Alte Synagoge (Freiburg im Breisgau)

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Alte Synagoge, Blick von Westen, Ansichtskarte, 1910
Lage am baumbestandenen Platz zwischen dem jüdischen Gemeindehaus (linker Bildrand, vorne) und dem Universitätsgebäude (rechts), Ansichtskarte, 1913

Die als Alte Synagoge bezeichnete Synagoge am heutigen Platz der Alten Synagoge in Freiburg im Breisgau wurde 1869/70 erbaut und in der Reichspogromnacht 1938 zerstört. Bei Bauarbeiten zur Platzumgestaltung 2016 wurden an mehreren Stellen Reste des Gebäudefundaments entdeckt, freigelegt und dokumentiert, bevor es teilweise abgetragen und verfüllt wurde, um es mit einem symbolischen Wasserbecken zu überbauen.

Vorgänger-Synagogen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die mittelalterliche jüdische Gemeinde hatte wahrscheinlich bereits um 1300 eine Synagoge. Ihre erste Erwähnung ist auf 1349 datiert. In diesem Jahr wurden im Rahmen der allgemeinen Judenverfolgung in der Pestzeit fast alle Freiburger Juden ermordet. Die erste Freiburger Synagoge befand sich in der Wasserstraße, wo neben der benachbarten Weberstraße bis dahin auch die Mitglieder der Gemeinde wohnten. Insgesamt ließen sich in diesem Bereich zehn jüdische Wohnhäuser nachweisen.[1]

Seit etwa 1360 lebten wieder Juden in der Stadt, teilweise in den alten Häusern in der Wasserstraße. 1385 wurde eine Synagoge an der südwestlichen Ecke Weberstraße/Raustraße genannt; damals wurden 60 jüdische Einwohner in Freiburg gezählt, unter ihnen ein Judenschulmeister. Es ist unklar, in welchem Verhältnis zur mittelalterlichen Ansiedlung die noch zu Beginn des 18. Jahrhundert (1708) sogenannte Judengasse (für den zwischen Bertholdstraße und Franziskanerplatz liegenden Teil der heutigen Universitätsstraße) steht.

Im Jahre 1401 beschloss der Freiburger Stadtrat, „daz dekein Jude ze Friburg niemmerme sin sol“.[2] König Sigismund bestätigte dieses Dekret 1424 mit der Ewigen Vertreibung. Danach war es Juden nicht mehr erlaubt, in Freiburg zu wohnen.[3] Seit 1809 waren Juden in Baden als Staatsbürger anerkannt und ihre Religion war als gleichberechtigt geduldet, das jeweilige Ortsbürgerrecht blieb ihnen jedoch weiterhin verwehrt. Auch durften sie nur in Gemeinden leben, in denen schon Juden ansässig waren. Laut einer Volkszählung 1846 lebten damals nur zwanzig Juden in der Freiburger Innenstadt.[4] Die in Freiburg lebenden Juden schlossen sich erst 1864 zur Israelitischen Religionsgesellschaft zusammen und mieteten einen Betsaal an. Die Gemeinde stellte einen Kantor ein, der zugleich als Schochet und Religionslehrer tätig war. Der Betsaal befand sich im damaligen Haus Nr. 838 am Münsterplatz.[5]

Bau und Erweiterung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Alte Synagoge 1896
Die Alte Synagoge mit dem westlichen Portalanbau, 1926
Innenraum mit nach Osten ausgerichtetem Toraschrein, Bima und Ner Tamid

Einige Jahre später erwarb die Gemeinde ein städtisches Grundstück an der damaligen Rempartstraße, seit 1874 Werderstraße, heute Platz der Alten Synagoge, für den Neubau einer Synagoge. Im Herbst 1869 begann man mit dem Bau der Synagoge nach Plänen des Gewerbeschulhauptlehrers Georg Jakob Schneider, der sich als alleiniger bzw. maßgeblich beteiligter Baumeister der Synagogen in den Landgemeinden Ihringen, Kippenheim, Müllheim, Rust und Schmieheim bereits einen Namen gemacht hatte und sich in Freiburg die von Gottfried Semper gebaute Synagoge in Dresden zum Vorbild nahm. Dass „der äußeren Erscheinung einer Synagoge nach eigenem Verständnis der zeitgenössischen jüdischen Architekten auch eine politische Bedeutung zugemessen werden muss“, gelte insbesondere für die Freiburger Synagoge; gleichzeitig sei mit der Wahl Schneiders als Synagogen-Architekt ein „Schulterschluss mit der (damaligen) städtischen Gesellschaft“ vollzogen worden, zumal dieser bereits durch mehrere öffentliche Gebäude in Freiburg präsent war.[6] Allerdings scheint die Stadt hinsichtlich des Standortes der Synagoge eine kritische Haltung eingenommen und behalten zu haben, die im Rahmen der Diskussion um eine notwendige Erweiterung in den 1920er Jahren erneut deutlich wurde.[7]

In Stilwahl und Topographie an zentralem Platz setzte sich die Synagoge, durch eine Hügelaufschüttung zudem leicht erhöht, von den umliegenden Gebäuden und den christlichen Gotteshäusern der Stadt merklich ab.[6] Die in maurisch-byzantinischem Stil errichtete Synagoge besaß links und rechts vom Eingangsportal minarettartige, den Eingangsrisalit flankierende Türme. Romanische Stilelemente waren bei den umlaufenden Bogenfriesen und den halbrunden dreigeteilten Fenstern mit zierlichen Säulen zu erkennen. Über dem Giebel des Eingangsrisalits thronten die Gesetzestafeln und über dem Portal war eine deutsche Inschrift angebracht: „Mein Haus wird ein Haus des Gebetes sein für alle Völker“ (Jesaja 56, 7). Die Mauerflächen waren verputzt, nur die Einfassungen der Fenster und Türen waren in Sandstein, die freiliegenden Bögen in Backsteinen hergestellt. Die Frauenempore war durch zwei Nebeneingänge und über im Hauptbau integrierte hölzerne Treppenhäuser erreichbar. Der aus einem griechischen Kreuz als Grundrissform gebildete Baukörper ließ von außen die innere Dreischiffigkeit nicht ohne weiteres vermuten. Die Bima, das Pult für den Vorbeter, bildete nicht, wie traditionell üblich, den Mittelpunkt des Raums, sondern stand, wie der Toraschrein, an der östlichen Kopfseite.[7]

Die feierliche Einweihung des mit finanzieller Hilfe der etablierten Jüdischen Gemeinde Mannheim errichteten Synagogengebäudes fand am 23. September 1870 unter der Leitung des Breisacher Rabbiners Moses Reiß statt. Unter den Gästen waren die Vorstände der Behörden von Staat und Gemeinde und die protestantischen Geistlichen.[8] Neben der Synagoge, etwas nach Osten versetzt, stand das jüdische Gemeindehaus, das der Synagogengemeinde seit 1890 als Verwaltungsgebäude diente. Darin befand sich auch die Wohnung des Rabbiners und seit 1925 ein Betsaal für die orthodoxen Gemeindemitglieder der Freiburger Einheitsgemeinde. An der Nordostseite des Gemeindehauses wurde nach Plänen des Freiburger Architekten Arthur Levi 1922 ein „Frauenbad für die israelitische Gemeinde“ (Mikwe) errichtet.[7]

