Wolf Biermann

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Wolf Biermann beim Dichtertreffen Lauter Lyrik, 16. November 2008

Karl Wolf Biermann (* 15. November 1936 in Hamburg) ist ein deutscher Liedermacher und Lyriker. Er siedelte 1953 in die DDR über und veröffentlichte ab 1960 erste Lieder und Gedichte. Gegen den scharfen Kritiker der DDR-Parteidiktatur wurde 1965 ein totales Auftritts- und Publikationsverbot verhängt. 1976 wurde er ausgebürgert und ging nach Hamburg zurück. Die Ausbürgerung Biermanns löste in Ost- und Westdeutschland große Proteste aus. Seine Gedichtbände zählen zu den meistverkauften der deutschen Nachkriegsliteratur. Biermann wurde mit zahlreichen großen Literaturpreisen Deutschlands geehrt.

Leben[Bearbeiten]

Jugend in Hamburg[Bearbeiten]

Wolf Biermann ist der Sohn von Emma und Dagobert Biermann. Sein Vater, ein jüdischer Hamburger Werftarbeiter, der im kommunistischen Widerstand organisiert war, wurde 1943 im KZ Auschwitz ermordet. Er hatte Schiffe der Kriegsmarine sabotiert. Die Luftangriffe auf Hamburg im Sommer 1943 (Operation Gomorrha) überlebte Wolf Biermann dadurch, dass sich seine Mutter Emma mit ihm durch einen Sprung in den Nordkanal vor den Flammen des brennenden Stadtviertels Hammerbrook rettete.

Nach dem Zweiten Weltkrieg trat Wolf Biermann den Jungen Pionieren bei und vertrat 1950 die Bundesrepublik Deutschland beim 1. Deutschlandtreffen der Jugend in der DDR. Er besuchte das Heinrich-Hertz-Gymnasium in Hamburg.

Übersiedlung und Leben in der DDR[Bearbeiten]

Nach seinem Schulabschluss 1953 siedelte er als Siebzehnjähriger in die DDR über. Bis 1955 lebte er in einem Schulinternat in Gadebusch bei Schwerin, dann begann er ein Studium der Politischen Ökonomie an der Humboldt-Universität zu Berlin. Zwischen 1957 und 1959 war er als Regieassistent am Berliner Ensemble tätig. Bis 1963 studierte er Philosophie bei Wolfgang Heise und Mathematik an der Humboldt-Universität, bekam aber trotz erfolgreich verteidigter Abschlussarbeit im Fach Philosophie kein Diplom ausgehändigt. Die Urkunde erhielt er erst nachträglich am 7. November 2008, als ihm die Humboldt-Universität Berlin die Ehrendoktorwürde verlieh.[1]

1960 lernte Biermann Hanns Eisler kennen, der ihn nach Biermanns Aussage maßgeblich prägte. Biermann begann, Gedichte und Lieder zu schreiben. 1961 gründete er in Ost-Berlin das Berliner Arbeiter-Theater (b.a.t.). Seine Inszenierung des Stückes Berliner Brautgang, das vom Mauerbau handelt, wurde verboten, und noch vor der Premiere 1963 musste das Theater geschlossen werden.[2] Über Biermann wurde ein befristetes Auftrittsverbot verhängt, das ein halbes Jahr währte. Außerdem weigerte sich die SED 1963 ohne Angabe von Gründen, ihn als Mitglied aufzunehmen.[3] Aus den nach der Wende gefundenen Stasi-Akten Biermanns geht hervor, dass die in der SED Zuständigen die Vorstellung hatten, Biermann müsse regelmäßiger Konsument aufputschender Drogen gewesen sein, und vor diesem Hintergrund eine Partei-Aufnahme ablehnten.[4]

Seinen ersten Gastspielauftritt in der Bundesrepublik hatte Biermann 1964. Im April 1965 trat er mit seinen Liedern in einem Kabarett-Programm von Wolfgang Neuss in Frankfurt am Main auf, dessen Aufnahme als LP unter dem Titel Wolf Biermann (Ost) zu Gast bei Wolfgang Neuss (West) erschien. Im selben Jahr veröffentlichte Biermann den Lyrikband Die Drahtharfe im westdeutschen Verlag Klaus Wagenbach, im Dezember verhängte das 11. Plenum des ZK der SED ein totales Auftritts- und Publikationsverbot in der DDR gegen ihn. Das Ministerium für Staatssicherheit entwickelte daraufhin einen 20-Punkte-Plan zur „Zersetzung“ seiner Person.[5]

Nachdem Biermann in dem Bemühen, eine Veröffentlichung seiner Lieder auf den DDR-Plattenlabels Amiga oder Eterna nicht auf immer unmöglich zu machen, über Jahre hinweg auf Schallplatten-Veröffentlichungen in der Bundesrepublik verzichtet hatte,[6] erschien 1968 seine erste eigene Langspielplatte Chausseestraße 131. Durch die mit dem Auftritts- und Publikationsverbot einhergehende Unmöglichkeit, ein professionelles Tonstudio zu nutzen, entstanden die Aufnahmen zu Chausseestraße 131 in Biermanns Wohnung mit Hilfe eines aus dem Westen geschmuggelten Grundig-Tonbandgeräts sowie eines Sennheiser-Mikrofons, das durch seine Kugelcharakteristik auch noch die Geräusche der vorbeifahrenden Straßenbahn einfing.[7] Für dieses Album erhielt er 1969 den Fontane-Preis, einen 1948 gestifteten Kulturpreis des Landes Berlin. Bei dessen Verleihung kam es zu einem Eklat, als Biermann den Preis – ebenso wie Peter Schneider, der den Förderungspreis erhalten hatte – öffentlich an die Außerparlamentarische Opposition weitergab. Außerdem überwies er 10.000 DM des Preisgeldes an den Anwalt Horst Mahler.[8]

Weitere Veröffentlichungen in der Bundesrepublik folgten, die unter der Hand auch in der DDR verbreitet wurden. Im September 1976 gelang es Biermann, nach elf Jahren des Verbots ein einziges und letztes Konzert vor der Wende in der DDR zu geben. Sein Auftritt in der Prenzlauer Nicolaikirche[9] wurde durch ein Versehen der Staatssicherheit ermöglicht, die Biermann nach der Ankündigung seines Konzerts im Veranstaltungsplan der Kirchengemeinde mit dem dort wöchentlich auftretenden Gemeinde-Kantor gleichen Familiennamens verwechselt und es deshalb versäumt hatte, das Konzert zu unterbinden.[10]

Ausbürgerung aus der DDR[Bearbeiten]

Ausbürgerung nach dem „Kölner Konzert“[Bearbeiten]

1976 wurde Biermann von der IG Metall zu einer Konzertreise in die Bundesrepublik Deutschland eingeladen, wofür ihm die Behörden der DDR eine Reisegenehmigung erteilten. Das erste Konzert fand, vom Hörfunk des WDR in der Reihe „Radiothek“ live übertragen, am 13. November 1976 in der Kölner Sporthalle statt. Dieses Konzert – Biermann hatte die DDR stellenweise kritisiert, bei anderen Anlässen wie etwa einer Diskussion über den 17. Juni aber auch verteidigt – diente dem Politbüro der SED als Vorwand für die Ausbürgerung „wegen grober Verletzung der staatsbürgerlichen Pflichten“, wie von ADN am 16. November verbreitet wurde.[11] Nach der Ausbürgerung sendete das Dritte Fernsehprogramm des WDR am 17. November 1976 eine gut zweistündige Zusammenfassung des Konzerts zur besten Sendezeit um 20.15 Uhr. Schließlich übernahm das ARD-Fernsehen am 19. November 1976 das Konzert in voller Länge ab 22.05 Uhr. Erst durch diese Übertragung – das Dritte Fernsehprogramm des WDR konnte in der DDR nicht empfangen werden – erfuhren viele Menschen in der DDR zum ersten Mal etwas über Biermanns Lieder.

Folgen der Ausbürgerung[Bearbeiten]

Die Ausbürgerung Biermanns war ein einschneidendes und prägendes Erlebnis für die Künstler- und Dissidenten-Szene der DDR. Gab es nach dem Machtantritt Erich Honeckers 1971 Hoffnung auf eine gesellschaftliche Liberalisierung und Ansätze von Meinungsfreiheit, so wurden diese Hoffnungen durch das repressive Vorgehen 1976 wieder zerstört. Nicht wenige Dissidenten änderten ihre Haltung zur DDR nach der Ausbürgerung Biermanns von einer „solidarischen Kritik“ hin zu radikaler Distanz.

