A Most Wanted Man

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Filmdaten
Deutscher TitelA Most Wanted Man
OriginaltitelA Most Wanted Man
ProduktionslandVereinigtes Königreich
OriginalspracheEnglisch
Erscheinungsjahr2014
Länge121 Minuten
AltersfreigabeFSK 6[1]
JMK 12[2]
Stab
RegieAnton Corbijn
DrehbuchAndrew Bovell
ProduktionAndrea Calderwood
Simon Cornwell
Stephen Cornwell
Gail Egan
Malte Grunert
MusikHerbert Grönemeyer
KameraBenoît Delhomme
SchnittClaire Simpson
Besetzung
Synchronisation

A Most Wanted Man ist ein britischer Spionagethriller des Regisseurs Anton Corbijn aus dem Jahr 2014. Er basiert auf dem gleichnamigen Roman Marionetten (englischer Originaltitel: A Most Wanted Man) von John le Carré.

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Film beginnt mit der Ankunft des muslimischen Tschetschenen Issa Karpov im Hamburger Hafen. Karpov war nach Aufenthalten in russischen und türkischen Gefängnissen illegal nach Deutschland gereist. Er begibt sich auf die Suche nach dem Bankier Tommy Brue, wobei er ins Visier einer geheimen Antiterror-Einheit unter Leitung von Günther Bachmann gerät. Bachmann beschäftigt sich zu der Zeit auch mit Dr. Faisal Abdullah, einem muslimischen Gelehrten, den er verdächtigt, hinter einer weltoffenen und wohltätigen Fassade in Terrorfinanzierung verwickelt zu sein.

Derweil findet Karpov Unterschlupf bei einer türkischen Frau und ihrem Sohn, der schließlich den Kontakt zu der Menschenrechtsanwältin Annabel Richter herstellt. Richter ist ergriffen vom Schicksal des jungen Mannes, der in Russland schwere Folter erlitten hatte, und will ihn vor einer möglichen Abschiebung bewahren. Nun selbst auf dem Radar von Bachmann, wendet sie sich an Brue. Karpov kann einen Brief von Brues Vater an seinen Vater vorlegen, der ihm Zugriff auf sein Erbe geben soll, das bei Brues Privatbank liegt. Es handelt sich um viele Millionen aus mafiösen Aktivitäten des Vaters.

Bachmann ist nicht der Einzige, der sich für Karpov und Richter interessiert: Der Verfassungsschutz drängt Bachmann dazu, den vermeintlichen Terroristen Karpov festzunehmen, bevor er zu einer vermuteten Terrorzelle stoßen kann. Gegen die Intervention des rivalisierenden Dienstes kann Bachmann schließlich nur der Einfluss der CIA-Residentin Martha Sullivan schützen. Bachmann, dessen Quellen während einer Mission in Beirut verraten wurden, hegt dennoch Vorbehalte gegen Sullivan, weil er sie für das Scheitern im Libanon die CIA verantwortlich macht.

Bachmann gewinnt also Zeit für seinen Plan, über Richter an Karpov, über Karpov an Abdullah und über Abdullah an dessen Hintermänner heranzukommen.

Er lässt Richter von seinem Team entführen und überzeugt sie, mit ihm – vermeintlich zum Schutze Karpovs – zusammenzuarbeiten. Gleichzeitig übt er Druck auf Brue aus, die Auszahlung von Karpovs Vermögen zu gewährleisten. Issa ist nicht persönlich an dem Geld interessiert, weil er die Taten seines Vaters verachtet. Von Richter wird er jedoch überzeugt, das Geld den Hilfsprojekten Abdullahs zuzuführen.

Als Brue bei Abdullah vorstellig wird, öffnet ihm dessen Sohn die Tür. Der Zuschauer kennt diesen als jenen jungen Studenten, den Bachmann schon lange als Quelle gegen Abdullah führt.

Wie erwartet benennt Abdullah eine Reihe von Hilfsorganisationen in der muslimischen Welt, die Bachmann durch Sullivan überprüfen lässt. Sullivan konnte inzwischen – auch durch das Eingeständnis, dass die CIA in Beirut versagt hatte – das Vertrauen Bachmanns gewinnen und wird in dessen Vorhaben eingeweiht. Alle Hilfsorganisationen erweisen sich allerdings als integer.

