Uluṟu

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Uluṟu („Ayers Rock“)
Beim Sonnenuntergang zeigt sich der Uluṟu („Ayers Rock“) hellrot.

Beim Sonnenuntergang zeigt sich der Uluṟu („Ayers Rock“) hellrot.

Höhe 863 m
Lage Northern Territory, Australien
Koordinaten 25° 20′ 43″ S, 131° 2′ 5″ O-25.345277777778131.03472222222863Koordinaten: 25° 20′ 43″ S, 131° 2′ 5″ O
Uluṟu (Australien)
Uluṟu
Gestein Arkose, Konglomerat
Alter des Gesteins 550 Mio. Jahre (Wende vom Neoproterozoikum zum Kambrium)
Besonderheiten • heiliger Berg der Ureinwohner

• wichtige Touristenattraktion
• Paradebeispiel für einen Inselberg

Der Uluṟu mit wolkenverhülltem Gipfelplateau zeigt sich fahlbraun.

Der Uluṟu mit wolkenverhülltem Gipfelplateau zeigt sich fahlbraun.

Der Uluṟu [uluɹu], auch Ayers Rock, ist ein Inselberg in der zentralaustralischen Wüste, der sich ca. 350 m über sein Umland erhebt.

Auf Grund seiner spirituellen Relevanz für die Traumzeit-Erzählungen gilt er den lokalen Aborigines, den Anangu, als Heiliger Berg. Der Uluṟu ist zudem eines der bekanntesten Wahrzeichen Australiens und wird jährlich von zahlreichen Touristen besucht.

Der einheimische Name Uluṟu wurde bis in die 1990er Jahre ausschließlich von Aborigines verwendet, außerhalb Australiens war die von Europäern vergebene Bezeichnung Ayers Rock üblich.

Geographie[Bearbeiten]

Blick vom Helikopter auf den Uluṟu

Der Uluṟu ist etwa 3 km lang, bis zu 2 km breit und hat einen Umfang von rund 9 km.[1] Der Gipfel befindet sich auf einer absoluten Höhe von 863 m[2] und hebt sich damit 348 m[1] von der Dünenlandschaft Zentralaustraliens ab.

Der Uluṟu liegt im Uluṟu-Kata-Tjuṯa-Nationalpark, nahe dem Ort Yulara, etwa 340 km Luftlinie südwestlich von Alice Springs im Südwesten des australischen Bundesterritoriums Northern Territory. Der 1.325 km²[1] große Nationalpark, in dem neben dem Uluṟu auch die benachbarten Kata Tjuṯa („die Olgas“) liegen, gehört zum UNESCO-Weltnatur- und -kulturerbe.

Die einzige asphaltierte Straße, die zum Uluṟu führt, ist der Lasseter Highway. Dieser verbindet den Berg über den Stuart Highway mit Alice Springs und damit dem Rest Australiens. Außerdem zweigt von ihm die Luritja Road zum Kings Canyon ab, die ebenfalls asphaltiert ist. Bei den Kata Tjuṯa, ungefähr 30 km westlich des Uluṟu, geht der Lasseter Highway in die Great Central Road über, eine unbefestigte Outbackpiste, die bis zum Ort Laverton im Zentrum von Western Australia führt. Sie ist dort als „Docker River Road – to WA Border“ ausgeschildert.[3] Außerdem ist eine Anreise über den lokalen, etwa 10 km von Yulara entfernt gelegenen Connellan-Flugplatz möglich.

Geologie[Bearbeiten]

Entstehung[Bearbeiten]

Geologischer Rahmen und Vorgeschichte[Bearbeiten]

Plattentektonische Rekonstruktion für in etwa die Ablagerungszeit der Mutitjulu-Arkose und der Mount-Currie-Konglomerate. Die Rekonstruktion zeigt die Situation kurz vor der Kollision Australo-Antarktikas (blaugrau) mit „West-Gondwana“ (gelb). Die zeitliche Nähe dieser Kollision zur Petermann-Orogenese, jener tektonischen Episode, die die Liefergebiete der Mutitjulu-Arkose und der Mount-Currie-Konglomerate schuf, legt nahe, dass beide Ereignisse miteinander in Zusammenhang stehen.

