Wapiti

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Wapiti
Wapiti-Bulle

Wapiti-Bulle

Systematik
Ordnung: Paarhufer (Artiodactyla)
Unterordnung: Wiederkäuer (Ruminantia)
Familie: Hirsche (Cervidae)
Unterfamilie: Echte Hirsche (Cervinae)
Gattung: Cervus
Art: Wapiti
Wissenschaftlicher Name
Cervus canadensis
Erxleben, 1777

Der Wapiti (Cervus canadensis) ist eine Säugetierart aus der Familie der Hirsche (Cervidae). Er fasst die in Nordamerika lebenden Tiere samt einigen ostasiatischen Unterarten zusammen, die früher allesamt als Unterart des Rothirschs geführt wurden. Viele Wapitis sind deutlich größer als europäische Rothirsche. In der Familie der Hirsche ist lediglich der Elch größer.

In Nordamerika wird die Art meist elk genannt, während dies im britischen Englisch die Bezeichnung für den Elch ist. Die Bezeichnung Wapiti („weißes Hinterteil“) stammt von den Shawnee-Indianern.

Wapitis haben eine Schulterhöhe von 0,75 bis 1,5 Metern und wiegen 230 bis 450 Kilogramm. Die Männchen sind meist etwa doppelt so schwer wie die Weibchen. Die Geweihe der Tiere messen 1,0 bis 1,5 Meter von Spitze zu Spitze. Wapitis sind bekannt für ihre lauten trompetenden Rufe während der Brunftzeit.

Lebensweise[Bearbeiten]

Kämpfende Wapitihirsche

Bei den Wapiti leben die Weibchen ähnlich den Rothirschen in größeren oder kleineren Herden, die einem meist älteren, aber noch gebärfähigen Tier folgen. Oft schließen sich diesen Herden schwächere und jüngere Männchen an. Diese Herden sind größtenteils standorttreu, einzig wenn sie stark beunruhigt sind, ziehen die Herden weiter. In der Zeit, die der Brunft vorausgeht, leben die meisten Hirsche in großen Herden, während ältere Hirsche gelegentlich mit einem jüngeren Hirsch einzelgängerisch ziehen. Hirsche halten in dieser Zeit meist an ihrem Standort fest. In der Paarungszeit lösen sich diese Herden auf, und die Männchen ziehen oft kilometerweit bis zu ihren Brunftrevieren. Dort kommt es zu Kämpfen um die Weibchen zwischen dem Platzhirsch und rivalisierenden, meist jüngeren Männchen, die teilweise tödliche Verletzungen zur Folge haben können.

Die Tragzeit beträgt etwa 260 Tage. Das einzige Kalb wiegt bei der Geburt etwa 15 Kilogramm und ist zunächst gefleckt. Diese Flecken verschwinden nach etwa drei Monaten. Ein halbes Jahr lang wird das Kalb vom Muttertier gesäugt. Die Lebensdauer beträgt in Gefangenschaft 25 Jahre, in der Wildnis aber sterben Wapitihirsche meistens vor dem fünfzehnten Lebensjahr. Vor allem die Männchen haben eine hohe Sterblichkeit wegen der Heftigkeit ihrer Kämpfe und aufgrund intensiver Bejagung.

Der Wapiti ist ein „Graser“, er ernährt sich also vornehmlich von Gras, nimmt jedoch auch je nach Bedingungen andere Nahrung zu sich. Dabei handelt es sich vor allem um junges Laub, Wurzelknollen, Eicheln, Bucheckern, Kastanien, wildes Obst, Knospen und junge Zweigspitzen von Nadelhölzern. Im Winter fressen die Tiere außerdem Moose und Flechten.

Vorkommen[Bearbeiten]

Ursprüngliches (hellgrün) und heutiges Verbreitungsgebiet (dunkelgrün)

Wapitis leben als eine der größten nordamerikanischen Wildtierarten in offenen Wäldern oder in Waldnähe. Im Sommer steigen sie in Bergregionen in große Höhen auf, im Winter bevorzugen sie geschütztere und tiefer gelegene Gegenden.

Früher war der Wapiti in Nordamerika, speziell in der Gegend der Rocky Mountains weit verbreitet. Der Östliche Wapiti (C. c. canadensis) lebte in verschiedenen Bundesstaaten östlich des Mississippi Rivers. Nach deren Aussterben durch die Jagd brachte man westliche Wapitis in diese Gegend.

