs. 1906 ging Lessing nach Göttingen, um bei Edmund Husserl eine Habilitation zu verfassen. Der Plan scheiterte, aber in den Jahren 1906/07 war er als Theater-Kritiker für die Göttinger Zeitung tätig;[4] die in diesem Zusammenhang entstandenen Texte liegen unter dem Titel Nachtkritiken auch als Buch vor.[5]

1907 kehrte er nach Hannover zurück, wo er an der Technischen Hochschule Privatdozent für Philosophie wurde. Mit einer äußerst scharfen Satire,[6] die den Kritiker Samuel Lublinski, von seiner wenig ansprechenden äußeren Gestalt ausgehend, zu vernichten suchte und auf die Thomas Mann beinahe ebenso scharf reagierte,[7] hatte Theodor Lessing 1910 einen Literaturskandal verursacht.[8] Mit seinen medizinischen Kenntnissen aus der Studienzeit meldete sich Lessing zu Beginn des Ersten Weltkriegs freiwillig zum militärärztlichen Dienst, um dem Kampfeinsatz an der Front zu entgehen. Er diente während dieser Zeit als Lazarettarzt und arbeitete als Lehrer. Nebenbei schrieb er die Geschichte als Sinngebung des Sinnlosen. Das Erscheinen dieses Buches wurde aber während des Krieges von der Militärzensur verhindert, da Lessing in eindeutiger Weise gegen den Krieg Position bezog. Es wurde erst 1919 veröffentlicht.

Nach dem Krieg kehrte Lessing auf seinen Privatdozentenposten in Hannover zurück und baute in Linden ab 1919 die dortige Volkshochschule Hannover-Linden mit seiner zweiten Frau Ada Lessing auf. Daneben entfaltete er ab 1923 eine umfangreiche publizistische Tätigkeit. Er veröffentlichte, vor allem in den beiden republikanisch-demokratischen Tageszeitungen Prager Tagblatt und Dortmunder Generalanzeiger, Artikel, Essays, Glossen und Feuilletons und wurde dadurch zu einem der bekanntesten politischen Schriftsteller der Weimarer Republik.

Aufmerksamkeit erregte 1925 sein Bericht über den Prozess gegen den Serienmörder Fritz Haarmann, den er als Augenzeuge verfolgte. Er machte die dubiose Rolle der hannoverschen Polizei (Haarmann war ein Polizeispitzel) in diesem Fall öffentlich. Daraufhin wurde er vom Prozess ausgeschlossen.

Im selben Jahr schrieb er eine Charakterstudie über den Kandidaten für das Amt des Reichspräsidenten und späteren Gewinner der Präsidentenwahl Paul von Hindenburg, in der er vor der Wahl dieses Mannes warnte. Hindenburg selbst schilderte er als eine biedere, intellektuell anspruchslose Persönlichkeit, hinter der er aber gefährliche politische Kräfte wirken sah:

„Nach Plato sollen die Philosophen Führer der Völker sein. Ein Philosoph würde mit Hindenburg nun eben nicht den Thronstuhl besteigen. Nur ein repräsentatives Symbol, ein Fragezeichen, ein Zero. Man kann sagen: besser ein Zero als ein Nero. Leider zeigt die Geschichte, daß hinter einem Zero immer ein künftiger Nero verborgen steht.“[9]

Zitat aus dem Schreiben des Reichsministeriums für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung (REM) vom 20. April 1933 an die TU Hannover

Dieser Artikel brachte ihm die hasserfüllte Gegnerschaft aus deutschnationalen und völkischen Kreisen ein. Studenten gründeten einen Kampfausschuß gegen Lessing, es wurde zum Boykott seiner Vorlesungen aufgerufen, die Entziehung der venia legendi und die Entfernung von der Universität gefordert, Studenten störten gewalttätig seine Vorlesungen.[10] Bei den Protesten wurde deutlich ein antisemitischer Hintergrund sichtbar. Aus der Öffentlichkeit und besonders aus dem universitären Milieu erhielt Lessing nur schwache Unterstützung, Professorenkollegen solidarisierten sich mit den Forderungen seiner Gegner, insbesondere als am 7. Juni 1926 etwa tausend Studenten mit der Abwanderung an die TU Braunschweig drohten. Als sich die Lage trotz Lessings Beurlaubung im Wintersemester 1925/26 nicht beruhigte, vereinbarten Lessing und der preußische Kultusminister Carl Heinrich Becker am 18. Juni 1926 die Einstellung der Lehrtätigkeit und die unbefristete Beurlaubung bei reduzierten Bezügen.[11]

Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten nahm Lessing am 19. Februar 1933 in Berlin am Kongress „Das Freie Wort“ teil, floh am 1. März mit seiner Frau Ada in die Tschechoslowakei und ließ sich dort im Kurbad Marienbad (Mariánské Lázně) nieder. Von hier aus setzte er seine publizistische Tätigkeit in deutschsprachigen Auslandszeitungen fort. Am 20. April 1933 wurde ihm aufgrund des Berufsbeamtengesetzes der Lehr- und Forschungsauftrag mit sofortiger Wirkung entzogen.

Im Juni 1933 verbreiteten einige sudetendeutsche Zeitungen in der Tschechoslowakei, dass in Deutschland eine Belohnung für denjenigen ausgesetzt worden sei, der Lessing entführe und den deutschen Behörden übergebe. Am 30. August 1933 schossen die nationalsozialistischen Attentäter Rudolf Max Eckert, Rudolf Zischka und Karl Hönl[12] durch das Fenster seines Arbeitszimmers auf Lessing und trafen ihn lebensgefährlich. Am folgenden Tag erlag er im Alter von 61 Jahren im Krankenhaus von Marienbad seinen Verletzungen. Er gilt als das erste Opfer des Nationalsozialismus auf tschechischem Boden. Die Attentäter entkamen nach Deutschland.

Philosophie[Bearbeiten]

Lessings Philosophie wird oft ähnlich wie die von Oswald Spengler oder Ludwig Klages der Tradition des philosophischen Pessimismus und der Willensmetaphysik, die auf Arthur Schopenhauer zurückgeht, zugerechnet. Sein Thema war auch die Grunderfahrung des Menschen von Not und Leiden in der Welt. Doch anders als z. B. Schopenhauer reagierte Lessing auf diese Erkenntnis nicht mit Rückzug ins Private oder Weltabgewandtheit, sondern – entgegen den persönlichen Neigungen – mit einer Philosophie der Tat. Dies drückte sich in einer kritischen Auseinandersetzung mit den Phänomenen des öffentlichen Lebens in seiner Zeit aus. Rückblickend schrieb er: „Verhängnisvoll wurde mir, als eine Grenze meiner Natur, meine Unfähigkeit, ‚fünfe gerade sein zu lassen’. Immer wollte ich richtig stellen, aufklären, verständlich machen, ethisch auswerten bis zum Letzten. Auge in Auge gab das kaum je Mißverständnisse. Sobald ich aber als Schriftsteller naiv mich gehen ließ, war der Teufel los.“[13] Besonderes Thema aufgrund dieses Engagements war eine axiomatische Wertethik. Anders aber als Max Scheler oder Nicolai Hartmann bestritt Lessing die Existenz absoluter Werte. Sein Leitmotiv war „Mindere den Schmerz. Dies ist der einzig mögliche Imperativ sittlichen Handelns.“[14] An Nietzsche kritisierte er dessen Historismus und Relativismus, auch wenn er dessen kritischen Blick auf die Geschichtsschreibung teilte. Geschichtsschreibung kennzeichnete er im Gegensatz zur Naturwissenschaft als „Willenschaft“.[15] In der Geschichtswissenschaft wird die Wirklichkeit nur konstruiert. „Immer handelt es sich (in Naturwissenschaften und in Geschichte) um Bindung und Rhythmisierung von ‚Leben’ kraft des Gedankens. Dieser bildet aus dem an sich Unermeßlichen und Unzugänglich-Unfaßbaren Symbole berechenbarer, begrenzter, harmonischer, ausmeßbarer ‚Wirklichkeit’. Beide Wirklichkeiten fiktiv! beide gegenüber dem Unmittelbar-Gegebenen transzendent. Und die eine nicht wahrer und nicht wirklicher als die andere.“[16]

