Werte und Normen

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Werte und Normen ist ein ordentliches Lehrfach an den öffentlichen Schulen und den Schulen in freier Trägerschaft (Privatschulen) im Land Niedersachsen.[1] „Im Fach Werte und Normen sind religionskundliche Kenntnisse, das Verständnis für die in der Gesellschaft wirksamen Wertvorstellungen und Normen und der Zugang zu philosophischen, weltanschaulichen und religiösen Fragen zu vermitteln.“[2] Der Unterricht Werte und Normen beginnt ab dem 5. Schuljahrgang[3] und ist als Abiturfach vorgesehen[4]. Es ist ein Ersatzfach zum Religionsunterricht. „Der Unterricht Werte und Normen soll vorrangig von Lehrkräften mit philosophischer, religionswissenschaftlicher oder gesellschaftswissenschaftlicher Ausbildung erteilt werden.“[5]

Geschichte[Bearbeiten]

1970 wurde mithilfe des abgeschlossenen Staatsvertrags zwischen dem Land Niedersachsen und der Freireligiösen Landesgemeinschaft der erste religionskundliche Unterricht eingerichtet. Infolgedessen entstand 1974 in den allgemeinbildenden Schulen Niedersachsens der erste „Werte und Normen-Kurs“, für Schülerinnen und Schüler, die weder am Religionsunterricht noch am religionskundlichen Unterricht teilnehmen wollen.[6][7]

Rechtliche Situation[Bearbeiten]

Werte und Normen ist ordentliches Lehrfach an den öffentlichen Schulen und den Schulen in freier Trägerschaft (Privatschulen) im Land Niedersachsen.[1]

„Im Fach Werte und Normen sind religionskundliche Kenntnisse, das Verständnis für die in der Gesellschaft wirksamen Wertvorstellungen und Normen und der Zugang zu philosophischen, weltanschaulichen und religiösen Fragen zu vermitteln.“

– § 128 Absatz 2 des Niedersächsischen Schulgesetzes (NSchG)[2]

Eine „[…] Schule hat den Unterricht Werte und Normen als ordentliches Lehrfach vom 5. Schuljahrgang an einzurichten, wenn mindestens zwölf Schülerinnen oder Schüler […]“ nicht am Religionsunterricht teilnehmen.[3] „Bei der Unterrichtsorganisation […]“ hat die Schule „[…] die Möglichkeiten von klassen- oder jahrgangsübergreifendem Unterricht zu nutzen, wobei im Sekundarbereich I aus fachdidaktischen und -methodischen Gründen nicht mehr als drei Schuljahrgänge zusammengefasst werden sollten.“[8] Der Unterricht Werte und Normen „[…] kann auch dann eingerichtet werden, wenn die Mindestzahl von zwölf Teilnehmerinnen und Teilnehmern durch Zusammenfassung der Schülerinnen und Schüler benachbarter Schulen erreicht wird“; „[v]oraussetzung ist, dass die Zusammenfassung nach den örtlichen und schulischen Gegebenheiten vertretbar ist.“[9]

Hat eine Schule den Unterricht Werte und Normen eingerichtet, so sind alle, die nicht am Religionsunterricht teilnehmen, statt dessen zur Teilnahme am betreffenden Unterricht verpflichtet. „In der gymnasialen Oberstufe, im Beruflichen Gymnasium, im Abendgymnasium und im Kolleg kann die Verpflichtung zur Teilnahme am Unterricht Werte und Normen auch durch die Teilnahme am Unterricht im Fach Philosophie erfüllt werden, wenn die Schule diesen Unterricht eingerichtet hat.“[10]

„Der Unterricht Werte und Normen soll vorrangig von Lehrkräften mit philosophischer, religionswissenschaftlicher oder gesellschaftswissenschaftlicher Ausbildung erteilt werden.“[5]

Kerncurricula für Werte und Normen existieren für die Haupt-, die Real-, die Ober- und die Integrierte Gesamtschule sowie für das Gymnasium, das Berufliche Gymnasium, das Abendgymnasium und das Kolleg.

Sobald dafür „[…] die erforderlichen Unterrichtsangebote entwickelt sind und geeignete Lehrkräfte zur Verfügung stehen“, ist „[d]as Fach Werte und Normen […] als Prüfungsfach in der gymnasialen Oberstufe, im Beruflichen Gymnasium, im Abendgymnasium und im Kolleg einzurichten […]“.[4]

Werte und Normen ist das einzige Fach, für das die Festlegung der in diesem zu vermittelnden Kenntnisse (einschließlich des zu vermittelnden Verständnisses und Zuganges) im Niedersächsischen Schulgesetz (NSchG) erfolgt.

