Schwarze Elster

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Schwarze Elster
(obersorbisch Čorny Halštrow)
Vorlage:Infobox Fluss/KARTE_fehlt
Der Fluss in Elsterwerda

Der Fluss in Elsterwerda

Daten
Gewässerkennzahl DE: 538
Lage Sachsen, Brandenburg, Sachsen-Anhalt (Deutschland)
Flusssystem Elbe
Abfluss über Elbe → Nordsee
Flussgebietseinheit Elbe
Quelle Bei Kindisch (Sachsen) an der Kuppe
51° 10′ 37″ N, 14° 7′ 44″ O51.17694444444414.128888888889317
Quellhöhe 317 m ü. NN[1]
Mündung Elbe südlich von Elster (Sachsen-Anhalt)51.81615412.83241469Koordinaten: 51° 48′ 58″ N, 12° 49′ 57″ O
51° 48′ 58″ N, 12° 49′ 57″ O51.81615412.83241469
Mündungshöhe 69 m ü. NN[1]
Höhenunterschied 248 m
Länge 179 km[2]
Einzugsgebiet 5705 km²[2]
Abfluss am Pegel Löben[3][4]
AEo: 4327 km²
Lage: 21,6 km oberhalb der Mündung
NNQ (26.07.2006)
MNQ 1974/2009
MQ 1974/2009
Mq 1974/2009
MHQ 1974/2009
HHQ (16.01.2011)
1,71 m³/s
5,56 m³/s
17,9 m³/s
4,1 l/s km²
66,1 m³/s
128 m³/s
AbflussVorlage:Infobox Fluss/NACHWEISE_fehlen
AEo: 4327 km²
Lage: 21,6 km oberhalb der Mündung
NNQ (26.07.2006)
MNQ
MQ
Mq
MHQ
HHQ (16.01.2011)
1,71 m³/s
5,71 m³/s
18,1 m³/s
4,2 l/s km²
68,2 m³/s
128 m³/s
Linke Nebenflüsse Pulsnitz, Große Röder
Rechte Nebenflüsse Hoyerswerdaer Schwarzwasser, Kleine Elster, Schweinitzer Fließ
Mittelstädte Hoyerswerda, Senftenberg
Kleinstädte Elstra, Kamenz, Wittichenau, Ruhland, Elsterwerda, Bad Liebenwerda, Herzberg, Jessen
Der Flussverlauf der Schwarzen Elster

Die Schwarze Elster, obersorbisch Čorny Halštrow, ist ein 179 Kilometer[5] langer, rechter Nebenfluss der Elbe in den deutschen Bundesländern Sachsen, Brandenburg und Sachsen-Anhalt.

Der ursprünglich stark mäandrierende Verlauf des im Lausitzer Bergland entspringenden und schließlich bei Elster (Elbe) in die Elbe mündenden Flusses wurde ab der Mitte des 19. Jahrhunderts durch Regulierungs- und Begradungsmaßnahmen stark verändert. Zahlreiche Seitenarme wurden abgetrennt, sodass er in der Gegenwart als einer der am meisten eingeengten Flüsse Europas gilt.

Unter anderem bis in die 1980er Jahre anhaltende starke Umweltbelastungen durch die am Fluss angesiedelte Industrie führten dazu, dass der einst reiche Fischbestand der Schwarzen Elster nahezu ausgerottet wurde.

Geographie[Bearbeiten]

Der Fluss entspringt im Lausitzer Bergland (Oberlausitz) auf einer Höhe von 317 m ü. NN an der Ostflanke der 396 Meter hohen Kuppe, einem Nebengipfel des Hochsteins.

Die Quelle befindet sich etwa 1,5 Kilometer südlich der zu Elstra gehörenden Ortschaft Kindisch. Von dort fließt die Schwarze Elster zunächst in nördlicher Richtung durch Elstra, Kamenz, Milstrich und Wittichenau. Ab Hoyerswerda fließt sie in Richtung Westen nach Elsterheide. Im weiteren Verlauf passiert sie nach 63 Kilometern die sächsisch-brandenburgische Grenze. Direkt nach der Grenze überquert die Schwarze Elster zwischen Groß- und Kleinkoschen in einem Wasserstraßenkreuz den Koschener Kanal. Dann fließt sie durch Senftenberg und Ruhland nach Lauchhammer. Dort erreicht sie mit dem etwa 15.000 Hektar umfassenden Schraden das Mündungsbiet der Pulsnitz.

Nachdem die Schwarze Elster bei Elsterwerda die mit sieben Kilometern engste Stelle des Breslau-Magdeburger Urstromtals passiert hat, schwenkt sie in nordwestliche Richtung und durchfließt in der Elbe-Elster-Niederung unter anderem die Städte Bad Liebenwerda, Herzberg und Jessen. Sie mündet bei Flusskilometer 198,5 auf einer Höhe von 69 m ü. NN nahe der Gemeinde Elster (Elbe) in die Elbe.

Die wichtigsten Nebenflüsse der Schwarzen Elster sind das Hoyerswerdaer Schwarzwasser, die Pulsnitz, die Große Röder, die Kleine Elster sowie das Schweinitzer Fließ. Größter Nebenfluss ist die Große Röder mit 105 Kilometer Länge und einem Einzugsgebiet von über 935 km². Diese mündet zwischen Saathain und Würdenhain linksseitig in den Fluss.

