Großschönau (Sachsen)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Großschönau
Großschönau (Sachsen)
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Großschönau hervorgehoben
Koordinaten: 50° 54′ N, 14° 40′ O
Basisdaten
Bundesland: Sachsen
Landkreis: Görlitz
Verwaltungs­gemeinschaft: Großschönau-Hainewalde
Höhe: 350 m ü. NHN
Fläche: 23,82 km2
Einwohner: 5589 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 235 Einwohner je km2
Postleitzahlen: 02779,
02799 (Waltersdorf)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/PLZ enthält Text
Vorwahl: 035841
Kfz-Kennzeichen: GR, LÖB, NOL, NY, WSW, ZI
Gemeindeschlüssel: 14 6 26 140
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hauptstraße 54
02779 Großschönau
Webpräsenz: www.grossschoenau.de
Bürgermeister: Frank Peuker (SPD)
Lage der Gemeinde Großschönau im Landkreis Görlitz
Bärwalder See Berzdorfer See Talsperre Quitzdorf Talsperre Quitzdorf Polen Tschechien Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge Bad Muskau Beiersdorf Bernstadt a. d. Eigen Herrnhut Bertsdorf-Hörnitz Boxberg/O.L. Boxberg/O.L. Dürrhennersdorf Ebersbach-Neugersdorf Kottmar (Gemeinde) Gablenz (Oberlausitz) Görlitz Görlitz Groß Düben Groß Düben Großschönau (Sachsen) Großschweidnitz Hähnichen Hainewalde Herrnhut Hohendubrau Horka Jonsdorf Kodersdorf Königshain Krauschwitz (Sachsen) Kreba-Neudorf Lawalde Leutersdorf (Oberlausitz) Löbau Markersdorf (Sachsen) Markersdorf (Sachsen) Mittelherwigsdorf Mücka Mücka Neißeaue Neusalza-Spremberg Kottmar (Gemeinde) Niesky Kottmar (Gemeinde) Oderwitz Olbersdorf Oppach Ostritz Oybin Quitzdorf am See Reichenbach/O.L. Rietschen Rosenbach Rothenburg/Oberlausitz Schleife (Ort) Schönau-Berzdorf auf dem Eigen Schönbach (Sachsen) Schöpstal Seifhennersdorf Reichenbach/O.L. Trebendorf Trebendorf Vierkirchen (Oberlausitz) Waldhufen Weißkeißel Weißwasser/Oberlausitz Zittau Zittau Landkreis Bautzen BrandenburgKarte
Über dieses Bild
Gemeindeverwaltung Großschönau
Mündung der Lausur in die Mandau
Blick von der Theodor-Haebler-Straße zur Kirche und der Gaststätte „Zur Weberstube“

Audio-Datei / Hörbeispiel Großschönau?/i (Oberlausitzer Mundart: Audio-Datei / Hörbeispiel Grußschiene?/i[2]) ist eine sächsische Gemeinde im Landkreis Görlitz an der deutsch-tschechischen Grenze. Sie ist Verwaltungssitz der Verwaltungsgemeinschaft Großschönau-Hainewalde. Der Name leitet sich von der Gründung des Ortes ab. Der Ort wurde an einer Aue gegründet; daher entstand der Name aus „Große schöne Aue“.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde liegt im Tal der Mandau, in die hier die Lausur und der Pochebach münden. Hausberg ist der 371,5 m ü. NN hohe Hutberg. Westlich erhebt sich der Finkenhübel.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rittergut Großschönau, Herrenhaus

Großschönau wurde wahrscheinlich im 12. Jahrhundert von fränkischen Siedlern als Waldhufendorf angelegt. Der Ortsteil Neuschönau besteht aus einzelnen Häuslerzeilen. Die erste urkundliche Erwähnung von Großschönau als »Magnum Sonow« stammt aus dem Jahr 1352. 1430 besaß Großschönau einen Rittersitz und 1564 ein Rittergut.

Großschönau unterstand von 1587 an über 250 Jahre dem Zittauer Rat als Grundherr. 1666 entsandte dieser die Brüder Friedrich und Christoph Lange, zwei Leineweber des Ortes, nach Holland, um die Kunst der Damastweberei zu erlernen. Schon wenige Jahrzehnte später war der Leinendamast aus Großschönau weit über die Landesgrenzen bekannt. Europäische Herrschaftshäuser bezogen deshalb ihre Tischwäsche vorzugsweise aus Großschönau.