Uluṟu und Kata Tjuṯa liegen am südlichen Rand des Amadeus-Beckens. Das heutige Amadeus-Becken mit dem Lake Amadeus, das sich über eine Fläche von 170.000 km² erstreckt, ist das strukturelle Relikt eines fossilen, mehrfach gefalteten Sedimentbeckens.[4] Es entstand vor etwa einer Milliarde Jahren, im frühen Neoproterozoikum, als Teil eines größeren Sedimentbeckens, des sogenannten Centralian Superbasins. Das Amadeus-Sedimentbecken besitzt eine wechselvolle Geschichte, in deren Verlauf es meistens vom Meer bedeckt war. In den ersten etwa 200 Millionen Jahren seiner Existenz herrscht in diesem „Amadeus-Meer“ Ablagerung von Sand und Schluff vor. Danach dominiert die Ablagerung von Karbonat- und Evaporitgesteinen. Die Evaporite (Gips und Steinsalz) bezeugen, dass das Klima zu dieser Zeit warm und trocken und dass das Amadeus-Meer zwischenzeitlich vom offenen Ozean abgeschnitten gewesen sein muss, sodass große Mengen des Meerwassers verdunsten konnten. Zwischen etwa 700 und 600 Millionen Jahren vor heute wird die Region immer wieder von mächtigen Gletschern bedeckt, was durch Moränenablagerungen dokumentiert ist. Anschließend wurde die Erdkruste in der Region seitlich zusammengedrückt. Dies bewirkte eine Faltung der bis dahin abgelagerten Sedimente einschließlich des Grundgebirges, dem sie auflagerten. Es bildeten sich Bergketten, und die Region wurde über den Meeresspiegel angehoben. Dieses Ereignis wird, nach den Petermann Ranges südwestlich des Lake Amadeus, als Petermann-Orogenese bezeichnet.[4] Die zeitliche Nähe der Petermann-Orogenese zu den Pan-Afrikanischen Orogenesen (Kollisionsgebirgsbildungen im Zuge der Formierung des Superkontinentes Pannotia bzw. Gondwana) legt nahe, dass diese Ereignisse miteinander in Zusammenhang stehen.[5]

Frühe Geschichte[Bearbeiten]

Zu dieser Zeit gab es auf der Erde noch kein „höheres“ Leben auf dem trockenen Land. Die im Zuge der Petermann-Orogenese entstandene Berglandschaft war nicht von einer Pflanzendecke vor Erosion geschützt und daher relativ erosionsanfällig. Besonders bei Starkregen wurde viel Verwitterungsschutt aus den Bergen gespült und am Fuße einer Bergkette in Form sogenannter Schwemmfächer wieder abgelagert. Die Gesteine, aus denen sowohl Uluṟu als auch Kata Tjuṯa bestehen, gehen auf diese Schwemmfächersedimentation an der Wende vom Neoproterozoikum zum Kambrium, vor ca. 550 Mio. Jahren, zurück. Die Schwemmfächer erreichten Sedimentmächtigkeiten von mindestens 2500 m.[6] Der Uluṟu wurde sehr viel später aus einem Teil eines solchen Schwemmfächers herausgeformt. Dieser Teil bestand ursprünglich aus überwiegend grobkörnigen, feldspathaltigen Sanden. Die Schichten, aus denen die Kata Tjuṯa aufgebaut sind, waren noch deutlich grobkörniger und entsprachen ursprünglich eher einem Schottersediment.

Vor 500 Millionen Jahren, an der Wende vom Kambrium zum Ordovizium, war das Gebirge weitgehend abgetragen und die Region sank erneut unter den Meeresspiegel ab. Die Schwemm­fächer­sedimente wurden von Sand, Schlamm und abgestorbenen Meerestieren bedeckt. Die Auflast dieser jüngeren Sedimentschichten und diagenetische Zementation verfestigte die feldspathaltigen Sande zu einer Arkose und den Schotter zu einem Konglomerat.[6] Diese Schichten werden heute Mutitjulu-Arkose bzw. Mount-Currie-Konglomerate genannt.[7]

Vor 400 bis 300 Millionen Jahren, im Devon, zog sich das Meer erneut zurück, denn die Erdkruste in der Region wurde ein weiteres mal zusammengedrückt und daher gefaltet und gehoben. Dieses Ereignis wird Alice-Springs-Orogenese genannt. Auch die Mutitjulu-Arkose und die Mount-Currie-Konglomerate wurden dieser Faltung unterworfen.

Auf diesem Foto gut zu sehen sind die fast senkrecht stehenden Schichten der Mutitjulu-Arkose.