Gleichwohl soll der ausgeklügelte Plan zum entscheidenden Termin in Brues Bank doch noch aufgehen. In dem verwanzten Büro legt Brue Abdullah die Transaktionsliste vor mit der Bitte, jeden aufgelisteten Zahlungsempfänger abzuzeichnen. Auf der letzten Seite angekommen, wünscht Abdullah schließlich eine Änderung: eingesetzt werden soll eine zyprische Reederei, die als Tarnfirma für die Terrorfinanzierung dient. Als er seine Unterschrift tätigt, triumphiert Bachmann im Observationswagen vor der Bank. Er weist Abdullahs Sohn, der seinen Vater abholen soll, telefonisch an, diesen mit einer Ausrede zu vertrösten. Denn Bachmann, in der Rolle eines Taxifahrers, möchte Abdullah ansprechen und ihn vor dem Hintergrund der kompromittierenden Informationen als Quelle gegen den nächstgrößeren „Fisch“ gewinnen.

Doch dazu kommt es nicht: Das Taxi wird unter den Augen des Verfassungsschutz-Chefs von einem CIA-Team gestoppt; Abdullah und Karpov werden entführt. Bachmann bemerkt die Intrige gegen ihn und seine subtile, ausgeklügelte Methode und verlässt resigniert den Schauplatz.

Hintergrund[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Dreharbeiten für den Film fanden 2012 unter anderem in Hamburg und Berlin statt.[3][4] Er hatte am 19. Januar 2014 auf dem Sundance Film Festival Premiere. Der reguläre US-Kinostart war am 25. Juli 2014. Dort spielte der Film bereits über 15 Millionen US-Dollar ein.[5] In Europa startete der Film am 5. September 2014.[6]

Es war der letzte Film, in dem Philip Seymour Hoffman Hauptdarsteller war. Kurz nach der Premiere starb er im Februar 2014.

Der Soundtrack des Films wurde von Herbert Grönemeyer geschrieben, zudem spielt er eine Nebenrolle.[7]

Soundtrack[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Synchronisation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Synchronisation übernahm die TaunusFilm Synchron GmbH in Berlin. Dialogregie führte Elisabeth von Polo. Die deutschen Schauspieler sprachen sich selbst.[8]

Darsteller Sprecher
Philip Seymour Hoffman Oliver Stritzel
Willem Dafoe Reiner Schöne
Rachel McAdams Ranja Bonalana
Homayoun Ershadi Tayfun Bademsoy
Grigoriy Dobrygin Mark Schmal
Mehdi Dehbi Imtiaz Haque
Robin Wright Marianne Graffam

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Film erhielt auf Rotten Tomatoes eine positive Bewertung von 87 Prozent.[9] Die Website DVD-Fan lobte den Film und schrieb: „Bewegend, emotions- und spannungsgeladen knistert A Most Wanted Man von der ersten bis zur letzten Szene. Diese hochintelligente Agentengeschichte ist extrem zeitgemäß und menschlich zutiefst berührend, eine Geschichte von Liebe, Verrat, Macht und der modernen Welt, in der wir leben …“ Die Blickpunkt:Film nannte A Most Wanted Man „bestes Kino vom alten Schlag“, das „weniger auf Action denn auf Charakterzeichnung“ setzen würde.[10] Spiegel Online lobte den Film, insbesondere aber die Darstellung von Hoffman: In ihrer Würde und Tragik unterläuft Hoffmans Interpretation der Rolle die virtuose Distanz, mit der Corbijn ansonsten diese bittere Geschichte über Schuld und Ungewissheit an den diversen Fronten des Anti-Terror-Kriegs illustriert. Die Große Freiheit, das Versprechen von Hamburgs Straßen an die Welt, sie erscheint am Ende verschwindend klein. So wie die Leinwand ohne Philip Seymour Hoffman.[11]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Freigabebescheinigung für A Most Wanted Man. Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft, August 2014 (PDF; Prüf­nummer: 146 450 K).
  2. Alterskennzeichnung für A Most Wanted Man. Jugendmedien­kommission.
  3. Filmstarts.de
  4. A Most Wanted Man auf Filmtourismus.de. Abgerufen am 24. Juni 2015.
  5. boxofficemojo
  6. Offizielles Twitter-Profil zum Film
  7. Filmkritiker.com
  8. A Most Wanted Man. In: synchronkartei.de. Deutsche Synchronkartei, abgerufen am 11. April 2018.
  9. A Most Wanted Man. Abgerufen am 24. September 2017 (englisch).
  10. Preview: Film der Woche. In: Blickpunkt:Film. Nr. 31/14, S. 48.
  11. Spiegel Online: Corbijn-Thriller "A Most Wanted Man": Der Spion, der aus der Kneipe kam