1834 löste die Jaquardtechnik die aufwendige Damastweberei ab. Schon 1856 stellte der Großschönauer Fabrikant Carl Heinrich Schiffner den ersten Frottierwebstuhl in Deutschland auf. Seitdem entwickelte sich Großschönau zu einem Industrieort mit leistungsstarken Frottierwebereien, wie Lieske & Häbler, Richter & Goldberg und C. G. Hänsch. Heute führen die Firmen Frottana-Textil GmbH und Damino GmbH die langjährige Textilindustrie in Großschönau fort. Deshalb trägt der Ort seit einiger Zeit auch den Marketingnamen „Textildorf Großschönau“[3][4].

Am 7. August 2010 kam es auch in Großschönau zu einer Hochwasserkatastrophe. Durch starke Niederschläge (rd. 130 ltr/m²) füllten sich die durch den Ort fließenden Bäche Mandau, Lausur und Pochebach innerhalb weniger Stunden und traten am Nachmittag über die Ufer. Viele Menschen mussten aus den Fluten gerettet werden und haben teilweise ihre Häuser und ihr Hab und Gut verloren.

Ortsnamenformen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Großschönau: 1352: Magnum Sonow, 1358: Magna Sonaw, 1360: Maior Schonow, 1384: Schonow magnum, 1430: Grozen Schone, 1430: Gross Schonaw, 1515: Grossen Schone, 1576: Groschinaw, 1791: Groß-Schönau
  • Neuschönau: 1875: Neuschönauer Dörfchen

Verwaltungszugehörigkeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1867 wurde Neuschönau in die Gemeinde Großschönau integriert. Am 1. Januar 2003 wurde der Erholungsort Waltersdorf nach Großschönau eingemeindet.[5]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Einwohner
Neuschönau[6] Großschönau[7]
1777 48 Häusler,
11 wüste Wirtschaften
35 besessene Mann,
32 Gärtner, 362 Häusler,
14 wüste Wirtschaften
1834 543 4479
1871 im Jahr 1867
nach Großschönau
eingemeindet
5715
1880 5877[8]
1890 6328
1905 7500[9]
1910 7806
1925 7348
1939 7093
1946 8299
1950 8471
1964 8088
1990 6371
2000 5707
2007 6310
2010 6035[10]
2012 5804
2013 5767
2014 5714
2015 5589

Entwicklung zum Textildorf[11][Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Großschönau ist mit der Textilgeschichte der Damast- und Frottierweberei so eng verbunden wie keine andere Gemeinde in Deutschland.

In keinem anderen Ort Deutschlands wurde so viel und so lange Damast gewebt wie in Großschönau. Das Ortsbild Großschönaus ist davon stark geprägt: wer den Ort besichtigt, dem fallen die vielen kleinen und großen Umgebindehäuser auf, welche größtenteils Weberhäuser waren, die für ein Dorf ungewöhnlich vielen Villen, welche häufig Fabrikanten gehörten, aber auch die vielen Fabriken und Produktionsbetriebe, welche immer noch gewerblich genutzt werden.

Im einzigartigen Deutschen Damast- und Frottiermuseum werden Besucher in die bis 1666 zurückreichende Tradition der Damastweberei geführt. In der Blütezeit wurde an ca. 1000 Webstühlen gearbeitet. Damast stellt aber nur die eine Hälfte der textilen Industriegeschichte von Großschönau dar. Mit der anderen Hälfte, der Frottierweberei, verbindet sich die Erinnerung an flauschige Handtücher und kuschelige Bademäntel. Auch hier blickt Großschönau auf die deutschlandweit längste Tradition zurück. 1856 wurde in Großschönau der erste Frottierhandwebstuhl Deutschlands in Betrieb genommen. Der letzte funktionstüchtige Webstuhl für diese Gewebeart zählt zu den besonderen Raritäten des Deutschen Damast- und Frottiermuseums, ebenso wie ein funktionstüchtiger Damastwebstuhl von 1835.

Die Textilindustrie prägt nach wie vor die Wirtschaftsstruktur der Gemeinde, jedoch befindet sich der Charakter der Gemeinde im Wandel. Um 1834 etwa ernährte die Damastmanufaktur ca. 3.800 Menschen, was zur damaligen Zeit dreiviertel der Einwohner ausmachte.

