Enzesfeld-Lindabrunn

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Enzesfeld-Lindabrunn
Wappen von Enzesfeld-Lindabrunn
Enzesfeld-Lindabrunn (Österreich)
Enzesfeld-Lindabrunn
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Niederösterreich
Politischer Bezirk: Baden
Kfz-Kennzeichen: BN
Fläche: 15,89 km²
Koordinaten: 47° 55′ N, 16° 11′ O47.91777777777816.185277777778314Koordinaten: 47° 55′ 4″ N, 16° 11′ 7″ O
Höhe: 314 m ü. A.
Einwohner: 4.178 (1. Jän. 2014)
Bevölkerungsdichte: 263 Einw. pro km²
Postleitzahlen: 2544, 2551, 2552
Vorwahl: 02256
Gemeindekennziffer: 3 06 08
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hauptstraße 12
2551 Enzesfeld-Lindabrunn
Website: www.enzesfeld-lindabrunn.at
Politik
Bürgermeister: Franz Schneider (Liste Schneider)
Gemeinderat: (2012)
(25 Mitglieder)
14 Liste Schneider, 7 SPÖ, 3 ÖVP, 1 FPÖ
Lage der Marktgemeinde Enzesfeld-Lindabrunn im Bezirk Baden
Alland Altenmarkt an der Triesting Bad Vöslau Baden Berndorf Blumau-Neurißhof Ebreichsdorf Enzesfeld-Lindabrunn Furth an der Triesting Günselsdorf Heiligenkreuz Hernstein Hirtenberg Klausen-Leopoldsdorf Kottingbrunn Leobersdorf Mitterndorf an der Fischa Oberwaltersdorf Pfaffstätten Pottendorf Pottenstein Reisenberg Schönau an der Triesting Seibersdorf Sooß Tattendorf Teesdorf Traiskirchen Trumau Weissenbach an der Triesting NiederösterreichLage der Gemeinde Enzesfeld-Lindabrunn im Bezirk Baden (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
(Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria)
Enzesfeld, 1911 von Osten gesehen[Anm. 1]

Enzesfeld-Lindabrunn ist eine Marktgemeinde mit 4178 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2014) in Niederösterreich im Bezirk Baden. Den Namen trägt sie seit der Gemeindezusammenlegung im Jahre 1970.

Geografie[edit]

Die Gemeinde liegt an der Triesting in den östlichen Ausläufern der Niederösterreichischen Kalkalpen am Rand des Wiener Beckens.

Die Seehöhe von Enzesfeld beträgt 314 m ü. A. und die von Lindabrunn 331 m. Die Gemeinde hat eine Fläche von 15,77 km². Der Anteil der Waldfläche beträgt 60,71 %.

Gliederung[edit]

Die Gemeinde besteht aus der wesentlich größeren Katastralgemeinde Enzesfeld mit ca. 3.400 Einwohnern und dem kleineren Lindabrunn, die vor der Gemeindereform 1970 freiwillig zusammengelegt wurden. Dass die beiden Teilgemeinden aber immer noch nicht ganz zusammengewachsen sind, zeigt, dass es beispielsweise in jedem der Orte eine eigenständige Freiwillige Feuerwehr gibt.

Die Nachbargemeinden sind: Leobersdorf, Hirtenberg, Berndorf, Matzendorf-Hölles und Hernstein.

Bevölkerungsentwicklung

Volkszählung Einwohner
2011 4.155
2001 4.020
1991 3.589
1981 3.298
1971 3.230

Quelle: Bevölkerungsentwicklung der Statistik Austria

Politik[edit]

Der Bürgermeister ist Franz Schneider und der Amtsleiter Ing. Gregor Gerdenits.