Wiederum nach Plänen Arthur Levis wurde das Synagogengebäude 1925/26 an seiner westlichen Seite aus feuerpolizeilichen Gründen umgebaut (Erweiterung der beiden engen, hölzernen Wendeltreppen zur Frauenempore) und die Empore um einige Plätze erweitert. Die westliche Portalseite erhielt einen großen Vorbau, mit dem nach Ansicht der Stadtverwaltung das zwischen dem neuen Stadttheater und dem Kollegiengebäude liegende Gebäude „auch äußerlich aufgewertet“ worden war.[1][9] Die beiden Knäufe der Turmspitzen wurden abgenommen und nicht wieder aufgesetzt; Fotografien der erweiterten Synagoge nach 1926 zeigen sie nicht mehr. Einer davon wurde bei den Bauarbeiten im Juli 2016 auf dem Gelände wiedergefunden.[10][11] Im Vorfeld der Planungen und Finanzierungsanträge der Gemeinde war von Seiten der Stadtverwaltung zum Ausdruck gebracht worden, dass man sich „in städtebaulicher Hinsicht“ eher einen repräsentativeren Neubau der Synagoge wünschte und daran auch nach dem Anbau von 1926 festhalten werde.[7]

Zerstörung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 10. Juli 1934 kam es zu einem Brand des Universität-Hauptgebäudes, der vor den Augen vieler Schaulustiger und des an den Brandort geeilten Freiburger Oberbürgermeisters Franz Kerber durch einen Großeinsatz der Freiburger Feuerwehr gelöscht wurde, wobei auch der Ordnungsdienst der Polizei, SA- und SS-Männer und der Freiwillige Arbeitsdienst im Einsatz waren.[12] Der Brand, der sich vom Dachstuhl in kurzer Zeit bis auf den nördlichen Gebäudetrakt ausgedehnt hatte, griff nicht auf die dicht angrenzende Synagoge über.

Vier Jahre später, in der Reichspogromnacht am 9./10. November 1938, zündeten Männer der örtlichen SS und SA unter Leitung des Führers der 65. SS-Standarte Schwarzwald in Freiburg Walter Gunst, des Freiburger SS-Arztes Eduard Krebsbach und des SA-Brigadeführers Joachim Weist gegen drei Uhr nachts die Synagoge an. Der fernmündliche Befehl an die Freiburger SS dürfte in dieser Nacht von der SS-Abschnittsführung XXIX, Konstanz, SS-Oberführer Walter Stein, bzw. von der SS-Oberabschnittsführung Südwest, Stuttgart, SS-Gruppenführer Kurt Kaul, ausgegangen sein, denen die SS-Standarte 65 und Walter Gunst organisatorisch unterstanden.[13][14] Gunst hatte Benzin besorgen lassen, schlug die Tür zum Gebäude ein und leerte mit seinen Helfern die Kanister in der Synagoge aus, während gleichzeitig die Gestapo die Kellerräume nach Dokumenten durchsuchte.[15] Als zwischen drei und vier Uhr morgens das Feuer ausbrach, kam es zu einer verbalen Auseinandersetzung zwischen den Gestapoleuten und den brandlegenden SS- und SA-Männern. Diese ließen Rabbiner Siegfried Scheuermann, Kantor David Ziegler und Lehrer Loeb David Maier aus den Betten holen und zwangen sie, dem Brand der Synagoge zuzusehen.[16] Rabbiner Scheuermann wurde vor den Augen Schaulustiger außerdem an den nahen Brunnen an der Bertoldstraße geführt und dort mit dem Kopf unter Wasser gedrückt, so die Journalistin und Zeitzeugin Käthe Vordtriede in ihren Erinnerungen an die Freiburger Pogromnacht.[17]

Die angerückte Feuerwehr durfte den Synagogenbrand nicht löschen, sondern hatte lediglich das Übergreifen des Feuers auf das naheliegende Universitätsgebäude zu verhindern. Laut Darstellung des damaligen Jurastudenten und NSDAP-Mitglieds Wolf Middendorff (1916–1999)[18], der am späteren Morgen des 10. November 1938 auf dem Weg zur Universität an der von SS-Angehörigen abgeriegelten Synagogenruine vorbeikam, sollen SS-Offiziere in der Nacht einen die Feuerwehr begleitenden „Kriminalbeamten“ veranlasst haben, den Brandort zu verlassen, so dass dieser keine Ermittlungen habe aufnehmen können: „Der Beamte erkannte unter den Personen an der Brandstelle einen SS- und Polizeiarzt, sowie den für Freiburg zuständigen SS-Standartenführer.“ Ein weiterer Angehöriger der Kriminalpolizei sei, so Middendorff, zwischen fünf und sechs Uhr zur Brandstelle gekommen und habe beobachtet, wie sich die Feuerwehr darauf beschränkte, die Nachbargebäude zu schützen. Dieser sei ebenfalls von der SS verjagt worden und habe daraufhin eine Meldung an die Freiburger Staatsanwaltschaft gemacht. Als diese die Brandstiftung an die Generalstaatsanwaltschaft nach Karlsruhe meldete, habe es geheißen, der Brand der Freiburger Synagoge sei „keine Neuigkeit, in ganz Deutschland brennen die Synagogen“. Der Generalstaatsanwalt habe hinzugefügt: „Lassen sie die Paragraphen zu Hause, das ist eine politische Angelegenheit.“ Eine Bestätigung dieser Angaben durch Dritte oder schriftliche Quellen hierzu gibt es nicht.[19]

Gunst schickte SS-Angehörige los, um gezielt männliche und volljährige Juden in „Schutzhaft“ zu nehmen. Die meisten Gemeindemitglieder wurden in den frühen Morgenstunden dann allerdings von der Gestapo mit Hilfe der SA festgenommen und zunächst ins Kornhaus und später in das Freiburger Gefängnis verbracht, von wo aus 99 jüdische Männer aus dem Stadtkreis Freiburg, weitere 38 aus dem Freiburger Umland, in das KZ Dachau deportiert wurden.[20]

Noch am Morgen des 10. November 1938 sprengte der SS-Pioniersturm, darunter SS-Untersturmführer, Bauingenieur und Stadtbauinspektor Wilhelm Kunzmann vom Tiefbauamt, die Brandruine.[21] Mit der Abtragung der Umfassungsmauern wurde umgehend begonnen, während viele Trümmer der Synagoge wie auch die im Erdreich vorhandenen Fundamentmauern auf dem Areal blieben; andere Synagogentrümmer wurden laut Käthe Vordtriede als Aufschottungsmaterial bei einer Verbreiterungsmaßnahme der Schönbergstraße 1939 in Freiburg-Haslach verwendet, darunter die steinernen Gesetzestafeln Mosis vom Hauptportal, die sie im Straßengraben liegen sah.[22] Nicht nur das Synagogengebäude, sondern auch große Teile der unter anderem im Keller gelagerten schriftlichen Überlieferung der Gemeinde wurden in der Pogromnacht vernichtet.[23] Vor der Zerstörung 1938 bewahrt und erhalten blieben die eichene Flügeltür des westlichen Portalanbaus, der bemalte Aufsatz des Toraschreins – zwei schreitende Löwen Judas, die die von einem Davidstern gekrönten Dekalog-Tafeln halten – und der Kronleuchter, die 1987 in die Neue Synagoge, Ecke Nußmann-/Engelstraße, integriert wurden.

Die 1938 vor der Zerstörung bewahrt gebliebene Flügeltür des Westportals mit dem Aufsatz des alten Toraschreins; heute Eingangstür des Betsaals der Neuen Synagoge Freiburg.

