Vierer ohne Steuermann

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Vierer ohne Steuermann
WACCrew.JPG
Offiziell 4- Coxless Four
Länge ca. 12 m
Mindestgewicht 50 kg
Weltbestzeiten (2000m)
Männer: 5:37,86[1] (25. Mai 2012 in Luzern, Rotsee)
Flag of the United Kingdom.svg Alex Gregory, Peter Reed, Tom James, Andrew Triggs Hodge
Frauen: 6:14,10[1] (29. August 2014 in Amsterdam, Bosbaan)
Flag of New Zealand.svg Kelsey Bevan, Grace Prendergast, Kayla Pratt, Kerri Gowler

Vierer ohne Steuermann oder Vierer ohne Steuerfrau (kurz Vierer ohne oder 4-) ist eine olympische Riemenbootsklasse im Rudern.

Konstruktion[Bearbeiten]

Gut zu sehen ist der Bugball und die Startnummer.
Hier sieht man die Italienische Riggerung. Der Schlagmann und der Bugmann rudern auf Backbord, die Mittelplätze rudern auf Steuerbord

Der Vierer ohne ist etwa 12 m lang, ca. 0,45 m breit und wiegt etwa 50 kg.[2]

Auf jeder Seite des Bootes gibt es zwei Ausleger. Traditionell rudert der Schlagmann auf der Backbordseite, die weiteren Ruderplätze wechseln sich dann in der Anordnung der Ausleger im Rhythmus auf Steuerbord und Backbord ab. Mittlerweile werden jedoch die Ausleger nach den individuellen Fertigkeiten der Ruderer angeordnet (geriggert), das heißt der Schlagmann kann auch auf der Steuerbordseite rudern. Eine weitere Form der Riggerung ist die so genannte „italienische Riggerung“, dabei rudert der Schlagmann auf der gleichen Seite wie der Bugmann. Die Mittelplätze rudern beide auf der anderen Seite.

Am Bug befinden sich der Bugball sowie der Startnummernhalter. In diesen wird bei einer Regatta die Startnummer hineingesteckt.

Die Steuerung des Bootes übernimmt der Schlagmann über sein Fußsteuer. Während des Trainings erhält er die Befehle zum Steuern vom Bugmann.[3] Beim Rennen und während des Trainings auf einer Strecke mit Albano-System oder normalen Bojenketten kann sich der Schlagmann an den Bojen orientieren.

Geschichte[Bearbeiten]

Männer[Bearbeiten]

Bei den Männern wurde der Vierer ohne das erste mal bei den Olympischen Spielen 1904 in St. Louis ausgetragen. Die Strecke betrug damals zwei Meilen, was 3218 Meter entspricht.[4] Bei den Olympischen Spielen 1912 und Olympischen Spielen 1920 wurde er nicht ausgetragen. Stattdessen gab es einen Vierer mit Steuermann. Seit den Olympischen Spielen in Paris ist die Bootsklasse ununterbrochen dabei.

Der Dorney Lake, auf dem die Olympischen Spiele 2012 ausgetragen wurden

Für die Olympischen Spiele 2012 in London hatten sich die Verbände aus Australien, Weißrussland, Kanada, Tschechien, dem Vereinigtes Königreich, Deutschland, Griechenland, Italien, Niederlande, Neuseeland, Rumänien, Serbien, sowie der Verband der Vereinigten Staaten qualifiziert.[5] Die olympischen Vorläufe und die Halbfinals fanden vom 30. Juli 2012 bis zum 2. August auf dem Dorney Lake, bei London statt. Das Finale wurde am 4. August ausgetragen. Es war mit Booten aus dem Vereinigten Königreich, Australien, den Vereinigten Staaten, Griechenland, den Niederlanden und Deutschland besetzt. Für Deutschland setzte der Deutscher Ruderverband Gregor Hauffe, Toni Seifert, Urs Käufer und Sebastian Schmidt ins Boot.[6]. Da es am Finaltag sehr windig war und es nicht immer gleich faire Bedingungen gab, erreichte der deutsche Vierer ohne Steuermann den sechsten Platz[7] mit einer Zeit von 6:16,37.[8] Erster mit einer Zeit von 6:03,97 wurde das Vereinigte Königreich mit Alex Gregory, Peter Reed, Tom James und Andrew Triggs Hodge. Zwei Sekunden später kam das Boot von Australien ins Ziel. Dritter wurde die Vereinigten Staaten mit einer Zeit von 6:07,20.

Die Austragungsstätte der Olympischen Sommerspiele 2016

Bei den Olympische Sommerspiele 2016 in Rio de Janeiro werden die Wettkämpfe auf dem Lagoa Rodrigo de Freitas stattfinden. Die Regatta wird voraussichtlich vom 6. August bis zum 14. August auf dem See stattfinden.[9] Die ersten Quotenplätze werden auf den Ruderweltmeisterschaften 2015 vergeben.