Die heutige Zahl der nordamerikanischen Wapitis wird auf rund ein Zehntel des historischen Vorkommens von zehn Millionen geschätzt. Wie auch andere nordamerikanische Wildarten erreichte der Wapiti den Tiefpunkt um 1900. Seither ist ihre Zahl dank Jagdkontrollen wieder steigend. 1989 schätzte man in Nordamerika ein Vorkommen von 782.500, wovon etwa 72.000 in Kanada und der Rest in den USA lebten. 20.000 lebten in Wapiti-Ranches, wo sie ihres Fleisches und ihres Geweihes wegen oder zur Jagd gehalten werden.

Die meisten Wapitis leben im Westen, hauptsächlich in der Region der Rocky Mountains. Östlich des Mississippi gibt es nur etwa 3500 Wapitis, verteilt auf sieben Bundesstaaten. Im östlichen Kanada ist die Population ähnlich gering.

In Asien leben Wapitis im südlichen Sibirien und Teilen Zentralasiens. Früher waren sie weit verbreitet, heute umfasst ihr Verbreitungsgebiet nur mehr die Bergketten westlich und östlich des Baikalsees, das Sajangebirge, das Altaigebirge, die Tianshan-Region sowie Teile des Mongolei und der Amurregion. Im Süden sind sie in Asien in Osttibet, im Himalaya und Zentralchina verbreitet. Ihr Habitat gleich dem der nordamerikanischen Wapitis.

US-Präsident Theodore Roosevelt schenkte Neuseeland eine Herde Wapitis, die im südwestlichen Teil der South Island freigesetzt wurden. Heute sind die echten Wapitis nur noch selten zu finden, da sie sich mit den auf Neuseeland sehr häufigen europäischen Rothirschen, die vor allem durch britische Siedler eingeführt wurden, gekreuzt haben. Viele dieser Tiere leben isoliert auf Wapitifarmen und sollten in regelmäßigen Abständen wieder in die Freiheit entlassen werden. Dies wurde allerdings durch einen Regierungsbeschluss verhindert, der die Freisetzung gebietsfremder Tiere (Neozoen) in Neuseeland heute verbietet.

Natürliche Feinde[Bearbeiten]

Wapitis sind durch die Chronic Wasting Disease gefährdet, eine BSE-ähnliche Krankheit, die in Nordamerika speziell bei ihnen und den anderen amerikanischen Hirscharten Weißwedelhirsch und Maultierhirsch verbreitet ist.

Ausgewachsene Wapitis werden von Pumas, Wölfen, Grizzly-Bären und vom sibirischen Tiger gejagt. Kojoten und Schwarzbären sowie Eurasischer Luchs, Kanadischer Luchs und Rotluchs sind in der Lage, Kälber und unerfahrene Jungtiere zu reißen.

Geschichte[Bearbeiten]

Wapiti-Bulle mit zwei Kühen

In Nordamerika erschien der Wapiti vermutlich erst vor 120.000 Jahren, als er in der Eiszeit – ebenso wie die Elche und Karibus – aus Asien über die Beringstraße einwanderte. Von dort breitete er sich nach Süden und Osten aus. Er stammt wahrscheinlich vom Altai-Maral (C. e. sibiricus) ab, manchmal auch als Altai-Wapiti bezeichnet, der zu dieser Zeit große Bereiche der Taiga Sibiriens bewohnte.

Vor etwa 70.000 Jahren waren die Wapitis isoliert in vier verschiedenen Populationen. Eine befand sich in der Alaska/Yukon-Region, eine in der Küstenregion von Washington/Oregon, eine im westlichen Kalifornien und die vierte östlich der Kaskadenkette und der Sierra-Nevada-Berge, bis zu den Appalachen, bis ins südliche Kanada und ins nördliche Mexiko.

Die Wapiti-Population in Washington/Oregon teilte sich später in zwei unterschiedliche Unterarten, die Olympic-Wapitis des südwestlichen British Columbia, Washington, Oregon und des nordwestlichen Kalifornien; und die Tule-Wapitis in Zentralkalifornien. Vor rund 10.000 Jahren wurde eine Population der Wapitis im Osten isoliert und entwickelte sich zu den Merriam-Wapitis, die in Mexiko und in den südwestlichen USA beheimatet waren. Als die Plains entstanden, wurde wieder eine Population der Wapitis im Osten isoliert und entwickelte sich zu den Manitoba-Wapiti. Die im Osten verbliebenen Wapitis entwickelten sich zur Unterart der Östlichen Wapiti, die Wapitis im Westen zu den Rocky-Mountain-Wapitis. Als die Europäer Nordamerika eroberten, bewohnten diese sechs Wapiti-Arten den Kontinent.

