Coevorden

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Gemeinde Coevorden
Flagge der Gemeinde Coevorden
Flagge
Wappen der Gemeinde Coevorden
Wappen
Provinz Drente Drente
Bürgermeister Bert Bouwmeester (D66)
Sitz der Gemeinde Coevorden
Fläche
 – Land
 – Wasser
299,69 km2
295,96 km2
3,73 km2
CBS-Code 0109
Einwohner 35.332 (30. Sep. 2018[1])
Bevölkerungsdichte 118 Einwohner/km2
Koordinaten 52° 40′ N, 6° 44′ OKoordinaten: 52° 40′ N, 6° 44′ O
Höhe 12 m NAP
Bedeutender Verkehrsweg A37 E233 N34 N376 N377 N381 N382 N854 N863
Vorwahl 0524, 0591
Postleitzahlen 7741–7742, 7551, 7753–7756, 7841–7843, 7845–7849, 7851–7856, 7861, 7863–7864, 7917, 7929
Website Homepage von Coevorden
LocatieCoevorden.png
Vorlage:Infobox Ort in den Niederlanden/Wartung/Karte
Arsenaal
ArsenaalVorlage:Infobox Ort in den Niederlanden/Wartung/Bild1

Coevorden (Audio-Datei / Hörbeispiel anhören?/i) ist eine Stadt und eine Gemeinde an der deutsch-niederländischen Grenze in der niederländischen Provinz Drente.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stieltjeskanaal

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt Coevorden liegt im Südosten der Provinz und grenzt an Emlichheim und Laar in der Grafschaft Bentheim (Niedersachsen). Weitere Nachbargemeinden sind Hardenberg (Provinz Overijssel), Emmen und Hoogeveen. Das ebenfalls zur Gemeinde gehörende Schoonoord liegt aber 20 km nördlicher, zwischen Emmen und Westerbork.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde besteht aus der gleichnamigen Stadt, wo die Gemeindeverwaltung ihren Sitz hat, und 37 weiteren Ortsteilen und Dörfern.

Ortsteile gemäß Einwohnerzahl:

Coevorden 14.365
Dalen 03.690
Sleen 02.215
Schoonoord 02.135
Oosterhesselen 01.800
Aalden 01.625
Geesbrug 01.325
Steenwijksmoer 01.910
Dalerpeel 01.850
Erm 765
Zweeloo 700
Noord-Sleen 570
Gees 565
Zwinderen 410
Meppen 390
Wachtum 390
De Kiel 375
Dalerveen 360
Stieltjeskanaal 255
’t Haantje 230
Wezuperbrug 215
Holsloot 200
Nieuwe Krim 185
Wezup 170
Benneveld 165
Achterste Erm 075
Diphoorn 075

Weitere Ortsteile mit weniger Einwohnern: Ballast, De Haar, De Mars, Den Hool, Kibbelveen, Klooster, Nieuwlande, Padhuis, Pikveld, Vlieghuis, Weijerswold.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Plan von Coevorden im Jahr 1647

Im Jahr 1148 ist erstmals die Rede von Coevorden (= Kuhfurt). Der Ort liegt strategisch auf einem Sandrücken im Süden des Bourtanger Moores. Jeder Händler, der den Landweg zwischen Friesland und Münster benutzte, musste durch Coevorden reisen.

Am 25. Juli 1227 fand bei Ane (Gemeinde Hardenberg), sieben Kilometer südwestlich von Coevorden, eine blutige Schlacht statt zwischen dem (von den Drenter und Bentheimer Bauern unterstützten) aufständischen Herrn von Coevorden und den Rittern des Utrechter Bischofs. Die Utrechter erlitten eine schmähliche Niederlage, sogar der Bischof kam dabei ums Leben.

Erst 1407 erhielt Coevorden vom Kaiser das Stadtrecht und das Recht, Jahrmärkte abzuhalten. Die Stadt wurde 1579 durch einen Großbrand zu 33 % zerstört. Als Georg von Lalaing, Graf von Rennenberg während des Achtzigjährigen Krieges 1580 zum spanischen Lager übertrat, besetzten seine Truppen auch Coevorden [2]. Der mit niederländischen Truppen herbeigeeilte Johan van den Corput musste erkennen, dass die Stadt nicht mehr zu erobern gewesen wäre und verlegte sich auf die Verteidigung von Steenwijk. Coevorden blieb eine Belagerung damit immerhin zunächst erspart. Moritz von Oranien entriss den Spaniern 1592 die Stadt (die dabei erneut, und diesmal fast ganz, niederbrannte) [3] und ließ sie bis 1605 zu einer der stärksten niederländischen Festungen ausbauen. Der berühmte Festungsbaumeister Menno van Coehoorn erneuerte diese Verteidigungsanlagen. Im Jahr 1672 wurde sie von Münsterschen Truppen erobert, wenig später wieder von den Holländern zurückgewonnen. Eine Wiedereroberung durch die Münsteraner scheiterte an einer Überschwemmung, wodurch die Belagerer fast alle ertranken.