Eigentliche Entstehung[Bearbeiten]

Mit der Alice-Springs-Orogenese endet die Sedimentationsgeschichte des Amadeus-Beckens. Seither überwiegt in der Region die Abtragung gegenüber der Ablagerung. Erst vor 65 Millionen Jahren, an der Wende von der Kreidezeit zum Tertiär, senkte sich die Region erneut geringfügig ab, und eine breite Tiefebene entstand, in der sich Fluss- und Schwemmlandsedimente ansammelten. Das feuchtwarme Klima dieser Zeit ließ ausgedehnte Sumpfwälder gedeihen, die heute in Form von Kohleschichten dokumentiert sind.[6]

Jene Bereiche, in denen sich heute Uluṟu und Kata Tjuṯa befinden, waren höher gelegen und daher nach wie vor der Erosion ausgesetzt, wodurch schließlich die beiden Felsmassive aus dem sie umgebenden Gestein herauspräpariert wurden. Das Klima wurde während der letzten 500.000 Jahre trockener, und der Wind legte eine dünne Sanddecke über die gesamte Gegend. Am Uluṟu ist heute ein Bereich der Mutitjulu-Arkose freigelegt, der bei der Alice-Springs-Orogenese eine Aufrichtung um 85° erfuhr. Die Schichten stehen daher dort faktisch senkrecht. Die Konglomerate der Kata Tjuṯa sind nur um 15 bis 20° gegen die Horizontale geneigt.

Geomorphologie[Bearbeiten]

Nahaufnahme der Oberfläche des Felsens. Deutlich erkennbar ist die schuppig-blättrige Verwitterung der Arkose.

Der Uluṟu ist kein Monolith, kein kurz unterhalb der Geländeoberfläche endender, riesiger Gesteinsblock. Stattdessen handelt es sich um den steil aufgerichteten, durch Erosion aus der Umgebung herauspräparierten Mutitjulu-Arkosen-Schichtenstapel, der nach Schätzungen bis zu 6 km tief in den Untergrund hinabreicht.[6] Man spricht deswegen auch von einem Inselberg. Ähnliches gilt für die 30 km entfernten Kata Tjuṯa. Mutitjulu-Arkose und die Mount-Currie-Konglomerate sind, entgegen populären, stark vereinfachenden Darstellungen, sehr wahrscheinlich nicht die beiden überirdisch aufgeschlossenen Enden einer einzelnen durchgängigen Schicht, sondern repräsentieren eigenständige fossile Schüttungskörper. Der Sedimentkörper der Mutitjulu-Arkose ist am Uluṟu etwa 2,4 km mächtig. Seine seitliche (laterale) Ausdehnung scheint, Bohrungen zufolge, im nahen Untergrund nicht sonderlich weit über die überirdische Erstreckung von Ayers Rock hinauszureichen.[7] Der Mount Conner („The forgotten Mountain“), ein Tafelberg ca. 75 km östlich des Uluṟu, besteht ebenfalls aus Sandsteinen. Diese sind jedoch nicht arkotisch und zudem älter als die Mutitjulu-Arkose. Sie werden den sogenannten Winnall-Schichten zugerechnet.[7]

Der Mount Gabi, ein untermeerischer Berg, der 2006 vor der Südwestspitze Australiens entdeckt wurde, besitzt hinsichtlich seiner Form und seinen Abmessungen eine gewisse Ähnlichkeit mit dem Uluṟu, die ihm in der australischen Presse die Bezeichnung „Uluṟu II“ einbrachte. Zwischen den beiden Bergen bestehen jedoch keinerlei weitere Parallelen.

Gestein[Bearbeiten]

Große oberflächenparallele Kluft (Desquamation)

Der Uluṟu bzw. die Mutitjulu-Arkose besteht aus Arkose, einem dem Sandstein ähnlichen Sedimentgestein, das sich von „normalem“ Sandstein aber durch einen hohen Feldspat-Anteil unterscheidet, sowie aus Konglomeraten, d. h. aus Sedimentgesteinen mit Korngrößen, die über denen eines Sandsteines liegen (man spricht bei diesen größeren „Körnern“ von Geröllen). Den überwiegenden Anteil stellt hierbei grobkörnige Arkose und feinkörniges Konglomerat.[7] Das Gestein ist in unverwittertem Zustand grau. Der Verwitterung ausgesetzt, rosten die Eisenanteile rot bis braun aus, was dem Uluṟu seine typische Farbe verleiht.[7] Auffällig ist die schuppige Oberfläche des Gesteins. Sie resultiert aus der chemischen Verwitterung der Feldspate.[6] Die extremen tageszeitlichen Temperaturschwankungen im Outback verursachen Spannungen im Gestein. Dadurch entstehen parallel zur Oberfläche des Felsens verlaufende Sprünge, entlang derer sich größere Schollen abschälen (Desquamation).