Wapiti-Herde

Wapitis wurden bereits von den Indianern gejagt. Mit der Ankunft der Europäer und deren Besiedelung des Westens stieg allerdings der Bedarf an Nahrung. Die Jagd zum Nahrungserwerb ging außerdem in eine Jagd zu Sportzwecken über. Betroffen waren davon vor allem die Bisons und die Wapitis. Die Östlichen Wapitis und die Merriam-Wapitis waren bald ausgestorben, der Rocky-Mountain-Wapiti überlebte nur knapp. Die Östlichen Wapitis starben an der übermäßigen Jagd, die Merriam-Wapitis – auch Südwestliche Wapitis genannt – sowohl an übermäßiger Jagd als auch an Nahrungsarmut aufgrund der Ausdehnung der Wüsten. Der letzte Östliche Wapiti wurde 1849 im östlichen Tennessee geschossen.

In den frühen Jahren des 20. Jahrhunderts wurde die Jagd eingeschränkt: Wapitis durften nur noch während der Jagdsaison und auch dann nur in eingeschränkter Zahl geschossen werden. Diese Vorgaben retteten die verbliebenen Wapitis ebenso wie die Bisons vor dem Aussterben.

Systematik[Bearbeiten]

Roosevelt-Wapiti im
Redwood-Nationalpark

Früher ordnete man den Wapiti als mehrere Unterarten des Rothirsches ein. Nach genetischen Untersuchungen wird er als eigenständige Art geführt.[1]

Früher wurden sechs nordamerikanische und vier asiatische Unterarten akzeptiert. Von den sechs nordamerikanischen Unterarten der Wapitis sind mit dem Östlichen Wapiti (C. c. canadensis) und Merriam-Wapiti (C. c. merriami) zwei bereits ausgestorben. Die noch existenten Wapiti-Unterarten sind der Rocky-Mountain-Wapiti (auch Yellowstone-Wapiti, C. c. nelsoni), der Manitoba-Wapiti (C. c. manitobensis), der Olympic-Wapiti (auch Roosevelt-Wapiti, C. c. roosevelti) und der Tule-Wapiti (C. c. nannodes). Laut dem Zoologen Valerius Geist unterscheiden sich die sechs Unterarten aufgrund der Lebensbedingungen ihrer Umgebung, die genetischen Differenzen sind minimal.

Die vier asiatischen Unterarten umfassten den Altai-Maral (C. c. sibiricus), den Tianshan-Wapiti (C. c. songaricus), den Alashan-Wapiti (Cervus canadensis alashanicus) und den Isubrahirsch (C. c. xantopygus)

Genetischen Studien zufolge sind die chinesischen und tibetischen Rothirsche (wallichi, macneilli und kansuensis) ebenfalls den Wapitis zuzurechnen. Diese Südasiatischen Wapitis bilden zusammen eine von drei genetisch deutlich unterscheidbaren Wapiti-Formen. Die anderen beiden Formen stellen die Amerikanisch-Nordasiatischen Wapitis sowie die Ostasiatischen Wapitis oder Isubrahirsche dar.[1]

Amerikanische und Nordasiatische Wapitis[Bearbeiten]

Diese Gruppe umfasst alle nordamerikanischen Wapitis, sowie die nordmongolischen und sibirischen Formen westlich des Baikalsees. Im Westen erreichen sie das Altaigebirge sowie das Tianshan- und Alatau-Gebiet. Folgende Unterarten wurden ursprünglich innerhalb dieser Gruppe unterschieden, möglicherweise sind sie jedoch alle einer einzigen Unterart (Cervus canadensis canadensis) zuzuordnen.

Wapiti-Bulle im Yellowstone-Nationalpark

Der Rocky-Mountain-Wapiti (Cervus canadensis nelsoni) kommt heute in den kanadischen Provinzen British Columbia und Alberta, sowie in den US-Bundesstaaten Idaho, Montana, Washington, Oregon, Nevada, Utah, Arizona, New Mexico, Colorado, Wyoming, Nord- und Süd-Dakota vor. Vereinzelt trifft man ihn auch im westlichen Nebraska, im nordöstlichen Minnesota und im nördlichen Michigan an. Die Population der Rocky-Mountain-Wapitis umfasst rund 750.000 Tiere. Alleine im Yellowstone-Nationalpark befinden sich im Sommer jeweils etwa 30.000 Exemplare dieser Unterart. Entgegen der üblichen Meinung ist der Rocky-Mountain-Wapiti nicht ein Tier der Prärie, welches sich wegen der zunehmenden Besiedlung durch die Europäer in die Berge zurückgezogen hat. Schon früher lebten Wapitis in den Rocky Mountains. Ein Bulle wiegt etwa 300 bis 350 Kilogramm, eine Kuh etwa 200 bis 250 Kilogramm. Die Bullen können eine Schulterhöhe von 1,5 Metern erreichen und eine Körperlänge von 2,5 Metern. Sie sind meist braun mit dunkelbraunen Beinen, Nacken und Bauch sowie einem hellen Hinterteil. Bullen können heller gefärbt sein als Kühe. Die Geweihe der Bullen haben gewöhnlich sechs oder mehr Enden pro Seite.