Der Synagogenplatz und das verwüstete jüdische Gemeindehaus, das auf Kosten der jüdischen Gemeinde wieder instand gesetzt wurde und von April 1939 und bis zur Wagner-Bürckel-Aktion am 22. Oktober 1940 als jüdische Schule diente, wurden im März 1939 zwangsweise „arisiert“ und gingen per Kaufvertrag mit dem Oberrat der Israeliten Badens, Karlsruhe, in das Eigentum der Stadt Freiburg über. Diese ließ 67.000 Reichsmark, abzüglich der Kosten für die Trümmerbeseitigung, für die die israelitische Gemeinde aufkommen sollte, auf ein Sperrkonto überweisen. Für das Gemeindehaus erhielt die jüdische Gemeinde gegen Zahlung einer Miete ein vorbehaltliches Nutzungsrecht.[24]

Konkrete Bebauungspläne lagen bei der Stadt Freiburg zunächst nicht vor; jedoch war die Synagoge in einem Planungsmodell der Freiburger Stadtplanung unter Stadtbaumeister Joseph Schlippe aus dem Jahr 1937, also ein Jahr vor dem Pogrom, bereits nicht mehr berücksichtigt; stattdessen sollte die Werderstraße zu einem großen Aufmarschboulevard verbreitert und auf dem Synagogenareal nach Entfernung des Synagogenhügels ein Studienhaus der Universität gebaut und/oder ein Parkplatz eingerichtet werden.[10][24] Dieser Plan wurde während des Krieges nicht mehr umgesetzt.[24] Der Platz und der Synagogenhügel am Rempart blieben viele Jahre ein Trümmergrundstück; erst Anfang der 1950er Jahre wurden die Trümmer beseitigt, der Synagogenhügel teilweise abgetragen und das gesamte Areal eingeebnet.

Erinnerungskultur und Platzgestaltung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. Dezember 1948 schlossen Stadt und Land mit der Gemeinde einen Vergleich, nach dem die Stadt Eigentümerin des ehemaligen Synagogengeländes blieb. Sie verpflichtete sich im Gegenzug zur Bezahlung der Wiederherstellung des jüdischen Friedhofs, der Ummauerung des Friedhofsareals sowie des Baus eines Wärterhauses mit Friedhofshalle.[25] Zudem wurde geregelt, dass das „Gelände nicht für Zwecke verwendet werden darf, die eine Profanierung darstellen könnten“. Der Stadtrat beschloss am 9. Juli 1954 dass die Nutzung als Parkplatz mit dieser Vereinbarung vereinbar sei.[26]

Gertrud Luckner beschwerte sich, wie auch Else Liefmann und weitere ehemalige Freiburger Jüdinnen und Juden, im September 1953 schriftlich bei Oberbürgermeister Wolfgang Hoffmann darüber, „dass [sic!] die Stadt Freiburg diesen Platz ohne […] eine Gedenktafel an die Synagoge, die hier stand, und ebenso an unsere toten jüdischen Mitbürger belassen hatte“, und bat darum, dies zu ändern. Liefmann bezeichnete den Umstand, „dass man sich in Freiburg nicht oder noch immer nicht zur Errichtung eines solchen Erinnerungszeichens entschlossen hat“, als einen „betrübende(n) Beweis, wie gleichgültig, wie vergesslich so viele deutsche Menschen sich zu jenen Erinnerungen verhalten, die sie am liebsten auslöschen möchten, als sei nichts geschehen.“[26] Die Stadt ihrerseits wollte zunächst prüfen, ob der Vergleich von 1948 eine entsprechende Verpflichtung enthielt; von einer Gedenktafel sei, so das Ergebnis eines internen Gutachtens, keine Rede gewesen.[26] Im November 1954 schrieb Luckner erneut an den Oberbürgermeister sowie den Rektor der Universität, die zu dieser Zeit den Bau des Kollegiengebäudes II nahe dem ehemaligen Synagogen-Standort betrieb. 1955 wiederholte sie ihre Bitte und unterbreitete einen ersten Vorschlag für eine Inschrift:[26]

„Hier stand
die Synagoge der jüdischen Gemeinde, Freiburg i. Br.
zerstört am 9. November 1938.
Vater des Erbarmens, gedenke dieser Gläubigen und ihrer Ermordung,
ihrer Verdienste und der Verdienste ihrer Väter.
Stehe ihren Kindern in der Zeit der Not bei.
(Aus einem Gebet am Versöhnungstag)
Heilig ist uns das Gedächtnis der Opfer ohne Zahl.“

Ab 1959 tauschten Stadtverwaltung und Universität mehrere Schriftsätze aus, mit dem Ergebnis, dass die Stadt im Februar 1961 erklärte, mit den Planungen für eine Gedenktafel beginnen zu wollen, um bis zur Einweihung des Kollegiengebäudes im Sommer 1961 fertig zu sein. Es dauerte jedoch bis November 1961, bis der Senat der Universität den Text der Gedenktafel beschließen konnte, der auf einem weiteren Vorschlag Luckners basierte; lediglich die Umschreibung „in der Zeit einer gottlosen Gewaltherrschaft“ für das Dritte Reich war zu „unter einer Herrschaft der Gewalt und des Unrechts“ verändert worden:[26]

Bronze-Gedenktafel von Karl Rißler

„Hier stand
die Synagoge der israelitischen Gemeinde Freiburg
erbaut 1870 – sie wurde am 10. November 1938
unter einer Herrschaft der Gewalt und des Unrechts zerstört.“

Der Freiburger Bildhauer Karl Rißler wurde beauftragt, einen Entwurf anzufertigen. Die bronzene Gedenktafel wurde als Kunst am Bau finanziert. Der Holocaust wurde in der Ansprache der Rektors Clemens Bauer, die das Rektorat auf den 11. November 1962 um 11:00 Uhr festgelegt hatte nicht erwähnt. In den folgenden Jahren gab es Beschwerden über die in die Grünfläche vor dem Kollegiengebäude eingelassene Gedenktafel. Bemängelt wurde das Gras, das die Tafel zu überwuchern begann, sowie die fehlende Bepflanzung des Areals. Am 9. November 1966 wurde das zuvor aufgesockelte Denkmal zum zweiten Mal enthüllt und wenig später auf Wunsch der israelitischen Gemeinde mit einer heckenförmigen Umrandung umgeben.[26]

Im Jahr 1978 erwarb die Stadt Freiburg das Gelände vom Land Baden-Württemberg; geplant war der Bau einer Tiefgarage, die allerdings nicht verwirklicht wurde.[27] Im Kaufvertrag verpflichtete sich die Stadtverwaltung, bei allen Änderungen am Platz der Alten Synagoge eine schriftliche Genehmigung vom Vorstand der israelitischen Gemeinde einzuholen.[28]

Der in den 1980er-Jahren „Europaplatz“ genannte Platz zwischen Stadttheater und Universität wurde im Jahr 1996 in „Platz der Alten Synagoge“ umbenannt. Jährlich am 9. November wurde an der Bronzetafel eine Gedenkfeier unter Beteiligung der Stadtverwaltung, der israelitischen Gemeinde, von Kirchenvertretern, der Gewerkschaften und anderer Organisationen abgehalten.

Platz der Alten Synagoge nach Beginn der Bauarbeiten zur Platzumgestaltung, August 2016.