Viele auch prominente Personen in Ost und West protestierten gegen Biermanns Ausbürgerung. Am 17. November 1976 veröffentlichten zwölf namhafte DDR-Schriftsteller einen von Stephan Hermlin initiierten offenen Brief an die DDR-Führung, in dem sie an diese appellierten, die Ausbürgerung Biermanns zurückzunehmen. Um eine Veröffentlichung sicherzustellen, übergab die Gruppe den Brief nicht nur dem Neuen Deutschland, sondern ebenfalls der französischen Nachrichtenagentur AFP.[12] In den folgenden Tagen schlossen sich der Erklärung rund 100 weitere Schriftsteller, Schauspieler und bildende Künstler an.

Es gab jedoch auch von prominenten DDR-Künstlern Zustimmung zur Biermann-Ausweisung. So unterstützten etwa Konrad Wolf, Ruth Berghaus, Wolfgang Heinz und Paul Dessau die Ausbürgerung Biermanns.[13] Anna Seghers erklärte in einer einzigen, kurzen Erklärung, sie habe, entgegen anders lautenden Meldungen, die Protestresolution auch nachträglich nicht unterzeichnet.[14]

Wolf Biermann 1977 auf einem Stadtteilfest in Hamburg-Eimsbüttel

Den Künstler-Protest nahm die DDR-Führung zum Anlass für weitere Schikanen gegen die Unterzeichner, was weitere Künstler aus der DDR ins bundesdeutsche Exil trieb. 1977 kamen so auch Biermanns frühere Lebensgefährtin, die bekannte ostdeutsche Schauspielerin Eva-Maria Hagen, und deren Tochter Nina Hagen, in die Bundesrepublik Deutschland. Gerulf Pannach und Christian Kunert von der verbotenen Band Renft und der Schriftsteller Jürgen Fuchs wurden noch im November 1976 vom Ministerium für Staatssicherheit verhaftet und nach neun Monaten Haft und unter Androhung von langen Haftstrafen ins Exil gezwungen, ebenso die Schauspielerin Katharina Thalbach. Auch Manfred Krug unterzeichnete den Protest, worauf ihm, trotz seiner Beliebtheit in der DDR (1969, 1971 und 1973 Auszeichnung als „Fernsehliebling der DDR“), weitere Rollen und Konzerte verwehrt wurden. Schon gedrehte Filme wurden nicht mehr gezeigt. Als Folge dessen siedelte er 1977 nach einem Antrag auf Ausreise in die Bundesrepublik über.[15] Stefan Heym, einer der Erstunterzeichner des offenen Briefs, konnte von diesem Zeitpunkt an nur noch im Westen veröffentlichen und wurde später aus dem Schriftstellerverband der DDR ausgeschlossen. Er schildert die Folgen für sich und die Mitunterzeichner später anhand von Aufzeichnungen der Stasi.[16]

Zahlreiche Proteste gab es auch im Westen, sogar in den Reihen SED-naher Kommunisten. In der DKP-Hochburg Marburg unterzeichneten mehrere Dutzend DKP-Mitglieder eine Protesterklärung, die auf dem ersten Cover der Biermann-LP des Kölner Konzerts Das geht sein’ sozialistischen Gang abgedruckt wurde.

Exil in der Bundesrepublik[Bearbeiten]

Wolf Biermann am 1. Dezember 1989 in Leipzig

Im Westen setzte Biermann seine Karriere fort. In seinen Liedern kritisiert er immer wieder die DDR und brach nach eigenem Bekunden mit seiner sozialistischen Überzeugung, obwohl er vorher stets dafür eingetreten war, wirklichen Sozialismus oder Kommunismus anstelle von Stalinismus aufzubauen. Für einen Besuch bei dem todkranken Robert Havemann erhielt Biermann im April 1982 unter Auflagen eine einmalige Genehmigung zur Einreise in die DDR.