Nebenflüsse der Schwarzen Elster
Linksseitig Rechtsseitig

Geologie[Bearbeiten]

Elsterquelle bei Kindisch in Sachsen

Das zum Lausitzer Bergland gehörende Quellgebiet der Schwarzen Elster ist gekennzeichnet durch Granite und Grauwacken des variszischen Grundgebirges. Der Anteil des Mittelgebirgsabschnittes mit einem durchschnittlichen Sohlgefälle von 10,6 ‰ ist jedoch gering. Unterhalb von Kamenz durchfließt die Schwarze Elster ein vorwiegend durch die pleistozänen Ablagerungen der Elster- und Saalekaltzeit geprägtes Gebiet. Ab Hoyerswerda bis zu ihrer Mündung in die Elbe durchfließt sie mit einem durchschnittlichen Sohlgefälle von 0,4 ‰ das 20 bis 30 Kilometer breite warthezeitliche Lausitzer Urstromtal. Das Flussbett ist in diesem Bereich in fluvialen Sanden angelegt. Die Wasserscheide zum nördlich gelegenen Einzugsgebiet von Havel und Spree bildet der Lausitzer Grenzwall. Dort stehen in erster Linie glazifluviale Ablagerungen an.

Die tertiären Braunkohlenvorkommen zwischen Hoyerswerda und Lauchhammer sind von wirtschaftlicher Bedeutung.

Geschichte[Bearbeiten]

Etymologie und Namensvetter[Bearbeiten]

Stadtwappen von Elstra

Auch wenn der gleichnamige Vogel zum Teil in den Stadtwappen der am Fluss liegenden Orte dargestellt wird, hat dieser nichts mit dem Namen des Flusses zu tun. Er gehört vielmehr mit seiner Grundform Al-astra oder Al-istra zum indogermanischen el-/ol- für fließen, strömen mit der germanischen Endung -str. Flussnamen, die auf die gleiche Grundform zurückgehen, gibt es in ganz Europa (Beispiel Alster).[6][7][8][9]

Mit der aus Tschechien im Elstergebirge entspringenden und in die Saale fließenden Weißen Elster kommt die Schwarze Elster nicht in Berührung. Die Beinamen weiß und schwarz erhielten die Flüsse zur Unterscheidung.

Geschichtlich-politische Bedeutung[Bearbeiten]

Die Schwarze Elster bildete ursprünglich große Teile der südlichen Grenze der Sächsischen Ostmark, die im Jahre 937 unter dem deutschen König Otto I. entstanden war. Im 11. Jahrhundert war sie zeitweise Grenzfluss zwischen deutschen und polnischen Herrschaftsgebieten und auch die Grenze zwischen der Niederlausitz und der Oberlausitz folgt ab Lauchhammer bis etwa Geierswalde dem Verlauf der Schwarzen Elster.

Mit dem im 12. Jahrhundert begonnenen deutschen Landesausbau entstanden entlang der Schwarzen Elster zahlreiche Burgen und Befestigungsanlagen, welche die Flussübergänge und die dort entlang führenden Heer- und Handelsstraßen schützen sollten.[10]

Die „Elsterregulierung“ – Begradigung des Flussbettes[Bearbeiten]

Anfänge[Bearbeiten]

Die bereits im Jahre 1420 erwähnte Elstermühle in Plessa
Der unregulierte Fluss in Elsterwerda im 18. Jahrhundert

Auf Klagen über Schäden durch Überflutungen an der Schwarzen Elster erfolgte im Jahr 1559 auf Anweisung von Kurfürst August von Sachsen eine erste Bereisung des Flusses. Als Ergebnis dieser ersten Inaugenscheinnahme erließ er 1561 die Verordnung von Mühlensachen (mitgeteilt im Codicis Augustei, am 11. September 1561). In dieser Verordnung wurde die Schwarze Elster in 170 Abschnitte eingeteilt. Jede der 17 Elstermühlen ab Liebenwerda erhielt genaue Vorschrift, inwieweit das Wasser einzudämmen sei, wie hoch die Schutzbretter sein dürften usw. Jede Mühle erhielt einen Eichpfahl, der für den betreffenden Flussabschnitt die Auslastung und die vorhandene Energiekapazität festlegte. Die Müller handelten jedoch oft weiterhin nach ihrem eigenen Gutdünken. Aus den sich daraus ergebenden Klagen wurde die Verordnung erweitert und 1772 das Interims-Mühlen-Regulativ für die Schwarze Elster erlassen. 42 Paragraphen legten fest, wie sich Müller und Besitzer der Mühlen bei steigendem Wasser zu verhalten hatten. Ebenso wurden die genehmigte Stauhöhe und die Strafen bei Nichteinhaltung der Vorschriften festgelegt.[11][12][13]

19. Jahrhundert, Mittellauf[Bearbeiten]

Der Flussverlauf der Schwarzen Elster und ihrer Nebenflüsse zwischen Dolsthaida und Uebigau vor der Regulierung
Planungskarte der Elster-Regulierung zwischen Würdenhain, Prieschka und Haida aus dem Jahr 1850
Schwarze Elster in Senftenberg
Die Premsendorfer Eisenbahnbrücke kurz nach ihrer Eröffnung 1911
Der Fluss bei Schweinitz

Die bis heute größten Veränderungen erfuhr der Fluss im 19. und 20. Jahrhundert. Als Ziele dienten neben der Eindämmung von Hochwasserereignissen die Steigerung von landwirtschaftlichen Erträgen und auch die Ableitung von Abwässern des aufkommenden Braunkohletagebaus und den der Industrialisierung geschuldeten Einleitungen.

Ursprünglich sollte im Anschluss an das im Jahr 1772 erlassene Mühlen-Regulativ für jede der Elstermühlen eine eigene Verordnung erlassen werden. Als Ergebnis des Wiener Kongresses gehörten jedoch im Jahr 1815 viele Gebiete entlang des Flusses zum Königreich Preußen, sodass es hierzu nicht mehr kam. Die preußische Provinzialregierung versuchte zwar schon 1817 Pläne für eine Regulierung zu entwickeln, aber erst 1852 wurde der Verband zur Regulierung der Schwarzen Elster gegründet und das Gesetz zur Regulierung der Schwarzen Elster erlassen. Der bereits 1848 mit der Regulierung beauftragte Regierungsrat von Funck befürwortete 1850 nach einer Besichtigung des Flusses eine Melioration bis zur Elstermühle Arnsnesta. In den Jahren 1851/52 beantragten die Gemeinden Hoyerswerda und Schweinitz in den Einzugsbereich der geplanten Maßnahmen zu kommen. Der Beitritt wurde jedoch beiden Orten versagt, da sie sich im Vorfeld gegen eine Regulierung ausgesprochen hatten. Eine Regulierung des Unterlaufs wurde zu diesem Zeitpunkt nicht in Betracht gezogen.

Am 10. Mai 1852 begannen 150 Mann bei Zeischa mit den ersten Erdarbeiten für den von Wasserbauinspektor Roeder geplanten 90 Kilometer langen Abschnitt zwischen Tätzschwitz und Arnsnesta. Bis ins Jahr 1855 stieg die Anzahl der beschäftigten Arbeiter auf bis zu 1400. Da dies jedoch nicht zu einem zügigen Abschluss der Arbeiten reichte, wurde hier erstmals der Einsatz von Dampfbaggern diskutiert.

Darüber hinaus führten verschiedene Interessenkonflikte immer wieder zu Verzögerungen. So beantragte 1856 die Stadt Senftenberg eine Stromlinienverlegung entgegen den ursprünglichen Plänen, um eine Überschwemmungsgefahr für den Ort zu reduzieren. Regierungsrat von Funck schrieb hierzu: „Die Schwierigkeiten der Elster-Regulirung werden in nicht geringem Maaße dadurch erhöht, dass die Betheiligten sich von dem Regulirungs-Plane vor seiner Ausführung kein Klares Bild machen und nun gar zu oft mit Lebhaftigkeit einen Antrag stellen und durchzuführen streben, den sie, wenn ihnen endlich gewillfahrt wird, wieder fallen lassen, um mit gleicher Lebhaftigkeit das Gegentheil ihres früheren Antrags zur Geltung bringen suchen. Zum Theil mag dies auch daher kommen, daß die Zahl der Betheiligten sehr groß ist und wie alles Irdische hin und herschwankt, auf bald die Eine, bald die andere Meinung in den einzelnen Ortschaften nach Oben kommt und dann mit allen ihr zu Gebote stehenden Mitteln sich Boden zu verschaffen sucht. So ging es vom ersten Beginn der Elster-Regulirungs-Arbeiten her und so scheint es erst mit ihrem Schlusse endigen zu wollen“.

Auch erhöhten durch Hochwasserereignisse eingetretene Schäden an den zuerst unzureichend ausgeführten Deichanlagen die Kosten für den Bau und verzögerten ihn zusätzlich. So brachen während eines Eisganges im Jahr 1861 die Deiche an zehn Stellen. Ein schweres Sommerhochwasser im selben Jahr unterbrach die Arbeiten erneut. Im Jahr 1863 brach bei einer Eisversetzung ein Deich bei Herzberg. Als Konsequenz aus diesen Ereignissen hielt Wasserbauinspektor Roeder eine Erhöhung der Deiche für unumgänglich, schlug aber aus Kostengründen eine Vertiefung des Flussbettes vor. Bereits nach der Fertigstellung des ersten Bauabschnittes im März 1863 waren einzelne Nachbesserungen notwendig. In den Jahren 1863/64 erfolgte dann die Regulierung des Flusses zwischen Arnsnesta und Premsendorf. Dies war jedoch nur mit einer Beteiligung der damaligen Eisenbahngesellschaft an den Gesamtkosten möglich. Die Schulden des Verbandes betrugen am Ende der Ersten Regulierung 808344 Taler.[14]

19./ 20. Jahrhundert, Unterlauf[Bearbeiten]

Bereits bei der Inkraftsetzung des Gesetzes zur Regulierung der Schwarzen Elster war festgestellt worden, dass Hochwässer durch die Begradigung des Flusslaufs dem Unterlauf schneller zugeführt würden. Neben diesen bereits erwarteten Folgen führte ein abgesenkter Grundwasserspiegel in den regulierten Gebieten zu Einbußen in der Landwirtschaft. Ebenso bedeutete die Trockenlegung ehemaliger Überflutungsflächen einen schweren Einschnitt für die Flora und Fauna. Die intensiv betriebene Fischerei am Fluss erlitt erhebliche Einbußen. Eine Verstärkung des Braunkohletagebaus am Ober- und Mittellauf verschärfte die Situation am Unterlauf in den folgenden Jahren zusätzlich. Ehemals trockene Flächen waren einer dauerhaften Vernässung durch Grundwasseranstieg und Überflutung ausgesetzt.

Das Hochwasser 1895 und ein schwerer Eisgang im März 1900 sorgten letztlich für die Regulierung des Unterlaufs. Der mit dem Projekt beauftragte Meliorationsbeamte Neumann legte 1902 die Entwürfe zur Regulierung von Premsendorf bis zur Mündung vor. Die Anlieger und Interessenten wollten jedoch erst, dass nur die Mühlen und die Stauwerke abgerissen werden, um zu sehen, wie sich die Bedingungen danach änderten. Nach einem schweren Hochwasser im Jahr 1907 brachen oberhalb von Premsendorf drei Deiche, weite Überschwemmungen waren die Folge. Der damalige Landrat in Herzberg, Freiherr von Palombini, der bereits in den vorangegangen Jahren die Elsterregulierung befürwortet hatte, bat erneut um finanzielle Beihilfen zur Verwirklichung des Projektes. Die durch das Hochwasserereignis betroffenen Gemeinden unterzeichneten eine Petition, in der sie eine schnellstmögliche Regulierung sowie den Kreis Schweinitz als Träger dieser Maßnahme vorschlugen. 1908 legte Neumann den überarbeiteten Entwurf zur Regulierung vor. Die Gesamtkosten sollten 400.000 Mark betragen. Nach einer ersten Bewilligung von 70.000 Mark im Jahr 1911 wurde die Eisenbahnbrücke bei Premsendorf neu aufgebaut. 1912 begannen erste Ausbaggerungsarbeiten in der Nähe von Gorsdorf. Bis zum Kriegsbeginn 1914 wurden mehrere Durchstiche am mäandernden Flusslauf fertiggestellt. Einem sich abzeichnendem Arbeitskräftemangel wurde mit der Heranziehung von Arbeitslosen entgegengewirkt. Durch die Maßnahmen kam es zu einer merklichen Grundwasserabsenkung und deutlich schnelleren Absenkung von hohen Wasserständen. Zu einer Unterbrechung der Arbeiten kam es erst in den Jahren 1917/18 durch den kriegsbedingten Mangel an Arbeitskräften, aber auch durch einen sehr strengen Winter. Im Jahr 1921 konnten die Arbeiten bis auf den Umbau des Jessener Mühlenstaues beendet werden. Schwere Schäden durch ein Hochwasser im Jahr zuvor sorgten jedoch für Forderungen nach weiteren Ausbaumaßnahmen. So verursachten Versandungen des neuen Flussbettes immer wieder einen schlechteren Wasserabfluss. Die Strecke zwischen Premsendorf und Kremitz versandete fast bis zur Uferhöhe. 1921 stellte der Meliorationstechniker Winter einen weiteren Entwurf zum Umbau des Flussbettes vor, der aber bis 1927 nicht realisiert wurde. Am 23. August 1927 begann die Nachregulierung zwischen Gorsdorf und Premsendorf mit einer Bauzeit von vier Jahren. Am Bau waren insgesamt 300 Arbeiter beschäftigt, davon 30 Kriegsgefangene. 11 der insgesamt 36 Kilometer waren im November 1928 fertiggestellt. Aufgrund der steigenden Kosten für die Regulierung wurde wiederholt eine Beteiligung des Bergbaus an den Ausgaben gefordert. Im September 1931 war der nach dem Entwurf geplante Abschnitt reguliert. Die anfangs mit den Arbeiten beauftragte Firma Ekström aus Hamburg war zwischenzeitlich in Konkurs gegangen, sodass ab 1930 die Firma Gurrels & Börner (ebenfalls aus Hamburg) den Auftrag vollendete. Insgesamt wurden 800.000 m³ Erdreich gefördert, wovon rund 150.000 in die 20 Kilometer Deich verbaut wurden. Zur Entwässerung der abgeschnittenen Polder wurden zehn Siele und 28 Durchlässe gebaut.[15][16]

20. Jahrhundert, Mittellauf[Bearbeiten]

Schwarze Elster bei Herzberg

Nachdem der Unterlauf der Schwarzen Elster reguliert war, zeigte sich am Mittellauf des Flusses, dass ohne ständige Unterhaltungsmaßnahmen eine verzögerungsfreie Abführung von Hochwässern dauerhaft nicht möglich war. So führten Versandungen, Uferabbrüche und Krautbewuchs zur Umsetzung von mehreren Sonderplänen. Sonderplan I betraf die Strecke am Mittellauf zwischen Premsendorf und Herzberg. Die Arbeiten begannen 1930 und wurden 1931 bei Herzberg unterbrochen. 1932 trat Sonderplan II zur Räumung der Schwarzen Elster zwischen Herzberg und Bad Liebenwerda in Kraft. In den Jahren 1933 und 1935 wurden mit den Sonderplänen II und VI die erforderlichen Maßnahmen in den Bereichen zwischen Bad Liebenwerda und München sowie zwischen Bad Liebenwerda und Plessa umgesetzt. Zwischen Neuwiese und Hoyerswerda wurde der Fluss bis 1933 ausgebaut. Der verbleibende Abschnitt bis zur sächsisch-preußischen Grenze befand sich bereits in der Regulierung. Für den Abschnitt Plessa–Biehlen wurde 1935 in der Elstergenossenschaft ein Sonderplan V diskutiert. Für die Arbeiten wurden unter anderem der Freiwillige Arbeitsdienst und dessen Nachfolgeorganisation, der Reichsarbeitsdienst, eingesetzt.[17]

20. Jahrhundert, Oberlauf[Bearbeiten]

Die Schwarze Elster zwischen Wittichenau bis zur Quelle verblieb nach dem Wiener Kongress im Königreich Sachsen. Wie auch im Unter-und Mittellauf des Flusses sorgten Überflutungen für größer werdende Schäden. Auch hier wurde der stark mäandernde Verlauf, aber auch Verbauungen durch Mühlenstaue als Ursache festgestellt. Im Dezember 1912 wurden zwei Unterhaltungsgenossenschaften auf Grundlage des sächsischen Wassergesetzes von 1909 gegründet. Deren Aufgabe war die „Unterhaltung der Schwarzen Elster und der dazugehörigen Flutrinnen, sowie der Hochwasserschutzanlagen, die Reinhaltung des Wasserlaufbettes und den Schutz der im Bereiche gelegenen Grundstücke vor Uferangriff, Überschwemmung, Eisgang und Versumpfung“ sicherzustellen. Nach dem schweren Hochwasser 1926 wurde vom Straßen- und Wasserbauamt in Bautzen der Bau einer durchgehenden Flutrinne zwischen der Landesgrenze und Jesau vorgeschlagen. Die Kosten für den Bau übernahmen zu einem Viertel (5000 Mark) die Unterhaltungsgenossenschaft, 15000 Mark wurden vom sächsischen Finanzministerium gestellt. Bis auf einen Abschnitt bei Milstrich konnten die Arbeiten 1929 abgeschlossen werden. Hier hatten die Bewohner Widerspruch gegen das Vorhaben erhoben. Da aber auch keine durchgehende Flutrinne auf dem gesamten sächsischen Flussgebiet geschaffen wurde, sollte dies 1929 auf Vorschlag der Abteilung für Landwirtschaft bei der Unterhaltungsgenossenschaft durchgesetzt werden. Die Planungen hierzu wurden ab 1930 auch mit der betroffenen Bevölkerung diskutiert. Aufgrund finanzieller Schwierigkeiten konnten die Pläne vorerst nicht umgesetzt werden. Erst Anfang 1933 wurde mit Beihilfen aus dem Papen-Programm und einem Darlehen der Deutsche-Bodenkultur-Aktiengesellschaft in Berlin mit dem Bau begonnen. Der zu regulierende Flussabschnitt wurde in zwei Baulose aufgeteilt. Baulos I umfasste den Bereich zwischen Kamenz und Milstrich, und wurde durch die Firma Zentra aus Dresden übernommen. Im Mai 1934 konnten die Arbeiten hier beendet werden. Das Baulos II übernahm Firma Günther aus Dresden und umfasste den Teil zwischen Milstrich und der Landesgrenze. Die Firma beendete ihre Arbeiten hier am 29. März 1934. Letzte Meliorationen erfolgten im Umland bis 1935. Die gesamten Baukosten beliefen sich hier auf 907647,22 Reichsmark und wurden durch Darlehen, den Sächsischen Staat und aus dem Papen-Programm finanziert.[18][19]

Hochwasser[Bearbeiten]

Die Elsterflut im Oktober 2010 in Löben
Infolge der Elsterflut 2010 notwendig gewordene Deichbaustelle bei Zeischa

Die Bewohner der Siedlungen am Fluss hatten sich schon in der frühen Neuzeit auf die alljährlich wiederkehrenden Hochwasser eingestellt. Einerseits wurden durch Nährstoffablagerungen auf den überfluteten Flächen diese fruchtbarer und für die betriebene Weidehaltung von Vieh wertvoller. Andererseits entstanden bei extremen Ereignissen schwere Schäden an Gebäuden, Menschenleben waren zu beklagen und die Saat auf landwirtschaftlich genutzten Flächen wurde durch das lange Stehen des Wassers zunichtegemacht. Gut dokumentiert sind Hochwasserereignisse ab etwa Mitte des 18. Jahrhunderts. In dieser Zeit wird von fünf bedeutenden Ereignissen in den Jahren 1771, 1772, 1784 1785 und 1799 berichtet – bei denen durch Dammbrüche die angrenzenden Gebiete überflutet wurden. Aus dem 19. Jahrhundert sind neben kleineren Ereignissen insgesamt 13 schwere Hochwasser bekannt. Dies betraf Überflutungen in den Jahren 1827, 1830, 1831, 1845, 1851, 1854, 1861/62, 1867/68, 1871, 1880/81 und 1895.

Im 20. Jahrhundert sind Hochwasserereignisse aus den Jahren 1907, 1909, 1919/20, 1926/27 durch ihre Größe bekannt geworden.[20]

Verheerend war das Hochwasser im Sommer 1926. Das Hochwasser betraf neben der Schwarzen Elster auch ihre Nebenflüsse: die Pulsnitz, Große und die Kleine Röder sowie die Kleine Elster. Allein im Überschwemmungsgebiet des damaligen Landkreises Bad Liebenwerda wurden in jenem Jahr zwei Drittel der Ernte vernichtet. Weiter flussabwärts wurde im Bereich Mönchenhöfe von bis zu 144 Hektar überfluteter Fläche berichtet.[21]

Die letzten großen Hochwasser ereigneten sich 2010/11 (siehe Hauptartikel: Elsterhochwasser 2010) sowie im Jahr 2013, als die Deiche am Fluss bei Gorsdorf, Schweinitz und bei Arnsnesta linksseitig brachen. Am Fluss werden insgesamt acht offizielle Pegelstationen betrieben.[22]

Ökologische Situation – Wassergüte und Gewässerstruktur[Bearbeiten]

→ Siehe auch: Liste der Gewässer in Sachsen, Liste von Flüssen und Kanälen in Brandenburg, Liste der Gewässer in Sachsen-Anhalt

Nach dem Rückgang des Braunkohletagebaus und einer deutlichen Verringerung der Einleitung von Abwässern der Industrie wurde in den Jahren nach 1990 eine Verbesserung der Gewässergüte festgestellt. Einer sich abzeichnenden Verringerung des Sauerstoffgehaltes durch jetzt häufiger auftretende Niedrigwasser im Sommerhalbjahr wurde mit dem Einbau von Sohlschwellen im Flussbett entgegengewirkt. Gleichzeitig sollten diese die Gewässerstruktur verbessern. In der biologischen Gewässergütekarte der Bundesrepublik Deutschland wird die Schwarze Elster als mäßig belastetes Gewässer ausgewiesen. Dies entspricht der Güteklasse II. Die Gewässerstruktur wird im Gewässergüteatlas bewertet. Hier wird der Fluss mit den Strukturklassen 3 (mäßig verändert) bis 5 (stark verändert) beschrieben.[23]

Renaturierung, Revitalisierung[Bearbeiten]

