Yair Lapid

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Yair Lapid

Yair Lapid (hebräisch ‏יאיר לפיד‎‎; * 5. November 1963 in Tel Aviv) ist ein israelischer Politiker, Journalist, Autor und Schauspieler. Seit 2013 ist er israelischer Finanzminister.

Leben[Bearbeiten]

Yair Lapid ist der Sohn der israelischen Schriftstellerin Schulamit Lapid und des ungarisch-stämmigen Journalisten, früheren Schinui-Politikers und israelischen Justizministers Josef „Tommy“ Lapid.

Journalistische Karriere[Bearbeiten]

In seiner Karriere als Journalist schrieb Lapid für die von seinem Großvater mütterlicherseits mitgegründete Zeitung Ma'ariv sowie deren Konkurrentin Yedioth Ahronoth und wurde vor allem als Moderator im israelischen Fernsehen bekannt. Daneben schrieb er Gedichte, Lieder, Bücher und Theaterstücke und betätigte sich als Schauspieler. Im Januar 2008 übernahm er die Moderation der wöchentlichen Nachrichtensendung Ulpan Shishi, dem Flaggschiff des privaten Fernsehsenders Arutz 2 (Kanal 2, englisch: Channel 2).[1][2]

Karriere als Politiker[Bearbeiten]

Nach vier Jahren bei Ulpan Shishi und Channel 2 gab Yair Lapid am 8. Januar 2012 bekannt, seine Tätigkeit für den Fernsehsender einzustellen. Gleichzeitig kündigte er, wie schon sein Vater vor ihm, einen Wechsel in die israelische Politik an.[3][2] Mit seiner Ankündigung kam Lapid der Verabschiedung einer – angeblich auf ihn zugeschnittenen – Gesetzesvorlage in der Knesset zuvor, die Journalisten vor einer Kandidatur für ein Wahlamt eine halb- bis einjährige Karenzzeit vorschreiben soll.[4]

In der Vergangenheit forderte Lapid u.a. die Verabschiedung einer neuen Verfassung, eine Änderung des Wahlgesetzes, eine Verringerung der Militärausgaben, eine Rückgabe der Golan-Höhen an Syrien sowie einen weitgehenden Rückzug aus dem Westjordanland.[4]

Es wurde erwartet, dass Yair Lapid eine eigene Partei der Mitte gründet, deren Potenzial ersten Umfragen zufolge – vor allem zu Lasten der Kadima-Partei – auf 15 bis 20 Mandate in der Knesset eingeschätzt wurde.[5][6] Am 3. Mai 2012 stellte Yair Lapid bei der zuständigen Behörde einen Antrag auf Aufnahme in die Liste der bei den Wahlen zur nächsten Knesset antretenden Parteien. Die neue liberale Partei trägt den Namen Jesch Atid (יש עתיד, Es gibt eine Zukunft). Zentrale Punkte des Parteiprogramms sind u.a. Ausbildung, Wohnungsbau und Gesundheit. Außerdem ist eine allgemeine Wehrpflicht ohne Ausnahmen für strenggläubige Juden vorgesehen.[7]

Jesch Atid kam bei der Knessetwahl am 22. Januar 2013 mit 19 Mandaten auf den zweiten Platz. Im März 2013 wurde Lapid Finanzminister. Trotz seiner Versprechens, eine sozial gerechtere Gesellschaft zu schaffen, beinhaltet sein Haushalt für 2013/2014 Kürzungen in vielen Bereichen und Steueranhebungen, die besonders die Mittelschicht und Menschen mit niedrigerem Einkommen betreffen.[8]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Yair Lapid – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Anshel Pfeffer: Yair Lapid's quest to be the epitome of the new Israeli (Englisch) haaretz.com. 9. Januar 2012. Abgerufen am 11. Januar 2012.
  2. a b Raz Shechnik: Yair Lapid to enter politics (Englisch) ynetnews.com. 8. Januar 2012. Abgerufen am 11. Januar 2012.
  3. Schrecken aller Rechten und Religiösen. Peter Münch in: Süddeutsche Zeitung vom 10. Januar 2012, Seite 1. Abgerufen auf sueddeutsche.de am 11. Januar 2012
  4. a b Gil Hoffman: Yair Lapid quits journalism, plunges into politics (Englisch) The Jerusalem Post.com. 8. Januar 2012. Abgerufen am 11. Januar 2012.
  5. Gil Hoffman: Yair Lapid would destroy Kadima, poll finds (Englisch) The Jerusalem Post.com. 9. Januar 2012. Abgerufen am 11. Januar 2012.
  6. Inbal Omer: Poll shows Yair Lapid hitting Kadima (Englisch) globes.co.il. 9. Januar 2012. Abgerufen am 11. Januar 2012.
  7. [1] "Lapid lays out party platform"; Ynet, abgefragt am 3. Mai 2012
  8. Michal Popovski: Israels Polit-Shootingstar ist vollends entzaubert. welt.de. 1. Februar 2014. Abgerufen am 1. Februar 2014.