Amtierender Weltmeister ist das Vereinigte Königreich mit Alex Gregory, Mohamed Sbihi, George Nash und Andrew Triggs Hodge vor den Vereinigten Staaten und Australien. 2015 werden die Weltmeisterschaften auf dem Lac d’Aiguebelette in Savoyen (Frankreich) stattfinden.

Frauen[Bearbeiten]

Bei den Frauen wurde der Vierer ohne Steuerfrau hingegen nur 1992 in Barcelona ausgetragen. Für die Spiele qualifizierten sich Bulgarien, das Vereinigte Königreich, Frankreich, Kanada, die USA, Deutschland, China, Rumänien und Australien. Das Finale gewann Kanada (mit Kirsten Barnes, Brenda Taylor, Jessica Monroe und Kay Worthington) vor den USA und Deutschland.[10]

Das erste Mal bei Ruderweltmeisterschaften wurde er 1989 ausgetragen. Davor gab es nur den Vierer mit Steuerfrau. Der Vierer ohne Steuerfrau wird ab 2012 nicht mehr international gefahren werden, weil es bei den letzten Weltmeisterschaften zu wenige Meldungen für diese Bootsklasse gab. Der letzte Weltmeister sind die USA, mit Sarah Zelenka, Kara Kohler, Emily Regan und Sara Hendershot, gefolgt von Australien und den Niederlanden.[11]

Medaillen[Bearbeiten]

Olympische Spiele[Bearbeiten]

Die Tabelle stellt die Olympiasieger mit den meisten Medaillen der Männer dar.

Platz Land Gold Silber Bronze Gesamt
1 Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Vereinigtes Königreich 7 3 2 12
2 DeutschlandDeutschland Deutschland
(inkl. Deutschland Demokratische Republik 1949DDR Deutsche Demokratische Republik)
(inkl. Deutschland BRBR Deutschland BR Deutschland)
6
(5)
(1)
1
(0)
(1)
0
(0)
(0)
7
(5)
(2)
3 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Vereinigte Staaten 2 6 3 11
4 AustralienAustralien Australien 2 1 1 4

Ruder-Weltmeisterschaften[Bearbeiten]

Diese Tabelle stellt die Weltmeister mit den meisten Medaillen der Männer, ab 1982 dar.

Platz Land Gold Silber Bronze Gesamt
1 Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Vereinigtes Königreich 7 3 1 11
2 DeutschlandDeutschland Deutschland
(inkl. Deutschland Demokratische Republik 1949DDR Deutsche Demokratische Republik)
(inkl. Deutschland BRBR Deutschland BR Deutschland)
6
(2)
(4)
3
(0)
(3)
3
(2)
(1)
12
(4)
(8)
3 FrankreichFrankreich Frankreich 2 4 0 6
4 ItalienItalien Italien 2 1 3 6

Diese Tabelle stellt die Weltmeister mit den meisten Medaillen der Frauen, ab 1989 dar.

Platz Land Gold Silber Bronze Gesamt
1 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Vereinigte Staaten 4 4 3 11
2 AustralienAustralien Australien 4 2 2 8
3 NiederlandeNiederlande Niederlande 3 1 3 7
4 DeutschlandDeutschland Deutschland
(inkl. Deutschland Demokratische Republik 1949DDR Deutsche Demokratische Republik)
(inkl. Deutschland BRBR Deutschland BR Deutschland)
1
(1)
(0)
5
(0)
(1)
3
(1)
(0)
9
(2)
(1)

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Weltbestzeiten im Rudern. Abgerufen am 10. Oktober 2014.
  2. Maße einiger Renn-Vierer. Empacher.de, abgerufen am 10. Oktober 2014.
  3. Verantwortung im Ruderboot. rudern.de (Deutscher Ruderverband), abgerufen am 10. Oktober 2014.
  4. Ergebnis Olympia 1904 (Männer). Abgerufen am 10. Oktober 2014.
  5. Entries by Event. FISA, abgerufen am 10. Oktober 2014 (PDF; 33 kB, englisch).
  6. Carsten Oberhagemann: Olympia: Vierer bleibt unverändert. Deutschlandachter.de, 30. Juni 2012, abgerufen am 10. Oktober 2014.
  7. Männer-Vierer (M4-) (Olympische Spiele 2012). rudern.de (DRV), abgerufen am 10. Oktober 2014.
  8. Ergebnis Olympia 2012 (Männer). Abgerufen am 10. Oktober 2014.
  9. 2013 to 2016 FISA Long Term Planning Calendar. FISA, abgerufen am 10. Oktober 2014 (PDF; 139 kB, englisch).
  10. Ergebnis Olympia 1992 (Frauen). Abgerufen am 10. Oktober 2014.
  11. Ergebnis WM 2011 (Frauen). Abgerufen am 10. Oktober 2014.