Die Schwarze Elster gilt in der Gegenwart als einer der am meisten eingeengten Flüsse Mitteleuropas.[24] Erste Maßnahmen zur Revitalisierung des Fließgewässers stellen die im Unterlauf eingebrachten Sohlschwellen dar. Am 27. September 2007 fand die erste Schwarze-Elster-Konferenz unter dem Motto „Aqua est vita – Wasser ist Leben“ statt. Nach der zweiten Konferenz am 17. November 2008 wurde im März 2010 eine Arbeitsgemeinschaft „Schwarze Elster“ gegründet, welche das Projekt Renaturierung auf den Erfahrungen bei der Kleinen Elster aufbauend umsetzen will. Weitere Renaturierungsvorhaben in der Schwarze-Elster-Niederung begannen am Altwasser Borken im Dezember 2008. In den darauffolgenden Jahren wurden Vorhaben dieser Art am Alten Hechtzug bei Elsterwerda, dem Krebsscherenaltarm Neumühl und dem Altwasser in den Langennaundorfer Elsterbrüchen umgesetzt. Nach dem Elsterhochwasser 2010 begannen umfangreiche Planungen zum Hochwasserschutz und einer damit möglichen Revitalisierung einzelner Flussabschnitte.

Naturräume, Naturschutz, Flora und Fauna[Bearbeiten]

Altarm der Schwarzen Elster bei Zeischa
Auenlandschaft im Naturschutzgebiet „Alte Röder“
Im Naturschutzgebiet „Schweinert“ befindet sich eines der bedeutendsten bronzezeitlichen Hügelgräberfelder Mitteleuropas
Fliegende Höckerschwäne im Landschaftsschutzgebiet Elsteraue bei Kahla

Die Schwarze Elster durchfließt die folgenden „naturräumlichen Haupteinheitengruppen“:[25]

  • D10 – Elbe-Mulde-Tiefland
  • D24 – Oberlausitzer Heidelandschaft

Biotoptypen der Flussaue[Bearbeiten]

Weicholz- und Hartholzauwälder sind die bestimmenden Biotoptypen an der Schwarzen Elster. Die meisten dieser Flächen wurden jedoch infolge von Deichbaumaßnahmen vom Fluss abgetrennt. Von diesen Flächen wurden einige als Schutzgebiete ausgewiesen.

Großschutzgebiete[Bearbeiten]

Europäische Vogelschutzgebiete[Bearbeiten]

Als Europäisches Vogelschutzgebiet bezeichnet man Schutzgebiete, die auf Grund der im Art. 4 (1) der Vogelschutzrichtlinie 1979 angelegt wurden. Zusammen mit den Schutzgebieten nach der FFH-Richtlinie bilden die besonderen Vogelschutzgebiete den europaweiten Biotopverbund des Schutzgebietsnetzwerks Natura 2000.

Eine Reihe von besonders gefährdeten oder schutzwürdigen Arten ist im Anhang I dieser Richtlinie aufgelistet. Die Mitgliedstaaten, welche die Richtlinie unterzeichnet haben, sind verpflichtet, die zur Erhaltung dieser Arten geeignete Schutzgebiete auszuweisen.

Ausgewiesene Schutzgebiete an der Schwarzen Elster sind:

  • das EU SPA "Mündungsgebiet der Schwarzen Elster"
  • sowie das EU SPA "Vogelschutzgebiet Annaburger Heide"

Naturschutzgebiet[Bearbeiten]

In dieser Schutzgebietskategorie sind folgende Gebiete am Fluss ausgewiesen:

Landschaftsschutzgebiet[Bearbeiten]

Die in dieser Schutzgebietskategorie ausgewiesenen Gebiete am Fluss wurden zum Teil schon in den 1960er Jahren eingerichtet. So auch das LSG Elsteraue und Teichlandschaft um Bad Liebenwerda. Des Weiteren sind hier als Landschaftsschutzgebiet ausgewiesen:

  • Elsterniederung und westliche Oberlausitzer Heide zwischen Senftenberg und Ortrand
  • Elsteraue zwischen Herzberg und Übigau
  • Elsteraue[26][27]

Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie der EU[Bearbeiten]

Diese Schutzgebietskategorie soll den Vorrang der Natur vor verschiedenen Nutzungsinteressen gewährleisten, und ist dem Gedanken an einen Biotopverbund verpflichtet. Die FFH-Gebiete entlang der Schwarzen Elster sind oft deckungsgleich mit schon ausgewiesenen, anderen Schutzgebietskategorien. Ausgewiesene Schutzgebiete sind:

  • das FFH-Gebiet Mittellauf der Schwarzen Elster
  • das FFH-Gebiet Untere Schwarze Elster
  • das FFH-Gebiet Kuhlache und Elsteraue bei Jessen
  • das FFH-Gebiet Gewässersystem Annaburger Heide südöstlich Jessen
  • das FFH-Gebiet Alte Elster und Rohrbornwiesen bei Premsendorf
  • das FFH-Gebiet Schwarze Elster oberhalb Hoyerswerda[28][29]

Naturdenkmale[Bearbeiten]

Das Hammer-Luch bei Löben ist ein als Flächenhaftes Naturdenkmal ausgewiesenes Gebiet eines Altarmes des Flusses nahe der Ortschaft Löben.[30] Weitere Naturdenkmale am Fluss sind:

  • Stieleiche bei Frauenhorst
  • Stieleiche in Bad Liebenwerda an der Elsterbrücke
  • Winterlindenallee Bad Liebenwerda auf dem rechten Deich der Schwarzen Elster
  • Eichen-Linden-Allee in Elsterwerda auf dem rechten Deich der Schwarzen Elster
  • Stieleiche Plessa in der Nähe der Elstermühle an der Schwarzen Elster
  • Wildbirne in der Annaburger Heide[31][32]

Pflanzen[Bearbeiten]