Bei den Gemeinderatswahlen vom 14. März 2010 entfielen von den 25 Sitzen auf die SPÖ 11 Mandate (43,27 % der gültigen Stimmen), Liste Schneider 7 Mandate (27,29 %), auf die ÖVP 5 Mandate (20,1 %) und auf die FPÖ 2 Mandate (9,34 %), Schneider wurde zum Bürgermeister gewählt. Im September 2012 wurde der Gemeinderat aufgelöst und die notwendigen Neuwahlen zum Gemeinderat am 2. Dezember 2012 durchgeführt. Dabei entfielen auf die Liste Schneider 14 Mandate, auf die SPÖ 7, auf die ÖVP 3 und auf die FPÖ 1 Mandat.[1]

Wappen[edit]

Blasonierung: Im blauen Schild ein schräg rechter weißer Balken, belegt mit drei Lilien; beiderseits des Balkens im Schild je eine gegen den Rand gerichtete goldene Lilie.

Wirtschaft und Infrastruktur[edit]

Ein bedeutendes Unternehmen ist die Enzesfeld-Caro, die sich mit der Herstellung und Verarbeitung von Buntmetallen beschäftigt; des Weiteren das Unternehmen Rexam, das im Jahr 1,5 Milliarden Getränkedosen herstellt und mit 160 Mitarbeitern eines der größten Unternehmen in dieser Region ist.[Anm. 2] Aber auch im Ared-Park, der bis in das Gemeindegebiet von Leobersdorf reicht, befinden sich zahlreiche Gewerbebetriebe sowie Büros von Großunternehmen.

Verkehr[edit]

Außer den Autobusverbindungen nach Baden und Wiener Neustadt gibt es einen Bahnhof der Leobersdorfer Bahn.

Enzesfeld und Lindabrunn (oben rechts) und Umgebung um 1873 (Aufnahmeblatt der Landesaufnahme)

Geschichte[edit]

Beide Orte wurden erstmals im 12. bzw. im 13. Jahrhundert erwähnt. Bereits im 18. Jahrhundert gab es hier einen Pechereibetrieb, der bis 1965 arbeitete. Von 1833 bis 1883 (sowie 1919/20) wurde[Anm. 3] in dem an St. Veit an der Triesting sowie Kleinfeld grenzenden Waldgebiet Jauling (heute: Bereich Golfclub Enzesfeld, Club in der Jauling) Braunkohle abgebaut.[Anm. 4]

Enzesfeld und Lindabrunn waren bereits einmal, 1850[2]–1866[3], vereint.

Persönlichkeiten[edit]

Kultur[edit]

Im Steinbruch findet jährlich das Bildhauersymposion Lindabrunn statt.

Spitalskirche (Enzesfeld, Schloßstraße), erbaut 1396 [Anm. 5], seit 1942 evangelisch
Blick von der Grenzböschung des Skulpturenparks in den östlichen Teil des Steinbruchs Lindabrunn (August 2010)

Sehenswürdigkeiten[edit]

Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Enzesfeld-Lindabrunn

Literatur[edit]