Die Arkose setzt sich aus durchschnittlich 50 % Feldspat- und 25–35 % Quarzkörnern zusammen. Die übrigen maximal 25 % sind Gesteinsfragmente aus Rhyolith oder Basalt. Die Feldspat-Fraktion besteht überwiegend aus Kalifeldspat und nur zu geringen Teilen aus Plagioklas. Ferner sind enthalten Orthopyroxen und Sphen. Die Mineralkörner und Gesteinsfragmente sind vorwiegend kantig bis kantengerundet. Wenige gut gerundete Quarzkörner werden als ehemalige Blasenhohlraumfüllungen von Basalten interpretiert. Die Basaltfragmente sind gerundet und enthalten stets Chlorit und Epidot.[7] Der hohe Kalifeldspatanteil erklärt sich aus der räumlichen Nähe des Uluṟu zum Musgrave Block. Dieses an Graniten und Gneisen reiche Grundgebirgsmassiv beginnt nur ca. 50km südlich des Uluṟu und muss auch zur Ablagerungszeit der Mutitjulu-Arkose zu einem Großteil am Aufbau der damaligen Berge beteiligt gewesen sein.

Sedimentstrukturen wie Schräg-, Trog- und Rippelschichtung sowie verfüllte Kolkrinnen („scour-and-fill“) zeigen Ablagerung durch schnell fließendes Wasser. Das Auftreten von vier Faziestypen (vereinfacht: feine Arkosen, grobe Arkosen, feine Konglomerate, grobe Konglomerate) spiegelt vier verschiedene energetische Zustände des Schwemmfächers wieder. Die feinkörnigen Arkosen stehen für relativ gemütlich dahinplätschernde Wasserläufe, die groben Konglomerate könnten auf Schuttströme zurückgehen.[7][8]

Höhlen[Bearbeiten]

Die genauen Ursachen und Mechanismen für die Entstehung der zahlreichen Höhlen am Uluṟu sind noch nicht bis ins Detail erforscht. Einigkeit besteht darüber, dass Wasser bei der Höhlenentstehung eine wichtige Rolle spielt.[6]

Farbenspiel[Bearbeiten]

Durch unterschiedlichen Sonnenstand und Bewölkungsgrad und entsprechend unterschiedliche Beträge des Lichteinfallswinkels und der Beleuchtungsintensität, erscheint der Uluṟu (wie auch die Kata Tjuṯa), je nach Tageszeit und Wetter, in anderen Farbtönen, die von braungrau über braun bis orange und kräftig rot reichen. Zudem beeinflussen Dunst oder Staubpartikel in der Atmosphäre die Streuung des Sonnenlichtes. Insbesondere bei niedrigem Sonnenstand kann kurzwelliges Licht so nicht bis zur Erdoberfläche durchdringen (vgl. → Morgenröte bzw. → Abendröte), wodurch die natürliche rötliche Färbung der Felsen zu diesen Tageszeiten durch das Sonnenlicht zusätzlich betont wird und die Felsen kräftig rot erscheinen.[6]

Traumzeitgeschichte[Bearbeiten]

Hinweis auf den Liru-Mythos entlang des Liru Walks

Um den Uluṟu ranken sich Legenden der australischen Ureinwohner, die Begebenheiten der Traumzeit erzählen und dadurch Unregelmäßigkeiten im Aussehen der Felsen zu erklären versuchen, die für sie heilig sind.

