Aitern

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Aitern
Aitern
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Aitern hervorgehoben

Koordinaten: 47° 48′ N, 7° 54′ O

Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Freiburg
Landkreis: Lörrach
Gemeindeverwal­tungsverband: Schönau im Schwarzwald
Höhe: 630 m ü. NHN
Fläche: 9,21 km2
Einwohner: 524 (31. Dez. 2020)[1]
Bevölkerungsdichte: 57 Einwohner je km2
Postleitzahl: 79677
Vorwahl: 07673
Kfz-Kennzeichen:
Gemeindeschlüssel: 08 3 36 004
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Schulweg 6
79677 Aitern
Website: www.aitern.de
Bürgermeister: Manfred Knobel (CDU)
Lage der Gemeinde Aitern im Landkreis Lörrach
FrankreichSchweizLandkreis WaldshutLandkreis Breisgau-HochschwarzwaldFreiburg im BreisgauAiternBad BellingenBinzenBöllenEfringen-KirchenEfringen-KirchenEimeldingenFischingen (Baden)FröhndGrenzach-WyhlenZell im WiesentalHäg-EhrsbergHasel (Baden)Hausen im WiesentalInzlingenKandernKleines WiesentalLörrachMalsburg-MarzellMaulburgRheinfelden (Baden)RümmingenRümmingenSchallbachSchliengenSchönau im SchwarzwaldSchönau im SchwarzwaldSchönau im SchwarzwaldSchönau im SchwarzwaldSchönau im SchwarzwaldSchönau im SchwarzwaldSchönenberg (Schwarzwald)SchopfheimSchwörstadtSteinen (Baden)TodtnauTunauUtzenfeldWeil am RheinWembachWembachWembachWieden (Schwarzwald)WittlingenWittlingenZell im WiesentalZell im WiesentalZell im WiesentalKarte
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Aitern (Alemannisch Aitere) ist eine Gemeinde im Landkreis Lörrach in Baden-Württemberg (Deutschland). Mit 524 Einwohnern gehört sie zu den kleinsten Gemeinden im Kreis und ist Mitglied im Gemeindeverwaltungsverband Schönau im Schwarzwald. Das Gemeindegebiet weist reliefbedingt viele steile Hänge auf, so dass sich Besiedlung fast ausschließlich auf Hanglagen befinden. Durch das Gemeindegebiet führt die Belchenstraße hinauf zur Talstation der Belchenbahnen. Der Gipfel selbst gehört zum Gebiet der Nachbargemeinde Schönau im Schwarzwald.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeindegebiet Aitern

Aitern liegt in 580 bis 1.274 Meter Höhe im Tal des Aiternbachs, das sich vom Osthang des 1414 m ü. NHN hohen Belchen in das Wiesental hinabzieht. Das Gemeindegebiet deckt sich weitestgehend mit dem Einzugsgebiet des Aiternbachs. Aus diesem Grund verlaufen die Gemeindegrenzen entlang der Wasserscheiden. Lediglich in Rollsbach greift die Gemarkung ins Einzugsgebiet des benachbarten Wiedenbachs aus. Höchste Erhebungen sind der markante Grenzberg Rübgartenkopf (1246 m ü. NHN) nordöstlich des Belchens und der Heidstein am nordwestlichen Ende, der mit 1274 m ü. NHN Höhe der höchste Gipfel im Gemeindegebiet ist. Der Hauptort Aitern liegt am südöstlich stark abfallenden Rand des Gemeindegebietes und wird von den Grenzbergen Tannenboden (885 m ü. NHN) und Ochsenberg (866 m ü. NHN) eingerahmt.

Durch Aitern verläuft die L 142 (Belchenstraße) bergauf, die etwa 100 Meter nach dem Multener Wasserfall die Straßenbezeichnung zur Kreisstraße 6341 wechselt. Eine Abzweigung führt zur Talstation der Belchenbahnen. Die Kreisstraße selbst überwindet auf 1180 m ü. NHN die Hohtannhöhe in Richtung des Wiedener Ecks. Die Hohtannhöhe ist gleichzeitig der höchste Pass des Landkreises Lörrach, von welchem nur wenige Meter östlich die Gemeindegrenze zwischen Aitern und Wieden verläuft.