Religiöse und weltanschauliche Neutralität[Bearbeiten]

Aus der Unverletzlichkeit der „[…] Freiheit des Glaubens, des Gewissens und d[er] Freiheit des religiösen und weltanschaulichen Bekenntnisses […]“ gemäß Art. 4 Absatz 1 des Grundgesetzes für die Bundesrepublik Deutschland (GG) wird eine Pflicht des Staates zur religiösen und weltanschaulichen Neutralität abgeleitet, an die er auch beim Fach Werte und Normen gebunden ist. Der Religionsunterricht – und nur dieser – wird gemäß Art. 7 Absatz 3 Satz 2 GG und § 125 Satz 1 des Niedersächsischen Schulgesetzes (NSchG)[11] „[…] in Übereinstimmung mit den Grundsätzen der Religionsgemeinschaften erteilt“; er erfolgt somit nicht in der alleinigen Verantwortung des Staates.[7]

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b § 128 Absatz 1 Satz 3 in Verbindung mit § 1 Absatz 1 des Niedersächsischen Schulgesetzes (NSchG) in der Fassung vom 3. März 1998, zuletzt geändert durch Artikel 1 des Gesetzes vom 19. 6. 2013 (Nds. GVBl. S. 165). Online veröffentlicht im Niedersächsischen Vorschrifteninformationssystem (VORIS), abgerufen am 17. Juli 2014 (HTML, deutsch).
  2. a b § 128 Absatz 2 des Niedersächsischen Schulgesetzes (NSchG) in der Fassung vom 3. März 1998, zuletzt geändert durch Artikel 1 des Gesetzes vom 19. 6. 2013 (Nds. GVBl. S. 165). Online veröffentlicht im Niedersächsischen Vorschrifteninformationssystem (VORIS), abgerufen am 17. Juli 2014 (HTML, deutsch).
  3. a b § 128 Absatz 1 Satz 3 des Niedersächsischen Schulgesetzes (NSchG) in der Fassung vom 3. März 1998, zuletzt geändert durch Artikel 1 des Gesetzes vom 19. 6. 2013 (Nds. GVBl. S. 165). Online veröffentlicht im Niedersächsischen Vorschrifteninformationssystem (VORIS), abgerufen am 17. Juli 2014 (HTML, deutsch).
  4. a b § 190 des Niedersächsischen Schulgesetzes (NSchG) in der Fassung vom 3. März 1998, zuletzt geändert durch Artikel 1 des Gesetzes vom 19. 6. 2013 (Nds. GVBl. S. 165). Online veröffentlicht im Niedersächsischen Vorschrifteninformationssystem (VORIS), abgerufen am 17. Juli 2014 (HTML, deutsch).
  5. a b Nr. 7.1 der Regelungen für den Religionsunterricht und den Unterricht Werte und Normen Runderlass des [Niedersächsischen] Kultusministeriums vom 10. 5. 2011 - Aktenzeichen 33-82105 - VORIS-Nr.: 22410 - (SVBl. 2011 Nr. 7, S. 226). Online veröffentlicht im Niedersächsischen Vorschrifteninformationssystem (VORIS), abgerufen am 17. Juli 2014 (HTML, deutsch).
  6.  Martina Langen: Das Unterrichtsfach Werte und Normen. GRIN Verlag, München 2006, ISBN 978-3-640-16537-7, S. 5.
  7. a b Christel Hasselmann: Jubiläum: 15 Jahre Fachverband Werte und Normen in Niedersachsen. Online in der WWW-Präsenz des Fachverbandes Werte und Normen in Niedersachsen e. V., abgerufen am 18. Juli 2014 (HTML, deutsch).
  8. Nr. 1.4 der Regelungen für den Religionsunterricht und den Unterricht Werte und Normen Runderlass des [Niedersächsischen] Kultusministeriums vom 10. 5. 2011 - Aktenzeichen 33-82105 - VORIS-Nr.: 22410 - (SVBl. 2011 Nr. 7, S. 226). Online veröffentlicht im Niedersächsischen Vorschrifteninformationssystem (VORIS), abgerufen am 17. Juli 2014 (HTML, deutsch).
  9. Nr. 3.2 in Verbindung mit Nr. 2.2 der Regelungen für den Religionsunterricht und den Unterricht Werte und Normen Runderlass des [Niedersächsischen] Kultusministeriums vom 10. 5. 2011 - Aktenzeichen 33-82105 - VORIS-Nr.: 22410 - (SVBl. 2011 Nr. 7, S. 226). Online veröffentlicht im Niedersächsischen Vorschrifteninformationssystem (VORIS), abgerufen am 17. Juli 2014 (HTML, deutsch).
  10. § 128 Absatz 1 Satz 4 des Niedersächsischen Schulgesetzes (NSchG) in der Fassung vom 3. März 1998, zuletzt geändert durch Artikel 1 des Gesetzes vom 19. 6. 2013 (Nds. GVBl. S. 165). Online veröffentlicht im Niedersächsischen Vorschrifteninformationssystem (VORIS), abgerufen am 17. Juli 2014 (HTML, deutsch).
  11. § 125 Satz 1 des Niedersächsischen Schulgesetzes (NSchG) in der Fassung vom 3. März 1998, zuletzt geändert durch Artikel 1 des Gesetzes vom 19. 6. 2013 (Nds. GVBl. S. 165). Online veröffentlicht im Niedersächsischen Vorschrifteninformationssystem (VORIS), abgerufen am 17. Juli 2014 (HTML, deutsch).