Timm Rautert
aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Timm Rautert (* 1941 in Tuchel) ist ein deutscher Fotograf.
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Leben
Sein Studium der Fotografie absolvierte er von 1966-1971 bei Otto Steinert an der Folkwangschule für Gestaltung in Essen. In den 1970er Jahren war er als Fotojournalist u.a. für das Zeit-Magazin tätig. 1993-2007 war er Professor für Fotografie an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig. Rautert fotografiert nicht nur im künstlerischen, sondern auch im angewandten Feld der Fotografie für zahlreiche internationale Massenmedien und Unternehmen. Rautert lebt und arbeitet in Essen und Leipzig.
[Bearbeiten] Werk
Timm Rautert arbeitet zwischen angewandter und künstlerischer Fotografie. Sie beschäftigt sich oft mit sozialen Themen (Sozialdokumentarische Fotografie), wie zum Beispiel der veränderten Arbeitswelt, der Bedeutung von Arbeit („Menschen in Uniformen“, als Buch erschienen) oder gesellschaftlichen Randgruppen (z.B. Contergan-Kinder, Obdachlose). Auch für Künstlerporträts (z.B. Andy Warhol) wurde er bekannt. Schon während seines Studiums besuchte er auf Reisen Japan und die USA. Dabei entstanden Foto-Reportagen für verschiedene Printmedien. Für das ZEITmagazin fotografierte er seit 1974 in enger Kooperation mit dem Journalisten Michael Holzach überwiegend sozialkritische Themen. Zeitgleich zu seiner journalistischen Tätigkeit entstehen freie Projekte, so etwa Anfang der 70er Jahre des letzten Jahrhunderts die Serie über Andy Warhols Factory oder der Werkzyklus Bildanalytische Photographie.
Nach eigenen Aussagen geht es ihm beim Fotografieren nicht darum, einen besonderen Moment zu dokumentieren, sondern den Betrachter zur Selbstreflexion und Infragestellung der eigenen Wahrnehmung anzuregen. Bei vielen seiner Arbeiten handelt es sich deswegen nicht um Einzelbilder, sondern um Serien.
Das Museum der bildenden Künste in Leipzig zeigte 2006 eine umfassende Ausstellung mit Arbeiten der letzten 40 Jahre unter dem Titel Wenn wir dich nicht sehen, siehst du uns auch nicht. Fotografien 1966–2006, die 2009 vom Rheinischen Landesmuseum Bonn übernommen wurde. 2007 fand auf Gut Selikum in Neuss eine Ausstellung von zehn Schülern und Meisterschülern von Neo Rauch und Timm Rautert statt.
[Bearbeiten] Auszeichnungen
2008 wurde Rautert in Regensburg der Lovis-Corinth-Preis verliehen. Das Kunstforum Ostdeutsche Galerie präsentierte dazu eine Retrospektive unter dem Titel „Timm Rautert: no photographing“, in der auch sein Zyklus um Neo Rauch erstmals zu sehen ist.
[Bearbeiten] Literatur
- Hans-Werner Schmidt, Timm Rautert: Wenn wir dich nicht sehen, siehst du uns auch nicht – Fotografien 1966–2006. Steidl, Göttingen 2007, ISBN 3-8652-1418-5.
- Ulrike Herrmann, Timm Rautert: Arbeiten. Steidl, Göttingen 2001, ISBN 3-8824-3247-0.
[Bearbeiten] Weblinks
- Literatur von und über Timm Rautert im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- Sonderausstellung im Museum der Arbeit
- Ausstellung im Kunstforum Ostdeutsche Galerie
- Leben und Werk des Tucheler Fotografen
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Rautert, Timm |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Fotograf |
| GEBURTSDATUM | 1941 |
| GEBURTSORT | Tuchel |

