Volkspark Hasenheide

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Die Hasenheide

Die Hasenheide ist ein rund 50 Hektar großer Park im Berliner Ortsteil Neukölln an der Grenze zu Kreuzberg. Der Name des Parks geht auf die Nutzung des Geländes als Hasengehege ab 1678 zurück. Der Große Kurfürst ging hier zur Jagd.

Am 19. Juni 1811 eröffnete Friedrich Ludwig Jahn hier den ersten Turnplatz in Preußen. Noch heute erinnert das Jahndenkmal am nördlichen Eingang des Parks an den „Turnvater“ und daran, dass die deutsche Turnbewegung hier ihren Anfang nahm. Im Jahr 1886 kam es hier zum Duell zwischen dem Offizier Armand Léon Baron von Ardenne und dem Richter Emil Hartwich (siehe Theodor Fontanes Roman Effi Briest).

Parkanlage[Bearbeiten]

Tanzveranstaltung auf der Hasenheide, Pfingstmontag 1947
Kleines Biotop in der Hasenheide
Hasenheide mit den Minaretten der Şehitlik-Moschee im Hintergrund

Geologie[Bearbeiten]

Geologisch liegt die Hasenheide auf dem Hang der Teltowplatte, die in dem Park zum Berliner Urstromtal ausläuft. Die flachwellige Hochebene erhebt sich im Mittel rund 15 Meter über das Niveau des zentralen Berlin. Der Teltowhang wechselt in der Hasenheide die Richtung von Ost nach Süd und setzt sich in den – heute bebauten – Rollbergen fort. Nach Westen verläuft der Hang über die angrenzenden Friedhöfe an der Bergmannstraße weiter zum Kreuzberg.

Nutzungen[Bearbeiten]

Der Park wurde zu den Olympischen Spielen 1936 von den Nationalsozialisten umgebaut. Während des Umbaus wurde die alte Schießbahn, die vorher Teil des Exerzierplatzes Tempelhofer Feld war, in den Park integriert. Heute finden dort die Neuköllner Maientage statt. Außerdem wurde vor dem Kriegsende ein Hochbunker auf dem Gelände errichtet, der ab Mai 1945 zunächst als Lazarett diente, bevor er unter den zur Rixdorfer Höhe aufgeschütteten Trümmern gegen 1950 verschwand.[1] Diese 69 Meter hohe Erhebung entstand aus etwa 700.000 m³ Trümmerschutt des Zweiten Weltkriegs. Südwestlich davon befindet sich der 1991 angelegte Rixdorfer Teich, der von zwei Aussichtsplattformen einsehbar ist.[2] Das Denkmal für die Trümmerfrauen von Katharina Szelinski-Singer aus dem Jahr 1955 erinnert am Eingang Graefestraße an die Aufräumarbeiten, die überwiegend von Frauen geleistet wurden.

Freizeitangebote[Bearbeiten]

Im Park befinden sich ein Freiluftkino, ein Tiergehege, eine Minigolfanlage, ein Rosengarten, mehrere Spielplätze und eine Hundewiese. In der Mitte des Parks steht ein Kiosk im Stil der 1950er Jahre, der sich Hasenschänke nennt.[3] Im Jahr 2006 wurde gegenüber dem Sommerbad Columbiadamm eine Sportfläche eingeweiht, die einen Parcours mit verschiedenen Hindernissen für Skateboarder, einen Platz für Rollhockey und Übungskörbe für Basketball enthält. Beliebt ist die Hasenheide auch wegen der großen Freiflächen bei Freizeitkickern. Zahlreiche Fußballgruppen haben sich bereits etabliert, zum Beispiel das Little Africa Allstar Team, eine für jeden offene Gruppe von Jugendlichen aus ganz Berlin, die sich schon seit Jahren regelmäßig zum gemeinsamen Fußballspielen trifft, oder Berlins ältestes Straßen- und Parkkicker-Team, die Red Zombies Neukölln, seit vielen Jahren Teilnehmer bei der Antirassistischen Weltmeisterschaft in Norditalien. Zudem wird der Park in großem Umfang von Joggern genutzt. Die Hasenheide ist außerdem Veranstaltungsort des Volksfestes Neuköllner Maientage.

Besonderheiten[Bearbeiten]

Die Hasenheide ist ein Schwerpunkt des Berliner Drogen- insbesondere des Cannabishandels. Die Berliner Polizei, die konkreten Hinweisen und Anzeigen der Bevölkerung zur Bekämpfung des Drogenhandels nachgeht, gibt allerdings hierbei zu bedenken, dass eine gänzliche Unterbindung des Cannabishandels eine Abwanderung in umliegende, schlecht kontrollierbare Gebiete bewirken würde.[4][5][6]

Am 4. November 2007 wurde in einer vierstündigen rituellen Feierlichkeit, durch den Trägerverein Sri Ganesha Hindu Tempel e. V., im Volkspark der Grundstein für den Sri-Ganesha-Hindu-Tempel Berlin gelegt, der als interkulturelle Begegnungsstätte dienen soll.[7] Am 20. Januar 2009 hat das Stadtplanungsamt Neukölln die Baugenehmigung erteilt. Derzeit befindet sich der Tempel in der Bauphase.[8]

Am 17. März 2006 wurde an der Hasenheide ein 42-jähriger Polizeihauptkommissar beim Versuch, zwei Taschendiebe zu stellen, erschossen. Die beiden Täter wurden später verhaftet und der Schütze verurteilt.[9]

Siehe auch[Bearbeiten]

Filme[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Clemens Alexander Wimmer: Parks und Gärten in Berlin und Potsdam. Nicolaische Verlagsbuchhandlung, Berlin 1989, ISBN 3-87584-267-7

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Volkspark Hasenheide – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Angela M. Arnold, Gabriele von Griesheim: Trümmer, Bahnen und Bezirke. Berlin von 1945 bis 1955. Eigenverlag, Berlin 2002, ISBN 3-00-009839-9, Seite 116f
  2. Rixdorfer Teich, Berlin-Neukölln. Pharus-Plan, Rolf Bernstengel, 2010, abgerufen am 26. August 2012.
  3. Andreas Scheffler: Keine Hasen, keine Heide, aber schön. In: Berliner Zeitung, 25. März 2003
  4. Wo der Dealer zur Arbeit geht. In: Die Welt vom 10. Juni 2008
  5. Drogendeals im Treppenhaus. „Akte 20/11“ bei Sat1 vom 8. März 2011
  6. Stellungnahme durch den Berliner Polizeiabschnitt 55. Protokoll einer Podiumsdiskussion vom 8. April 2010
  7. Erster Spatenstich für Neuköllner Hindutempel. In: Der Tagesspiegel, 5. November 2007
  8. Mit dem Segen des Elefantengottes. In: Berliner Zeitung, 30. Januar 2009
  9. Die Witwe des erschossenen Polizeihauptkommissars Uwe Lieschied erklärt nach dem Urteil: „15 Jahre für den Mörder meines Mannes sind gar nichts“. In: B.Z., 21. Februar 2007
  10. Britta Meyer: Interview mit Nana A.T. Rebhan zu den Dreharbeiten 2008. 15. September 2010, abgerufen am 16. Oktober 2010.

52.48333333333313.416666666667Koordinaten: 52° 29′ 0″ N, 13° 25′ 0″ O