So beschreibt der Uluru-Mythos die Entstehungsgeschichte der Landschaft: Auf der Sonnenseite des Uluṟu wohnten die Mala, die Hasenkänguru-Menschen, und auf der Schattenseite die Kunia, die Teppichschlangen-Menschen, in Harmonie und Frieden. Die entfernten Windulka luden die Mala zu einer Initiation ein, doch die Mala sagten ab, da sie selbst Initiationen durchführen wollten und die Kunia nahmen gerne an und verliebten sich auf ihrer Anreise in die Sleepy-Lizard-Women (Lizard = blauzüngige Tannenzapfenechse) und reisten nicht weiter. Daraufhin wurden sie durch einen Kulpunya bestraft, einen Hund mit riesigen Zähnen und ohne Haare, der bösartiger als ein Krokodil war, aber auch die Kunia wurden durch die Liru, die Giftschlangen-Menschen und weitere Kämpfer, die am Kata Tjuṯa lebten, bestraft. In der fürchterlichen Schlacht mit Toten, Schwerverletzten und Feuer bebte die Erde und der Uluṟu hob sich aus der damals ebenen Erde hervor und damit wurde der Geist der Mala und Kunia zu Stein und die Spuren und die Geschichte des Kampfes können die Anangu am Uluṟu ablesen und erzählen.[9]

Es gibt Felszeichnungen in mehreren Höhlen am Uluṟu, die diese und andere Legenden erzählen. Sie wurden im Laufe der Jahrtausende viele Male immer wieder durch Übermalen erneuert.

Geschichte[Bearbeiten]

Im Gebiet des Berges leben seit mehr als 10.000 Jahren die Anangu, ein Stamm der Aborigines. 1873 entdeckte ihn William Gosse als erster Europäer[10] auf einer Expedition mit Peter Warburton und benannte ihn nach dem seinerzeitigen südaustralischen Premierminister Henry Ayers Ayers Rock. Weitere Expeditionen folgten mit dem Ziel, das Gebiet für die Landwirtschaft zu erschließen. Sie kamen allerdings zu dem Ergebnis, dass es dafür ungeeignet sei. Anschließend folgten Prospektoren, Entdeckungsreisende und Wissenschaftler, die das Gebiet erkundeten.[11]

1920 wurden Teile des heutigen Nationalparks zu einem Reservat für Aborigines.

Hinweisschild des Lasseter Highway mit doppelter Namensnennung „Uluṟu (Ayers Rock)“

1936 kamen die ersten Touristen in das Gebiet des Uluṟu und die europäische Besiedlung begann in den 1940er Jahren. Erste Wege für PKWs und Busse wurden ab dem Jahr 1948 geschaffen. 1958 wurde das Gebiet zum Nationalpark erklärt und Ayers Rock – Mount Olga National Park genannt.[10] Das erste Motel und die Landebahn im Norden des Uluṟu entstanden ab 1959.

Der Aboriginal Land Rights Act, ein am 16. Dezember 1976 unterzeichnetes Gesetz der australischen Bundesregierung, sprach den Aborigines Landrechte im Northern Territory zu. Es trat am 26. Januar 1977 in Kraft. Die Anangu reichten einen Land Claim ein, der bei Gerichtsverhandlungen als berechtigt eingestuft wurde. Am 26. Oktober 1985 übergab der Generalgouverneur Ninian Steven bei einer Zeremonie an der Basis des Uluru die Eigentumsurkunde zurück an die Anangu.[10] Direkt im Anschluss, circa fünf Minuten später, wurde ein Vertrag unterzeichnet, der das Land für 99 Jahre zurück an den Australian Parks and Wildlife Service verpachtete.

Am 15. Dezember 1993 wurde der Name Uluṟu erstmals offiziell im Northern Territory neben Ayers Rock / Uluṟu geführt und die Regional Tourism Association in Alice Springs wechselte am 6. November 2002 offiziell in Uluṟu / Ayers Rock.[12] Auf Hinweisschildern des Lasseter Highways ist die Bezeichnung Uluṟu (Ayers Rock) aufgebracht.

Auch der Mount Olga trägt mittlerweile wieder seinen Anangu-Namen Kata Tjuṯa. Entsprechend heißt der Ayers Rock Mount Olga National Park jetzt Uluṟu Kata Tjuṯa National Park.[1] In der Umgangssprache ist der Name Ayers Rock immer noch gebräuchlich, seine Verwendung nimmt jedoch ab.

Touristische Informationen[Bearbeiten]

Karte des Uluṟu-Kata Tjuṯa-Nationalpark
Luftbild des Uluṟu mit deutlich erkennbaren Wanderwegen
Der Lasseter Highway führt auch zum Kata Tjuṯa, im Hintergrund der Uluṟu.