Der Roosevelt-Wapiti (Cervus canadensis roosvelti) bewohnt das nördliche Kalifornien und den westlichen Teil von Oregon, Washington und British Columbia. Einige wurden nach Afognak Island in Alaska umgesiedelt. Schätzungen der gesamten Population schwanken zwischen 20.000 und 30.000 Individuen. Roosevelt-Wapitis sind größer und dunkler als Rocky-Mountain-Wapitis. Die Bullen können bis zu 450 Kilogramm wiegen. Ihr Geweih formt häufig eine Krone oder einen Korb.

Der Manitoba-Wapiti (Cervus canadensis manitobensis) bewohnt das zentrale Manitoba, das östliche Saskatchewan und die Badlands in Süd-Dakota. Viele dieser kanadischen Wapitis finden sich im oder in der Nähe vom Riding Mountain National Park und Prince Albert National Park sowie im Duck Mountain Provincial Park. Das Fell der Manitoba-Wapitis ist dunkler als dasjenige der Rocky-Mountain-Wapitis. Sie sind nicht so groß wie die Rocky-Mountain-Wapitis, aber kompakter, so dass sie etwa gleich schwer sind. Die Population ist stabil bei etwa 10.000 Tieren.

Tule-Wapiti

Früher lebten große Herden von Tule-Wapitis (Cervus canadensis nannodes) in den California Central Valley Grasslands und den California Chaparral and Woodlands im zentralen Kalifornien. Durch übermäßige Jagd wurden sie stark reduziert, bis sie knapp vor dem Aussterben standen. Der Rinderzüchter Henry Miller, der große Weiden im südlichen Central Valley besaß, erstellte in den 1870er Jahren ein kleines privates Reservat, um die Unterart zu retten. 1932 wurde die Herde permanent geschützt in einem 3,8 km² großen Anwesen in der Nähe von Buttonwillow, California, das heute als Tule Elk State Reserve bekannt ist. Weitere Tule-Wapitis finden sich in nahgelegenen Gegenden, meist auf privatem Grund. Die Tule-Wapitis sind kleiner als diejenigen der übrigen Unterarten, die Bullen wiegen durchschnittlich etwa 225 Kilogramm. Zurzeit gibt es etwa 2000 Tule-Wapitis. Die Jagd auf privatem Grund wurde inzwischen wieder erlaubt, ist aber mit einem Preis von 13.000 US-Dollar (2004) sehr teuer. 1978 wurden Tule-Wapitis ins Point Reyes National Seashore in Marin County verfrachtet, das sich nördlich von San Francisco befindet. Eine andere Herde befindet sich in der Ohlone Wilderness in Alameda County.

Altai-Maral (C. c. sibiricus)

Der Altai-Maral (Cervus canadensis sibiricus) oder Altai-Wapiti bewohnt das Altai- und das Sajangebirge, die nordwestliche Mongolei sowie die Gebiete westlich des Baikalsees. Er ähnelt den nordamerikanischen Formen und erreicht mit einem Gewicht von bis zu 300 kg und eine Schulterhöhe von bis 150–155 cm auch deren Ausmaße. Das Sommerkleid ist einfarbig zimtbraun, im Winter sind die Männchen an den Seiten gräulich braungelb, am Hals, Bauch, und den Schultern dunkler zimtbraun, die Weibchen graubraun gefärbt. Die helle Fellfärbung am Hinterteil erstreckt sich bis zur Kruppe.

Der Tianshan-Maral (Cervus canadensis songaricus) oder Tianshan-Wapiti ist im Tianshan- und Alatau-Gebiet verbreitet. Er ähnelt stark dem Altai-Maral und ist möglicherweise mit diesem identisch.

Isubrahirsche oder Ostasiatische Wapitis[Bearbeiten]

Isubrahirsch (C. c. xanthopygus)

Der Isubrahirsch (Cervus canadensis xanthopygus) lebt in Sibirien östlich des Baikalsees, in der Amurregion, der Ostmongolei, in Nordkorea und in Nordchina. Isubrahirsche erreichen eine Schulterhöhe von 145 cm und ein Gewicht von bis zu 250 kg. Das Fell ist im Sommer hell rostrot, im Winter grau-gelbbraun gefärbt. Der große, breite Spiegel ist im Sommer nur wenig heller als die Flanken, im Winter rostfarben. Das Geweih ist verhältnismäßig klein und trägt nur fünf bis sechs Enden. Aus dem Gebiet des Baikalsees sind Übergangsformen mit Merkmalen des Altai-Marals beschrieben worden.

