World Discoverer

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Wechseln zu: Navigation, Suche
Die World Discoverer vor Ua Pou, Marquesas
Die World Discoverer vor Ua Pou, Marquesas

Die World Discoverer war ein Kreuzfahrtschiff, das 1974 in der Werft Schichau-Unterweser in Bremerhaven gebaut und zuletzt vom Expeditions-Kreuzfahrtenveranstalter Society Expeditions mit Sitz in Bremen betrieben wurde. Konzipiert war sie als Expeditions-Passagierschiff, das Kreuzfahrtpassagiere an die entlegensten Orte der Erde bringen sollte. Dazu gehörten auch besondere schiffsbautechnische Eigenschaften, die das Vordringen in Polarregionen ermöglichten (Eisklasse A-1). Um Passagiere auch außerhalb von Hafen- und Dockanlagen an Land bringen zu können, war das Schiff mit 10 Zodiac-Schlauchbooten, zwei Barkassen (mit Namen „Castor“ und „Polux“) und einem Glasbodenboot ausgerüstet.

Die „World Discoverer“ war das erste Passagierschiff, das 1985 die Nordwest-Passage mit Kreuzfahrtpassagieren an Bord bewältigte und eines der ersten Schiffe, mit dem Touristen die antarktische Halbinsel, Südgeorgien, die Südorkneys und die Arktis besuchen konnten. Zusammen mit der kleineren „Lindblad Explorer“ leistete sie Pionierarbeit in der Erschließung des Amazonas für Kreuzfahrtpassagiere. Zu ihrem Operationsgebiet gehörten die entlegensten Gebiete des Südpazifik, darunter Inseln wie Pitcairn, Ducie, Henderson, Puka Puka, Puka Rua, Fatu Hiva, die kaum auf andere Weise erreichbar waren. Nach der Grenzöffnung im Osten wurden auch das russische Polarmeer und vorher für Besucher unerreichbare Gebiete wie Kamtschatka, Sachalin und die Kurilen angefahren.

Am 2. Mai 2000 lief die „World Discoverer“ in der Sandfly-Passage, nördlich von Honiara, Salomonen, auf Position 9°1' Süd / 160°8' Ost, auf ein Korallenriff und schlitzte sich die Steuerbordseite auf. Um ein Sinken zu verhindern, setzte der Kapitän das Schiff auf Grund, Personenschaden entstand nicht. Bereits begonnene Bergungsversuche mussten wenig später wegen Piratenangriffen eingestellt werden. Das Schiff wurde zum Totalverlust erklärt. Das Wrack liegt immer noch mit etwa 38° Schlagseite vor der Insel.

Nach dem Verlust des Schiffes wurde im Jahre 2002 die ehemalige „Dream 21“ als neue „World Discoverer“ in Dienst gestellt. 2004 wurde das Unternehmen insolvent. Das Schiff heisst inzwischen Silver Dawn.

[Bearbeiten] Technische Daten

  • Vermessung: 3.153 BRT / 1.188 NRT
  • Länge: 87 m
  • Breite: 15 m
  • Tiefgang: 4,4 m
  • Antrieb: 2 MAK-Diesel mit je 2.400 PS auf 1 Verstellpropeller, Bugstrahlruder mit 400 PS
  • Geschwindigkeit: 12,8 Knoten
  • Passagiere: 134 Personen in 5 Suiten und 67 Außenkabinen auf 7 Decks
  • Crew: 75 Personen

[Bearbeiten] Weblinks


Koordinaten fehlen! Hilf mit.

Persönliche Werkzeuge