Eimeldingen

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Eimeldingen
Eimeldingen
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Eimeldingen hervorgehoben

Koordinaten: 47° 38′ N, 7° 36′ O

Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Freiburg
Landkreis: Lörrach
Höhe: 269 m ü. NHN
Fläche: 3,55 km2
Einwohner: 2558 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 721 Einwohner je km2
Postleitzahl: 79591
Vorwahl: 07621
Kfz-Kennzeichen:
Gemeindeschlüssel: 08 3 36 019
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hauptstraße 25
79591 Eimeldingen
Website: www.eimeldingen.de
Bürgermeister: Oliver Friebolin (parteilos)
Lage der Gemeinde Eimeldingen im Landkreis Lörrach
FrankreichSchweizLandkreis WaldshutLandkreis Breisgau-HochschwarzwaldFreiburg im BreisgauAiternBad BellingenBinzenBöllenEfringen-KirchenEfringen-KirchenEimeldingenFischingen (Baden)FröhndGrenzach-WyhlenZell im WiesentalHäg-EhrsbergHasel (Baden)Hausen im WiesentalInzlingenKandernKleines WiesentalLörrachMalsburg-MarzellMaulburgRheinfelden (Baden)RümmingenRümmingenSchallbachSchliengenSchönau im SchwarzwaldSchönau im SchwarzwaldSchönau im SchwarzwaldSchönau im SchwarzwaldSchönau im SchwarzwaldSchönau im SchwarzwaldSchönenberg (Schwarzwald)SchopfheimSchwörstadtSteinen (Baden)TodtnauTunauUtzenfeldWeil am RheinWembachWembachWembachWieden (Schwarzwald)WittlingenWittlingenZell im WiesentalZell im WiesentalZell im WiesentalKarte
Über dieses Bild

Eimeldingen ist eine Gemeinde im Landkreis Lörrach in Baden-Württemberg. Zur Gemeinde Eimeldingen gehören außer dem gleichnamigen Dorf keine weiteren Ortschaften. Der Ort ist Mitglied im Gemeindeverwaltungsverband Vorderes Kandertal mit Sitz in Binzen.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eimeldingen liegt im äußersten Südwesten Deutschlands, etwa zwei Kilometer von der französischen und etwa acht Kilometer von der Schweizer Grenze entfernt. Durch den Ort fließt die Kander, die wenige Kilometer weiter in den Oberrhein mündet.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde grenzt im Norden an Efringen-Kirchen und Fischingen, im Osten an Binzen und im Süden an die Stadt Weil am Rhein.

Die nächstgrößeren Orte sind neben Weil am Rhein Lörrach und Basel.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die früheste bekannte urkundliche Erwähnung datiert von 764. Der Ort wurde damals Agimotingas (= bei den Angehörigen des Agimot)[2] genannt. Damals kaufte Abt Fulrad von der Abtei Saint-Denis bei Paris von einem fränkischen Grafen Güter im Breisgau, darunter auch solche in Eimeldingen. Im weiteren Verlauf der Geschichte findet sich eine Vielzahl von Ortsbezeichnungen als Verballhornung des ursprünglichen Namens Agimotingas (z. B. Eymatingen, Eymoltingen etc.)[3] Die Landeshoheit kam an die Edelfreien von Rötteln und von diesen an die Markgrafen von Hachberg-Sausenberg. Die niedere Gerichtsbarkeit war seit 1394 im Besitz der Reich von Reichenstein, die sie 1431 an den Markgrafen Wilhelm von Hachberg-Sausenberg verkauften.[4] Spätestens 1515 waren die Markgrafen von Baden (Erben der Nebenlinie Hachberg-Sausenberg) alleinige Ortsherren mit allen Herrschaftsrechten. Der Ort gehörte zum Weiler Viertel des Oberamts Rötteln. Größter Grundbesitzer in Eimeldingen war das Heilig-Geist-Spital in Basel. Zu den übrigen Grundbesitzern gehörten auch die Basler Kommenden der Deutschordensritter und der Johanniter.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1991: 1588 Einwohner
  • 1995: 1992 Einwohner
  • 2000: 2151 Einwohner
  • 2005: 2285 Einwohner
  • 2010: 2439 Einwohner
  • 2015: 2516 Einwohner

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Da der Ort zur Markgrafschaft Baden-Durlach gehörte wurde auch hier 1556 die Reformation eingeführt und Eimeldingen ist seither evangelisch geprägt. Auch heute gibt es lediglich evangelische Kirchengemeinden im Ort. Die wenigen katholischen Gläubigen werden von Weil am Rhein aus betreut.

