AHB! Rhenania-Salingia zu Düsseldorf

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AHB! Rhenania-Salingia zu Düsseldorf

Wappen Zirkel
Wappen der AHB! Rhenania-Salingia zu Düsseldorf Zirkel der AHB! Rhenania-Salingia zu Düsseldorf
Basisdaten
Hochschule/n: Universität Düsseldorf
Gründung: 17. Dezember 1845
Stiftungsdatum: 17. Dezember 1845
Korporationsverband: Deutsche Burschenschaft
Farben: schwarz-karmesinrot-weiß, schwarz-gold-rot
Farben:
Art des Bundes: Männerbund
Stellung zur Mensur: fakultativ schlagend
Wahlspruch: 'Ehre, Freiheit, Vaterland'
Feldgeschrei (Panier): 'Salingia sei's Panier'
Mitglieder insgesamt: 80 (Stand Dezember 2010)
Aktive: 14 (Stand April 2012)
Website: rhenania-salingia.de
Rhenania-Salingia, Reichsstraße 21, Düsseldorf

Die Alte Hallesche Burschenschaft (AHB!) Rhenania-Salingia zu Düsseldorf ist eine farbentragende und schlagende Studentenverbindung in Düsseldorf mit Sitz im denkmalgeschützten Gebäude in der Reichsstraße 21 in Unterbilk. Sie entstand durch einen Zusammenschluss der beiden Alten Halleschen Burschenschaften (AHB!) Rhenania zu Düsseldorf und Salingia zu Münster am 27. Oktober 1979. Ebenso ist in ihr am 20. April 1921 der „Studentische Shakespeare-Verein“ aufgegangen. Ihr Bestehen führt sie auf die Gründung der „Studentenverbindung Salingia zu Halle“ zurück, welche am 17. Dezember 1845 gegründet wurde.[1]

Verbindungsgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geschichte der Salingia[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Salingia wurde am 17. Dezember 1845[2] als „Studentenverbindung Salingia zu Halle“ in Halle an der Saale unter anderem von Theodor Pösche gegründet. Als Farben wurden damals die noch heute bestehenden Kombinationen Schwarz-Karmesinrot-Weiß für das Band und Dunkelrot für die Mütze gewählt. Die Füxe trugen seit damals bis heute ein schwarz-karmesinrotes Band. Ihr Wahlspruch war „Treu, Fest, Wahr“ der mit den Grundsätzen Wissenschaft, Sittlichkeit, Ehrenhaftigkeit und Freundschaft verbunden war. Damals gab es, wie heute, keine Bestimmungsmensur, aber die volle Satisfaktion.

1877 wurde die Salingia in das „Corps Salingia“ umgewandelt und entwickelte sich zur stärksten Verbindung in Halle. 19 Jahre später wurde das Corps in eine Burschenschaft umgewandelt und nannte sich darauf hin „Burschenschaft Salingia Halle“. Am 13. Januar 1898 fand die Aufnahme in den Allgemeinen Delegierten-Convent (ADC – Vorläufer der heutigen DB, siehe Deutsche Burschenschaft) statt und die Bestimmungsmensur wurde eingeführt.

Nachdem viele Aktive (Studenten) der Verbindung im Ersten Weltkrieg gefallen waren, nahm die Verbindung allmählich wieder die alte Größe an und erwarb 1920 ein neues Verbindungshaus. Bereits 15 Jahre später löste sich die Salingia 1935 auf Drängen der Nationalsozialisten beim Wartburgfest auf, da die Mitglieder sich weigerten, in den damaligen NSDStB überführt zu werden. Ihr Fortbestehen war daraufhin nur noch im Geheimen möglich und formierte sich als geheime Kameradschaft.

1951 gründeten ehemalige Mitglieder in Münster 16 Jahre nach der Auflösung die Salingia neu. Die Verbindung hieß nun „Alte Hallesche Burschenschaft Salingia zu Münster“. Am 21. Mai 1967 zog die Salingia nach Bochum und gründete sich abermals neu, diesmal mit dem Namen „Neuen Bochumer Burschenschaft Salingia“. Zwölf Jahre später, am 27. Oktober 1979, fusionierte die Salingia mit der „AHB! Rhenania zu Düsseldorf“ zur „Alten Halleschen Burschenschaft Rhenania-Salingia zu Düsseldorf“.

Geschichte der Shakespereana[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Shakespereana wurde am 10. November 1864 als „Studentischer Shakespeare-Verein“ durch den Schriftsteller Fritz Anders in Halle gegründet. Ihr Wahlspruch war: „Denn was andere von uns denken, das kann uns piepe, piepe sein!“. Dieser studentische Verein war zuerst nur eine lockere, nicht-farbentragende Runde, die auf persönlichen Kontakten beruhte. Eine Satzung gab es damals nicht. Ebenso wie in der Salingia gab es keine Bestimmungsmensur aber volle Satisfaktion. 1866 beteiligte sich die Shakespereana am Verband der Nicht-Farbenstudenten. Ab 1873 wurde eine schwarz Wichs getragen.