Ende 2004 veranstaltete die Freiburger Stadtverwaltung an zwei Terminen eine „Planungswerkstatt Platz der Alten Synagoge“, die Vorschläge und Konzepte einer Platzumgestaltung und Ideen zur künftigen Nutzung entwickeln sollte. Am 21. März 2006 beschloss der Freiburger Gemeinderat den Umbau des Platzes der Alten Synagoge und brachte die neue Platzgestaltung öffentlich zur Ausschreibung.[29] Die Wettbewerbsteilnehmer/-innen waren aufgefordert, neben allgemein urbanen Bebauungskonzepten auch „das Thema ‚Alte Synagoge‘ im Entwurf mit gestalterischen oder künstlerischen Mitteln aufzugreifen“. Dabei sollte die „Erinnerung und Information zur Alten Synagoge und zum früheren bzw. heutigen jüdischen Leben in der Stadt“ berücksichtigt werden und „der Bereich der Alten Synagoge in der Platzkonzeption eher einen ruhigeren Charakter erhalten, zugleich aber auch Ort der Begegnung (‚Knesset‘) sein“.

Der siegreiche Entwurf der Architekten Volker Rosenstiel und Martin Schedlbauer sah vor, zusätzlich zu den bestehenden Denkmälern, mit einem Wasserbassin den exakten Grundriss der Alten Synagoge auf dem Platz nachzuzeichnen und an diese im Sinne einer Gedenkstätte symbolisch zu erinnern. Als Bestandteil des Projekts „Stadtbahn und Umgestaltung Rotteckring“ haben die Arbeiten 2012 mit der Sperrung des Rotteckrings begonnen und sollen 2018 abgeschlossen sein.[30][27]

Der Historiker Bernd Martin, Vorsitzender der Kommission zur Überprüfung der Freiburger Straßennamen, schlug 2016 vor, den Platz der Alten Synagoge umzubenennen in „Platz der zerstörten Synagoge“, was auf Zustimmung von Oberbürgermeister Dieter Salomon stieß.[31]

„… und im Gedenken an die Synagoge.“ Die 2016 abgeräumte Gedenkstelle, hier im Jahr 2010.

Die bronzene Gedenktafel lag für die Dauer der Baumaßnahmen vor der Neuen Synagoge in der Engelstraße und wurde im Juli 2017 an der Ostseite des Brunnentisches eingelassen. Unmittelbar neben der Gedenktafel hatten sich bis zum Beginn der Umbaumaßnahmen im Jahr 2016 zwei in den Boden eingelassene Sandsteinplatten befunden. Die vom Verlag Herder gestiftete Gedenkstelle verband den „Dank für die Bewahrung von Stadt u. Münster“ während des alliierten Bombenangriffs am 27. November 1944 mit einem „Gedenken an die Synagoge“.[32][33] Die Inschrift lautete:

„Als Dank für die Bewahrung von
Stadt u. Münster
am 27. November 1944
und im Gedenken an die Synagoge.“

Kontroverse um die Reste des Synagogenfundaments[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Inzwischen teilweise abgetragene Fundamentmauer der Synagoge und das Betonfundament eines in den 1950er Jahren auf dem Synagogengrundriss errichteten Behelfsgebäudes, dahinter die Universitätsbibliothek, Oktober 2016
Das Synagogen-Areal im Dezember 2016: Aushub und Fundamentierung des umstrittenen Wassertisches in den Umrissen der zerstörten Synagoge

Im Oktober 2004 erklärte Uschi Amitai vom damaligen Vorstand im Namen der damaligen Gemeindevorsitzenden Rimma Breiter, dass die Einheitsgemeinde kein Interesse an Fundamenten der Synagoge hätte, sollte man während der Umgestaltung des Platzes auf diese stoßen.[34][28]

Der am 21. März 2006 dem Gemeinderat vorgelegte Entwurf des Ausschreibungstextes stellte zunächst noch ausdrücklich fest: „Die Fundamente der Alten Synagoge sind nach der Zerstörung 1938 und der Neuplanung nach dem Zweiten Weltkrieg im Untergrund verblieben (ca. 30 cm Überdeckung)“. Bei der Wettbewerbsausschreibung am 1. April 2006 hieß es jedoch, dass „die Fundamente der Alten Synagoge nach der Zerstörung 1938 und der Neuplanung nach dem Zweiten Weltkrieg beseitigt worden“ seien. Laut Aussage der Stadtverwaltung haben geophysikalische Untersuchungen des Platzes am 23. Juni 2006 „keine Erkenntnisse über Baureste der zerstörten Synagoge gebracht“.[31][34]

Ende September 2016 wurden bei Baggerarbeiten für den Synagogenbrunnen dann doch Fundamentreste der Synagoge und der Unterbau der Heizungsanlage gefunden.[35][31][34] Das zuständige Landesamt für Denkmalpflege Baden-Württemberg, Außenstelle Freiburg, bezeichnete und bewertete die Fundamentreste zwar im Sinne des Denkmalschutzgesetzes als „Kulturdenkmal“, dokumentierte den Fund und sprach sich für dessen „Erhaltung“ aus, äußerte jedoch keine Bedenken, als Teile der Mauerreste abgetragen werden sollten, sofern diese „dem Fundament des Wasserbeckens im Weg“ stünden. Laut Stadtverwaltung handelte es sich hierbei lediglich um „5 bis 10 Prozent der Mauerreste“ bzw. „insgesamt rund 100 Steine“, was nach Einschätzung des Landesamtes für Denkmalpflege „mit dem Denkmalschutz vereinbar [sei], da der weitaus größte Teil des Denkmals am Ort“ verbleiben werde.[31] Die zum Zweck ihrer „Erhaltung“ im Boden verbleibenden Fundamente sollten demnach mit Geotextil abgedeckt und mit Erde aufgefüllt werden.[31]

Die jüdische Einheitsgemeinde sprach sich in einer Mitgliederbefragung einstimmig dafür aus, die Fundamentreste an Ort und Stelle als authentische Mahn- und Gedenkstätte vollständig und sichtbar zu erhalten.[34] Dass die Stadt die freigelegten Steinreihen am 2. und 3. November dennoch abtragen ließ, um wie geplant einen „Ort der Erinnerung“ in Brunnenform zu realisieren, führte zu Protesten der Freiburger jüdischen Gemeinde, von Nachkommen der Freiburger Juden im Ausland und Teilen der örtlichen Bevölkerung. Zum Ausdruck kamen sie unter anderem bei einer Kundgebung zum 9. November und in einer an die Stadtverwaltung gerichteten Petition.[36][37]

Von den auch hinsichtlich Sorgfaltspflicht und Fachaufsicht in der Kritik stehenden Fundamentabtragungen durch ein Bauunternehmen entstand eine Video-Aufzeichnung, gefilmt und kommentiert von Irina Katz, der Vorsitzenden der israelitischen Gemeinde Freiburg.[37] Bei der Gemeinderatssitzung am 15. November 2016 lag dieser Film vor und wurde thematisiert.[38][39] In der Folge wurde die umstrittene Baumaßnahme noch einmal zur Abstimmung gebracht und mehrheitlich bestätigt. Daraufhin begannen die Auffüllungen und die Planierung des Terrains am 17. November 2016.[38]

In Sachen „Umgang mit aus den Fundamentresten entnommenen Steinen“ beschloss der Gemeinderat in seiner Sitzung am 25. Juli 2017 – „vor dem Hintergrund der unterschiedlichsten Erwartungshaltungen und kontroversen Diskussionen nach dem Auffinden der Kellerfundamentreste“ – ein extern moderiertes und strukturiertes Dialogverfahren, bei dem Stadtverwaltung und Vertreter der beiden jüdischen Gemeinden Freiburgs beteiligt sein werden, um zu erörtern und klären, was mit den im Herbst 2016 abgetragenen und seitdem in einem Bauhofdepot lagernden Fundamentsteinen geschehen solle.[40]