Im heutigen stark begradigten Flusslauf finden sich auch aufgrund einer zunehmenden Verbesserung der Gewässergüte wieder zahlreiche Wasser- und Uferpflanzen. Noch vereinzelt vorhandene intakte Altgewässer haben sich zu einem Refugium für geschützte Pflanzenarten entwickelt. Während im Flusslauf meist Röhricht, Rohrkolben oder auch Wasserpest zu finden sind, haben Arten wie Wassernuss, Krebsschere und Froschbiss die Altarme besiedelt. Weitere erwähnenswerte geschützte Pflanzenarten am Fluss und seinen Altarmen sind:

Krebsschere

Tiere[Bearbeiten]

Säugetiere[Bearbeiten]

Fischotter
Rotbauchunke
Europäischer Wels

Erwähnenswerte Säugetierarten an der Schwarzen Elster sind der Elbebiber (C. f. albicus Matschie) und der Fischotter. Aufgrund intensiver Schutzmaßnahmen kann der Elbebiber heute wieder einen sich selbst erhaltenden Bestand aufweisen. Als Neozoone haben Waschbär, Mink und Nutria den Fluss und seine Nebengewässer als Lebensraum entdeckt.

Eisvogel mit Beute

Vögel[Bearbeiten]

An der Schwarzen Elster, ihren Altarmen und den verbliebenen Auen haben sich trotz der weitreichenden Begradigungsmaßnahmen einige seltene Arten erhalten. Dazu zählen unter anderem der Eisvogel und die Rohrweihe. Die Auen, welche in der Annaburger Heide am Fluss liegen, werden durch Kraniche als Brutplatz genutzt. Auch Seeadler und Wespenbussard wurden in der Vergangenheit als Nahrungsgäste nachgewiesen. Weißstörche sind besonders in den Ortschaften am Fluss als Brutvogel bekannt.[33][34]

Amphibien[Bearbeiten]

Mehrere der in Deutschland heimischen Lurche und Kriechtierarten sind am Verlauf des Flusses heimisch. Besonders erwähnenswert sind hier die Rotbauchunke und die Zauneidechse. Die besonders geschützte Rotbauchunke ist auf einen Lebensraum mit wechselnden Wasserständen angewiesen. Dies wird jedoch nur noch an wenigen Altgewässern am Fluss durch eine Anbindung zum heutigen Hauptverlauf erreicht. Weitere Arten sind der Moorfrosch, die Wechselkröte/Kreuzkröte sowie der Laubfrosch, der im Jahr 2008 zum Lurch des Jahres gewählt wurde.

Fischbestand[Bearbeiten]

Bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts galt die Schwarze Elster als ertragreichster Fluss Mitteleuropas. Durch einen stark mäandernden Verlauf bot der Fluss dem Fischbestand sehr viele Laichplätze, ausreichend Nahrung und Unterschlupfmöglichkeiten. In einer Veröffentlichung von Max von dem Borne im Jahr 1882 über die Fischereiverhältnisse des Deutschen Reiches, Oesterreich- Ungarns, der Schweiz und Luxemburgs wird der Fluss als außerordentlich fischreich beschrieben.

Neben Forellen im Oberlauf waren typische Wanderfischarten wie Lachs, Aal und Flussneunaugen, aber auch Welse, Karpfen, Barben und andere in großer Zahl heimisch. Beginnend mit der Regulierung wurden viele Krümmungen des Verlaufs beseitigt und vom Fluss abgetrennt. Gleichzeitig sorgte eine vermehrte Einleitung von Industrieabwässern für schlechter werdende Lebensbedingungen. Da sich diese Entwicklung bis zur politischen Wende in der DDR fortsetzte, konnten im Unterlauf zeitweise keine Fische mehr festgestellt werden. Mit einer Verbesserung der Wasserqualität, beginnend in den 1990er Jahren wurden erste Bestandsaufnahmen im Mündungsbereich sowie im Unterlauf durchgeführt. 1992 konnten so 16 verschiedene Fischarten in diesen Bereichen nachgewiesen werden. Der positive Entwicklungstrend setzte sich fort, sodass in den Jahren 1998 und 2002 bereits 26 verschiedene Arten im Unterlauf festgestellt werden konnten. Darunter waren unter anderem Aal, Rapfen, Wels, Quappe, Döbel, Barbe, Hecht, Zander und Schlei. Schadstoffuntersuchungen an den Fischen konnten in keinem Fall eine Überschreitung der zulässigen Höchstmengen nachweisen, sodass gefangene Fische als verzehrfähig gelten.[35]

Unterschiedliche Längenangaben[Bearbeiten]

Wie auch bei anderen Fließgewässern kann die Angabe der Flusslänge variieren. Die Schwarze Elster war im Laufe der Zeit oft von Regulierungsmaßnahmen betroffen, zum Beispiel von umfangreichen Begradigungen im 19. Jahrhundert oder vom Braunkohleabbau. Durch diese Maßnahmen wurde ihr Flussbett oft massiv verändert und verlegt, was auch Einfluss auf deren Länge zur Folge hatte.