Der Uluṟu kann auf einem gekennzeichneten Weg umwandert werden, an dem an bedeutenden Stellen Tafeln mit Erklärungen zum Mythos des Berges aufgestellt sind. Die Wanderung kann sowohl vom Mala- oder Kunija-Parkplatz begonnen werden, als auch vom Cultural Centre auf dem Liru Walk (4 km) zu Fuß bis zum Mala Walk erreicht werden. Vom Mala-Parkplatz aus kann der Uluṟu – im Uhrzeigersinn – umrundet werden: Der Weg führt über den Mala Walk und Kantju Gorge (Länge: 2 km), Base Walk (Länge: 10,5 km), Kunija Walk (4  km) und Lungkata Walk (4 km). Auf dem Wanderweg gibt es nur zwei Stellen, an denen Trinkwasser gefasst werden kann: am Mala-Parkplatz sowie am Kunjia Piti, wo der Base Walk in den Kunjia Walk übergeht. Es wird dringend empfohlen, eigene Wasservorräte mitzunehmen. Täglich finden zwei durch Parkranger geführte Wanderungen auf dem Mala Walk statt (Oktober–April 8.00 Uhr, Mai–September 10.00 Uhr), die an dem Zeichen Mala Walk beginnen.[6]

Im Park gibt es ein Cultural Centre, das von den Anangu betrieben wird. Sie informieren dort über die Legende des Berges, die Traumzeit und die gesellschaftlichen Regeln ihres Stammes (Tjukurpa). Außerdem werden traditionelle Kunstwerke und kunsthandwerkliche Gegenstände ausgestellt, die auch erworben werden können.

Das Besteigen des Uluṟu ist auf einer gekennzeichneten, am Westende des Berges beginnenden und mit einem Handlauf ausgestatteten Strecke erlaubt, von den Anangu allerdings nicht erwünscht. Sie begründen dies damit, dass sie in tiefe Trauer fallen, wenn an dem von ihnen als heilig betrachteten Berg Menschen aufgrund von Überlastung oder durch einen Absturz tödlich verunglücken. Dieses Schicksal hat bis 2010 35 Menschen ereilt. Aus Sicherheitsgründen ist der Aufstieg grundsätzlich von einer halben Stunde nach Sonnenuntergang bis eine halbe Stunde vor Sonnenaufgang geschlossen. Außerdem kann der Pfad kurzfristig gesperrt werden, wenn

  • innerhalb der nächsten drei Stunden Regen oder Sturm vorhergesagt sind,
  • der Wind auf einer Höhe von 2500 Fuß (762 Meter) 25 Knoten erreicht,
  • extreme Temperaturen von 36 °C und mehr vorhergesagt sind oder herrschen,
  • die Wolkengrenze unterhalb des Gipfels beginnt
  • oder Rettungsarbeiten im Gange sind.

Zudem können die Anangu darum bitten, den Aufstieg aus kulturellen Gründen zu untersagen, beispielsweise während einer traditionellen Zeremonie. Selbst wenn der Weg geöffnet ist, kann es beim Besteigen zu Unfällen oder gar Todesfällen kommen, da das Wetter in dieser Gegend schnell und unerwartet umschlagen kann. Im australischen Sommer (zwischen November und Februar) empfiehlt es sich, den Aufstieg bis 8 Uhr begonnen zu haben, da es später unerträglich heiß wird und der Weg geschlossen wird.[13]

Im Glauben der Anangu erzählen oder verkörpern bestimmte Stätten entlang des Uluṟu Base Walk Geschichten, die ausschließlich an diesem Ort und nirgendwo sonst gesehen werden dürfen. Deshalb sind Foto- und Videoaufnahmen an folgenden Stätten verboten (beginnend am Mala-Parkplatz im Uhrzeigersinn): Mala Punta, Warajuki, Tjutatkapi, Taputji, Kunjia Piti und Pulari. Bei Zuwiderhandlung drohen hohe Geldstrafen. Laut den Stammesgesetzen der Anangu sind manche Orte zudem für ein Geschlecht oder eine Altersgruppe tabu, was auf Touristen jedoch nicht angewendet wird. Außerdem gibt es mehrere andere heilige Stätten, die für Touristen nicht zugänglich sind.

