Golda Meir
Golda Meir (hebräisch גולדה מאיר, ursprünglich Golda Myerson, geb. Mabowitsch; * 3. Mai 1898 in Kiew; † 8. Dezember 1978 in Jerusalem) war eine israelische Politikerin. Sie war von 1956 bis 1965 Außenministerin Israels und vom 17. März 1969 bis 3. Juni 1974 die bisher einzige Ministerpräsidentin Israels.
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Leben[Bearbeiten]
Schon während ihrer frühesten Kindheit in Kiew erlebte Golda Meir Pogrome. Ihr Vater floh in die USA, als sie fünf Jahre alt war und holte 1906 seine Familie nach Milwaukee, Wisconsin nach. Sie besuchte u.a. die heute nach ihr benannte Golda Meir School und wurde gegen den Willen ihrer Eltern Lehrerin, anschließend Bibliothekarin in Chicago und New York. Sie interessierte sich für Politik und wurde 1915 Mitglied von Poalei Zion. 1921 zog sie mit ihrem Mann, Morris Myerson, nach Palästina. Dort lebten die beiden drei Jahre in dem Kibbuz Merhavia und zogen anschließend nach Tel Aviv.[1] Ihre beiden Kinder, Menachem und Sahra, wurden in Jerusalem geboren. Der Ehemann verstarb 1951.[2]
Schon bald war sie Aktivistin in der Gewerkschaft Histadrut und ab 1928 Sekretärin der Women's Labor Union. In dieser Eigenschaft wurde sie von 1932 bis 1934 als Abgesandte in die Pioneer Women's Organization in die USA entsandt.[3] 1929 wurde sie Mitglied des Zionistischen Weltkongresses. Nach ihrer Rückkehr aus den USA stieg sie in das Exekutivkommittee der Histadrut auf. Ab 1946 leitete sie die politische Abteilung der Jewish Agency. Während der 40er Jahre wurde sie eine zentrale Figur in den schwierigen Verhandlungen mit der britischen Besatzungsmacht.
Vier Tage vor der Proklamation des Staates Israel führte Golda Meir geheime, vergebliche Verhandlungen zur Friedenssicherung mit dem jordanischen König Abdallah, in der Absicht, die Teilung Palästinas zwischen seinem Königreich und dem jüdischen Staat zu regeln und die Arabische Legion aus dem bevorstehenden militärischen Angriff herauszuhalten. Geprägt von ihrer Kindheit im antisemitischen Russland war Politik für sie ein Kampf ums Überleben. Sie sah keinen möglichen Kompromiss zwischen den Interessen der arabischen und der jüdischen Bevölkerung in Israel („Die Araber wollen uns tot sehen. Wir wollen leben. Da gibt es keinen Kompromiss.“).
Golda Meir war 1948 bis April 1949 die erste Botschafterin Israels in Moskau. Nachdem sie bei der ersten Wahl zur Knesset 1949 für die Mapai in das israelische Parlament einzog, wurde sie zur Arbeitsministerin ernannt, ein Amt, das sie bis 1956 innehatte. Von 1956 bis 1965 leitete sie das Außenministerium. Ihr Engagement für die Wiedervereinigung der Mapai-Partei machte sie von 1966 bis 1968 zu deren Generalsekretärin. Am 17. März 1969 wurde Golda Meir schließlich als Nachfolgerin des verstorbenen Levi Eshkol zur Ministerpräsidentin gewählt. 1970 setzte sie gegen heftigen Widerstand in den eigenen Reihen den Waffenstillstand am Sueskanal durch. Für Aufsehen sorgte auch ihr Konflikt mit dem österreichischen Bundeskanzler Bruno Kreisky, aufgrund seiner Entscheidung, das Transitlager Schönau für jüdische Auswanderer aus der UdSSR zu schließen. Wegen des anfangs erfolgreichen arabischen Überraschungsangriffs geriet sie am Ende des Jom-Kippur-Kriegs von 1973 in heftige innenpolitische Kritik. In der Knesset-Wahl am 31. Dezember 1973 ging ihr Parteienbündnis Maarach von 56 auf 51 Sitze zurück. Nach einer längeren Regierungskrise bildete Meir am 10. März 1974 erneut eine Regierung. Bereits am 11. April 1974 kündigte sie ihren Rücktritt an, führte die Amtsgeschäfte jedoch weiter, bis Jitzhak Rabin sie am 3. Juni 1974 ablöste.
1975 wurde Meir der Israel-Preis verliehen. Sie starb 1978 mit 80 Jahren an Lymphdrüsenkrebs und wurde in Jerusalem auf dem Nationalfriedhof Herzlberg beigesetzt.[4]
Golda Meir als Premierministerin des Staates Israel wurde im Jahr 1982 in dem Fernsehfilm A Woman Called Golda[5] porträtiert, mit Ingrid Bergman in der Titelrolle und Leonard Nimoy als Ehemann Morris Myerson.
Literatur[Bearbeiten]
- Golda Meir: Mein Leben. Ullstein, Berlin/Wien 1975, ISBN 3-455-05110-3 (Autobiografie)
- Richard Amdur: Golda Meir: A Leader in Peace and War. Fawcette Columbine, New York 1990
Weblinks[Bearbeiten]
- Meir, Golda (née Mabovitch; 1898-1978), Jewish Agency for Israel (engl.)
- Knesset Members: Golda Meir, Knesset (engl.)
- Prime Minister Golda Meir, Büro des Premierministers (engl.)
Einzelnachweise[Bearbeiten]
- ↑ Prime Minister´s office: Prime Minister Golda Meir
- ↑ Der Spiegel, 1970
- ↑ Jewish Agency for Israel: Golda Meir
- ↑ knerger.de: Das Grab von Golda Meir
- ↑ A Woman Called Golda in der DB Zweitausendeins
Siehe auch[Bearbeiten]
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| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Meir, Golda |
| ALTERNATIVNAMEN | Meyerson, Golda; Mabovitch, Golda (Geburtsname); Meïr, Golda |
| KURZBESCHREIBUNG | israelische Politikerin und Premierministerin |
| GEBURTSDATUM | 3. Mai 1898 |
| GEBURTSORT | Kiew |
| STERBEDATUM | 8. Dezember 1978 |
| STERBEORT | Jerusalem |
- Histadrut-Funktionär
- Premierminister (Israel)
- Außenminister (Israel)
- Knesset-Abgeordneter
- Israelischer Botschafter
- Träger des Israel-Preises
- Ehrendoktor der Hebräischen Universität Jerusalem
- Ehrendoktor der Bar-Ilan-Universität, Ramat Gan
- Person (Kiew)
- Person (Milwaukee)
- Person im Nahostkonflikt
- Israeli
- Geboren 1898
- Gestorben 1978
- Frau