  • Verordnung der Bundesregierung über die Änderung der Grenzen zwischen den Ortsgemeinden Leobersdorf, Gerichtsbezirk Baden, einerseits und Enzesfeld, Gerichtsbezirk Pottenstein, anderseits.[5]
  • Werkzeitung Betriebsgemeinschaft Metallwerke. Werkzeitung (Jg. 2, Nr 9ff: der Betriebsgemeinschaft) der Enzesfelder Metallwerke Aktien Gesellschaft (Jg. 1.) - 5. Böhler, Wien 1938–42, ÖNB.
  • Erich Oberdorfer: Die Ortserweiterung von Enzesfeld, Niederdonau, herangezogen als Beispiel zur Besprechung von Ortsplanungen kleinerer und mittlerer Gemeinden. Text. Pläne. Dissertation, Technische Hochschule Wien, Wien 1943, ÖNB, OBV.
  • Eva Wald: Die Anfänge der Industrie des Wiener Beckens und ihre geographischen Grundlagen. Dissertation. Universität Wien, Wien 1954, ÖNB, OBV. (Insbesondere Kapitel Flachsspinnerei in Hirtenberg).
  • Walter Rieck: Kulturgeographie des Triestingtales. Dissertation. Universität Wien, Wien 1960, ÖNB, OBV.
  • Karl Schiehsl: Die Kirchen von Enzesfeld und Lindabrunn. Römisch-katholisches Pfarramt (Hrsg.), Enzesfeld-Lindabrunn 1980, OBV.
  • Alois Schabes: Enzesfeld-Lindabrunn – von der ältesten Zeit bis zur Gegenwart. Marktgemeinde Enzesfeld-Lindabrunn, Enzesfeld-Lindabrunn 1981, ÖNB, OBV.
  • Klaus-Dieter Mulley (Hrsg.): Geschoße – Skandale – Stacheldraht. Arbeiterschaft und Rüstungsindustrie in Wöllersdorf, Enzesfeld und Hirtenberg. Eigenverlag der Gewerkschaft der Eisenbahner, Ortsgruppe Ebenfurth Pottendorfer Linie, Ebenfurth 1999, ISBN 3-9500563-1-6 (formal falsche ISBN), OBV.
  • Karl Schiehsl: Enzesfeld und Lindabrunn in alten Ansichten. Die Damals-Reihe. Europäische Bibliothek, Zaltbommel/Niederlande 2001, ISBN 90-288-6647-7.
  • Gabriele Handl, Christian Handl: Unser Triestingtal. Band 1: Altenmarkt, Berndorf, Enzesfeld-Lindabrunn, Furth, Hernstein, Hirtenberg, Kaumberg, Leobersdorf, Pottenstein, Weissenbach. Dritte Auflage. Kral, Berndorf 2008, ISBN 978-3-902447-46-3.

Weblinks[edit]

 Commons: Enzesfeld-Lindabrunn – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[edit]

  1. Bei GR-Wahl: Bürgermeister holt Absolute. noe.orf.at, abgerufen am 17. März 2013.
  2. Schabes: Enzesfeld-Lindabrunn, S. 20.
  3. Nö LGBl 1866/25. In: Landesgesetz- und Verordnungsblatt für das Erzherzogthum Österreich unter der Enns, Jahrgang 1866, S. 126. (Online bei ANNO)Vorlage:ANNO/Wartung/lgn.
  4. Eintrag über Schloss Enzesfeld auf Burgen-Austria, abgerufen am 22. Februar 2011.
  5. BGBl 1936/396. In: Bundesgesetzblatt für den Bundesstaat Österreich, Jahrgang 1936, S. 925. (Online bei ANNO)Vorlage:ANNO/Wartung/bgl.

Anmerkungen[edit]

  1. oben rechts: Schloss Enzesfeld am Fuße des Pfarrkogels (470 m); links unter Mitte: Volksschule, 1900 gestiftet von Nathaniel Meyer von Rothschild, Schlosseigner 1880–1905.
    Zur Zeit der Darstellung war Schloss Enzesfeld Eigentum von Albert von Rothschild.
  2. Die Getränkedosen erzeugende Produktionsstätte geht zurück auf eine Gründung der Metallwerke Ranshofen-Berndorf (VMW) aus dem Jahre 1981. – Siehe: Nun fix: Dosenwerk in Enzesfeld. In: Arbeiter-Zeitung. Wien 15. Oktober 1981, S. 10.
  3. so wie zwischen 1838 und 1959 in dem ca. 3,5 km westlich davon gelegenen Grillenberger Becken – In: Erwin Schilder: Berndorf – Vergangenheit und Gegenwart. Stadtgemeinde, Berndorf 1975, OBV, S. 164.
  4. 1854 wurde in den Kohle bildenden Lignitstämmen fossiles Harz entdeckt, das den wissenschaftlichen Namen Jaulingit erhielt. – In: Schabes: Enzesfeld-Lindabrunn, S. 6.
  5. Am 1. Oktober 1396 stiftete Ulrich IV. von Wallsee ein Versorgungshaus (Spital), dem eine Kapelle angeschlossen gewesen sein soll. – In: Schabes: Enzesfeld-Lindabrunn, S. 113.