In der Region gibt es zudem Felszeichnungen der Aborigines. In den 1970er Jahren bespritzten Tourguides die Felswände häufig mit Wasser, damit die Fotos der Touristen brillantere Farben zeigten. Dadurch wurden einige Zeichnungen stark in Mitleidenschaft gezogen. Sie sind immer noch zu besichtigen, allerdings mit Geländern abgezäunt. Um sie vor der Zerstörung zu bewahren und das jahrtausendealte Kulturerbe zu dokumentieren, wurde durch die Aborigines eine Datenbank angelegt. Der Zugriff erfolgt gemäß den oben genannten Stammesgesetzen, d.h. tabuisierte Bereiche bleiben für bestimmte Gruppen gesperrt.[14]

Auf der Rückseite des Uluṟu befinden sich Wasserlöcher, die das gesamte Jahr über mit Wasser gefüllt sind. Da dies in einer trockenen Region wie dieser etwas sehr besonderes ist, nehmen sie im Kult der Aborigines eine hohe Stelle ein.

Das Mitnehmen von Sanden und Steinen um den Uluṟu, beispielsweise als Erinnerungsstück, ist von den Anangu nicht erwünscht. In ihrem Glauben muss alles dort enden, wo es begonnen hat – wenn Naturalien entfernt werden, können die Geister keine Ruhe finden. Briefe im Cultural Centre zeugen von Menschen aus aller Welt, die ihre unerlaubt mitgenommenen Naturalien aus Reue wieder zurückgesendet haben, damit die Anangu sie wieder am Uluṟu deponieren konnten. Einige berichten davon, dass ihr Mitbringsel ihnen Unglück gebracht habe.

Der Zutritt zum Uluṟu und anderen Teilen des Nationalparks kann bei religiösen Veranstaltungen der Anangu teilweise oder vollständig für Besucher geschlossen werden.

An zwei Orten ist die Beobachtung des Sonnenauf- oder -untergangs optimal, am Car Sunset-Parkplatz und am Dune Lookout. Bei Letzterem ist ein Blick sowohl auf den Uluṟu als auch auf die Kata Tjuṯa möglich.

In der etwa 15 km entfernten Touristensiedlung Yulara stehen eine Hotelanlage und ein Campingplatz zur Verfügung, im Nationalpark selbst ist Übernachten nicht erlaubt.

Der Eintritt in den Nationalpark kostet 25 AU$ pro Person für eine Drei-Tages-Karte.

Galerie[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Uluru – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d Peter-Matthias Gaede: Unsere Erde. Länder, Völker, Kulturen. In: GEO Themenlexikon Band 1, Brockhaus, Mannheim 2006, ISBN 3-7653-9421-1, S. 145.
  2. Besucherführer auf www.environment.gov.au (PDF; 4,9 MB), abgerufen am 9. Dezember 2010.
  3. Geolokalisiertes Foto eines Straßenschildes auf Panoramio
  4. a b Christine J. Edgoose: The Amadeus Basin, central Australia. Episodes. Bd. 35, Nr. 1, 2012, S. 256–263 (PDF 560 kB)
  5. A. R. A. Aitken, T. Raimondo, F. A. Capitanio: The intraplate character of supercontinent tectonics. Gondwana Research. Bd. 24, Nr. 3–4, 2013, S. 807–814, doi:10.1016/j.gr.2013.03.005
  6. a b c d e f g h Geologie des Uluṟu auf www.envoirment.gov.au Abgerufen am 9. Dezember 2010.
  7. a b c d e f g David N. Young, N. Duncan, A. Camacho, P.A. Ferenczi, T.L.A. Madigan: Ayers Rock, Northern Territory (Second Edition). 1:250 000 geological map series explanatory notes, SG 52-8. Northern Territory Geological Survey, Darwin 2002 (PDF 3,1 MB)
  8. I.H. Sweet: Uluru & Kata Tjuta: A Geological History. Australian Geological Survey Organization, Canberra 1992, ISBN 0-644-25681-8.
  9. James Cowan: Offenbarungen aus der Traumzeit. Das spirituelle Wissen der Aborigines. Lüchow-Verlag, Stuttgart 2004, ISBN 3-363-03050-9.
  10. a b c Australisches Umweltministerium: 20th Anniversary handback factsheet, englisch, abgerufen am 16. November 2012.
  11. Early European history auf www.envirinment.gov.au. Abgerufen am 9. Dezember 2010.
  12. Dual Naming of Features. Example – Uluru / Ayers Rock auf www.nt.gov.au. (Version vom 28. Juni 2011 im Internet Archive)
  13. Uluru-Kata Tjuta National Park Note – Please don't climb. Abgerufen am 9. Dezember 2010.
  14. Ayers Rock – Der Computer rettet Felsmalereien