Im Sommer 1989 wurde Wolf Biermann mit dem Friedrich-Hölderlin-Preis der Stadt Bad Homburg vor der Höhe ausgezeichnet. Im Vorfeld der großen Demonstration auf dem Berliner Alexanderplatz am 4. November 1989 bemühte sich die Bürgerrechtlerin Bärbel Bohley um einen Auftritt des Liedermachers bei der Kundgebung,[17] die DDR-Behörden verhinderten seine Teilnahme jedoch. Erst am 1. Dezember 1989 durfte Biermann zu einem Konzert in den Leipziger Messehallen wieder in die DDR einreisen. Das Konzert wurde erstmals sowohl im bundesdeutschen als auch im DDR-Fernsehen live übertragen.

Nach der Wiedervereinigung[Bearbeiten]

Wolf Biermann auf der Leipziger Buchmesse 2007

Im wiedervereinigten Deutschland erhielt Biermann zahlreiche Preise und Ehrungen: 1991 wurde er mit dem Mörike-Preis der Stadt Fellbach und dem Georg-Büchner-Preis ausgezeichnet. 1993 ehrte ihn die Stadt Düsseldorf mit dem Heinrich-Heine-Preis. Am 17. Mai 1998 erhielt er den Deutschen Nationalpreis der Deutschen Nationalstiftung und 2006 den Joachim-Ringelnatz-Preis für Lyrik. Das Große Bundesverdienstkreuz erhielt Biermann anlässlich seines 70. Geburtstages im Berliner Schloss Bellevue durch Bundespräsident Horst Köhler.

Biermann äußerte sich zur deutschen Außenpolitik: Er befürwortete das Eingreifen der NATO im Kosovokrieg 1999[18] und den Irak-Krieg der USA und ihrer Verbündeten 2003. Im Herbst 2006 vertrat er die Auffassung, der Irak-Krieg hätte 2003 vermieden werden können, wenn Deutschland und Frankreich sich an der Koalition der Willigen im Vorfeld des Angriffs beteiligt hätten, da in diesem Falle Saddam Hussein abgetreten wäre.[19]

Im Jahr 2006 trennte sich Biermann nach über 30-jähriger Zusammenarbeit von seinem Verlag Kiepenheuer & Witsch, um zu Hoffmann und Campe zu wechseln. Ausschlaggebend war das Buch Lichtjahre – Eine kurze Geschichte der deutschen Literatur von 1945 bis heute von Volker Weidermann. Weidermann hatte in seinem Buch irrtümlich behauptet, Biermann sei Mitglied der KPD gewesen und habe sich erst mit dem Zusammenbruch der DDR vom Kommunismus abgewandt.[20] Die drei Seiten lange Buch-Passage über Biermann schloss mit der Erwähnung seines 1994 veröffentlichten Werkes Großer Gesang des Jizchak Katzenelson und der Bemerkung, seitdem sei es „sehr, sehr still um Wolf Biermann“ geworden.[21]

Wolf Biermann lebt und arbeitet im Hamburger Stadtteil Ottensen.

Familiäres[Bearbeiten]

Von 1965 bis 1972 war Biermann der Lebensgefährte von Eva-Maria Hagen, der Mutter von Nina Hagen. Mit Brigitte Soubeyran hat Biermann einen leiblichen und einen angenommenen Sohn, dessen Vater der Pantomime Jean Soubeyran ist. Mit Sibylle Havemann, der Tochter von Robert Havemann, hat er zwei Kinder. 1975 heiratete er die Ärztin Christine Barg. Aus der Ehe gingen drei Kinder hervor. 1989 heiratete er Pamela Rüsche, mit der er auch gemeinsam auftritt. Aus dieser Ehe gingen ebenfalls drei Kinder hervor.

Rezeption[Bearbeiten]

Für die DDR war Biermann laut Stefan Wolle ein „Skandal par excellence“. Obwohl er von offizieller Seite unterdrückt wurde, gingen viele Zeilen seiner Gedichte als geflügelte Worte in den Sprachgebrauch ein, etwa die Redensart vom „sozialistischen Gang“. Sein Lied Ermutigung sei „fast zum Volkslied“ oder sogar zur „heimlichen Nationalhymne der DDR“ geworden.[22]

In der Bundesrepublik wurde Biermann laut einer Untersuchung Joachim Wittkowskis von 1989 häufiger als politische Person denn als Lyriker behandelt. Bezüglich der ästhetischen Qualität seiner Werke gab es überwiegend positive Bewertungen, wie etwa bei Marcel Reich-Ranicki, der seine „Verskunst, seine robuste Rhetorik, seine gewaltige Sprachkraft“ schätzte, bis hin zu einzelnen negativen wie Christian Schultz-Gersteins „Wo es auf Sinn ankäme, stellt Biermann lediglich politische Gesinnungslyrik zum Mitklatschen her“.[23]