Literatur[Bearbeiten]

  • Hydrologisches Handbuch. Teil 2 – Gebietskennzahlen. Freistaat Sachsen – Landesamt für Umwelt und Geologie, S. 8, abgerufen am 30. Dezember 2012 (PDF, 115 kB).
  •  Luise Grundmann, Dietrich Hanspach, Institut für Länderkunde Leipzig und der Sächsischen Akad. der Wissenschaften zu Leipzig (Hrsg.): Der Schraden. Eine landeskundliche Bestandsaufnahme im Raum Elsterwerda, Lauchhammer, Hirschfeld und Ortrand. Böhlau Verlag, Köln/ Weimar/ Wien 2005, ISBN 3-412-10900-2.
  •  Günther Erfurt: Die Schwarze Elster. Schicksal unseres Heimatflusses. Selbstverlag, Jessen 2007.
  •  Dieter Lehmann, Veit Rösler u. a.: Schwarze Elster – Uferlos. Das Rekordhochwasser 2010. BücherKammer, Herzberg 2010, ISBN 978-3-940635-26-6.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Schwarze Elster – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Messung anhand Topografischer Karte 1:25.000
  2. a b Gewässersteckbrief-Elbe, Plan Hochwasservorsorge Dresden, 2010, auf: dresden.de (pdf; 8,3 MB)
  3. Deutsches Gewässerkundliches Jahrbuch Elbegebiet, Teil I 2009. Landesbetrieb für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft Sachsen-Anhalt, 2012, S. 122, abgerufen am 20. Januar 2013 (PDF, deutsch, 5,22 MB).
  4. HHQ aus Pegel: Löben, auf: hochwasservorhersage.sachsen-anhalt.de
  5. Steckbrief Schwarze Elster beim Ministerium für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz Brandenburg
  6. Jürgen Udolph: Namenkundliche Studien zum Germanenproblem. Sieboldshausen 1993, S. 245
  7. Ortsnamen als Geschichtsquelle. In: Eurasisches Magazin. 26. März 2004
  8. Onomastik, Namenkunde, Namenforschung …, abgerufen am 30. September 2013.
  9. Emilia Crome: Die Ortsnamen des Kreises Bad Liebenwerda. Akademie-Verlag, Berlin 1968.
  10. Ines Spazier: Mittelalterliche Burgen und Herrensitze im Elbe-Elster-Gebiet und in der nördlichen Oberlausitz. In: Mitteilungen des Landesvereins Sächsischer Heimatschutz. Heft 1/1995, S. 26–30.
  11. Manuela Armenat: Die ‚Vollkommene Ausbildung‘ der Schwarzen Elster. Eine multidimensionale Studie zur Wasserwirtschaft und zum Kulturlandschaftswandel 1800–1945. Waxmann, Münster 2012, ISBN 978-3-8309-2706-8, S. 120 ff.
  12. Heimatkalender für den Kreis Schweitnitz. Jahrgang 1931, S. 41 ff.
  13. Günther Erfurt: Die Schwarze Elster. Schicksal unseres Heimatflusses. Selbstverlag, Jessen 2007, S. 8 und 9.
  14. Manuela Armenat: Die ‚Vollkommene Ausbildung‘ der Schwarzen Elster. Eine multidimensionale Studie zur Wasserwirtschaft und zum Kulturlandschaftswandel 1800–1945. Waxmann, Münster 2012, ISBN 978-3-8309-2706-8, S. 127 ff.
  15. Manuela Armenat: Die ‚Vollkommene Ausbildung‘ der Schwarzen Elster. Eine multidimensionale Studie zur Wasserwirtschaft und zum Kulturlandschaftswandel 1800–1945. Waxmann, Münster 2012, ISBN 978-3-8309-2706-8, S. 144 ff.
  16. Heimatkalender für den Kreis Schweinitz. Jahrgang 1931, S. 41–44.
  17. Manuela Armenat: Die ‚Vollkommene Ausbildung‘ der Schwarzen Elster. Eine multidimensionale Studie zur Wasserwirtschaft und zum Kulturlandschaftswandel 1800–1945. Waxmann, Münster 2012, ISBN 978-3-8309-2706-8, S. 154 ff.
  18. Manuela Armenat: Die Vollkommene Ausbildung Der Schwarzen Elster. Waxmann Verlag, ISBN 978-3-8309-2706-8, S. 157 ff.
  19. Günther Erfurt: Die Schwarze Elster, Schicksal unseres Heimatflusses. Selbstverlag, Jessen
  20. Manuela Armenat: Die Vollkommene Ausbildung Der Schwarzen Elster. Waxmann Verlag, ISBN 978-3-8309-2706-8, S. 107 ff.
  21.  Rudolf Matthies: „Geschichte des Dorfes Würdenhain“. 1953 (Aufgestellt im Rahmen des Nationalen Aufbauwerkes mit nachträglichen Ergänzungen von Ursula Heinz und Matthias Lohse).
  22. Länderübergreifendes Hochwasserportal mit Pegelstationen
  23. Kartendarstellungen des Gewässerkundlichen Landesdienstes Sachsen-Anhalt zur ökologischen Situation
  24. Frank Claus: Elster-Schadstellen sollen schnell repariert werden. In: Lausitzer Rundschau. 5. Oktober 2010.
  25. definiert nach geomorphologischen, bodenkundlich-geologischen undbiogeografischen Kriterien gemäß Bundesamt für Naturschutz, 1994.
  26. Liste der Landschaftsschutzgebiete in Brandenburg (PDF; 110 kB)
  27. Verordnung über das Landschaftsschutzgebiet „Elsteraue“.
  28. Link zu den Naturschutzgebieten im Landkreis Elbe-Elster
  29. Link zum NSG Untere Schwarze Elster
  30. Verordnung zur Festsetzung des Flächenhaften Naturdenkmals "Hammer Luch bei Löben". veröffentlicht im Amtsblatt für den Landkreis Wittenberg, Ausgabe 24 vom 24. November 2012.
  31. Verordnung zur Festsetzung von Bäumen als Naturdenkmale im Landkreis Elbe-Elster vom 21. Juni 2011.
  32. Verordnung des Landkreises Wittenberg zur Festsetzung des Naturdenkmals Wildbirne in der Annaburger Heide. (PDF; 12 kB)
  33. Artenschutzprogramm Seeadler mit Vorkommen an der Schwarzen Elster (PDF; 8,8 MB)
  34. Beschreibung NSG Untere Schwarze Elster
  35. Fachberichte der FGG Elbe