Tony Gaudio

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Gaetano Antonio „Tony“ Gaudio (* 20. November 1883 in Rom; † 9. August 1951 in Burlingame) war ein US-amerikanischer Kameramann italienischer Abstammung, der in den 1930er und 1940er Jahren insgesamt sechs Mal für einen Oscar in der Kategorie Beste Kamera nominiert wurde und die Auszeichnung 1937 für den Film Ein rastloses Leben erhielt.

Biografie[Bearbeiten]

Gaudio besuchte eine Kunstschule in Rom. Nach seinem Abschluss arbeitete er als Assistent für seinen Vater und seinen Bruder, beide als Porträtfotografen tätig. 1903 begann seine Tätigkeit als Kameramann, bei der er zunächst an der Entstehung Hunderter Kurzfilme für diverse italienische Gesellschaften mitwirkte.

Auswanderung[Bearbeiten]

1906 wanderte Gaudio in die Vereinigten Staaten aus und arbeitete ab 1908 bei Vitagraph, einer Filmproduktions- und Vertriebsgesellschaft, und wechselte 1910 in gleicher Funktion zu der von Carl Laemmle im Jahr 1909 gegründeten Independent Motion Picture Company. Dort übernahm er die Kameraarbeit bei diversen Filmen unter der Regie von Thomas Harper Ince. Anfang der 1920er Jahre machte er sich einen Namen als Erfinder und Weiterentwickler von kameratechnischen Geräten und war von 1924 bis 1925 Präsident der American Society of Cinematographers[1], die 1919 u. a. von seinem Bruder Eugene Gaudio, der ebenfalls als Kameramann tätig war, gegründet wurde. Außerdem arbeitete er mit Regisseuren wie Marshall Neilan, Allan Dwan und Frank Borzage zusammen.

Karriere[Bearbeiten]

Bei Lewis Milestones Film Im Westen nichts Neues assistierte er Arthur Edeson als Kameraoperateur und wurde im selben Jahr für die Kameraarbeit bei Howard Hughes’ Film Höllenflieger für den Oscar nominiert. Im selben Jahr wurde er von Warner Brothers engagiert. Zusammen mit Sid Hickox, Sol Polito, Barney McGill und Arthur Edeson prägte er den Stil der Warner-Brothers-Filme, der Anleihen beim deutschen Expressionismus machte und typisch wurde für die Filme des Studios in den 1930er und 1940er Jahren.[2] Für Mervyn LeRoys Film Ein rastloses Leben wurde Gaudio bei der Oscarverleihung 1937 mit dem Oscar für die Beste Kamera ausgezeichnet. In der Folgezeit kam es vermehrt zur Zusammenarbeit mit William Dieterle, für dessen Film Juarez er erneut für den Oscar nominiert wurde, sowie mit anderen namhaften Regisseuren wie William Wyler, Charles Vidor Lloyd Bacon oder Raoul Walsh, die ihm weitere Oscar-Nominierungen einbrachten.

Bei dem Film The Red Pony aus dem Jahr 1949 war Gaudio letztmals als Kameramann tätig. In seiner 40-jährigen Karriere wirkte er bei über 140 Filmproduktionen mit.

Filmografie (Auswahl)[Bearbeiten]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Oscar

Nominierungen:

  • 1930: Beste Kamera für Höllenflieger
  • 1940: Beste Kamera (S/W) für Juarez
  • 1941: Beste Kamera (S/W) für Das Geheimnis von Malampur
  • 1944: Beste Kamera (S/W) für Korvette K 225
  • 1946: Beste Kamera (Farbfilm) für Triumph des Herzens

Literatur[Bearbeiten]

  • Kay Weniger: Das große Personenlexikon des Films. Die Schauspieler, Regisseure, Kameraleute, Produzenten, Komponisten, Drehbuchautoren, Filmarchitekten, Ausstatter, Kostümbildner, Cutter, Tontechniker, Maskenbildner und Special Effects Designer des 20. Jahrhunderts. Band 3: F – H. Barry Fitzgerald – Ernst Hofbauer. Schwarzkopf & Schwarzkopf, Berlin 2001, ISBN 3-89602-340-3, S. 205 f.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. ASC Past Presidents; abgerufen am 23. April 2010
  2. Gaudio, Tony; abgerufen am 23. April 2010