Ab 1909 kam es zur Trendwende, die damit begann, dass sich die Shakespereana fortan „Studentische Verbindung Shakespereana“ nannte und ab 1910 farbentragend wurde. Das Band hatte ab nun die Farben Gold-Schwarz-Gold (die Farben des Hauses Shakespeare) und die Mütze war schwarz. Acht Jahre später, 1918 schloss sich die Shakespereaner der Allgemeiner Deutscher Burschenbund an, da keine Bestimmungsmensur vorgeschrieben war. Am 20. April 1921 kam es zur Fusion mit der Burschenschaft Rhenania Halle im ADB. Der Name Shakespereana ging verloren, aber das Gründungsdatum wurde übernommen. Von da an wurde bis heute das Shakespereana-Band zum Chargenwichs getragen, sowie wird es die ganze Zeit vom Sprecher getragen.

Geschichte der Rhenania[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Rhenania wurde als „Burschenschaft Rhenania Halle“ durch Angehörige des Hallenser ADB-Inaktivenstammtisches am 11. Juli 1911 gegründet. Die Gründungsburschen waren Müller, Fischer und Tietze. Jeder brachte seine Farbe mit. Müller, der der Burschenschaft Vandalia Berlin angehörte, brachte rot mit. Fischer, der der Burschenschaft Markomannia München angehörte Gold und Tietze von der Burschenschaft Avaria München, schwarz. Somit hatte ihr Band die Farben schwarz-gold-rot auf weißem Grund. Die Mütze war aus schwarzem Samt. Ihr Wahlspruch war Ehre, Freiheit, Vaterland. Ebenso wie bei der Salingia und Shakespereana gab es keine Bestimmungsmensur, aber volle Satisfaktion.

1912 kam es zur Aufnahme in den Allgemeinen Deutschen Burschenbund (ADB). Ebenso wie die Salingia hatte die Rhenania viele Verluste unter den Aktiven durch den grade beendeten Ersten Weltkrieg. Dies war einer der Gründe warum diese am 20. April 1921 mit der Shakespereana fusionierte. Sechs Jahre später wurde ein gemeinsames Verbindungshaus in Halle gekauft. 1931 führte die Burschenschaft Rhenania Halle den ADB Vorsitz, trat aber 1933 aus und gleichzeitig in die Deutsche Burschenschaft ein. Viele Bünde folgten und so kam es zum Zusammenbruch des ADB. 1935 kam es, wie bei der Salingia, zur Auflösung, da die NS-Regierung ebenso von der Rhenania forderte dem NSDStB beizutreten, diese sich aber weigerte und sich öffentlich auflöste. Ihr Fortbestehen war ebenfalls nur im Geheimen als Kameradschaft möglich. Erst 1962 kam es durch den Altherren-Verband zur Wiederanmeldung bei der DB, sowie 1965 zur Wiederbegründung der Aktivitas an der neuen Universität Düsseldorf. Am 27. Oktober 1979 fusionierte die Rhenania mit der Salingia zur AHB! Rhenania-Salingia zu Düsseldorf.

Couleur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Burschen tragen zwei Bänder, das eine Band der Rhenania und das Band der Salingia. Die Farben der Rhenania sind von unten nach oben schwarz-gold-rot und die der Salingia ebenso von unten nach oben schwarz-karmesinrot-weiß. Der amtierende Sprecher trägt dazu noch das Shakespereaner-Band (gold-schwarz-gold). Die Mütze ist schwarz mit weißem Vorsatz, rotem und goldenem Band. Füchse tragen ein Band in schwarz-karmesinrot. Der Wahlspruch lautet „Ehre, Freiheit, Vaterland“.

Innere Struktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die AHB! Rhenania-Salingia zu Düsseldorf ist ein Männerbund und ein Lebensbund deutscher Akademiker, in dem Studenten nach ihrem Studienabschluss Mitglied der Altherrenschaft der Burschenschaft werden, die die Aktivitas finanziell und ideell unterstützt.

Fechten und Mensur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Verbindung ist fakultativ schlagend, das heißt, alle Mitglieder müssen die Technik des akademischen Fechtens bis zur sogenannten Mensurreife erlernen. Das Schlagen einer scharfen Mensur ist jedem Einzelnen freigestellt, wird jedoch in der Regel von allen Mitgliedern der Verbindung wahrgenommen.

Bekannte Mitglieder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mitgliederverzeichnis:

  • Willy Nolte (Hrsg.): Burschenschafter-Stammrolle. Verzeichnis der Mitglieder der Deutschen Burschenschaft nach dem Stande vom Sommer-Semester 1934. Berlin 1934. S. 1042.

Bekannte Referenten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Über einen längeren Zeitraum traten auf dem Haus Referenten bei Vortragsveranstaltungen auf, die dem rechten Spektrum zugeordnet werden. Diese politische Ausrichtung der Burschenschaft wird kritisch gesehen.[3]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hans-Georg Balder: Die Deutsche(n) Burschenschaft(en) – Ihre Darstellung in Einzelchroniken. Hilden 2005, S. 126–127, 197–199.
  • Michael Doeberl, Alfred Bienengräber (Hrsg.): Das akademische Deutschland. Band 2: Die deutschen Hochschulen und ihre akademischen Bürger. C. A. Weller, Berlin 1931. S. 122, S. 811.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Koordinaten: 51° 12′ 59″ N, 6° 46′ 17″ O