Eine Besonderheit in Eimeldingen ist die durch die Musikband DMMK (DieMusikMeinerKirche) im deutschsprachigen Raum bekannte Freie Evangelische Gemeinde (FeG Rebland G5meineKirche). Das Veranstaltungszentrum G5Forum bietet mehr als 750 Sitzplätze.[5] Die im Jahr 2000[6] gegründete Gemeinde hat mit ihren ca. 500 – 600 Gottesdienstbesuchern[7] sehr gut besuchte Gottesdienste.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verwaltungsverband[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde gehört dem Gemeindeverwaltungsverband Vorderes Kandertal mit Sitz in Binzen an.

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kommunalwahl vom 26. Mai 2019 führte bei einer Wahlbeteiligung von 60,1 % (2014: 46,7 %) zu folgendem Ergebnis:[8]

Partei / Liste Stimmenanteil Sitze Ergebnis 2014
Unabhängige Bürger 67,95 % 7 72,1 %, 7 Sitze
Freie Wähler 32,05 % 3 27,9 %, 3 Sitze

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 30. November 2008 wurde der Schluchseer Bürgermeister Manfred Merstetter mit 52,36 Prozent der abgegebenen Stimmen zum neuen Bürgermeister von Eimeldingen gewählt. Er löste Hansjörg Rupp ab, der nach Ablauf seiner zweiten Amtszeit in den Ruhestand trat und nicht mehr kandidierte.

Im November 2016 wurde Oliver Friebolin zum neuen Bürgermeister gewählt. Er erhielt im ersten Wahlgang 73,9 Prozent der Stimmen, Amtsinhaber Merstetter bekam 16,7 Prozent, Martin Fischer 9,2 Prozent der Stimmen.[9]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blasonierung: „In gespaltenem und halbgeteiltem Schild vorne das badische Wappen, hinten oben in Blau eine goldene Garbe, unten in Silber an einem liegenden grünen Rebzweig eine grüne Traube mit zwei Blättern.“[10]

Die gold-rote vordere Hälfte verweist auf die Zugehörigkeit zu Baden, die Garbe auf den Getreideanbau und die Rebe auf den Weinbau, beide bedeutende Wirtschaftszweige im Ort. Das Wappen wurde in dieser Form 1911 angenommen.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die ältesten Teil der Evangelischen Kirche Eimeldingen stammen von 1450; ihre Ursprünge lassen sich bis ins 8. Jahrhundert zurückverfolgen.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde ist mit der Anschlussstelle Eimeldingen der Bundesautobahn 98 (Weil am RheinStockach) gut an das Fernstraßennetz angeschlossen. Durch den Ort führt außerdem die Bundesstraße 3 (Buxtehude–Weil am Rhein). Der Haltepunkt Eimeldingen liegt an der Rheintalbahn (MannheimOffenburgBasel).

In Eimeldingen gibt es zudem drei Bushaltestellen, die regelmäßig von Bussen des Regio Verkehrsverbund Lörrach angefahren werden.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eimeldingen verfügt über eine eigene Grundschule und je einen kommunalen und evangelischen Kindergarten.

Feuerwehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Freiwillige Feuerwehr Eimeldingen wurde 1926 gegründet. Heute besteht sie aus drei Abteilungen und ungefähr 60 Mitgliedern [Stand 2012].[11]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der deutsch-dänische Diplomat Conrad Biermann von Ehrenschild wurde in Eimeldingen geboren. Der Fußballtrainer Christian Streich, geboren 1965 im benachbarten Weil am Rhein, ist in Eimeldingen aufgewachsen.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Anneliese Müller, Annemarie Peters: Eimeldingen. In: Abteilung Landesbeschreibung des Staatsarchivs Freiburg im Breisgau (Bearbeiter): Kreisbeschreibungen des Landes Baden-Württemberg. Der Landkreis Lörrach. Band I. A. Allgemeiner Teil. B. Gemeindebeschreibungen Aitern bis Inzlingen. C. Quellen und Literatur. Herausgegeben von der Landesarchivdirektion Baden-Württemberg in Verbindung mit dem Landkreis Lörrach. Jan Thorbecke Verlag, Sigmaringen 1993, ISBN 3-7995-1353-1. S. 741–758
  • Chronik und Ortssippenbuch Eimeldingen, Gemeinde Eimeldingen 1979
    • 1. Band – Fritz Schülin: Ortsgeschichte
    • 2. Band – Helmut Fehse: Ortssippenbuch Eimeldingen, Landkreis Lörrach/Baden. Eimeldingen: Gemeinde 1979 (= Badische Ortssippenbücher 42), Bearbeiteter Zeitraum 1648–1978
  • Carl Roth: Zur Geschichte des Dorfes Eimeldingen und des dortigen Gasthauses zum „Ochsen“. In: Das Markgräflerland, Heft 2/1939, S. 58–72 Digitalisat der UB Freiburg
  • Karl Seith: Das Siechenhaus zu Eimeldingen und sein Ende. In: Das Markgräflerland, Heft 2/1952, S. 71–73 Digitalisat der UB Freiburg
  • Fritz Schülin: Das Gasthaus zum „Löwen“ in Eimeldingen. Seit 1842 im Familienbesitz. In: Das Markgräflerland, Heft 2/3 1970, S. 106–108 Digitalisat der UB Freiburg
  • Fritz Schülin: Zur Geschichte des Gasthauses zum „Ochsen“ in Eimeldingen. In: Das Markgräflerland, Heft 3/4 1977, S. 368–369 Digitalisat der UB Freiburg
  • Volker Vortisch (Übersetzer): Conrad Biermann von Eimeldingen, ein dänischer Staatsmann des 17. Jahrhunderts (aus dem „Dansk biografisk leksikon“). In: Das Markgräflerland, Heft 1/1982, S. 114–116 Digitalisat der UB Freiburg
  • Sophie Stelzle-Hüglin: Das „Schlössli“ in Eimeldingen. Archäologie und Baugeschichte. In: Das Markgräflerland, Band 1/2005, S. 5–28 Digitalisat der UB Freiburg
  • Hermann Jacob: Die Familie Roth in Eimeldingen — erfolgreiche Geschäftsleute an der Straße Basel–Frankfurt. In: Das Markgräflerland, Band 1/2005, S. 38–50 Digitalisat der UB Freiburg

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Eimeldingen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistisches Landesamt Baden-Württemberg – Bevölkerung nach Nationalität und Geschlecht am 31. Dezember 2018 (CSV-Datei) (Hilfe dazu).
  2. siehe Roth S. 58
  3. siehe Albert Krieger: Topographisches Wörterbuch des Großherzogtums Baden. Band 1, Heidelberg 1904, Spalte 490–491 Digitalisat der UB Heidelberg
  4. siehe Müller/Peters S. 753
  5. G5Forum "Kreative Begegnungen, die weiterbringen". Abgerufen am 2. Mai 2019.
  6. G5meineKirche - Wer wir sind - Geschickte. Abgerufen am 2. Mai 2019.
  7. ERF Kirchenfinder FeG Rebland. Abgerufen am 2. Mai 2019.
  8. Statistisches Landesamt Baden-Württemberg 2019
  9. Oliver Friebolin wird neuer Bürgermeister. In: Weiler Zeitung vom 27. November 2016
  10. Harald Huber: Wappenbuch Landkreis Lörrach. Südkurier GmbH, Konstanz 1984, ISBN 3-87799-046-0. S. 51
  11. Über uns. 5. Juni 2012, abgerufen am 29. Juni 2018.