Mit dem Museum und der dazugehörigen Schauwerkstatt, wo auf historischen Webmaschinen immer noch Textilware für den Souvenirverkauf produziert wird, ist ein wichtiger Bestandteil des Konzeptes "Textildorf Großschönau" bereits vorhanden. Die Brücke zur Gegenwart schlagen die zwei im Ort ansässigen Traditionsunternehmen DAMINO GmbH und Frottana-Textil GmbH & Co. KG. Die Ortsführungen durch Großschönau und den Erholungsort Waltersdorf entlang der Umgebindehäuser, in denen ehemals Webstühle klapperten, verbinden und ergänzen das Angebot des Textildorfes.

Besucher sowie Einwohner der Gemeinde können das Thema Textil authentisch erleben:

  • Deutsches Damast- und Frottiermuseum
  • Schauwerkstatt des Deutschen Damast- und Frottiermuseums
  • regelmäßige Werksbesichtigungen der Frottana Textil GmbH & Co.KG - auch als Gruppenführung separat buchbar
  • Outletstore (Fabrikverkauf) der Damino GmbH
  • Outletstore (Fabrikverkauf) der Frottana Textil GmbH & Co.KG
  • regelmäßige Führungen entlang des Textilpfade
  • regelmäßige Ortsführungen durch das Textildorf Großschönau
  • regelmäßige Ortsführungen durch den Erholungsort Waltersdorf entlang des Umgebindehaus-Denkmalpfades

Textilpfad[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Textilpfad soll historische und aktuelle Orte und Flächen der Textilindustrie Großschönaus in Form von Wissensstationen verbinden. Da die Textilindustrie verschiedene Gesellschaftsschichten und Lebensbereiche der Einwohner verband, ist es möglich, mit dem "Textilpfad" ganz unterschiedliche Facetten zu beleuchten. Es wird Wert darauf gelegt, dass auch Kindern die Textilgeschichte spannend näher gebracht wird. Dazu warten bei der Erkundung des Pfades spannende Rätsel und Aufgaben darauf, gelöst zu werden. Eine Belohnung, natürlich aus dem Textildorf Großschönau, erhält jedes Kind mit richtiger Lösung. In einer späteren Aufbauphase sollen Aktivstationen hinzugefügt werden, die dem Besucher die Möglichkeit geben, sich aktiv zu beteiligen und die Gemeinde auf den Spuren von Damastwebern und Mustermachern zu erkunden.

Technische Textilien im Textildorf [12][Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Über 70 Jahre lang wurden in Großschönau Schlauchboote, Rettungswesten, Rettungsflöße und Campingzelte hergestellt. Wie kommt es, dass in einem Mittelgebirgsort aufblasbare Rettungsmittel für die Schifffahrt und Luftfahrt produziert wurden? Zwei deutsche Firmen sind dabei zu betrachten. Die seit 1931 in Berlin bestehende Deutsche Schlauchbootfabrik „Hans Scheibert“ fertigte u. a. für die deutsche Wehrmacht Schlauchboote und aufblasbare Rettungsflöße. 1940 wurde die Kriegsproduktion der Firma in Werke nach Sachsen und Schlesien verlagert. Es entstanden Schlauchbootfabriken in Großschönau und in Grottau.

Die 1832 in Großschönau gegründete Firma C. G. Hänsch gehörte zu den größten und traditionsreichsten Textilfabriken des Ortes. Diese Firma wurde 1942 per Befehl verpflichtet, Räumlichkeiten und Personal der Deutschen Schlauchbootfabrik für die Fertigung von Rüstungsartikeln zur Verfügung zu stellen. Neben dem ortsansässigen Personal wurden Zwangsarbeiter und zum Teil auch Kriegsgefangene beschäftigt.

Wegen der Rüstungsproduktion wurden 1946 drei Fünftel des Grundbesitzes und die Gebäude der Firma C. G. Hänsch enteignet. 1958 musste die Firma staatliche Beteiligung aufnehmen und wurde 1972 in der DDR komplett verstaatlicht. Es entstand der volkseigene Betrieb Webzwirn unter Angliederung an den VEB Frottana. Die Stilllegung erfolgte 1990.

Nach Einstellung der Schlauchbootproduktion in Großschönau für militärische Zwecke ging die Produktion in Richtung Konfektion. Aus gummierten Stoffen fertigte man für den maritimen Bereich Schwimmwesten, Schachtanzüge für die SDAG-Wismut, Mäntel und Kombinationen für die Volkspolizei sowie Kampfanzüge für die Volksmarine. Mit relativ geringen Mitteln wurden nach dem Krieg Gebrauchsgegenstände hergestellt. Dazu wurden Restmaterialien verwendet, die aus der ehemaligen Produktion noch zur Verfügung standen. Außerdem konnten zahlreiche Varianten an Campingzelten der Bevölkerung angeboten werden. Zelte aus der Oberlausitz waren begehrte Artikel und konnten in viele Länder exportiert werden.