Vom Hauptort Aitern gelangt man über den Bergpass Auf den Winden ebenfalls ins Wiedener Tal.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur 921 Hektar großen Gemeinde Aitern gehören das Dorf Aitern, die Weiler Holzinshaus, (Ober- und Unter-)Multen und die Höfe Oberrollsbach und Unterrollsbach. Im Gemeindegebiet liegt die Wüstung Swendenhütten.[2] Das in Südost-Nordwest-Richtung langgestreckte Gemeindegebiet ist vor allem nach Nordwesten hin hauptsächlich bewaldet.

Die Gemeindefläche teilt sich wie folgt auf:

Blick auf Aitern von Nordwesten
Ortsteil Fläche in km²
Aitern mit Multen 6,45
Holzinshaus 0,98
Oberrollsbach 1,09
Unterrollsbach 0,67
Gesamt 9,21

In Multen endet der 100 Kilometer lange Fernskiwanderweg Schonach–Belchen, der längste Skiwanderweg im Schwarzwald. Es ist damit der Zielort des 100-Kilometer-Rucksacklaufs um den „Wäldercup“ auf dieser Strecke, mit Start in Schonach.[3]

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde grenzt im Norden an Münstertal im Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald und Wieden, im Osten an Utzenfeld, im Süden an die Stadt Schönau im Schwarzwald und im Westen an Schönenberg.

Klima[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

AITERN UNTERMULTEN nieder.svg

Der Jahresniederschlag beträgt 1874 mm. Der Niederschlag liegt im oberen Drittel der Messstellen des Deutschen Wetterdienstes. Über 99 % zeigen niedrigere Werte an. Der trockenste Monat ist der September; am meisten regnet es im November. Im niederschlagreichsten Monat fällt rund 1,4 mal mehr Regen, als im trockensten Monat. Die jahreszeitlichen Niederschlagschwankungen liegen im oberen Drittel. In über 87 % aller Orte schwankt der monatliche Niederschlag weniger.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Zahl der Einwohner Aiterns entwickelte sich wie folgt:[4]

Jahr Einwohner
1961 389
1968 425
1974 519
1980 504
1985 516
1990 594
Jahr Einwohner
1995 561
2000 586
2005 549
2010 550
2015 553
2020 524

Religiöse Gliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch die Zugehörigkeit Aiterns zur Grundherrschaft St. Blasien war die Gemeinde traditionell mehrheitlich katholisch. Erst Ende des 19. Jahrhunderts kamen erste protestantische Einwohner nach Aitern.

Die Verteilung der Konfessionen in Aitern verteilte sich über die Jahre wie folgt:[5]

Religionszugehörigkeit in Adelhausen
Jahr Religion
evangelisch katholisch sonstige
1900 0,5 % 99,5 % 0,0 %
1925 5,0 % 95,0 % 0,0 %
1970 8,2 % 87,2 % 4,6 %
1987 11,1 % 84,9 % 4,0 %

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bodenfunde erlauben den Schluss, dass das Gemeindegebiet schon vor mehr als 2000 Jahren von keltischen Bauern besiedelt war. Bei Ausgrabungen fand man auf 910 Meter Höhe einen Feuerstein aus der Mittleren Steinzeit. Der Fund zählt zu den wenigen Zeugnissen menschlicher Besiedlung in den Hochlagen des Schwarzwaldes zu jener Zeit.[6]

Aitern wurde im Jahre 1352 erstmals mit der Namensform Eitra bzw. ze Aytra urkundlich erwähnt. Der Name leitet sich aus dem vorgermanischen Ausdruck aitra ab, der „fließendes Wasser“ bedeutet. Aitern zählt zu den ältesten Siedlungen des hintern Wiesentals. Es soll ursprünglich aus drei Höfen bestanden haben, die eine Gemarkung bildeten. Ein Hof ist 1387 als „nider meygers Hofstatt“ erwähnt. Der Ort gehörte zum Kloster St. Blasien bis zu dessen Säkularisation im Jahr 1806, als Aitern badisch wurde.[7]