Ähnlich wie Schopenhauer spielte auch bei Lessing das östliche Denken eine wesentliche Rolle bei der Formulierung seiner Kulturkritik. Christentum und Buddhismus haben eine Kultur erzeugt, die dem Leben feindlich ist. „Kultur ist jener Vorgang, dank dessen ein Teil des Seins (das brahma), nämlich der Geist (buddhi, der Geweckte) sich aufwirft zum Gewaltherren und zum Erlöser des Lebens.“[17] Bei aller Kulturkritik hat sich Nietzsche aus Sicht Lessings nicht dem Entwicklungsoptimismus seiner Zeit entziehen können. „Und da niemand sich frei machen kann von der geistigen Atemluft seiner Lebensstrecke, so konnte auch Nietzsche nicht loskommen vom Glauben an Entwicklung. Von jenen Unterstellungen, welche Hegel den Kulturwissenschaften, Marx den Wirtschaftswissenschaften, Darwin den Naturwissenschaften zugrunde legte. Dieser große europäische Irrtum: Die Entwicklungswissenschaft der drei Truggeister Hegel, Darwin, Marx, das war der Boden, daraus Nietzsches menschheitsbessernder, welterlösender Traum erquoll.“[18]

Ehrung[Bearbeiten]

Der AStA der Universität Hannover beantragte im November 2005 die Umbenennung der Universität in „Theodor Lessing Universität“. Bei einer Urabstimmung im Januar 2006 stimmten jedoch 63,4 % der Studierenden gegen diese Umbenennung.[19] Der AStA der nun in Gottfried Wilhelm Leibniz Universität Hannover benannten Hochschule hat seinen Sitz im Theodor-Lessing-Haus.[20]

Am 7. September 2006 erhielt die Volkshochschule Hannover in Rahmen der feierlichen Semestereröffnung den Namen „Ada-und-Theodor-Lessing-Volkshochschule Hannover“.

Am 30. August 2013 enthüllte die Bibliotheksgesellschaft Hameln eine Informations- und Gedenktafel zum 80. Jahrestag der Ermordung Theodor Lessings. Sie steht in Lüders Park, auf dem Grundstück, wo Lessing 1891/92 bis zu seinem Abitur gewohnt hat.[21]

Werke[Bearbeiten]

Vollständiges Schriftenverzeichnis bei Wikisource

  • African Spirs Erkenntnislehre, Gießen, Münchow, 1900. (Lessings Dissertation in Erlangen)
  • Europa und Asien, 1918 (fünfte, völlig neu gearbeitete Auflage, Leipzig 1930, mit dem Untertitel: Untergang der Erde am Geist)
  • Jäö oder wie ein Franzose auszog, um in Hannover das „raanste“ Deutsch zu lernen (Theodore le Singe), Hannover: Friedrich Gersbach Verlag 1919. Neudruck: Hannover: Schmorl & von Seefeld 2002, ISBN 3-936836-05-1
  • Geschichte als Sinngebung des Sinnlosen, 1919, bzw. Leipzig: Reinicke Verlag 1927. Neudruck: Matthes & Seitz, München 1983, ISBN 3-88221-219-5
  • Die verfluchte Kultur, München: C. H. Beck, 1921. Neudruck: Matthes & Seitz, 1981, ISBN 3-88221-325-6
  • Haarmann. Die Geschichte eines Werwolfs, 1925
  • Nietzsche, Berlin 1925 bzw. Neudruck: Matthes & Seitz 1985. Mit einem Nachwort von Rita Bischof, ISBN 3-88221-358-2
  • Meine Tiere, 1926
  • Blumen, 1928
  • Der jüdische Selbsthaß, 1930 (zuerst: Zionistischer Bücherbund, Berlin), Nachdruck: Matthes & Seitz, München 2004, ISBN 3-88221-347-7[22]
  • Deutschland und seine Juden, Prag-Karlin, Neumann & Co. 1933
  • Einmal und nie wieder. Erinnerungen, aus dem Nachlass herausgegeben, 1935[23]

Auswahlbände[Bearbeiten]

nach Erscheinungsjahr:

  • Rainer Marwedel (Hrsg.): Theodor Lessing – „Ich warf eine Flaschenpost ins Eismeer der Geschichte“. Essays und Feuilletons (1923–1933), Darmstadt 1986, Luchterhand, ISBN 3-472-61639-3. (enthält politische und sozialphysiognomische Essays, satirische und autobiographische Feuilletons)
  • Hans Stern (Hrsg.): Theodor Lessing – Wortmeldungen eines Unerschrockenen. Publizistik aus drei Jahrzehnten, Leipzig und Weimar 1987, Gustav Kiepenheuer Verlag, ISBN 3-378-00074-0 (Auswahl auch umfangreicherer Texte, gut kommentiert und sorgfältig ediert.)
  • Rainer Marwedel (Hrsg.): Theodor Lessing – Haarmann. Die Geschichte eines Werwolfs und andere Gerichtsreportagen, Frankfurt 1989 und München 1995, Luchterhand im dtv, ISBN 3-423-12230-7 (Thematisch geschlossene Sammlung, gründlich dokumentiert)
  • Jörg Wollenberg (Hrsg.): Theodor Lessing – Ausgewählte Schriften. Donat Verlag, Bremen. (Die Texte dieser Auswahlbände sind teils stark gekürzt und nur unzureichend dokumentiert.)
    • Band 1: Theodor Lessing: „Bildung ist Schönheit“ – Autobiographische Zeugnisse und Schriften zur Bildungsreform. Bremen 1995
    • Band 2: Theodor Lessing: „Wir machen nicht mit!“ – Schriften gegen den Nationalismus und zur Judenfrage. Bremen 1997
    • Band 3: Theodor Lessing: „Theaterseele“ und „Tomi melkt die Moralkuh“ – Schriften zu Theater und Literatur. Bremen 2003[24]
  • Nachtkritiken. Kleine Schriften 1906–1907. Herausgegeben und kommentiert von Rainer Marwedel. Wallstein Verlag, Göttingen 2006, ISBN 978-3-89244-614-9 (Link zur Ausgabe)
  • Eckhard Gruber (Hrsg.): Theodor Lessing – Das Lazarett. Novellen und Feuilletons zum Ersten Weltkrieg. Berlin 2013, Elektrischer Verlag, ISBN 978-3-943889-48-2

Literatur (Auswahl)[Bearbeiten]