Biermanns kritische Äußerungen, die sich gegen ganz unterschiedliche politische und gesellschaftliche Gruppierungen richteten, lösten immer wieder öffentliche Debatten und Auseinandersetzungen aus. Er gilt allgemein als „eine Persönlichkeit, die provoziert“.[24]

Ehrenbürger von Berlin[Bearbeiten]

Nach einem Vorschlag der Fraktionen von CDU, FDP und Bündnis 90/Die Grünen im Berliner Abgeordnetenhaus erhielt Wolf Biermann 2007 das Ehrenbürgerrecht der Stadt Berlin. Biermann habe wie kein zweiter die Stadt besungen, das SED-Unrecht und die Teilung Berlins bekämpft.[25] 2003 hatte die Bundesbeauftragte für die Stasi-Unterlagen, Marianne Birthler, die Ehrenbürgerwürde für Biermann in einem Brief an den regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit vorgeschlagen.[26]

Zwischen den Fraktionen der Berliner rot-roten Koalition bestand Uneinigkeit über die Ernennung Biermanns zum Ehrenbürger der Stadt: Während sich die Fraktion der SPD dem Vorschlag anschloss, lehnte der kleinere Koalitionspartner Linkspartei.PDS die Ernennung ab und enthielt sich in der entscheidenden Sitzung der Stimme.[27][28] Das Berliner Abgeordnetenhaus nahm den fraktionsübergreifenden Antrag schließlich am 1. Februar 2007 an. Der Berliner Senat stimmte der Ehrung am 6. Februar 2007 zu.[29] In einer Reaktion bezeichnete Biermann die Debatte um seine Ernennung zum Ehrenbürger als „Provinzposse“ und äußerte später in Bezug auf den Berliner Senat, es sei „verbrecherisch, dass die SPD mit der PDS ins Bett“ gehe.[30] Am 26. März 2007 wurde Wolf Biermann zum 115. Ehrenbürger von Berlin ernannt.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Werke[Bearbeiten]

Diskografie[Bearbeiten]

  • Wolf Biermann zu Gast bei Wolfgang Neuss. 1965.
  • 4 neue Lieder. 1968. (Im Verlag Klaus Wagenbach erschienene EP, darin: Ermutigung)
  • Chausseestraße 131. 1968.
  • Der Biermann kommt. 1970. (Niederländische Schwarzpressung von Tonbandaufnahmen aus der Mitte der sechziger Jahre)
  • Wolf Biermann, CHILE - Ballade vom Kameramann / Commandante Che Guevara 1973 (CBS Single 1903)
  • Warte nicht auf beßre Zeiten. 1973. (Mit Günter Sommer)
  • aah – ja! 1974.
  • Liebeslieder. 1975.
  • Es gibt ein Leben vor dem Tod. 1976.
  • Der Friedensclown. 1977.
  • Das geht sein’ sozialistischen Gang. 1977. (Doppel-CD mit Livekonzert vom 13. November 1976)
  • Trotz alledem! 1978.
  • Hälfte des Lebens. 1979.
  • Eins in die Fresse, mein Herzblatt. 1980. (Live-Doppel-CD)
  • Wir müssen vor Hoffnung verrückt sein. 1982.
  • Im Hamburger Federbett. 1983.
  • Die Welt ist schön … 1985.
  • Seelengeld. 1986. (Doppel-CD)
  • VEBiermann. 1988.
  • Gut Kirschenessen. DDR – ça ira! 1989.
  • Nur wer sich ändert. 1991.
  • Süßes Leben – Saures Leben. 1996.
  • Brecht, Deine Nachgeborenen. 1999. (Live-Doppel-CD)
  • Paradies uff Erden – Ein Berliner Bilderbogen. 1999.
  • Ermutigung im Steinbruch der Zeit. 2001. (Mitschnitt des Konzerts anlässlich des 25. Jahrestags der Ausbürgerung im Berliner Ensemble am 16. November 2001)
  • Großer Gesang vom ausgerotteten jüdischen Volk, Lesung von Yitzak Katzenelson. 2004. (Live-Doppel-CD)
  • Das ist die feinste Liebeskunst – Shakespeare-Sonette. 2005.
  • Hänschen-klein ging allein … 2005. (Sonder-CD/Live-Mitschnitt eines Konzertes vom 5. Dezember 2004, im Verein Erkenntnis durch Erinnerung e. V. (Freier Träger der Gedenkstätte Bautzner Straße Dresden) bzw. der Stiftung Sächsische Gedenkstätten; nicht im Handel erhältlich)
  • Heimat – Neue Gedichte. 2006. (Lesung)
  • Heimkehr nach Berlin Mitte. 2007.
  • in diesem Lande leben wir … 2011. Wolf-Biermann-Lieder mit dem Chamber Choir of Europe.
  • Ach, die erste Liebe… Mit Pamela Biermann. 2013. (= Wolf Biermann Edition, Vol 28.)