Ende des 19. Jahrhunderts wurde Multen, 1934 Holzinshaus und Rollsbach zur Aitern eingemeindet. Bis nach dem Zweiten Weltkrieg war Haupteinnahmequelle in Aitern die Landwirtschaft. Zusätzliche Arbeitsplätze entstanden durch die in Schönau einsetzend Industrialisierung. Ein typischer Beruf für Aitern war der sogenannte Bürstenhölzlemacher. Nach dem Bau der Belchenstraße kamen die ersten Überlegungen auf, den Tourismus zu fördern.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rathaus Aitern

Der Gemeinderat in Aitern hat acht Mitglieder. Er besteht aus den ehrenamtlichen Gemeinderäten und dem Bürgermeister als Vorsitzender. Der Bürgermeister ist im Gemeinderat stimmberechtigt. Bei der Kommunalwahl am 26. Mai 2019 wurde der Gemeinderat durch Mehrheitswahl gewählt.[8] Mehrheitswahl findet statt, wenn kein oder nur ein Wahlvorschlag eingereicht wurde. Die Bewerber mit den höchsten Stimmenzahlen sind dann gewählt. Die Wahlbeteiligung betrug 68,1 % (2014: 72,3 %).

Wappen und Siegel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Wappen von Aitern zeigt zwei Bergmannseisen, welche den einstigen Bergbau symbolisieren, die von einem diagonal verlaufenden Fluss getrennt werden. Die Hammerköpfe sowie der Wellenschrägbalken sind blau, die Stiele des Hammers schwarz. Die Flaggenfarben wurden im Jahre 1933 festgelegt. Der Wellenbalken symbolisiert den Aiternbach, der durch die Gemeinde fließt.

Das Gemeindesiegel zeigte im 19. Jahrhundert zwischen Rankenwerk den Buchstaben A, überhöht von der großherzoglichen Krone und einer Umschrift Gemeinde Aitern. Dieses Siegelbild wurde 1907 auf Vorschlag des Generallandesarchivs durch das oben beschriebene Wappen ersetzt.[9]

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aitern verfügt über eine Grundschule und einen Kindergarten. Hauptschüler besuchen die Schule im nahe gelegenen Schönau im Schwarzwald; dort existiert auch ein Gymnasium. Die nächstgelegene Realschule befindet sich in Zell im Wiesental.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Aitern. In: Abteilung Landesbeschreibung des Staatsarchivs Freiburg im Breisgau (Bearbeiter): Kreisbeschreibungen des Landes Baden-Württemberg. Der Landkreis Lörrach. Band I. A. Allgemeiner Teil. B. Gemeindebeschreibungen Aitern bis Inzlingen. C. Quellen und Literatur. Herausgegeben von der Landesarchivdirektion Baden-Württemberg in Verbindung mit dem Landkreis Lörrach. Jan Thorbecke Verlag, Sigmaringen 1993, ISBN 3-7995-1353-1., S. 521–537
  • R. Lederle: Aitern. Die Geschichte einer kleinen Schwarzwaldgemeinde, Aitern 1964

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Aitern – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistisches Landesamt Baden-Württemberg – Bevölkerung nach Nationalität und Geschlecht am 31. Dezember 2020 (CSV-Datei) (Hilfe dazu).
  2. Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band VI: Regierungsbezirk Freiburg Kohlhammer, Stuttgart 1982, ISBN 3-17-007174-2. S. 876
  3. Badische Zeitung: Mit dem Rucksack ins Abenteuer, Artikel vom 13. Februar 2009, aufgerufen am 27. August 2021
  4. statistik-bw.de: Bevölkerung, Gebiet und Bevölkerungsdichte, aufgerufen am 20. Oktober 2021
  5. Kreisbeschreibungen des Landes Baden-Württemberg. Der Landkreis Lörrach., S. 528.
  6. Kreisbeschreibungen des Landes Baden-Württemberg. Der Landkreis Lörrach., S. 534.
  7. Kreisbeschreibungen des Landes Baden-Württemberg. Der Landkreis Lörrach., S. 535.
  8. Vorläufiges Ergebnis der Gemeinderatswahlen 2019 beim Statistischen Landesamt
  9. Harald Huber: Wappenbuch Landkreis Lörrach, ISBN 3-87799-046-0, Seite 36.