(90482) Orcus

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Asteroid
(90482) Orcus
(90482) Orcus
Eigenschaften des Orbits (Animation)
Epoche: 13. Januar 2016 (JD 2.457.400,5)
Orbittyp Plutino
Große Halbachse 39,469 AE
Exzentrizität 0,218
Perihel – Aphel 30,865 AE – 48,073 AE
Neigung der Bahnebene 20,6°
Länge des aufsteigenden Knotens 268,6°
Argument der Periapsis 73°
Siderische Umlaufzeit 247 a 354 d
Mittlere Orbitalgeschwindigkeit 4,684 [1] km/s
Physikalische Eigenschaften
Mittlerer Durchmesser 917 ± 25 [2] km
Masse 6,41 ± 0,19 ⋅ 1020 [3] kg
Albedo 0,28 [4]
Mittlere Dichte 1,54 ± 0,14 g/cm³
Rotationsperiode 13 h 11 min 17 s
Absolute Helligkeit 2,2 mag
Geschichte
Entdecker Mike Brown,
Chad Trujillo,
David L. Rabinowitz
Datum der Entdeckung 17. Februar 2004
Andere Bezeichnung 2004 DW
Quelle: Wenn nicht einzeln anders angegeben, stammen die Daten von JPL Small-Body Database Browser. Bitte auch den Hinweis zu Asteroidenartikeln beachten.

(90482) Orcus (frühere Bezeichnung 2004 DW) ist ein als Plutino eingestuftes transneptunisches Objekt im Kuipergürtel. Aufgrund seiner Größe ist es ein Zwergplanetenkandidat.

Die Bahn von Orcus (blau) im Vergleich zu denen von Pluto (rot) und Neptun (grau)

Entdeckung und Benennung[Bearbeiten]

Der Asteroid wurde am 17. Februar 2004 von einem Astronomenteam um Michael E. Brown am California Institute of Technology in Pasadena entdeckt. Erste Bilder vom 8. November 1951 konnten erst später dem Objekt zugeordnet werden.[5] Die Entdecker schlugen vor, ihn nach Orcus, dem römischen Gott der Unterwelt, zu benennen. Dieser Vorschlag wurde am 22. November 2004 von der IAU offiziell angenommen.

Bahneigenschaften[Bearbeiten]

Orcus läuft in einem Abstand zwischen 30,865 AE (Perihel) und 48,073 AE (Aphel) in rund 248 Jahren um die Sonne. Da seine Bahngröße im Wesentlichen mit der des Zwergplaneten Pluto übereinstimmt, wird er der Gruppe der Plutinos zugeordnet.

Physikalische Eigenschaften[Bearbeiten]

Untersuchungen 2013 mit dem Herschel-Weltraumteleskop (Instrumente SPIRE und PACS) kombiniert mit den überarbeiteten Daten des Spitzer-Weltraumteleskops (Instrument MIPS) kommen zu dem Schluss, dass der Durchmesser von Orcus 917 ±25 km, der von Vanth 276 ±17 km beträgt.[2](S.17) Eine exakte Bestimmung war bisher noch nicht möglich. Bis zur Veröffentlichung der Entdeckung des Zwergplaneten Eris im Juli 2005 galt Orcus – mit einem damals vermuteten Durchmesser von 1600 bis 1800 km – als womöglich größter neu entdeckter Himmelskörper im Sonnensystem seit der Entdeckung Plutos.

Zwergplanetenkandidat[Bearbeiten]

Möglicherweise ist Orcus der Klasse der Zwergplaneten zuzuordnen. Sowohl Mike Brown als auch Tancredi kommen zu dem Schluss, dass es sich bei Orcus um einen Zwergplaneten handelt, da er sich aufgrund seiner geschätzten Größe und Masse vermutlich im hydrostatischen Gleichgewicht befindet, also nahezu sphärisch geformt sein dürfte. Orcus ist vermutlich nur wenig kleiner als der Zwergplanet Ceres, der einen Durchmesser von 975 km aufweist.

Der Asteroid Quaoar und die Zwergplaneten Eris und Makemake im Kuipergürtel wurden ebenfalls von Chad Trujillo und Mike Brown entdeckt.

Mond[Bearbeiten]

Im Februar 2007 gab ein Team um Mike Brown die Entdeckung des Mondes Vanth bekannt, der auf Aufnahmen aus dem Jahr 2005 entdeckt wurde.[6] Durch die Analyse der Umlaufbahn konnte die Masse des Systems Orcus-Vanth auf 6,41 ± 0,19 ⋅ 1020 kg bestimmt werden.[3]

Transneptunisches Objekt Pluto Charon (Mond) Hydra (Mond) Kerberos (Mond) Nix (Mond) Styx (Mond) (136199) Eris Dysnomia (Mond) (136472) Makemake (136108) Haumea Hiʻiaka (Mond) Namaka (Mond) (90377) Sedna (225088) 2007 OR₁₀ (50000) Quaoar Weywot (Mond) (90482) Orcus Vanth (Mond) ErdeGrößenvergleich transneptunischer Objekte und der Erde
Größenvergleich transneptunischer Objekte und der Erde (Phantasiezeichnungen außer beim Plutosystem und der Erde, Bildüberschrift Stand Juni 2015). Namen sind verlinkt (große Darstellung).

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: (90482) Orcus – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. v ≈ π*a/periode (1+sqrt(1-e²))
  2. a b S. Fornasier, E. Lellouch, T. Müller, P. Santos-Sanz, P. Panuzzo, C. Kiss, T. Lim, M. Mommert, D. Bockelée-Morvan, E. Vilenius, J. Stansberry, G.P. Tozzi, S. Mottola, A. Delsanti, J. Crovisier, R. Duffard, F. Henry, P. Lacerda, A. Barucci, & A. Gicquel (2013). “TNOs are Cool”: A survey of the trans-Neptunian region. VIII. Combined Herschel PACS and SPIRE observations of 9 bright targets at 70–500 µm.
  3. a b Carry, B.; Hestroffer, D.; Demeo, F. E.; Thirouin, A.; Berthier, J.; Lacerda, P.; Sicardy, B.; Doressoundiram, A.; Dumas, C.; Farrelly, D.; Müller, T. G. (2011). “Integral-field spectroscopy of (90482) Orcus-Vanth”. Astronomy & Astrophysics 534: A115.
  4. M. E. Brown; D. Ragozzine; J. Stansberry; W. C. Fraser: The Size, Density, and Formation of the Orcus-Vanth System in the Kuiper Belt. 06/2010 arXiv Abstract Abgerufen: 1. August 2012
  5. JPL Small-Body Database Browser: 90482 Orcus (2004 DW). Abgerufen am 16. Januar 2016.
  6. Asteroids with Satellites – (90482) Orcus and Vanth