Dann war Coevorden lange Zeit, bis auf die Franzosenzeit (1804–1813), eine ruhige Grenzstadt. Der Eisenbahnanschluss 1905 leitete eine Industrialisierung ein. Nach 1950 zogen aber viele Betriebe und Regionalbehörden ins modernere Emmen um.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sitzverteilung im Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kommunalwahlen 2018[4]
 %
40
30
20
10
0
34,6
15,6
14,9
14,7
9,0
7,1
4,1
BBC
PAC
GB
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2014
 %p
 14
 12
 10
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
+13,0
-2,1
-2,7
-0,6
-4,0
-0,3
-3,4
BBC
PAC
GB

Der Gemeinderat wird seit 1982 folgendermaßen gebildet:

Partei Sitze[5]
1982 1986 1990 1994 1997a 2002 2006 2010 2014 2018
Belangen Buitengebied Coevorden 6 9
VVD 3 2 2 2 6 6 5 6 4 4
CDA 6 6 6 4 6 6 5 5 4 4
PvdA 6 6 5 3 7 7 9 6 4 4
Progressief Accoord Coevorden 0 1 2 4 2 3 4 4 3 2
Gemeentebelangen 2 3 2 2 2 1
D66 2 0 0 2 2 1
Samen Sterk Gemeente Coevorden 0
ChristenUnie 0
RPF 0
GPV
Lijst Somer 0
Gesamt 15 15 15 15 23 25 25 25 25 25
a Aufgrund der Eingemeindung von Dalen, Oosterhesselen, Sleen und Zweeloo nach Coevorden zum 1. Januar 1998 fanden die Gemeinderatswahlen bereits im Jahre 1997 statt.

Bürgermeister und Beigeordnete[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Parteien Belangen Buitengebied Coevorden, CDA und PvdA bilden in der Legislaturperiode 2018–2022 die Koalition und stellen somit die Beigeordneten bereit. Folgende Personen gehören zum Kollegium[6]:

Funktion Name Partei Anmerkung
Bürgermeister Bert Bouwmeester D66 seit dem 1. Januar 2004 im Amt[7]
Beigeordnete Jan Zwiers Belangen Buitengebied Coevorden erster Stellvertreter des Bürgermeisters
Jeroen Huizing CDA zweiter Stellvertreter des Bürgermeisters
Joop Brink PvdA dritter Stellvertreter des Bürgermeisters
Gemeindesekretärin Beatrijs de Vries seit Januar 2017 im Amt

Städtepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Coevorden unterhält eine Städtepartnerschaft mit der auf der anderen Seite der Grenze gelegenen Stadt Nordhorn (seit 1963) und freundschaftliche Beziehungen zur Gemeinde Emlichheim, beide in DeutschlandDeutschland Niedersachsen. Außerdem bestehen freundschaftliche Kontakte zu Kutno (PolenPolen Polen, seit 2004), Brest (WeissrusslandWeißrussland Weißrussland, seit 2000), Vancouver (KanadaKanada Kanada) und dem Kreis Ninghé in der China VolksrepublikVolksrepublik China Volksrepublik China.[8]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eisenbahn[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt liegt an der Bahnstrecke Zwolle–Stadskanaal, die halbstündlich im Personennahverkehr bis Emmen bedient wird. Seit 1910 hat die Stadt durch die Bentheimer Kreisbahn, jetzt Bentheimer Eisenbahn AG, Anschluss an das deutsche Schienennetz und den Ort Laar (Grenzbahnhof) jenseits der Grenze. Von dort führt sie weiter in Richtung Nordhorn und Bad Bentheim und bis 1981 weiter nach Gronau. Auf der Strecke der Bentheimer Eisenbahn AG wird seit 1974 jedoch nur noch Güterverkehr durchgeführt, der aber sehr umfangreich ist. Die Bentheimer Eisenbahn AG betreibt auf niederländischer Seite beträchtlichen internationalen Güterverkehr mit eigenen Gleisanlagen und Anschluss an das Streckennetz der Nederlandse Spoorwegen (NS). Der Ausbau des Bahnhofs Coevorden-Heege in den Jahren 2006/2007 brachte die Erweiterung der Gleisanlagen über die deutsch-niederländische Staatsgrenze mit sich, sodass es sich nunmehr um einen „internationalen“ Bahnhof handelt.

Auto[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die N34, eine zweispurige Autostraße, verbindet Coevorden mit Emmen im Nordosten und Ommen (Niederlande) und Zwolle im Südwesten. Emlichheim und Nordhorn in Deutschland sind über die B403 (10 km) zu erreichen.