Schriften[Bearbeiten]

  • Liebesgedichte, 1962.
  • Sonnenpferde und Astronauten, 1964.
  • Nachrichten von den Liebenden, 1964.
  • Die Drahtharfe, 1965.
  • Meine Mietskasernenbraut, 1965.
  • Berlin, 1965.
  • Mit Marx- und Engelszungen. Gedichte, Balladen, Lieder, 1968. (Darin: Ermutigung)
  • Der Dra-Dra. Die Große Drachentöterschau in acht Akten mit Musik, mit Noten und Illustrationen. Quarthefte, Verlag Klaus Wagenbach, Berlin 1970.
  • Deutschland. Ein Wintermaerchen, 1972.
  • Für meine Genossen. Hetzlieder, Gedichte, Balladen, 1972.
  • Das Märchen vom kleinen Herrn Moritz, der eine Glatze kriegte, 1972.
  • Nachlaß I, 1977.
  • Preußischer Ikarus, 1978.
  • Das Märchen von dem Mädchen mit dem Holzbein. Ein Bilderbuch von Natascha Ungeheuer, 1979.
  • Verdrehte Welt – das seh’ ich gerne. Lieder, Balladen, Gedichte, Prosa, 1982.
  • Affenfels und Barrikade, 1986.
  • Klartexte im Getümmel. 13 Jahre im Westen, 1990.
  • Über das Geld und andere Herzensdinge – Prosaische Versuche über Deutschland, 1991.
  • Alle Lieder, 1991.
  • Der Sturz des Daedalus oder Eizes für die Eingeborenen der Fidschi-Inseln über den IM Judas Ischariot und den Kuddelmuddel in Deutschland nach dem Golfkrieg, 1992.
  • Alle Gedichte, 1995.
  • Wie man Verse macht und Lieder. Eine Poetik in acht Gängen, März 1997.
  • Paradies uff Erden. Ein Berliner Bilderbogen, 1999.
  • Die Ausbürgerung. Anfang vom Ende der DDR von Wolf Biermann und Fritz F. Pleitgen, 2001.
  • Über Deutschland Unter Deutschen., 2002.
  • Die Gedichte und Lieder 1960 bis 2001, 2003.
  • Eleven Outlined Epitaphs. Elf Entwürfe für meinen Grabspruch von Bob Dylan und Wolf Biermann, 2003.
  • Das ist die feinste Liebeskunst. 40 Shakespeare Sonette von Wolf Biermann und William Shakespeare, 2004.
  • Heimat. Neue Gedichte, 2006.
  • Fliegen mit fremden Federn. Nachdichtungen und Adaptionen, Hoffmann und Campe, Hamburg 2011, ISBN 978-3-455-40344-2.

Übersetzungen seiner Werke[Bearbeiten]

  • The Wire Harp – Ballads, Poems, Songs. Übersetzt von Eric Bentley, mit Musiknoten. Helen and Kurt Wolff Book, Harcourt, Brace & World, New York 1967.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Wolf Biermann – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Wolf Biermann erhält den Ehrendoktor der Humboldt-Universität – und endlich auch sein Diplom. In: Berliner Zeitung, 8. November 2008
  2. Torsten Harmsen: Ein Waisenkind der Weisheit. In: Berliner Zeitung vom 8. November 2008.
  3. Das Schlimmste war die Entmündigung. Spiegel Online, 13. November 2006.
  4. Wolf Biermann, Eva-Maria Hagen, Nina Hagen, Oliver Schwarzkopf (Hrsg.): Ausgebürgert. Schwarzkopf & Schwarzkopf Verlag, Berlin 1996, ISBN 3-89602-060-9, S. 82.
  5. Dirk von Nayhauss: Heimatkunde. In: Cicero, November 2006.
  6. Wolf Biermann: VEBiermann. Booklet zur CD-Wiederveröffentlichung 1998.
  7. Wolf Biermann: Chausseestraße 131, 1968. Booklet zur CD-Wiederveröffentlichung 1996.
  8. Eine Frage an Wolf Biermann. Interview zur Überweisung des Preisgeldes an Horst Mahler.
  9. Wolf Biermann. Biografie auf {berlin:street}.
  10. Joachim Riedl: „Ich bin Soldat im Freiheitskriege“. In: Die Zeit, Nr. 39/2009.
  11. ADN: Pressemeldung (Version vom 11. Januar 2009 im Internet Archive), 16. November 1976.
  12.  Susanne Beyer: Der Schatten des Herbstes. In: Der Spiegel. Nr. 44, 2006, S. 198 (online).
  13. Junge Welt, 22. November 1976, S. 3f.
  14. Märkische Volksstimme, 22. November 1976, S. 3.
  15. Tabellarischer Lebenslauf von Manfred Krug im LeMO (DHM und HdG)
  16. Stefan Heym: Der Winter unsers Mißvergnügens. Aus den Aufzeichnungen des OV Diversant. München 1996, ISBN 3-442-72366-3.
  17. Wolf Biermann: Mein Herz schlägt mir bis zum Hals hoch. Telefongespräch mit Bärbel Bohley (Ost-Berlin) im Deutschlandfunk, 24. Oktober 1989.
  18. Wolf Biermann: Der Kosovo-Krieg und die Intellektuellen. Interview im Deutschlandfunk, 15. April 1999.
  19. Wolf Biermann: Deutschland verrät Israel. In: Die Zeit, Nr. 44/2006, 26. Oktober 2006, S. 63.
  20. Wolf Biermann wirft KiWi mangelnde Sorgfalt vor. Börsenblatt Online, 6. April 2006.
  21. Wolf Biermann wechselt im Streit den Verlag. Europolitan, 5. April 2006.
  22. Stefan Wolle: Lanzelot und der Drache. Skandal und Öffentlichkeit in der geschlossenen Gesellschaft der DDR am Beispiel der Ausbürgerung des Liedermachers Wolf Biermann. In: Martin Sabrow (Hrsg.): Skandal und Diktatur. Formen öffentlicher Empörung im NS-Staat und in der DDR. Wallstein, Göttingen 2004, ISBN 3-89244-791-8, S. 212.
  23. Joachim Wittkowski: Lyrik in der Presse. Königshausen & Neumann, Würzburg 1991, ISBN 3-88479-553-8, S. 46–111, (books.google.de) Zitate S. 87, 91.
  24. Judith Martin: Wolf Biermann – Sänger, Schriftsteller, Oppositioneller. (PDF; 196 kB) auf dem Bildungsserver Berlin-Brandenburg.
  25. Städtischer Lorbeerkranz für einen Dichter. Deutschlandfunk, 7. Januar 2007.
  26. Birthler sondierte schon vor Jahren in Sachen Biermann. Spiegel Online, 16. Januar 2007.
  27. Berliner SPD für Biermann-Würdigung. Spiegel Online, 16. Januar 2007.
  28. Liedermacher als Ehrenbürger: Biermann spaltet Rot-Rot. In: Der Tagesspiegel, 17. Januar 2007
  29. Senat stimmt Ehrenbürger Nummer 115 zu. In: Der Tagesspiegel, 7. Februar 2007.
  30. „Rot-Rot ist ein Verbrechen“ – SPD entsetzt. In: Berliner Morgenpost, 25. März 2007, S. 12.
  31. Wolf Biermann auf literaturportal.de
  32. Wolf Biermann: Wolfgang Heise – mein DDR-Voltaire. (PDF; 158 kB) Festvortrag anlässlich der Verleihung der Ehrendoktorwürde, Öffentliche Vorlesungen, Heft 155/2009, ISBN 978-3-86004-223-6