  • K. Albert: Philosophie im Schatten von Auschwitz: Edith Stein, Theodor Lessing, Walter Benjamin, Paul Ludwig Landsberg, Dettelbach 1995.
  • Lawrence Baron: Theodor Lessing: Between Jewish Self-Hatred and Zionism, in: Year Book XXVI, Leo Baeck Institute 1981, S. 323–340.
  • Barbara Beßlich: 'Die verfluchte Kultur'. Theodor Lessing (1872–1933) zwischen Zivilisationskritik, jüdischem Selbsthaß und politischem Reformwillen, in: Ariane Huml, Monika Rappenecker (Hgg.): Jüdische Intellektuelle im 20. Jahrhundert, Königshausen & Neumann, Würzburg 2003, ISBN 3-8260-2310-2, S. 88–98. (einsehbar bei Google Books)
  • A. Boelke-Fabian: Art. Theodor Lessing, in: Andreas B. Kilcher, Otfried Fraisse / Yossef Schwartz (Hgg.): Metzler Lexikon jüdischer Philosophen. Philosophisches Denken des Judentums von der Antike bis zur Gegenwart, Metzler, Stuttgart / Weimar 2003, ISBN 3-476-01707-9, S. 321–324.
  • P. Böhm: Theodor Lessings Versuch einer erkenntnistheoretischen Grundlegung von Welt. Ein kritischer Beitrag zur Aporetik der Lebensphilosophie, Amsterdam 1986.
  • M. A. Born: Friedrich Nietzsche und Theodor Lessing. Die Wirklichkeit geschichtlicher Perspektiven, in: M. A. Born (Hg.): Retrospektivität und Retroaktivität. Erzählen, Geschichte, Wahrheit, Würzburg 2009.
  • Helmut Heiber: Universität unterm Hakenkreuz. Teil 1: Der Professor im Dritten Reich. Bilder aus der akademischen Provinz. K.G. Saur, München 1991, S. 54–67, Anm. 514, S. 186 ff.
  • J. Henrich: Friedrich Nietzsche und Theodor Lessing, Marburg 2004.
  • Ekkehard Hieronimus: Theodor Lessing, Otto Meyerhof, Leonard Nelson. Bedeutende Juden in Niedersachsen, hrsg. von der Niedersächsischen Landeszentrale für Politische Bildung, Hannover 1964, S. 9–57.
  • Daniel Hoffmann: Theodor Lessings „Verschüttete Psominbüchsen“, in: Daniel Hoffmann: Im neuen Einband Gott gereicht. Liturgische Poesie in der deutsch-jüdischen Literatur des 20. Jahrhunderts, Berlin 2002, S. 145–158.
  • E. Jain: Der Humanitätsgedanke bei Theodor Lessing. Auf der Suche nach den Prinzipien des Lebens, in: Prima Philosophia 15/3 (2002), S. 351–362.
  • U. Kemmler: Not und Notwendigkeit. Der Primat der Ethik in der Philosophie Theodor Lessings, Bern 2004.
  • U. Kemmler: Not und Sorge bei Theodor Lessing und Martin Heidegger, in: Archiv für Begriffsgeschichte 45 (2003), S. 223–288.
  • Elke-Vera Kotowski: Feindliche Dioskuren – Theodor Lessing und Ludwig Klages – Das Scheitern einer Freundschaft, Jüdische Verlagsanstalt, Berlin 2000.
  • Elke-Vera Kotowski (Hg.): „Geschichte als Sinngebung des Sinnlosen“. Zum Leben und Werk des Kulturkritikers Theodor Lessing (1872–1933), Hildesheim 2006.
  • Elke-Vera Kotowski (Hg.): „Ich warf eine Flaschenpost in das unermessliche Dunkel“. Theodor Lessing 1872–1933 (Katalog zur gleichnamigen Wanderausstellung), Hildesheim 2008.
  • Michael Kühntopf-Gentz: Der im Judentum ignorierte Gott: Theodor Lessings religiöse Philosophie, in: Zeitschrift für Religions- und Geistesgeschichte (ZRGG), Jahrgang 41, 1989, S. 134-145.
  • Evelyn Lacina: Lessing, Theodor. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 14, Duncker & Humblot, Berlin 1985, ISBN 3-428-00195-8, S. 351–353 (Digitalisat).
  • K. Mager: Subjekt und Geschichte bei Arthur Schopenhauer und Theodor Lessing, in: Perspektiven der Philosophie 31 (2005).
  • Rainer Marwedel: Theodor Lessing 1872–1933. Eine Biographie. Luchterhand Verlag, Frankfurt am Main 1987 / Darmstadt 1988.
  • Rainer Marwedel (Hg.): Ausgabe zu Theodor Lessing der Zeitschrift für Religions- und Geistesgeschichte 50 (1998). (Inhalt)
  • Wolf-Dieter Mechler: Albert Einstein und Theodor Lessing. Parallelen. Berührungen. (Begleitband zur gleichnamigen Ausstellung) in der Reihe Schriften des Historischen Museums Hannover, Bd. 25, Hannover 2005
  • August Messer: Der Fall Lessing, eine objektive Darstellung und kritische Würdigung, Bielefeld 1926.
  • E. W. Orth: Anmerkungen zu Theodor Lessings Topos von der Geschichte als Sinngebung des Sinnlosen, in: K.-H. Lembeck (Hg.): Geschichte und Geschichten. Studien zur Geschichtenphänomenologie Wilhelm Schapps, Würzburg 2004.
  • Julius H. Schoeps: Der ungeliebte Außenseiter. Zum Leben und Werk des Philosophen und Schriftstellers Theodor Lessing, in: Walter Grab, Julius H. Schoeps (Hgg.): Juden in der Weimarer Republik, Tel Aviv 1984, S. 200–217, wieder abgedruckt u. a. auch in: Marianne Hassler (Hg.): Der Exodus aus Nazideutschland und die Folgen. Jüdische Wissenschaftler im Exil, Attempto, Tübingen 1997, ISBN 3-89308-265-4.
  • Hans Eggert Schröder: Theodor Lessings autobiographische Schriften. Ein Kommentar, Bonn 1970.
  • Maja I. Siegrist: Theodor Lessing – Die entropische Philosophie – Freilegung und Rekonstruktion eines verdrängten Denkers. Peter Lang Verlag, Bern 1995.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Theodor Lessing – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikisource: Theodor Lessing – Quellen und Volltexte