Bus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Stadt verkehren folgende Buslinien:

  • 26: Coevorden–Schoonebeek–Klazienaveen–Emmen
  • 21: Emmen–Erm–Sleen–Noordsleen–Schoonoord–Assen
  • 22: Zweeloo–Wezup–Westerbork–Beilen–Assen
  • 27: Hoogeveen–Geesbrug–Zwinderen–Gees–Oosterhesselen–Meppen–Aalden–Zweeloo–Emmen
  • 29: Coevorden–Slagharen–Dedemsvaart–Zwolle
  • 33: Coevorden–Steenwijksmoer–Nieuwe Krim–Dalerpeel–Nieuwlande–Hoogeveen
  • 223: Coevorden–Dalen–Wachtum–Oosterhesselen–Meppen–Aalden–Zweeloo

Schiff[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Coevorden ist für 800-t-Schiffe über den Coevorden-Almelo-Kanal erreichbar. Der Hafen liegt am Rande des grenzüberschreitenden Gewerbegebietes Europark Coevorden-Emlichheim. Schiffe wie ein Kempenaar können in 18 Stunden von Rotterdam oder Amsterdam nach Coevorden fahren. Die Gemeindeverwaltung Coevordens tritt dafür ein, dass der Kanal für größere Schiffe befahrbar gemacht wird. Die Provinz Overijssel ist Eignerin des Kanals.

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Windräder in Coevorden

Coevorden ist eine Industrie- und Handelsstadt und hat u. a. Fabriken, in denen Tierfutter, Karton und Baumaterial hergestellt wird. Die NATO richtete 1984 in der Stadt ein Depot ein, in dem militärische Vorräte verteilt, gewartet und auf- und umgeschlagen wurden. Diese Einrichtung wurde 1999 vom niederländischen Heer (Landmacht) übernommen.

Zusammen mit der Samtgemeinde Emlichheim wird ein großes, grenzüberschreitendes Industrie- und Gewerbegebiet, der Europark, entwickelt. Es ist per Bahn, Binnenschiff und Lkw erreichbar und wurde zuletzt Ende 2007 erweitert.

Vor allem im nördlichen Bereich der Gemeinde ist auch der Tourismus von Bedeutung. Schließlich dient ein großer Teil des Gemeindegebiets von Coevorden der Landwirtschaft.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Der seit etwa 1490 jährlich Mitte November stattfindende Gänsemarkt ist heute ein Volksfest, auf dem u. a. eine „Miss Gänsehüterin“ gekürt wird. Früher wurden Gänse für den Weihnachtstisch gehandelt und vor Ort geschlachtet.
Schloss Coevorden
  • Das 1972 völlig restaurierte Schloss Coevorden. Eine Kopie des Schlosses findet sich im kanadischen Vancouver, dessen Name sich von einem Herrn Van Coevorden ableitet.
  • Das Freilichtmuseum Ellert en Brammert in Schoonoord. Es ist nach zwei sagenhaften Räubern, den Riesen Ellert und Brammert, benannt worden. Das Museum gibt Einblick in das Leben in Drente im 18. und 19. Jahrhundert.
  • Das Heimatmuseum von Coevorden, nahe dem Schloss im ehemaligen Arsenal.
  • Die malerischen Bauerndörfer Aalden und Meppen, Gees und Oosterhesselen. In letzterem steht das Herrenhaus „De Klencke“ (nicht zu besichtigen) mit sehenswerter Parkanlage und ebensolchem Naturreservat (Wanderrouten; in Besitz der Stiftung Naturmonumente). Aalden gilt als eines der malerischsten Orte der Niederlande.
  • Im Ortsteil Dalen findet man, etwas außerhalb des Zentrums und nahe der deutschen Grenze, den Ferienpark De Huttenheugte von der Marke Center Parcs.[9] Angelegt wurde der Park 1972 und zieht Gäste vorrangig aus Deutschland und den Niederlanden an.

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Coevorden – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bevolkingsontwikkeling; regio per maand. In: StatLine. Centraal Bureau voor de Statistiek (niederländisch)
  2. Illustration von Frans Hogenberg von 1594: Covverden. Coeuoerden nuhn acht Monat langk, Vons Konigs wegen hart bedrangt, ... (Digitalisat)
  3. Illustration von Frans Hogenberg von 1592: Graff Moritz mit manch tausent man, Nach Steinwick grifft Coevorden an, ... (Digitalisat)
  4. Ergebnis der Kommunalwahlen: 2014 2018, abgerufen am 9. September 2018 (niederländisch)
  5. Sitzverteilung im Gemeinderat: 1982–2002 2006 2010 2014 2018, abgerufen am 9. September 2018 (niederländisch)
  6. College van burgemeester en wethouders Gemeente Coevorden, abgerufen am 9. September 2018 (niederländisch)
  7. Ineke Kemper: Burgemeester Bouwmeester van Coevorden herbenoemd. In: RTV Drenthe. 15. Dezember 2015, abgerufen am 9. September 2018 (niederländisch).
  8. Gemeente Coevorden: Internationale samenwerking. Archiviert vom Original am 30. Juni 2016; abgerufen am 20. Juni 2016. i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.coevorden.nl
  9. Ferienpark De Huttenheugte