Aleksandar Vučić

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Aleksandar Vučić (2012)

Aleksandar Vučić (serbisch-kyrillisch Александар Вучић; * 5. März 1970 in Belgrad, Sozialistische Föderative Republik Jugoslawien) ist ein serbischer Politiker. Seit April 2014 ist er der Ministerpräsident Serbiens. Von 1993 bis 2008 war er Mitglied der Serbischen Radikalen Partei, für die er von 1998 bis 2000 auch serbischer Informationsminister war. Im Jahr 2008 wurde er Mitglied der Serbischen Fortschrittspartei, deren Parteivorsitzender er seit 2012 ist. Er wurde am 2. April 2017 zum Präsidenten Serbiens gewählt.[1]

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vučić wuchs im Belgrader Stadtbezirk Zemun auf.

Akademische Ausbildung und politische Karriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vučić studierte Rechtswissenschaften an der Universität Belgrad. 1993 trat er der Serbischen Radikalen Partei (SRS) bei und wurde erstmals als Abgeordneter in die Serbische Nationalversammlung gewählt. 1995 wurde er Generalsekretär der SRS. In der Regierung von Mirko Marjanović war er von 1998 bis 2000 Informationsminister. 2004 und 2008 verlor er zweimal gegen Kandidaten der Demokratska Stranka bei den Oberbürgermeisterwahlen von Belgrad. Von Juni 2006 bis Juni 2007 war er Abgeordneter in der Parlamentarischen Versammlung des Europarates.

2008 trat Vučić zur Partei Serbischen Fortschrittspartei (Srpska Napredna Stranka (SNS)) über. Seit dem 27. Juli 2012 war er als Nachfolger von Ivica Dačić Stellvertretender Ministerpräsident Serbiens. Vom 27. Juli 2012 bis zum 2. September 2013 war er Verteidigungsminister Serbiens. Seit 28. April 2014 war er Ministerpräsident Serbiens. Am 14. Februar 2017 bestimmte die regierende Serbische Fortschrittspartei Aleksandar Vučić zu ihrem Kandidaten für die Präsidentenwahl.[2] Der ebenfalls der SNS angehörende amtierende Präsident Tomislav Nikolić gab am Tag darauf – seinem 65. Geburtstag – seine erneute Kandidatur bekannt, welche er jedoch am 20. Februar 2017 wieder zurückzog. Somit kandidierte für die SNS nur Vučić.[3][4]

Die Präsidentschaftswahl in Serbien 2017 fand am 2. April 2017 statt. Da Ministerpräsident Aleksandar Vučić bereits im ersten Wahlgang eine absolute Mehrheit erhielt,[5] war eine Stichwahl am 16. April nicht notwendig.[6][7] Die Amtseinführung von Vučić ins Präsidentenamt findet am 31. Mai 2017 statt.

Vorwurf der medialen Manipulation und Zensur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mitte 2014 zeigten sich Journalistenverbände besorgt über die Medienfreiheit in Serbien.[8] Dabei geriet Vučić als Ministerpräsident unter scharfe Kritik. So gebe es im Lande beinahe keine Opposition mehr. Des Weiteren wird berichtet, dass „die Boulevardpresse wie ein Schlaghammer der Regierung“ ist, der „Rufmord an Regimegegnern begeht“, und dass es kaum regimekritische Medien gäbe, da sich Vučić über staatliche Institutionen stellen würde.[8] Die in Serbien bekannte Journalistin Jovana Gligorijević äußerte sich ebenfalls besorgt und sagte, dass „die Redefreiheit sehr wohl bedroht sei, denn Websites wurden neulich blockiert, Blogs entfernt und Blogger festgenommen“, wofür Gligorijević indirekt Vučić verantwortlich machte. Sie beklagte, dass es sich in allen Fällen um regimekritische Inhalte handele und dass es auf der anderen Seite in der Tagespresse kaum regimekritische Artikel gebe, was zur Selbstzensur führe. Die Situation verschärfte sich, als die Beauftragte für Medienfreiheit der OSZE, Dunja Mijatović, den serbischen Regierungschef schriftlich auf die „Unterdrückung der Medien“ aufmerksam machte. Vučić erwiderte, dass viele Vertreter der internationalen Gemeinschaft, ausländische Botschafter sowie die OSZE eine Kampagne gegen ihn führen würden, „weil Serbien gegen Russland keine Sanktionen wegen der Ukrainekrise verhängen will“ und dass eine Unterdrückung der Medien „Quatsch“ sei.[8]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Aleksandar Vučić – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. NZZ
  2. Ruling SNS confirms Vucic as its candidate for president - - on B92.net. In: B92.net. (b92.net [abgerufen am 19. Februar 2017]).
  3. http://rs.n1info.com/a228467/Vesti/Vesti/Nikolic-odlucio-da-se-kandiduje-za-predsednika.html
  4. Nikolic meets with Vucic, decides not to run for reelection - - on B92.net. In: B92.net. (b92.net [abgerufen am 21. Februar 2017]).
  5. Danas: IZBORI: Ipsos Vučiću 56,5 odsto glasova, Janković drugi. Abgerufen am 2. April 2017.
  6. http://www.b92.net/eng/news/politics.php?yyyy=2017&mm=02&dd=28&nav_id=100637
  7. NZZ 2017-04-02
  8. a b c Andrej Ivanji: Die Pampigkeit des Herrn Vucic. In: Die Tageszeitung, 21. Juli 2015.