Aktionsbündnis Nichtrauchen

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Aktionsbündnis Nichtrauchen e.V
(ABNR)
Zweck: Medizinische Fachgesellschaft für Onkologie
Vorsitz: Martina Pötschke-Langer
Gründungsdatum: 2003
Sitz: Bonn
Website: www.abnr.de

Das Aktionsbündnis Nichtrauchen (ABNR) ist ein Zusammenschluss von elf großen nicht-staatlichen Gesundheitsorganisationen in Deutschland, die ihre politischen Aktivitäten im Bereich „Förderung des Nichtrauchens/Schutz vor den Gefahren des Passivrauchens“ bündeln. Zum ABNR-Projekt gehört das „Netzwerkbüro Tabakprävention“, das aus Finanzmitteln der Deutschen Krebshilfe gefördert wird.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1992 wurde eine „Koalition gegen das Rauchen“ als Aktionsbündnis und Interessensgemeinschaft gebildet. Mitwirkende waren u. a. die Bundesärztekammer, die Deutsche Krebsgesellschaft sowie die Deutsche Krebshilfe. Rund 80 Organisationen, Verbände und Vereinigungen in allen Bundesländern engagierten sich in der Anfangszeit mit der Zielsetzung, ein totales Werbeverbot für Tabak und Zigaretten in der Bundesrepublik zu erreichen. Im Jahr 2003 ging aus der „Koalition gegen das Rauchen“ der heutige Verein hervor. Die Organisation wird seit März 2016 von der Ärztin und Gesundheitspolitikerin Martina Pötschke-Langer geführt, die bis August 2016 als Expertin für Tabakprävention und Tabakkontrolle am Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg wirkte.

Aktionspartner[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im ABNR sind folgende Organisationen nach alphabetischer Listung vertreten:

Das wesentliche Ziel des Bündnisses ist es, „Maßnahmen zur Eindämmung der Gesundheitsgefahren durch das Rauchen und Passivrauchen auf politischer Ebene anzuregen, zu fördern und zu begleiten“.[1] Zum von der Weltgesundheitsorganisation proklamierten Weltnichtrauchertag am 31. Mai jeden Jahres geben ABNR und Krebshilfe das Motto aus. Für 2016 hieß es: „Kein Platz für giftige Botschaften – Stoppt Tabakwerbung jetzt!“[2] Die Bundesvereinigung Prävention und Gesundheitsförderung übernahm seit dem 1. Juli 2009 die Geschäftsführung des Aktionsbündnisses. Daneben wird ein Hauptstadt-Büro in Berlin unterhalten. Vor dem Verbandswechsel hatte der Ärztliche Arbeitskreis Rauchen und Gesundheit in München als Aktionsmitglied diese Aufgabe erfüllt.

Ehrenpreis Rauchfrei-Siegel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2018 verliehen ABNR und die Stiftung Deutsche Krebshilfe gemeinsam den von der Krebshilfe gestifteten Ehrenpreis „Rauchfrei-Siegel“ an die erfolgreiche ZDF-Krimiserie SOKO Wien – SOKO Donau, eine grenzüberschreitende Gemeinschaftsproduktion von ZDF und ORF Österreichischer Rundfunk Wien. Beide Gesundheitsorganisationen würdigten bei einem Festakt am Weltnichtrauchertag in Berlin damit öffentlich, dass „SOKO Wien“ „bewusst auf rauchende Charaktere“ verzichte und damit eine Vorbildfunktion habe.[3] ZDF-Redakteurin Silvia Lambri und die SOKO-Schauspielerin Lilian Klebow nahmen den Ehrenpreis von der ABNR-Vorsitzenden Martina Pötschke-Langer und Krebshilfe-Vorstandsvorsitzender Gerd Nettekoven persönlich entgegen, die von der Bundesregierung nachdrücklich forderten, „die Tabakprävention weiter voranzutreiben“.

ABNR und Krebshilfe hatten erstmals 2003 den Ehrenpreis gemeinsam verliehen. 2017 wurde der Jugendfilm Auf Augenhöhe des Regisseurs Joachim Dollhopf und der Drehbuchautorin Evi Goldbrunnerausgezeichnet.[4]

Grundsatzforderung: Erhöhung der Tabaksteuer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2014 haben die Mitglieder zum Welt-Nichtrauchertag bekräftigt, den Kampf gegen den Tabakkonsum zu verstärken. Sie forderten die Bundesregierung und die Parteien auf, die Tabaksteuer drastisch zu erhöhen, um dadurch den die Gesundheit schädigenden Zigarettenkonsum zu reduzieren. In Deutschland rauche ein Drittel der erwachsenen Bevölkerung (30,1 Prozent). Das entspricht etwa 24 Millionen Erwachsenen. Die Folgen seien verheerend, erklärte Tobias Effertz (Universität Hamburg). Zigarettenrauchen führe in Deutschland jährlich zu mehr Todesfällen als Aids, Alkohol, illegale Drogen, Verkehrsunfälle, Morde und Selbstmorde zusammen. Jedes Jahr sterben nach Ansicht des ABNR über 100.000 Menschen vorzeitig an den Folgen des aktiven Rauchens sowie mindestens 3.300 Menschen an den Folgen des Passivrauchens.[5]

Im Februar 2015 hat das Aktionsbündnis erstmals mit weiteren Gesundheitsverbänden die elektrische Zigarette thematisiert und den Gesetzgeber aufgefordert, die Abgabe von E-Shishas an Minderjährige aus gesundheitlichen Gründen zu verbieten. Auf einer gemeinsamen Pressekonferenz in Berlin[6] betonte auch der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte, man unterstütze „das generelle Verbot von E-Zigaretten und E-Shishas für Minderjährige - unabhängig davon, ob sie einen Wirkstoff enthalten oder nicht“. Die Organisationen erklärten sich ferner solidarisch mit Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig, die nach ihrer Ankündigung ein Verbot über die Novellierung des Jugendschutzgesetzes erreichen will.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Das Aktionsbündnis Nichtrauchen e.V.
  2. Pressemitteilung des ABNR (Memento vom 7. Februar 2017 im Internet Archive), abgerufen am 7. Februar 2017
  3. https://www.krebshilfe.de/informieren/presse/pressemitteilungen/weltnichtrauchertag-rauchstopp-gut-fuers-herz/, abgerufen am 8. Juni 2018
  4. Welt-Nichtrauchertag 2017: Rauchen kostet! Deutsche Krebshilfe, 23. Mai 2017, abgerufen am 9. Juni 2018.
  5. ABNR-Pressekonferenz in Berlin, 28. Mai 2014
  6. „E-Zigaretten und E-Shishas gehören nicht in Kinderhände“ (Memento vom 16. Februar 2015 im Internet Archive)