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Kontroverse um die Konzeption und Nutzung der Gedenkstätte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In seiner Rede anlässlich der Eröffnungsfeier des Platzes der Alten Synagoge am 2. August 2017 wies Oberbürgermeister Dieter Salomon darauf hin, dass es bei den Planungen „von Beginn an eine zentrale Frage“ gewesen sei, wie an die zerstörte Synagoge „würdig gedacht werden könne“; des Weiteren führte er aus, dass „seitens der israelitischen Gemeinde stets der Wunsch bestanden“ habe, dass „dort, wo jüdisches Leben erloschen ist, wieder Leben sein“ solle.[41] Der Vorsitzende der Israelitischen Religionsgemeinschaft Baden, Rami Suliman, bezeichnete in seiner Rede das Wasserbecken als „Teil des Lebens auf dem Platz“, das er nicht als Mahnmal oder heiligen Ort betrachte, sondern als Zeichen dafür, „dass Judentum in Freiburg Teil der Gesellschaft“ sei.[42]

Der Wassertisch zur Erinnerung an die Alte Synagoge und deren Zerstörung, am Tag der Platz-Freigabe, 2. August 2017

Mit der Freigabe des Platzes und des noch während der offiziellen Eröffnungsfeier von Menschen und Hunden betretenen, seitdem vor allem von Kindern als „Planschbecken“, von Erwachsenen auch schon als Partyfläche[43] genutzten Wassertisches setzte eine kontroverse öffentliche Debatte über die Frage ein, ob diese Nutzung die Würde einer Synagogen-Gedenkstätte wahre und in Zukunft erlaubt bleiben dürfe.[44][42][45][46][47] Die Badische Zeitung und Die Welt verglichen die diesbezügliche Debatte zur Freiburger Erinnerungskultur mit jener um das Berliner Denkmal für die ermordeten Juden Europas.[48][49]

Die Freiburger israelitische Gemeinde und Nachkommen der im Ausland lebenden Mitglieder der ehemaligen jüdischen Gemeinde Freiburgs brachten in Stellungnahmen und Gestaltungsvorschlägen erneut ihre grundsätzliche Kritik am Gedenkkonzept zum Ausdruck. Sie sprachen sich gegen die vorgeschlagene Platzumbenennung aus und äußerten unter anderem den Wunsch, die Gedenktafel wieder aus dem Brunnenbassin zu entfernen, um sie entweder zusammen mit den im November 2016 abgetragenen Fundamentsteinen vor der Neuen Synagoge aufzustellen oder diese in das Brunnenbecken zu integrieren.[42][50]

Der Historiker Heinrich Schwendemann kritisierte, dass die im Wasserbecken eingelassene Gedenktafel bei bewegter Wasseroberfläche nur schwer zu erkennen sei und von den Menschen achtlos betreten werde; ihr abstrakter, die Täter der Synagogenzerstörung anonymisierender Text („unter einer Herrschaft der Gewalt und des Unrechts“) liefere insgesamt zu wenig Information, um den Ort überhaupt als Gedenkstätte wahrzunehmen. Ferner kritisierte Schwendemann, dass „die eigentlichen Opfer, die Menschen, die in die Freiburger Synagoge gegangen waren, (…) unerwähnt (bleiben)“.[51][52]

Nach Ansicht der Freiburger Gemeinderatsfraktionen der SPD, der JPG (Junges Freiburg/Die Partei/Grüne Alternative) und der Unabhängigen Listen sei es den Besucherinnen und Besuchern aufgrund fehlender Hintergrundinformationen derzeit nicht möglich, „den mahnenden Charakter des Brunnens zu erkennen“. So könnten diese „keine Haltung zu dem Mahnmal einnehmen“; erforderlich sei deshalb die nachträgliche Anbringung von Informationstafeln.[53][54]

Volker Rosenstiel und Martin Schedlbauer, die Architekten des von ihnen als „Wasserspiegel“, sonst als „Synagogenbrunnen“, „Gedenkbrunnen“ oder „Erinnerungsort“ bezeichneten Wassertisches,[55] zeigten sich von der intensiven Nutzung und „Bespielung“ als Planschbecken und Partyfläche überrascht und äußerten ihr Unverständnis.[56] Die beiden Architekten verteidigten zugleich ihren Platzentwurf, der ihrer Ansicht nach die gestellte Anforderung nach einem lebendigen Ort erfüllt, der am Wassertisch auch das stille Gedenken ermögliche.[55]

Am 10. September 2017 kam es zu einer zivilgesellschaftlich initiierten Protestveranstaltung, bei der ein würdiges Gedenken an der Synagogengedenkstätte eingefordert wurde.[57] Die an den folgenden Sonntagen wiederholte Aktion nahm die israelische Tageszeitung The Jerusalem Post zum Anlass eines zusammenfassenden Berichtes über die in der Kritik stehende Erinnerungskultur am Platz der Alten Synagoge und die zuletzt von der Stadtverwaltung angekündigten Nachbesserungen.[58][59]

Als Reaktion auf die vielfach geäußerte Kritik am Umgang mit dem Synagogen-Gedenkort teilte Oberbürgermeister Dieter Salomon am 18. September 2017 den Entschluss der Stadtverwaltung mit, bis Ende Oktober 2017 „provisorische Informationstafeln“ anzubringen. Damit sollen laut einer Pressemitteilung „die Geschichte und der Hintergrund des Brunnens für die Platzbesucher verständlicher werden“ und „ein besseres Bewusstsein für ein angemessenes Verhalten an dem Gedenkort einhergehen“. Die „endgültige Gestaltung für Erläuterungen des Erinnerungsortes“ werde dann in den kommenden Monaten gemeinsam mit den jüdischen Gemeinden in einem Moderationsverfahren ausgearbeitet. Der Hauptausschuss des Gemeinderates beschloss ferner, den Vorschlag einer Platzumbenennung nicht weiter zu verfolgen.[60]

Das Wasserbecken, vorne die Gedenktafel, mittig das Zulaufgitter. 30. September 2017

In der Gemeinderatssitzung am 26. September 2017 wurden die Beschlüsse des Hauptausschusses nicht mehr zur Aussprache gebracht. Dieter Salomon richtete sich stattdessen in einer kurzen Erklärung an die Mitglieder des Gemeinderates. Es sei eine „Frage des Anstands“, wie man mit dem Gedenkort umgehe. Salomon sprach ferner von einer „Bringschuld“ der Stadt, nun Hinweistafeln aufzubauen, welchen Sinn der Brunnen und seine Form haben. In dem beginnenden Moderationsverfahren werde sich die Stadtverwaltung mit den Freiburger jüdischen Gemeinden absprechen und in den nächsten Wochen zwei vorläufige Informationsstelen anbringen; im Frühjahr 2018 solle dann eine endgültige Lösung über die Form des Erinnerns gefunden werden. Auch was mit den 2016 abgetragenen Fundamentsteinen der zerstörten Synagoge geschehen solle, sei Gegenstand dieses Moderationsverfahrens.[61]

An der offiziellen Gurs-Gedenkveranstaltung der Stadt Freiburg am 22. Oktober 2017, an der sich auch wieder mehrere zivilgesellschaftliche Organisationen und die jüdischen Gemeinden Freiburgs beteiligten, erinnerte die Vorsitzende der israelitischen Gemeinde, Irina Katz, daran, dass sich die Gemeinde einen sensibleren Umgang mit den abgetragenen Fundamentsteinen und deren Integration auf dem Platz der Alten Synagoge gewünscht habe: „Wie die vergangenen Wochen seit seiner Fertigstellung gezeigt haben, nehmen die Passanten den Wasserspiegel als beherrschendes Gestaltungselement des großen zentralen Platzes wahr, aber nicht als Ort, mit dem sich für die jüdischen Menschen in der Stadt eine unauslöschliche Leidenserfahrung verbindet. Eine architektonische Einbindung der steinernen Reste bei der Platzgestaltung hätte diesem Aspekt deutlich mehr Rechnung getragen.“[62]

Am 6. November 2017 wurden vor der West- und Ostseite des Wassertisches zwei inhaltsgleiche, ca. 1,60 x 0,50 m große Informationsstelen aufgestellt, auf denen in deutscher und englischer Sprache die Historie des Ortes erläutert und um ein angemessenes Verhalten am „Ort der Erinnerung“ gebeten wird. [63] Der Tafeltext ist jeweils durch zwei Fotografien und eine Grundrissskizze bebildert; eine größere Fotografie oben zeigt den Synagogenbau nach der Erweiterung von 1926, die kleinere, am unteren Rand des Textfeldes, das durch Brand und Sprengung zerstörte Gebäude am 10. November 1938.[64]

Provisorische Informationsstele, November 2017.

Der deutschsprachige Text lautet:

„Alte Synagoge

Hier stand die 1869/70 erbaute Synagoge der israelitischen Gemeinde Freiburg. In der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 wurde die Synagoge von der Freiburger SS in Brand gesetzt. Die SA riegelte die Brandstelle ab. Die herbeigeholte Feuerwehr verhinderte ein Übergreifen des Feuers auf die Umgebung, durfte die brennende Synagoge selbst aber nicht löschen. Die Zerstörung der Synagoge markiert den Übergang von der Entrechtung und Diskriminierung der jüdischen Mitmenschen zur Verfolgung und zum Holocaust.

Mit der Nachbildung des Grundrisses der Alten Synagoge in Form eines Wasserspiegels wird an ihrem Standort an die in der Zeit des Nationalsozialismus (1933–1945) verfolgten, deportierten und ermordeten Mitbürgerinnen und Mitbürger erinnert, die dem NS-Regime von Terror und Gewalt zum Opfer fielen.

Ihr Schicksal verpflichtet uns, gegen Antisemitismus und Rassismus sowie für Frieden und Freiheit einzustehen und diese Werte entschlossen zu verteidigen.

Der Wasserspiegel ist ein Ort des Erinnerns. Wir bitten um ein respektvolles und der Würde des Ortes angemessenes Verhalten.“

Zusätzlich stellte die Stadt Freiburg auf ihrer Internetseite ergänzende Informationen zur Geschichte der alten Synagoge und ihrer Zerstörung, zur Geschichte der jüdischen Gemeinde Freiburgs und zum Thema „Nationalsozialismus in Freiburg“ zur Verfügung, unter anderem eine Literaturliste des Stadtarchivs und ein graphisch aufbereiteter Beitrag des Landesamtes für Denkmalpflege zu den Fundamentfunden 2016. Der Link zu dieser Internetseite bzw. ein QR-Code stehen ebenfalls auf den Tafeln.[65]

Die Journalistin Beate Klarsfeld und ihr Mann, der Historiker und Jurist Serge Klarsfeld, die durch das Aufspüren von NS-Tätern bekannt geworden sind, wandten sich Ende Oktober mit einem Offenen Brief an Oberbürgermeister Salomon und an den Freiburger Gemeinderat. In ihrem Schreiben übten sie deutliche Kritik an der Gedenkkultur auf dem Platz der Alten Synagoge, insbesondere an der Konzeption des Gedenkbrunnens, dem Umgang mit den abgetragenen Fundamentsteinen sowie an der bisherigen Nichtberücksichtigung der Belange der Nachkommen vertriebener und ermordeter Mitglieder der damaligen Synagogengemeinde.[66][67]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Programm zur Einweihungsfeier der Neuen Synagoge in Freiburg i. B. am 23. September 1870. Freiburg 1870.
  • Die Synagoge in: Freiburg im Breisgau. Die Stadt und ihre Bauten. H. M. Poppen & Sohn, Freiburg im Breisgau 1898, S. 406.
  • Klaus-Dieter Alicke: Lexikon der jüdischen Gemeinden im deutschen Sprachraum. Gütersloher Verlagshaus, Gütersloh 2008, ISBN 978-3-579-08035-2.
  • Joachim Hahn, Jürgen Krüger: Synagogen in Baden-Württemberg. Band 2: Joachim Hahn: Orte und Einrichtungen (= Gedenkbuch der Synagogen in Deutschland. Band 4). Theiss, Stuttgart 2007, ISBN 978-3-8062-1843-5, S. 127−132.
  • Clemens Rehm: Freiburg. In: Franz-Josef Ziwes (Hrsg.): Badische Synagogen aus der Zeit von Großherzog Friedrich I. in zeitgenössischen Photographien. G. Braun, Karlsruhe 1997, ISBN 3-7650-8177-9, S. 42−43.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Alte Synagoge (Freiburg im Breisgau) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

* Alte Synagoge Freiburg im Breisgau bei Alemannia Judaica (mit vielen Fotos)

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde auf Alemannia Judaica (abgerufen am 12. November 2017).
  2. Vgl. hierzu: Peter Schickl: Von Schutz und Autonomie zu Verbrennung und Vertreibung: Juden in Freiburg, in: Heiko Haumann / Hans Schadek (Hrsg.): Geschichte der Stadt Freiburg im Breisgau. Band 1. Von den Anfängen bis zum „Neuen Stadtrecht“. Stuttgart 1996, S. 544.
  3. Heinrich Schwendemann: Die Juden werden aus der Stadt vertrieben. In: Jürgen Dendorfer u.a.: Auf Jahr und Tag. Freiburgs Geschichte im Mittelalter. Freiburg 2013, S. 123–142.
  4. Gabriele Blod / Wolfgang Hug u.a.: Unruhe im „Pfaffenstädtchen“. Reaktion, „Neue Ära“ und Kulturkampf (1850–1870), in: Heiko Haumann / Hans Schadek (Hrsg.): Geschichte der Stadt Freiburg im Breisgau. Band 3. Von der badischen Herrschaft bis zur Gegenwart. Stuttgart 1992, S. 157.
  5. Vgl. Jüdische Geschichte in Freiburg. Der Weg zur Gründung der israelitischen Gemeinde und der Bau der Synagoge auf www.freiburg.de (abgerufen am 13. November 2017).
  6. a b Clemens Rehm: Freiburg. In: Franz-Josef Ziwes (Hrsg.): Badische Synagogen aus der Zeit von Großherzog Friedrich I. in zeitgenössischen Photographien. G. Braun, Karlsruhe 1997, ISBN 3-7650-8177-9, S. 42.
  7. a b c d Kathrin Clausing: Leben auf Abruf. Zur Geschichte der Freiburger Juden im Nationalsozialismus, Stadtarchiv Freiburg im Breisgau, Freiburg im Breisgau 2005, ISBN 3-923272-33-2, S. 30.
  8. Kleine Zeitung. In: Freiburger Zeitung. 25. September 1870, abgerufen am 7. Juli 2017.
  9. Vgl. Reste der ehemaligen Freiburger Synagoge dokumentiert, auf: www.freiburg.de (abgerufen am 13. November 2017)
  10. a b Zur Präsentation (Abbildungen) dieser Exponate vgl. die Ausstellung Nationalsozialismus in Freiburg, Augustinermuseum 2016/17, Diese Exponate erzählen die Geschichte von Freiburg im Nationalsozialismus, Badische Zeitung, 23. November 2016.
  11. Bertram Jenisch: Ein architektonischer Stolperstein. In: Nationalsozialismus in Freiburg, Begleitbuch zur Ausstellung des Augustinermuseum, Michael Imhoff Verlag, Petersberg 2016, ISBN 978-3-7319-0362-8, S. 172-173.
  12. Hans Sigmund: Der Tag an dem die Uni brannte, Badische Zeitung, 21. Juli 2008.
  13. Heiko Haumann (Hrsg.): Geschichte der Stadt Freiburg im Breisgau Bd. 3: Von der badischen Herrschaft bis zur Gegenwart, Konrad Theiss Verlag, Stuttgart 1992, ISBN 3-8062-1635-5, S. 331; Kathrin Clausing: Leben auf Abruf. Zur Geschichte der Freiburger Juden im Nationalsozialismus. Stadtarchiv Freiburg im Breisgau, Freiburg im Breisgau 2005, ISBN 3-923272-33-2, S. 259.
  14. Zur Rolle von Walter Stein und Kurt Kaul in der Reichspogromnacht 1938 vgl.: Markus Wolter: Radolfzell im Nationalsozialismus – Die Heinrich-Koeppen-Kaserne als Standort der Waffen-SS, in: Schriften des Vereins für Geschichte des Bodensees und seiner Umgebung, Band 129. Ostfildern, Thorbecke 2011, S. 247–286, hier das Kapitel: Reichspogrom 1938, S. 257 ff. (Digitalisat)
  15. Heiko Wegmann, Wer war Walter Gunst?, Vortrag am 5. November im Breisgau-Geschichtsverein und Badische Zeitung, 7. November 2012.
  16. Heinrich Schwendemann: "Die Heimat raste ins Nichts". Ausgrenzung, Verfolgung und Deportation der jüdischen Bürger Freiburgs, 1933–1940. In: Nationalsozialismus in Freiburg, Begleitbuch zur Ausstellung des Augustinermuseum, Michael Imhoff Verlag, Petersberg 2016, ISBN 978-3-7319-0362-8, S. 46; Thomas Goebel, Toni Nachbar: Sie sahen zu und schwiegen. In: Der Sonntag, 10. November 2013, S. 3.
  17. Käthe Vordtriede: "Es gibt Zeiten, in denen man welkt". Mein Leben in Deutschland vor und nach 1933. Hrsg. und mit einem Nachwort versehen von Detlef Garz. Libelle, Lengwil 1999, S. 195.
  18. Zu Biografie und Nachlass vgl. Findbuch zum Middendorff-Bestand im Staatsarchiv Freiburg
  19. Wolf Middendorff: Als die Synagogen im Breisgau brannten, in: Klaus Poppen (Hrsg.): Freiburger Almanach 1979. Dreißigstes Illustriertes Jahrbuch, Freiburg 1979, S. 67-73; hier S. 69 f., vgl. ferner: Wolf Middendorff: Die „Reichskristallnacht“ in historischer und kriminologischer Sicht, in: Zeitschrift des Breisgau-Geschichtsvereins „Schau-ins-Land“. 107. Jahresheft 1988, Freiburg 1988, S. 227–245, hier S. 228 f.
  20. Ernst Otto Bräunche: „Die Reichskristallnacht“ in Freiburg, in: Zeitschrift des Breisgau-Geschichtsvereins „Schau-ins-Land“. 103. Jahresheft 1984, Freiburg 1984, S. 149–160, hier S. 150 f.
  21. Heiko Wegmann: Die Brandnacht vor 75 Jahren, Die SS und das Reichspogrom am 9. November 1938 in Freiburg (http://www.badische-zeitung.de/freiburg/die-brandnacht-vor-75-jahren--76997395.html)
  22. Käthe Vordtriede: "Es gibt Zeiten, in denen man welkt". Mein Leben in Deutschland vor und nach 1933. Hrsg. und mit einem Nachwort versehen von Detlef Garz. Libelle, Lengwil 1999, S. 198.
  23. Kathrin Clausing: Leben auf Abruf. Zur Geschichte der Freiburger Juden im Nationalsozialismus. Stadtarchiv Freiburg, Freiburg 2005, ISBN 3-923272-33-2, S. 42.
  24. a b c Kathrin Clausing: Leben auf Abruf. Zur Geschichte der Freiburger Juden im Nationalsozialismus. Stadtarchiv Freiburg, Freiburg 2005, ISBN 3-923272-33-2, S. 93 f.
  25. Joachim Hahn, Jürgen Krüger: Synagogen in Baden-Württemberg. Band 2: Joachim Hahn: Orte und Einrichtungen (= Gedenkbuch der Synagogen in Deutschland. Band 4). Theiss, Stuttgart 2007, ISBN 978-3-8062-1843-5, S. 131; Ruben Frankenstein: Leserbriefe Freiburg: Fundamentreste der Alten Synagoge: "Umso erfreulicher ist der Schulterschluss aller Strömungen des Judentums". Badische Zeitung, 28. November 2016, abgerufen am 13. April 2017.
  26. a b c d e f Ute Scherb: „Wir bekommen die Denkmäler, die wir verdienen“. Freiburger Monumente im 19. und 20. Jahrhundert. Stadtarchiv Freiburg im Breisgau, Freiburg im Breisgau 2005, ISBN 3-923272-31-6, S. 235–238.
  27. a b Uwe Mauch: Freiburg: Entscheidung im Gemeinderat: Der Platz der Alten Synagoge wird grüner als geplant. Badische Zeitung, 27. Juli 2010, abgerufen am 13. April 2017.
  28. a b Anja Bochtler: Stark zu dritt. Einheitsgemeinde, Chabad und Liberale wollen die Mauerreste der Alten Synagoge erhalten. Jüdische Allgemeine, 26. Januar 2016, abgerufen am 4. April 2017.
  29. Vgl. Vorlage G-06/029, Umgestaltung Werder-, Rotteck- und Friedrichring, hier: Realisierungswettbewerb Platz der Alten Synagoge – Wettbewerbsauslobung und Benennung der gemeinderätlichen Mitglieder des Preisgerichts; Anlage 3 zur Drucksache G-06/029: Entwurf des Auslobungstextes, Gemeinderatssitzung vom 21. März 2006, abgerufen am 8. Dezember 2016, Ratsinfo- und Bürgerinfosystem der Stadtverwaltung Freiburg im Breisgau