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Theodor Lessing: Einmal und nie wieder. Lebenserinnerungen, Prag 1935, hier zitiert nach der Ausgabe Gütersloh 1969, S. 109.
  2. Anders als von ihm selbst dargestellt und von Rainer Marwedel (1987, S. 28) übernommen, war Lessing zwischenzeitlich nicht an der Israelitischen Gartenbauschule Ahlem in Ausbildung. Siehe Hans-Dieter Schmid: Theodor Lessing und die israelitische Gartenbauschule Ahlem. Eine Legende. In: Hannoversche Geschichtsblätter. Bd. 52, 1998, S. 289–295.
  3. Elke-Vera Kotowski: Feindliche Dioskuren. Theodor Lessing und Ludwig Klages. Das Scheitern einer Jugendfreundschaft (1885–1899). Jüdische Verlagsanstalt, Berlin 2000, S. 7.
  4. Oliver Pfohlmann: „Verdammte Nachtkritik!“ – Theodor Lessings Ausflüge in die Theaterkritik in der Göttinger Wintersaison 1906/1907. literaturkritik.de, 11. September 2006, abgerufen am 4. August 2014.
  5. Siehe die Verlagsankündigung.
  6. Samuel zieht die Bilanz und Tomi melkt die Moralkuh oder Zweier Könige Sturz. Eine Warnung für Deutsche, Satiren zu schreiben. Von Theodor Lessing. Mit literarischen Beiträgen von Thomas Mann, Samuel Lublinski und den vierzig sittlichsten deutschen Dichtern und Denkern. Verlag des Antirüpel, Hannover 1910.
  7. Lublinski hatte als einer der Ersten die literarische Bedeutung der Buddenbrooks erkannt.
  8. Siehe hierzu – neben Lessings Schrift, die in der zweiten Auflage bereits viele Kritiken zitiert – Hans Eggert Schröder, Theodor Lessings autobiographische Schriften. Ein Kommentar. Bonn 1970, S. 61 und 125 f.; siehe auch Thomas Mann und das Judentum.
  9. Hindenburg. In: Prager Tagblatt, 25. April 1925, S. 3 (Digitalisat, Volltext).
  10. »Juden raus, Lessing raus!« In: AlumniCampus. Nr. 10, 2013, Universität Hannover, S. 14 f., mit Bild Lessings nach einer Verfolgung durch mit Knüppeln bewaffnete Studenten. Jörg Wollenberg: Die erste Probe aufs Exempel. In: Ossietzky. Nr. 19, 2005. Siehe auch einige Zeitungsartikel im Prager Tagblatt.
  11. Hugo Thielen: Lessing, Theodor. In: Dirk Böttcher (Hrsg.): Hannoversches Biographisches Lexikon. Von den Anfängen bis zur Gegenwart. Hannover 2002, S. 232.
  12. Antonín Klimek: Vítejte v první republice. Havran, Praha 2003, ISBN 80-86515-33-8, S. 209–210.
  13. Theodor Lessing: Einmal und nie wieder [autobiographische Notizen], Bertelsmann, Gütersloh 1969, S. 404.
  14. Theodor Lessing: Studien zur Wertaxiomatik. Untersuchungen über reine Ethik und reines Recht. 2. erw. Ausg , Meiner, Leipzig 1914, S. 28.
  15. Theodor Lessing: Geschichte als Sinngebung des Sinnlosen [1919], Nachdruck: Mattes & Seitz, München 1983, S. 191.
  16. Theodor Lessing: Geschichte als Sinngebung des Sinnlosen [1919], Nachdruck: Mattes & Seitz, München 1983, S. 24 f.
  17. Theodor Lessing: Antaios und Herakles oder: Der Ringkampf von Leben und Geist. [1921] In: Theodor Lessing: Die verfluchte Kultur. Mit einem Essay von Elisabeth Lenk. Mattes & Seitz, München 1995, S. 55–72, hier S. 55.
  18. Theodor Lessing, 1925: Nietzsche. Mit einem Nachwort von Rita Bischof. Mattes & Seitz, München 1985, S. 29.
  19. Nur 34,2 % für „Lessing-Universität“. In: Gruene-Hannover.de, 1. Februar 2006.
  20. Allgemeiner Studierendenausschuss (AStA) im Theodor-Lessing-Haus im Welfengarten 2c. Abgerufen am 4. August 2014.
  21. Guido Erol Hesse-Öztanil: Würdigung für einen großen Hamelner. In: hallo Sonntag, 3. September 2013; Gedenktafel für Theodor Lessing. In: Bibliotheksgesellschaft Hameln, Halbjahresprogramm 2013/II.
  22. Behandelt folgende Personen: Paul Rée, Otto Weininger, Arthur Trebitsch, Max Steiner, Walter Calé, Maximilian Harden.
  23. Seine Lebenserinnerungen vernichtete Theodor Lessing immer wieder und schrieb sie im Laufe von 20 Jahren dreimal komplett neu, „immer in dem selben selbstquälerischen Zweifel, nicht unpersönlich, nicht redlich genug verfahren zu können …“
  24. Ausgabe von 1910 als Volltext auf Archive.org