Die Formen aus Alxa, Gansu, Shanxi und der Südostmongolei wurden früher einer eigenen Unterart dem Alashan-Wapiti (Cervus canadensis alashanicus) zugerechnet, zählen jedoch heute auch zum Isubrahirsch, was durch genetische Befunde bestätigt wird.

Südasiatische Wapitis[Bearbeiten]

Man kann verschiedene Unterarten des Wapitis in Südasien unterscheiden, die jedoch genetischen Befunden zufolge sehr nah verwandt sind.[2] Ihre systematische Stellung zu den übrigen Wapitis ist noch nicht völlig geklärt. Bisweilen werden die Wapitis Südostasiens als eigenständige Art (Cervus wallichii) behandelt.[3]

  • Der MacNeill-Hirsch (Cervus canadensis macneilli) lebt in China im nördlichen Qinghai, in Gansu, Shaanxi, West-Sichuan und im östlichen Tibet.[3]Bisweilen werden die nördlichen Populationen einer eigenen Unterart, des Gansuhirsches (Cervus canadensis kansuensis) zugeschrieben.[2]
  • Der Tibetische Rothirsch oder Shou (Cervus canadensis wallichi) ist im Himalaya (südliches Tibet und Bhutan) verbreitet.[2] Er wurde bereits für ausgestorben gehalten, aber 1988 wiederentdeckt.
  • Der Kaschmirhirsch oder Hangul (Cervus canadensis hanglu) aus Kaschmir ist die westlichste Form dieser Gruppe.[2] Der Kaschmirhirsch gilt als stark gefährdet; nur etwa 200 Tiere im Dachigam-Nationalpark.

Kulturelle Bedeutung[Bearbeiten]

Auge eines Wapiti

Wie jedes Tier, das für die Indianer von Bedeutung war, floss auch der Wapiti in ihre Mythologie ein, wenn er auch nicht den Stellenwert beispielsweise des Kojoten oder der Spinne erreichte. Dem Wapiti werden Eigenschaften wie Graziösität, Sanftmütigkeit und Dankbarkeit zugeschrieben. Außerdem soll er ausgleichend und vermittelnd sein. Weiter ist er bekannt dafür, dass er versteht, was er braucht, um zu überleben.

Verschiedene Indianerstämme begingen Zeremonien zu Ehren des Wapitis. Solche Zeremonien verfolgten auch immer den Zweck, die Kräfte der Wapitis auf sich zu übertragen. Die Bedeutung des Wapitis spiegelt sich auch in den Namen bedeutender Medizinmänner von Jäger-Völkern wider. Beispiele hierfür sind die beiden Lakota-Indianer Black Elk („Schwarzer Wapiti“, auch als „Schwarzer Hirsch“ bekannt) und Elk Head („Wapiti-Kopf“).

Heute stellen Wapitis ein sehr beliebtes Motiv für Fetische, Schnitzereien und andere Kunsthandwerke sowie für gemalte Bilder dar.

Zwischen dem Yellowstone-Nationalpark und der Ortschaft Cody in Wyoming ist ein Tal nach ihnen Wapiti Valley benannt.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Wapiti (Cervus canadensis) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b C. J. Ludt, W. Schroeder, O. Rottmann, R. Kuehn: Mitochondrial DNA phylogeography of red deer (Cervus elaphus). (PDF) In: Mol. Phylogenet. Evol.. 31, Nr. 3, Juni 2004, S. 1064–83. doi:10.1016/j.ympev.2003.10.003. PMID 15120401.
  2. a b c d H. Mahmut, R. Masuda, M. Onuma et al.: Molecular phylogeography of the red deer (Cervus elaphus) populations in Xinjiang of China: comparison with other Asian, European and North American populations. In: Zool. Sci.. 19, Nr. 4, April 2002, S. 485–95. PMID 12130826.
  3. a b Mattioli (2011). Family Cervidae (Deer). (350-443). In: D. E. Wilson, R. A. Mittermeier (Hrsg.): Handbook of the Mammals of the World. Volume 2: Hooved Mammals. Lynx Edicions, 2009. ISBN 978-84-96553-77-4
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Dieser Artikel wurde am 10. September 2004 in dieser Version in die Liste der exzellenten Artikel aufgenommen.