  30. Umgestaltung des Rotteckrings: Fragen und Antworten. In: freiburg.de. 20. Februar 2017, abgerufen am 13. April 2017.
  31. a b c d e Platz der Alten Synagoge: Erinnern und Gedenken an den Vernichtungswahn. In: freiburg.de. 9. Dezember 2016, abgerufen am 13. April 2017.
  32. Bundeszentrale für politische Bildung (Hrsg.):Gedenkstätten für die Opfer des Nationalsozialismus. Band 1. Baden-Württemberg u.a. Eine Dokumentation. 2., überarbeitete Auflage. Bonn 1995–1999, S. 34., online als PDF.
  33. Ute Scherb: „Wir bekommen die Denkmäler, die wir verdienen“. Freiburger Monumente im 19. und 20. Jahrhundert. Stadtarchiv Freiburg im Breisgau, Freiburg im Breisgau 2005, ISBN 3-923272-31-6, S. 205, Fußnote 68..
  34. a b c d Julia Littmann: Freiburg: Alten Synagoge: Steine oder keine – wer wusste was? Badische Zeitung, 12. November 2016, abgerufen am 12. November 2016.
  35. Simone Höhl: Freiburg: Überraschung: Reste der alten Synagoge in Freiburg gefunden. Badische Zeitung, 4. Oktober 2016, abgerufen am 6. Dezember 2016.
  36. Simone Lutz: Freiburg: Umstrittene Aktion: Stadt beseitigt Reste der Alten Synagoge. Badische Zeitung, 2. November 2016, abgerufen am 3. November 2016.; Roswitha Strüber: „Ja“ zum Erhalt der Fundamentreste der Alten Synagoge Eine Protestversammlung Freiburger Bürgerinnen und Bürger. Israelitische Gemeinde Freiburg, 11. November 2016, abgerufen am 4. April 2017.; Julia Littmann: Am 9. November wurde auch in Freiburg an die Progromnacht erinnert. Badische Zeitung, 11. November 2016, abgerufen am 4. April 2017.
  37. a b Waltraud Schwab: Erst sprengt der Nazi, jetzt die Kälte. TAZ, 13. November 2016, abgerufen am 4. April 2017.
  38. a b Julia Littmann: Platz der Alten Synagoge: Gemeinderat für Weiterbauen. Badische Zeitung, 16. November 2016, abgerufen am 4. April 2017.
  39. Vgl. den Wortlaut der Rede des Stadtrats Wolf-Dieter Winkler, Partei Freiburg Lebenswert, auf www.freiburg-lebenswert.de (abgerufen am 22. November 2017.
  40. Vgl. Beschluss-Vorlage vom 28. Juni 2017 zur Gemeinderatssitzung am 25. Juli 2017, abgerufen am 9. Oktober 2017, Drucksache G-17/017.
  41. Neue Mitte: Platz der Alten Synagoge ist eröffnet in: Stadt Freiburg im Breisgau: Amtsblatt, Nr. 792, 11. August 2017, S. 1.
  42. a b c Simone Lutz: Darf man im neuen Wasserbecken auf dem Platz der Alten Synagoge planschen?, Badische Zeitung, 2. August 2017.
  43. Vgl.: Der Platz wird gebraucht. Die Gestalter des Platzes der Alten Synagoge zu geplanten und ungeahnten Erfolgen, Der Sonntag, 27. August 2017.
  44. Die Würde des Ortes wahren. Der Historiker Heinrich Schwendemann zum Umbau des „Platzes der Alten Synagoge“, Stellungnahme auf der Seite Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, 3. August 2017
  45. Thomas Fricker: Erinnerungskultur in Freiburg, eine Sache des Anstands, Badische Zeitung, 4. August 2017
  46. Dimitri Tolkatsch: Freiburg. Sonnenbad am Gedenkort, Jüdische Allgemeine, 10. August 2017.
  47. Larissa Schober: Erinnern um zu vergessen. Streit um den neu gestalteten „Platz der Alten Synagoge“, in: Jungle World, 17. August 2017.
  48. Thomas Fricker: Erinnerungskultur in Freiburg, eine Sache des Anstands, Badische Zeitung, 4. August 2017
  49. Philip Kuhn: Bierflaschen kühlen, wo die Synagoge brannte, Die Welt, 10. August 2017;
  50. Tamara Zieve: Nazi-destroyed synagogue used as wading pool in Germany, The Jerusalem Post, 24. September 2017.
  51. Die Würde des Ortes wahren. Der Historiker Heinrich Schwendemann zum Umbau des „Platzes der Alten Synagoge“, Stellungnahme auf der Seite Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, 3. August 2017
  52. Vgl. ferner das Interview Schwendemanns am 2. August 2017 für Radio Dreyeckland: Ein Planschbecken in den Umrissen der Synagoge?, Audiostream auf freie-radios.net
  53. Simone Lutz: Drei Gemeinderatsfraktionen wünschen sich Infotafeln für den Platz der Alten Synagoge, Badische Zeitung, 5. August 2017.
  54. Badische Zeitung, 15. September 2017.
  55. a b Simone Lutz: Funktioniert der Platz der Alten Synagoge aus Sicht der Erfinder? Badische Zeitung, 27. September 2017, abgerufen am 29. September 2017.
  56. Jens Kitzler: Der Platz wird gebraucht. Die Gestalter des Platzes der Alten Synagoge zu geplanten und ungeahnten Erfolgen, Der Sonntag, 27. August 2017.
  57. Christian Henke:100 Menschen protestierten auf Freiburgs Platz der alten Synagoge, Badische Zeitung, 11. September 2017.
  58. Tamara Zieve: Nazi-destroyed synagogue used as wading pool in Germany, Jerusalem Post, 24. September 2017.
  59. Vgl. hierzu auch: Heide Sobotka: Planschbecken statt Gedenkort. Seit einigen Wochen demonstrieren Bürger gegen den Missbrauch des Synagogen-Denkmals, Jüdische Allgemeine, 8. Oktober 2017.
  60. Joachim Röderer: Platz der Alten Synagoge. Gedenkbrunnen bekommt provisorische Infotafeln, Badische Zeitung, 18. September 2017.
  61. Simone Lutz: Salomon gibt zum Platz der Alten Synagoge nur kurze Erklärung ab, Badische Zeitung, 27. September 2017.
  62. Anja Bochtler: Die Orte des Gedenkens. Förderverein 'Mahnmal für die deportierten Juden Badens' am Platz der Alten Synagoge, Badische Zeitung, 23. Oktober 2017.
  63. Simone Höhl: Informationsstelen neben Gedenkbrunnen am Platz der Alten Synagoge aufgestellt, Badische Zeitung, 7. November 2017.
  64. Wolf Middendorf gelang es nach eigenen Angaben am 10. November 1938, trotz bestehenden Fotografieverbots, vom angrenzenden Universitätsgebäude aus mehrere Fotografien der von Brand und Sprengung zerstörten Synagoge zu machen; die auf der Stele abgebildete Fotografie ist die vermutlich einzige überlieferte; erstmals veröffentlicht in: Wolf Middendorff: Als die Synagogen im Breisgau brannten, in: Klaus Poppen (Hrsg.): Freiburger Almanach 1979. Dreißigstes Illustriertes Jahrbuch, Freiburg 1979, S. 67-73; hier S. 67.
  65. Vgl. Alte Synagoge auf www.freiburg.de (abgerufen am 6. November 2017).
  66. Julia Littmann: Klarsfelds schreiben an Freiburg. Die beiden prominenten Nazi-Jäger üben harsche Kritik an der Gedenkkultur auf dem Platz der Alten Synagoge, Badische Zeitung, 15. November 2017.
  67. Vgl. den Brief im Wortlaut, Radio Dreyeckland, 17. November 2017; dort auch das Interview mit François Blum, Lyon, Sohn einer Auschwitz-Überlebenden aus Freiburg, die zur damaligen Synagogengemeinde gehörte. Blum hatte den Brief der Klarsfelds initiiert und mit diesen konzipiert.

Koordinaten: 47° 59′ 40,5″ N, 7° 50′ 45,6″ O