Der Nachfolgebetrieb der Deutschen Schlauchbootfabrik produzierte unter verschiedenen Firmennamen wie VEB Sächsische Wetterschutzbekleidung, VEB Sportboot und als Werk 5 des VEB Textil- und Veredlungsbetriebes Neugersdorf weiterhin Schlauchboote, Rettungsflöße, Schwimmwesten, Zelte und Traglufthallen. Als Material dazu wurden Technische Textilien verwendet. Das sind Gewebe aus traditionellem Material wie Baumwolle, Leinen und später auch aus synthetischen Fasern. Um diese Gewebe fester, witterungsbeständiger und haltbarer zu machen, sind sie mit einer ein- bzw. beidseitigen Beschichtung aus zum Beispiel Gummi, PVC oder Polyurethan versehen. Damit wurden die Technischen Textilien auch luftdicht, was die Grundlage zur Fertigung aufblasbarer Rettungsmittel war.

Technische Textilien sind sehr stark nach der Funktionalität entwickelt worden. Eingesetzt werden sie bei der Herstellung von Rettungsgeräten, Zelten, und Sportgeräten. Auch im Bauwesen, in der Medizin und in der Raumfahrt finden sie Anwendung.

Nach der Wiedervereinigung Deutschlands versuchten es einige Mitarbeiter mit der Reprivatisierung des Betriebes.1990 wurde die Firma Seetex GmbH Großschönau gegründet. Danach übernahm 1991 die Deutsche Schlauchbootfabrik „Hans Scheibert“ Eschershausen von der Treuhand den Großschönauer Betrieb als Werk 2. Eine kleine Abteilung, hervorgegangen aus der Forschungsgruppe Konfektion des Wissenschaftlich-Technischen Zentrums Technische Textilien Dresden, entwickelte bis ins Jahr 2000 verschiedene Rettungsfloßserien. Das waren nach neuesten internationalen Forderungen auch selbstaufrichtende und umkehrbare Rettungsflöße.

In Großschönau wurden die ersten deutschen Großraumflöße mit einer Rettungskapazität von 100 bis 150 Personen entwickelt und gefertigt. Die Erprobungen der Prototypen fanden meist im Waldstrandbad statt.

Im Jahre 2001 wurde die Deutsche Schlauchbootfabrik an die Fa. Wardle Storys (Safety and Survival Equipment) Ltd. in Großbritannien verkauft. Es erfolgte eine Umfirmierung in DSB Deutsche Schlauchboot GmbH & Co. KG.

Von 2005 bis 2008 fertigte das Werk Großschönau die Floßkörper der Aviation Produktion der englischen Firma RFD. Obwohl zahlreiche Aufträge für die Fertigung von aufblasbaren Rettungsflößen für die Schifffahrt und Luftfahrt vorlagen, wurde das Werk Großschönau im Jahre 2008 durch die nordirische Geschäftsleitung geschlossen und große Teile der Produktion nach China und Nordirland ausgelagert. Schlagartig wurde die gesamte hochmotivierte Belegschaft arbeitslos.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat und Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wbt.: 53,5 % (2009: 45,8 %)
 %
50
40
30
20
10
0
42,8 %
30,2 %
9,3 %
n. k.
5,8 %
11,9 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2009
 %p
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
  -8
-10
+2,3 %p
+2,7 %p
+1,9 %p
-9,1 %p
+1,1 %p
+1,1 %p

Bei der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 wurden die 18 Sitze des Gemeinderats wie folgt auf die einzelnen Parteien und Listen verteilt:

CDU SPD FW Linke NPD
8 Sitze 6 Sitze 2 Sitze 1 Sitz 1 Sitz

Zusätzliches Mitglied des Gemeinderates und dessen Vorsitzender ist der Bürgermeister. Dies ist seit 1. August 2008 in zweiter Amtsperiode Frank Peuker, der im Juni 2015 für weitere sieben Jahre im Amt bestätigt wurde.

Partnergemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortsgliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. Januar 2003 bildeten die Gemeinde Großschönau und die ehemalige Gemeinde Waltersdorf eine Einheitsgemeinde.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Wappen zeigt zwei gekreuzte Webschützen auf einer gezinnten Mauer, die dem Wappen der Oberlausitz entlehnt ist und die Zugehörigkeit zur Oberlausitz symbolisiert. Der Berg im Hintergrund symbolisiert die Lausche, die sich über dem Ortsteil Waltersdorf erhebt.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Deutsches Damast- und Frottiermuseum
Evangelisch-lutherische Kirche
  • Entlang der Mandau findet man viele der regional typischen Umgebindehäuser. Hier findet man das größte intakte Ensemble von Umgebindehäusern in der Oberlausitz. Das gesamte Ortsbild der Gemeinde wird von über 650 Umgebindehäusern geprägt.
  • Villa, heute Sitz der Gemeindeverwaltung
Das Gebäude war ursprünglich 1823 als klassizistisches Wohnhaus für den Firmenbesitzer Johann Gottfried Haebler erbaut worden. Seinen villenartigen Charakter erhielt der Bau durch Umgestaltungsarbeiten in den Jahren 1880 und 1905 bis 1910 in prächtigen und großzügig angelegten Formen der Neorenaissance.
Herrenhaus des Ritterguts
  • Im 1807 bis 1809 von dem Damastfabrikanten Christian David Waentig erbauten „Kupferhaus“, ein Wohn- und Geschäftshaus, befindet sich heute das Deutsche Damast- und Frottiermuseum.
  • Die Evangelisch-lutherische Kirche in Großschönau wurde zwischen 1703 und 1705 erbaut. Mit drei Emporen bietet sie Platz für 2.000 Kirchgänger. Damit ist sie die zweitgrößte Dorfkirche Sachsens. Die untere Empore ist mit kunstvollen Grisaillenmalereien des Großschönauer Musterzeichners David Christian Berndt geschmückt. Die größte Kostbarkeit ist das von Johann Eleazar Zeissig (genannt Schenau) 1787 gemalte Altarbild „Christi Auferstehung“.
  • Die Kirche im Erholungsort Waltersdorf wurde bereits 1366 als hölzerne Kirche erbaut. Aufgrund wachsender Einwohnerzahlen reichte diese Kirche nicht mehr aus und nach verschiedenen Umbauten war im Jahre 1713 die Grundsteinlegung für die jetzige Kirche. Von 1726 bis 1729 wurde der Kirchturm mit einer Höhe von 42 Metern errichtet. Zu Gottesdiensten und Konzerten erklingt noch heute die berühmte Tamitius-Orgel von 1766. Der Zittauer Orgelbaumeister war Schüler von Silbermann. Erhalten geblieben sind die Emporenbilder in Grisaille-Malerei aus der Blütezeit der Damastweberei. Der Altar stammt aus dem Jahre 1700, das Altarbild von 1892.

Museen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weitere Ausflugsziele[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Naturparkhaus Zittauer Gebirge im Erholungsort Waltersdorf mit Erlebnisausstellung, Tourist-Information und Kaffee Rösterei
  • Lausche im Ortsteil Erholungsort Waltersdorf mit 793 m ü. NN der höchste Gipfel des Lausitzer Gebirges
  • Trixi Ferienpark Großschönau mit historischem Waldstrandbad sowie Schwimmhalle mit Röhrenrutsche, Störmungskanal, Solebecken, Wellness-Center, Feriendorf und Camping-Platz
  • Hutberg (371,5 m ü. NN) mit herrlichem Blick auf das Zittauer Gebirge (Lausche). Im Frühjahr 2010 wurde eine neue Panoramaplatte eingeweiht.
  • Abenteuer-Kletterwald mit 7 Parcours

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • das jährlich stattfindende Grußschinner Schiss’n ist ein dem Jacobimarkt in Neugersdorf vergleichbares Volksfest. Die Tradition des „einst zweitgrößten Festes nach dem Gierschdurfer Schiss’n“ geht auf das Jahr 1844 zurück.
  • Sonnenwendfeiern auf dem Hutberg und am Naturparkhaus Zittauer Gebirge
  • Adventskonzert mit der Big Band im Naturparkhaus Zittauer Gebirge
  • "Kinderland" - Indoor-Spieleerlebins im Naturparkhaus Zittauer Gebirge

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ansässige Unternehmen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Damino GmbH: Herstellung von Textilwaren, ca. 140 Mitarbeiter (2014)[14]
  • Frottana-Textil GmbH & Co. KG: Herstellung von Textilwaren, ca. 240 Mitarbeiter (2014)[15]

Straßenverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Großschönau liegt südwestlich der B 96 und B 178 sowie an den Staatsstraßen 135, 136, 137 und 138. Zum benachbarten Varnsdorf in Tschechien besteht ein Grenzübergang für Pkw und Busse. Im Ortsteil Herrenwalde gibt es eine durchgängig asphaltierte Straße nach Dolní Podluží (Niedergrund). Dieser Übergang ist touristisch für Radfahrer, Wanderer nutzbar. Der touristische Übergang Waltersdorf - Dolní Světlá (Nieder Lichtenwalde) ist schon auf Grund der Lage im LSG Zittauer Gebirge/ CHKO Lausitzer Gebirge und am Lauschemoor ebenfalls nicht zur Öffnung für Pkw vorgesehen.

Busverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch Großschönau fahren mehrere Regionalbuslinien der Kraftverkehrsgesellschaft Dreiländereck. Auch die Ortsteile Waltersdorf und Saalendorf sind an das Netz des öffentlichen Personennahverkehrs angeschlossen.

Eisenbahn[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bahnhof Großschönau (Sachs)

Großschönau besitzt einen Bahnhof an der Bahnstrecke Zittau–Varnsdorf–Eibau, die zwischen Großschönau und Seifhennersdorf durch das tschechische Varnsdorf führt. Bis Dezember 2010 wurde die Strecke im Personenverkehr mit durchgehenden Zügen von Liberec über Zittau bis Seifhennersdorf durch die Mandaubahn bedient. Die ursprünglich grenzüberschreitend bis Eibau weiterführende Verbindung wurde dagegen im Dezember 2006 eingestellt. Seit Dezember 2010 hat die Vogtlandbahn unter dem Markennamen Trilex den Verkehr auf dieser mehrmals die Staatsgrenze zwischen Deutschland, Tschechien und Polen kreuzenden Verbindung übernommen. Auf dem Streckenabschnitt Liberec–Zittau–Großschönau–Varnsdorf verkehren die Züge im Stundentakt. Dabei werden Triebwagen der Baureihe Desiro eingesetzt, die mit zweisprachigen Zugbegleitern besetzt sind.

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Cornelius Gurlitt: Grossschönau. In: Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Kunstdenkmäler des Königreichs Sachsen. 29. Heft: Amtshauptmannschaft Zittau (Land). C. C. Meinhold, Dresden 1906, S. 17.
  • August Kahlert: Zeit- und Ortsgeschichte von Großschönau. Czischkowsky, Großschönau 1887 (Digitalisat)
  • Falk Lorenz: Vom Villen- zum Volkspark. Volkspark Großschönau. In: Ernst Panse (Hrsg.): Parkführer durch die Oberlausitz. Lusatia Verlag, Bautzen 1999, S. 211–214, ISBN 3-929091-56-9.
  • Friedrich Theodor Richter: Geschichtlich-statistische Darstellung der Damastmanufactur-Orte Groß- und Neu-Schönau in der Königl. Sächs. Oberlausitz. Klinkardt, Leipzig 1837 (Digitalisat)

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Aktuelle Einwohnerzahlen nach Gemeinden 2015 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Oberlausitzer Wörterbuch: Buchstabe G. Abgerufen am 22. März 2013.
  3. Textildorf Großschönau auf www.grossschoenau.de. Abgerufen am 28. Dezember 2012.
  4. Hintergrundinformationen zum Textildorf Großschönau auf www.grossschoenau.de. Abgerufen am 28. Dezember 2012.
  5. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2003
  6. Neuschönau im Digitalen Historischen Ortsverzeichnis von Sachsen.
  7. Großschönau im Digitalen Historischen Ortsverzeichnis von Sachsen.
  8. Adressbuch der Amtshauptmannschaft Zittau, 1880. (Digitalisat)
  9. Adress- und Auskunfts-Buch von Großschönau i. S., 1905. (Digitalisat)
  10. 31. Dezember, Angaben der Gemeinde auf ihrer Website
  11. Textildorf Großschönau - Textildorf Großschönau. In: www.grossschoenau.de. Abgerufen am 25. Dezember 2016.
  12. Startseite. In: www.grossschoenau.de. Abgerufen am 25. Dezember 2016.
  13. Gemeinderatswahl 2014. Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen, abgerufen am 12. August 2014.
  14. Lausitzer Rundschau vom 1. Oktober 2014 [1]
  15. Lausitzer Rundschau vom 1. Oktober 2014 [2]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Großschönau (Sachsen) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien