Atlantische Hurrikansaison 2018

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Atlantische Hurrikansaison 2018
Alle Stürme der Saison
Alle Stürme der Saison
Bildung des ersten Sturms25. Mai 2018
Auflösung des letzten Sturms31. Oktober 2018
Stärkster Sturm:Michael – 919 hPa (mbar), 135 kn (250 km/h) (1-minütig)
Tropische Tiefs:16
Stürme:15
Hurrikane:8
Schwere Hurrikane (Kat. 3+):2
Opferzahl gesamt:154
Gesamtschaden:≥ 33,27 Milliarden $ (2018)
Atlantische Hurrikansaison
2016, 2017, 2018, 2019, 2020

Die Atlantische Hurrikansaison 2018 begann offiziell am 1. Juni 2018 und endete offiziell am 30. November 2018. Während dieser Periode bilden sich üblicherweise im nördlichen Atlantischen Ozean die meisten Hurrikane, da nur zu dieser Zeit geeignete Bedingungen existieren, wie etwa ein warmer Ozean, feuchte Luft und wenig Windscherung, um die Bildung von tropischen Wirbelstürmen zu ermöglichen.

Seit Beginn der Atlantischen Hurrikansaison 2017 kann das National Hurricane Center (NHC) Warnungen zu Störungen herausgeben, die noch keine tropischen Eigenschaften aufweisen, bei denen für eine tropische Zyklogenese jedoch ein hohes Potenzial besteht und innerhalb von 48 Stunden Sturm- oder Hurrikanbedingungen für bewohnte Gebiete erwartet werden. Solche Systeme werden als „Potential tropical cyclone“ bezeichnet.[1]

Mit der Entstehung bei 19,3° nördlicher Breite war Alberto nach Olga im Jahr 2007 der am weitesten südlich entstandene subtropische Sturm.[2]

Tropische Wirbelstürme im Pazifischen Ozean siehe im Artikel: Pazifische Hurrikansaison 2018.

Saisonprognosen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vorhersagen der tropischen Aktivität in der Hurrikansaison 2018
Quelle Datum tropische
Stürme
Hurrikane schwere
Hurrikane
Durchschnitt (1981–2010[3]) 12,1 6,4 2,7
höchste Aktivität 28 15 7
geringste Aktivität 4 2 0
–––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––
TSR[4] 7. Dezember 2017 15 7 3
CSU[5] 5. April 2018 14 7 3
TSR[6] 5. April 2018 12 6 2
NCSU[7] 16. April 2018 14–18 7–11 3–5
TWC[8] 19. April 2018 13 7 2
NOAA[9] 24. Mai 2018 10–16 5–9 1–4
UKMO[10] 25. Mai 2018 11* 6* N/A
TSR[11] 30. Mai 2018 9 4 1
CSU[12] 31. Mai 2018 14 6 2
CSU[13] 2. Juli 2018 11 4 1
TSR[14] 5. Juli 2018 9 4 1
CSU[15] 2. August 2018 12 5 1
TSR[16] 6. August 2018 11 5 1
NOAA[17] 9. August 2018 9–13 4–7 0–2
–––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––
tatsächliche Aktivität
15 8 2
* Juni–November
† letztes Jahr mehrerer Vorkommen

Vor und während der Saison veröffentlichen mehrere nationale meteorologische Dienste und wissenschaftliche Institute Vorhersagen darüber, wie viele tropische Stürme, Hurrikane und schwere Hurrikane (Kategorie 3 der SSHS und höher) sich in der Saison bilden werden und/oder wie viele tropische Wirbelstürme ein bestimmtes Land treffen werden. Zu diesen Instituten gehören das Tropical Storm Risk (TSR) Consortium of the University College London, die National Oceanic and Atmospheric Administration (NOAA) und die Colorado State University (CSU). Die Vorhersagen berücksichtigen wöchentliche und monatliche Änderungen signifikanter Faktoren, die die Einschätzung über den Verlauf der Hurrikansaison beeinflussen. Einige dieser Vorhersagen berücksichtigen außerdem Verläufe zurückliegender Hurrikansaisons mit ähnlichen Gegebenheiten sowie ein Anhalter des La Niña, der sich im November 2017 gebildet hatte.[18] Im Durchschnitt der Jahre 1981 bis 2010 gab es in einer Hurrikansaison zwölf tropische Stürme, sechs Hurrikane und zwei schwere Hurrikane, und der Index der Accumulated Cyclone Energy (ACE) lag zwischen 66 und 103.[3]

Vorhersagen vor Saisonbeginn[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die erste Vorhersage für die Saison wurde durch TSR am 7. Dezember veröffentlicht. TSR ging von einem leicht überdurchschnittlich aktiven Saisonverlauf mit 15 tropischen Stürmen, davon sieben Hurrikanen und davon drei schweren Hurrikanen aus.[4] Die CSU gab ihre erste Saisonvorhersage am 5. April 2018 bekannt. Auch demnach wurde ein leicht überdurchschnittlich aktiver Saisonverlauf erwartet, mit 14 tropischen Stürmen, sieben Hurrikanen und drei schweren Hurrikanen.[5] Am gleichen Tag aktualisierte TSR seine Vorhersage. TSR erwartete nun einen leicht unterdurchschnittlich aktiven Saisonverlauf mit zwölf tropischen Stürmen, sechs Hurrikanen und zwei schweren Hurrikanen, wobei die nun angenommene niedrigere Aktivität auf eine anomale Abkühlung im äußerst nördlichen und im tropischen Nordatlantik zurückgeführt wird.[6] Am 16. April gab die North Carolina State University ihre Vorhersage einer überdurchschnittlich aktiven Saison bekannt. Die NCSU erwartete 14–18 tropische Stürme, davon 7–11 Hurrikane, davon 3–5 als schwere Hurrikane.[7] The Weather Company ging in ihrer am 17. Mai veröffentlichen Vorhersage von einer nahezu durchschnittlichen Saison aus; demnach würden sich 13 tropische Stürme entwickeln, davon sieben Hurrikane, von denen zwei die Kategorie 3 oder höher auf der Saffir-Simpson-Hurrikan-Windskala erreichten.[8] Die NOAA veröffentlichte ihre erste Saisonvorhersage am 24. Mai. Sie geht von einem nahezu überdurchschnittlichen Saisonverlauf aus.[9] Am 25. Mai veröffentlichte das britische Met Office mit elf tropischen Stürmen, von denen sechs Hurrikanstatus erreichen würden und einer Accumulated Cyclone Energy (ACE) von etwa 105.[10] Im Gegensatz dazu senkte TSR in ihrem Update von 30. Mai die Zahlen deutlich auf neun benannte Stürme, vier Hurrikane und einen schweren Hurrikan; dies wurde mit dem Setup der Wasseroberflächetemperaturen begründet, das üblicherweise während der kühlen Phase der Atlantischen Multidekaden-Oszillation.[11] Am 31. Mai schließlich aktualisierte die CSU zum letzten Mal vor dem Beginn der Saison ihre Vorhersage, um die frühe Entwicklung des Subtropischen Sturms Alberto zu berücksichtigen mit ebenfalls niedrigeren Zahlen wegen der Kältenaomalien in den tropischen und extrem nördlichen Bereichen des Atlantiks.[12]

Vorhersagen im Laufe der Saison[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 2. Juli aktualisierte die CSU ihre Vorhersage ein weiteres mal, und erniedrigte die Zahlen auf 11 benannte Stürme, wovon vier sich zu Hurrikanen intensivieren würden, von denen einer die Stärke eines schweren Hurrians erreichen würde, und begründeten dies mit der Fortdauer der Abkühlung im Atlantik sowie der zunehmenden Wahrscheinlichkeit der Bildung eines El Niño später im Jahr.[13] TSR veröffentlichte seine vierte Vorhersage am 5. Juli und hielt unverändert an der vorherigen Prognose fest.[14] Bei ihre Update vom 2. August erhöhte die CSU ihre Vorhersage auf zwölf benannte Stürme mit fünf Hurrikanen, von denen einer ein schwerer sei und wies auf den sich später im Jahr bildenden schwachen El Niño hin.[15] Vier Tage später veröffentlichte TSR seine letzte Saisonvorhersage mit leicht erhöhten Zahlen: elf benannte Stürme, davon fünf Hurrikane, wovon einer ein schwerer Hurrikan würde. TSR begründete dies mit der überraschenden Bildung zweier Hurrikane zu Beginn des Juli.[16] Am 9. August gab die NOAA ihre revidierte Prognose bekannt und sagte nun eine unterdurchschnittlich aktive Saison mit 9–13 benannten Stürmen, 4–7 Hurrikanen und 0–2 schweren Hurrikanen für die Saison 2018 voraus.[17] Mit ihrer Prognose vor der Saison lag die NOAA jedoch besser (und als einzige Vorhersage genau im Bereich der tatsächlichen Aktivitäten) als mit ihrer Prognose während der Saison.

Saisonüberblick[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Saffir-Simpson-Hurrikan-Skala


Das vierte Jahr in Folge begann die atlantische Hurrikansaison früh, als sich am 25. Mai der subtropische Sturm Alberto bildete. Alberto erreichte Windgeschwindigkeiten von 100 km/h und gelangte im äußersten Westen des Florida Panhandle über Land. Der Sturm zog nordwärts, schwächte sich ab und ging als Tiefdruckgebiet über Tennessee in ein tropisches System über. Schließlich löste sich Alberto am 31. Mai über dem Michigansee auf. Im Juni entwickelte sich kein tropisches Tiefdruckgebiet. Die Phase der Inaktivität endete, als sich am 5. Juli im Hauptentstehungsgebiet (Main Developmental Region, MDR) der spätere Hurrikan Beryl bildete. Er löste sich kurz vor dem Erreichen des Karibischen Meeres zunächst auf und bildete sich am 14. Juli im Atlantischen Ozean neu. Endgültig löste sich Beryl am 16. Juli auf. Chris bildete sich am 6. Juli, intensivierte sich am 11. Juli zu einem Kategorie-2-Hurrikan und löste sich am darauffolgenden Tag über den Kanadischen Seeprovinzen auf. Im August entstanden die tropischen Stürme Debby und Ernesto, von denen keiner in Landnähe kam. Ernesto war zwischenzeitlich ein subtropischer Sturm und zu diesem Zeitpunkt der bereits vierte subtropische Sturm der Saison.

Die atlantische Hurrikansaison 2018 wurde zur bislang letzten in einer Reihe von Hurrikansaisons, in denen vier benannte Stürme gleichzeitig aufgetreten sind, nach zuletzt 2008. Sichtbar in der Aufnahme sind Florence (links), Isaac (unten, Bildmitte), Helene (unten rechts) und Joyce (oben rechts) am 12. September.

Als nächstes bildete sich am 31. August Hurrikan Florence und wurde am 5. September zum ersten schweren Hurrikan der Saison. Nach dem Landfall in North Carolina am 14. September wurde Florence zum niederschlagsreichsten tropischen Wirbelsturm in der Geschichte der Wetteraufzeichnung dort und im benachbarten Bundesstaat South Carolina. Die Aktivität nahm im September deutlich zu. Am 3. September bildete sich der Tropische Sturm Gordon, gefolgt von den Hurrikanen Helene und Isaac am 7. September, wobei Isaac Auswirkungen auf die Kleinen Antillen und auf die Azoren und das Vereinigte Königreich hatte. Am 12. September bildete sich der tropische Sturm Joyce, der im offenen Atlantischen Ozean blieb und sich am 19. September ohne Auswirkungen auf Land auflöste. Nach einer kurzen Periode der Inaktivität bildeten sich am 22. September das Tropische Tiefdruckgebiet Elf und der tropische Sturm Kirk sowie einen Tag später der subtropische Sturm Leslie. Leslies Entstehung markiert das erste Mal seit Beginn verlässlicher Aufzeichnungen, dass in einer Hurrikansaison sechs Stürme (Alberto, Beryl, Debby, Ernesto, Joyce und Leslie) zeitweilig als subtropischer Sturm eingestuft waren.

Im Oktober setzte die Aktivität nochmals ein. Michael bildete sich am 7. Oktober und intensivierte sich über dem Golf von Mexiko zu einem schweren Hurrikan, bevor dieser am 10. Oktober auf das Florida Panhandle traf. Einen Tag später entwickelte sich im östlichen tropischen Atlantik der kurzlebige Sturm Nadine, und am 13. Oktober ging der Hurrikan nach 15 Tagen als tropisches System etwa 200 km westlich der Iberischen Halbinsel in einen kräftigen nichttropischen Sturm über, bevor dieser auf die portugiesische Küste traf.

Mit der Aufstufung in einen tropischen Sturm am 30. westlichen Längengrad wurde Nadine zum östlichsten tropischen Sturm, der sich im Atlantischen Ozeana so spät im Kalenderjahr gebildet hat.[19]

Stürme[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Subtropischer Sturm Alberto[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Subtropischer Sturm (SSHS)
Alberto 2018-05-25 1835Z.jpg Alberto 2018 track.png
Dauer 25. Mai – 31. Mai
Intensität 55 kn (100 km/h) (1-min), 990 hPa

Ein ausgedehntes Tiefdruckgebiet bildete sich ab dem 21. Mai über dem südwestlichen Karibischen Meer, nachdem ein Höhentief und ein bodennaher Trog interagierten.[20] Das Tief driftete langsam westwärts und dann nordwärts durch das Karibische Meer und organisierte sich dabei stetig, trotz starker Windscherung. Am 25. Mai um 15:00 Uhr UTC war die Entwicklung so weit fortgeschritten, dass das System etwa 90 km südlich von Cozumel im mexikanischen Bundesstaat Quintana Roo befindlich als subtropischer Sturm klassifiziert wurde und den Namen Alberto erhielt, obwohl das System zu dem Zeitpunkt östlich der Halbinsel Yucatán mehrere Zirkulationszentren hatte, die mit einem Höhentrog interagierten.[21][22]

Das System verlagerte sich nordwärts, und am 26. Mai bildete sich die Zirkulation nördlich von Kuba unter der primären Konvektion im Golf von Mexiko neu.[23][24] Früh am 28. Mai wurden bei einem Flug der Hurricane Hunters in das Sturmzentrum andauernde Windgeschwindigkeiten von 100 km/h und ein ausgewalztes Zentrum beobachtet.[25] Früh am 28. Mai erreichte Alberto mit andauernden Windgeschwindigkeiten von 100 km/h seine größte Intensität. Wegen des Einströmens trockener Luft konnte sich der Sturm nicht zu einem vollständig tropischen Sturm entwickeln und schwächte sich vor dem Landfall um 21:00 Uhr UTC mit Windgeschwindigkeiten bis zu 75 km/h bei Laguna Beach ab.[26] Alberto schwächte sich über Land rasch ab, erzeugte aber weiterhin Starkregen in den südöstlichen Staaten der Vereinigten Staaten.

In West- und Zentralkuba kam es infolge des Durchzugs von Alberto zu tagelangen heftigen Niederschlägen, die zu teilweise schweren Überschwemmungen führten. Es kam zu schweren Schäden an Gebäuden und in der Landwirtschaft. Zahlreiche Orte waren von der Außenwelt abgeschnitten. 16.000 Menschen wurden evakuiert.[27] Vier Menschen starben.[28] Zwei Personen werden vermisst.[29] Im US-Bundesstaat North Carolina wurden zwei Journalisten von einem Baum erschlagen und in Maryland starb ein Nationalgardist bei dem Versuch, eine Frau aus den Fluten eines über die Ufer getretenen Flusses zu retten.[30]

Hurrikan Beryl[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kategorie-1-Hurrikan (SSHS)
Beryl 2018-07-06 1200Z.png Beryl 2018 track.png
Dauer 5. Juli – 16. Juli
Intensität 70 kn (130 km/h) (1-min), 994 hPa

Am späten 3. Juli begann das NHC, eine starke tropische Welle über dem östlichen Atlantik zu verfolgen. Die Welle verschmolz schnell, als sie sich nach Westen bewegte, und am 5. Juli um 15:00 UTC organisierte sie sich in ein tropisches Tiefdruckgebiet über dem zentralen tropischen Atlantik.[31] Günstige Bedingungen ermöglichten es dem winzigen System, sich um 18:30 UTC[32] zum Tropensturm Beryll zu verstärken und sich am 6. Juli um 06:00 UTC in einen Hurrikan der Kategorie 1 zu verwandeln, als ein Loch im Auge sichtbar wurde.[33] Nach der Einstufung als Hurrikan wurde er der zweitfrüheste in der Hauptentwicklungsregion (<20°N, 60-20°W), nur übertroffen 1933 von Hurrikan Zwei.[34] Diese Intensität war von kurzer Dauer, da die beschleunigte tiefe Strömung die Windscherung verstärkte und das System bis zum 7. Juli um 15:00 Uhr UTC wieder auf tropische Sturmstärke abschwächte.[35] Ein Aufklärungsflugzeug der Air Force untersuchte das System am frühen Morgen und stellte fest, dass Beryl zu einem offenen Trog degeneriert war; das NHC deklassifizierte Beryl entsprechend am 8. Juli um 21:00 UTC als tropischen Zyklon.[36] Die Überreste wurden mehrere Tage lang überwacht, obwohl während eines Großteils dieser Zeit wenig Organisation stattfand. Am 14. Juli um 17:00 UTC regenerierte sich Beryl zu einem subtropischen Sturm in der Nähe der Bermudas. Der Sturm begann bald die Konvektion zu verlieren, da trockene Luft in das System eindrang. Am 16. Juli um 03:00 UTC degenerierte Beryl wieder zu einem Resttief, nachdem er mehr als zwölf Stunden lang keine organisierte Konvektion hatte.[37]

Hurrikan Chris[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kategorie-2-Hurrikan (SSHS)
Chris 2018-07-10 1815Z.jpg Chris 2018 track.png
Dauer 6. Juli – 12. Juli
Intensität 90 kn (165 km/h) (1-min), 970 hPa

Spät am 2. Juli begann das NHC damit, das Potential für die Bildung eines Tiefdruckgebietes in einer bodennahen Zirkulation in der Nähe von Bermuda einzuschätzen.[38] Ein paar hundert Kilometer südlich von Bermuda bildete sich am 3. Juli ein nichttropische Tiefdruckgebiet.[39] Schauer- und Gewittertätigkeit nahmen zu, als das Tief in nordwestlicher Richtung über den Golfstrom zog. Am 6. Juli um 21:00 Uhr UTC organisierte sich das Tief vor der Küste North Carolinas zum Tropischen Tiefdruckgebiet Drei. Die Verstärkung des Systems erfolgte langsam, weil die Zirkulation oval ausgewalzt war.[40] Dennoch wurde das Tiefdruckgebiet am 8. Juli um 09:00 Uhr UTC zum Tropischen Sturm Chris aufgestuft.[41] Obwohl für den darauffolgenden Tag die Verstärkung in einen Hurrikan prognostiziert wurde, führte das Eindringen trockener Luft und vom Sturm erzeugtes Upwelling dazu, dass sich der Sturm nur wenig verstärkte. Allerdings gelang es dem Sturm am nächsten Tag, die trockene Luft aus seiner Zirkulation loszuwerden, als der Sturm nordostwärts über wärmeres Wasser zog. Mit einem gut-definierten Auge und auf den Satellitenbildern eindrucksvollen Erscheinungsbild verstärkte sich Chris schließlich am 10. Juli um 21:00 Uhr UTC doch zum Hurrikan.[42] Nach einer rapiden Intensivierung wurde Chris sechs Stunden später in die Kategorie 2 hochgestuft, weil ein Ring von Konvektion in seinem Kern sich zu einer vollständigen Augendwand gewandelt hatte.[43] Im Tagesverlauf franste das Auge jedoch aus und erschien schlecht definiert, sodass Chris sich um 21:00 Uhr UTC in die Kategorie 1 abschwächte.[44] Obwohl der Hurrikan weiterhin den Golfstrom überquerte, verlor er am nächsten Morgen den Status eines Hurrikans. [45] Zu diesem Zeitpunkt hatte Chris bereits mit der Transition in ein außertropisches System begonnen, und das Windfeld breitete sich aus; nach der Transition fügte sich Chris sches Stunden später in ein frontales Tiefdrucksystem ein.[46]

In der Hurrikan Chris zugeschriebenen rauen See ertrank am 7. Juli bei Kill Devil Hills an der Küste von North Carolina.[47] Als außertropisches Tiefdrucksystem brachte Chris örtlich Starkregen und böige Winde nach Neufundland und Labrador. Die Niederschlagsmenge in Gander erreichte 76 mm, während die stärkte Bö mit 96 km/h in Ferryland gemessen werden.[48] Auf Sable Island kumulierten sich 111,6 mm Niederschlag.[49]

Tropischer Sturm Debby[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Tropischer Sturm (SSHS)
Debby 2018-08-08 1430Z.jpg Debby 2018 track.png
Dauer 7. August – 9. August
Intensität 45 kn (85 km/h) (1-min), 1000 hPa

Am 4. August begann das NHC mit der Beobachtung eines nichttropischen Tiefs über dem Nordatlantik auf eine tropische oder subtropische Entwicklung hin.[50] Zunächst blieb die Konvektion ziemlich begrenzt, und das System bestand überwiegend aus einem konvektionslosen Wirbel, der mit einem Höhentief interagierte. Das System gelangte dann allerdings in eine günstigere Umgebung und begann nach und nach subtropische Eigenschaften aufzubauen. Am 7. August um 15:00 Uhr UTC hatte das Tiefdruckgebiet ausreichend Konvektion aufgebaut, um als Subtropischer Sturm Debby klassifiziert zu werden.[51] Der Sturm entwickelte auf seinem Weg nach Norden genügend tropische Eigenschaften und wurde am 8. August um 09:00 Uhr UTC ein vollständig tropischer Sturm, als die andauernden anhaltenden einminütigen Windgeschwindigkeiten auf 75 km/h zunahmen.[52] Trotz grenzwertiger Ozeantemperaturen verstärkte sich Debby auch weiterhin und erreichte mit andauernden Windgeschwindigkeit von 85 km/h den Höhepunkt.[53] Anschließend begann Debby, sich abzuschwächen und die tropischen Eigenschaften zu verlieren. Am 9. August um 21:00 Uhr UTC degenerierte Debby in eine posttropische Zyklone und jagte vor einem Kurzwellentrog nach Nordosten davon.[54]

Tropischer Sturm Ernesto[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Tropischer Sturm (SSHS)
Ernesto 2018-08-16 1340Z.jpg Ernesto 2018 track.png
Dauer 15. August – 18. August
Intensität 40 kn (75 km/h) (1-min), 999 hPa

Ein komplexes, nichttropisches Tiefdruckgebiet bildete sich am 12. August über dem nördlichen Atlantik.[55] Während das Tief südostwärts driftete und sich langsam abschwächte, entstand am 14. August östlich des Systems ein neues Tiefdruckgebiet.[56] Das neue Tiefdruckgebiet erlangte rasch subtropische Eigenschaften, und am 15. August um 09:00 Uhr UTC hatte sich das System ausreichend organisiert, um als subtropisches Tiefdruckgebiet klassifiziert zu werden.[57] Sechs Stunden später wurde das Tiefdruckgebiet zum Subtropischen Sturm Ernesto hochgestuft.[58] Am 16. August versuchte das System zunächst, zu einem vollständig tropischen Sturm zu werden – um das Zentrum entstand Konvektion –, doch starb diese bald ab.[59] Trotzdem kam es einige Stunden später in der Nähe des Zentrums erneut zu einem Ausbruch an Konvektion, was darauf hindeutete, dass Ernesto erfolgreich tropische Eigenschaften angenommen hatte.[60] Am 17. August begann Ernesto damit, seine Zuggeschwindigkeit in Richtung Nordosten zu beschleunigen, weil das System vom Jetstream erfasst worden war. Am darauffolgenden Tag verlor der Sturm seine tropischen Eigenschaften.[61] Die Reste von Ernesto trafen am 19. August auf Irland und das Vereinigte Königreich.[62][63]

Hurrikan Florence[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kategorie-4-Hurrikan (SSHS)
Florence 2018-09-06 1405Z.jpg Florence 2018 track.png
Dauer 31. August – 17. September
Intensität 120 kn (220 km/h) (1-min), 939 hPa

Am 28. August erwähnte das NHC zum ersten Mal die Möglichkeit der Bildung eines tropischen Tiefs aus einer tropischen Welle, sobald diese die Gewässer vor Westafrika erreichte.[64] Zwei Tage später löste sich die Welle mit wenig organisierten Gewittern von der Küste des Senegal[65] und es bildete sich ein gut-definiertes Tiefdruckgebiet.[66] Weil das System eine Bedrohung für die Kapverdischen Inseln darstellte, machte das NHC von der 2017 eingeführten Möglichkeit Gebrauch und begann am 30. August um 15:00 Uhr UTC mit der Ausgabe von Warnungen vor einem Potential Tropical Cyclone.[67] Das System gewann an Organisation und wurde am 31. August um 21:00 Uhr UTC zum sechsten tropischen Tiefdruckgebiet der Saison erklärt.[68]

Früh am 1. September intensivierte sich das Tiefdruckgebiet zum Tropischen Sturm Florence. Der Sturm entwickelte sich kontinuierlich weiter, als Florence westnordwestwärts über den zentralen Atlantik zog und hatte sich am 4. September um 15:00 Uhr UTC zum dritten Hurrikan der Saison verstärkt.[69] Am 5. September intensivierte sich Florence unerwartet in die Kategorie 3 und damit zu einem schweren Hurrikan.[70] Die rapide Intensivierung dauerte an, und um 21:00 Uhr UTC hatte sich Florence bei 22,4° Nord und 46,2° West in die Kategorie 4 verstärkt,[71] weiter nordöstlich als alle früheren Kategorie-4-Hurrikane im Atlantik seit Beginn der Wettersatellitenära.[72] Die rapide Intensivierung führte aber auch dazu, dass der nun stärkere Sturm nordwärts in eine Zone mit stärkerer vertikaler Windscherung abgelenkt wurde.[73] Diese führte dazu, dass sich Florence im Laufe der nächsten 30 Stunden zu einem tropischen Sturm abschwächte. Das Wolkenbild des Sturms wirkte ziemlich zerstreut.[74] Nachdem der Sturm in ein Gebiet mit weniger starker Windscherung gelangte und wärmere Gewässer erreichte, verstärkte sich Florence am 9. September erneut in einen Hurrikan.[75] Am nächsten Tag verstärkte sich Florence nach einer zweiten Phase rapider Intensivierung erneut in einen schweren Hurrikan.[76] Am 11. September um 16:00 Uhr UTC wurde Florence zu einem Kategorie-4-Hurrikan hochgestuft.[77]

Bevor der Hurrikan sich allerdings auf die Küste auswirkte, durchlief er eine Eyewallerneuerung und tra auf mäßig stare Windcherung, sodaß sich der Hurrikan in die Kategorie 2 abschwächte.[78] Über Land schwächte sich Florence rasch zu einem tropischen Tiefdruckgebiet ab, und das NHC übergab die Verantwortung am 16. September um 10:00 Uhr UTC an das Weather Prediction Center (WPC) ab. zu diesem Zeitpunkt begann Florence, schneller in westlicher Richtung zu ziehen.[79] am 17. September drehte das Tiefdruckgebiet langsam nach Nordosten und schwächte sich dabei weiter ab. spät am selben Tag schwächte sich das System über West Virginia zu einem Resttief ab.[80] Florence stellte auch im Landesinnern immer noch eine Gefahr dar, weil das System enorme Mengen Niederschlag über der Ostküste der Vereinigten Staaten ablud. Das System löste sich schließlich am 19. September über dem offenen Atlantik auf.[81]

Tropischer Sturm Gordon[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Tropischer Sturm (SSHS)
Gordon 2018-09-04 1905Z.jpg Gordon 2018 track.png
Dauer 3. September – 6. September
Intensität 40 kn (75 km/h) (1-min), 997 hPa

Am 30. August begann das NHC mit der Beobachtung einer tropischen Störung über der nördlich-zentralen Karibik.[82] Das System zog nordwestwärts in Richtung der Bahamas, wobei es sich stetig intensivierte, und am 2. September um 18:00 Uhr UTC wurde dem System die Bezeichnung Potential Tropical Cyclone Seven zugewiesen, weil die Prognosen von Auswirkungen auf Land in der Stärke eines tropisches Sturms innerhalb von zwei Tagen ausgingen.[83] Am nächsten Tag um 12:05 Uhr UTC organisierte sich das System zum tropischen Sturm und erhielt den Namen Gordon, als er gerade die Florida Keys überquerte.[84] Obwohl sich der Sturm leicht intensivierte, als er über den Süden Floridas hinwegzog, wurde der Kern unregelmäßig und die Konvektion unorganisiert.[85] Spät am 3. September über dem Golf von Mexiko angelangt, begann Gordon an Kraft zu gewinnen und baute mehr Organisation auf, und ein Band mit tiefer Konvektion entwickelte sich in der Nähe des kleinen Kerns. Spät am 4. September erreichte Gordon seine Spitzenintensität mit andauernden einminütigen Windgeschwindigkeiten von 110 km/h, kurz bevor er knapp westlich der Staatsgrenze zwischen Alabama und Mississippi auf das Festland traf.[86] Nach dem Landfall schwächte sich Gordon in ein tropisches Tiefdruckgebiet ab. Die nächsten beiden Tage bewegte sich Gordon über den Südstaaten, bevor er schließlich am 8. September die tropischen Eigenschaften verlor. Diese Reste setzten ihren Weg nach Nordosten fort und luden dabei große Niederschlagsmengen ab, bevor sie am 12. September von einem anderen frontalen System über Neuengland absorbiert wurden.[87]

Hurrikan Helene[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kategorie-2-Hurrikan (SSHS)
Helene 2018-09-09 1500Z.jpg Helene 2018 track.png
Dauer 7. September – 16. September
Intensität 95 kn (175 km/h) (1-min), 966 hPa

Nach Intensivierung vor der Küste Afrikas mit Regenfällen dort und vorübergehender Hochstufung zum Kategorie-2-Hurrikan vor Durchquerung der Rossbreiten näherte sich der ehemalige abgeschwächte Hurrikan Helene ab 12. September dem Inselgebiet der Azoren und Europa.[88]

Mit Bewegungsrichtung nordwärts zog Helene zunächst am wesentlich kleineren südwärts ziehenden subtropischen Sturm Joyce vorbei und drehte westwärts in die Westwindzone. Für die wahrscheinliche Zugbahn des Sturms war ein Überqueren der Inseln Flores und Corvo ab Samstag oder Sonntag, dem 16. von der NOAA erwartet worden; zunächst war unsicher, wie stark zudem die Hauptinseln des Archipels betroffen sein würden.[89] In der Nacht auf den 16. September passierte das Zentrum des Sturms mit etwa 100 km/h nahe Flores die westlichen Azoren und zog als Sturmtief weiter in Richtung Irland. Höhere Energiemengen in der Atmosphäre über dem Meer westlich von Afrika bedeuten auch mehr Dynamik und Unsicherheit darüber ob Stürme wie Helene auch Auswirkungen auf Europa haben.[90]

Hurrikan Isaac[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kategorie-1-Hurrikan (SSHS)
Isaac 2018-09-10 1345Z.jpg Isaac 2018 track.png
Dauer 7. September – 15. September
Intensität 65 kn (120 km/h) (1-min), 992 hPa

Isaac entstand als Tropisches Tiefdruckgebiet Nummer Neun am 7. September 2018 gegen 17:00 Uhr AST (Atlantic Standard Time), also 23:00 Uhr MESZ (Mitteleuropäische Sommerzeit). Etwa einen Tag später wurde er zum Tropischen Sturm und bekam seinen Namen. Fortan zog er ohne signifikante Nord-Süd-Abweichungen westwärts, ziemlich genau auf Guadeloupe, Dominica und Martinique zu. Am 9. September gegen 23:00 Uhr AST hatte er sich zum Hurrikan der Kategorie 1 entwickelt, dem fünften in der Saison 2018. Er schwächte sich jedoch ab, bevor er Land erreichte, und wurde am 10. September gegen 23:00 Uhr AST zum Tropischen Sturm zurückgestuft. Als solcher überquerte er die Kleinen Antillen, wobei das Zentrum am 13. September gegen 14:30 Uhr AST zwischen Dominica und Martinique hindurchzog. In der Nacht vom 13. auf den 14. September gegen 2:00 Uhr AST wurde er zum Tropischen Tiefdruckgebiet zurückgestuft. Im Laufe des 14. September wurde er kurzfristig wieder zum Tropischen Sturm. Am 15. September gegen 5:00 Uhr AST wurde festgestellt, dass Isaac sich aufgelöst hat.

Quelle: NHC der NOAA

Tropischer Sturm Joyce[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Tropischer Sturm (SSHS)
96L 2018-09-12 1325Z.jpg Joyce Atlantic 2018 track.png
Dauer 12. September – 19. September
Intensität 40 kn (75 km/h) (1-min), 1002 hPa

Das NHC begann am 11. September mit der Beobachtung eines nichttropischen Tiefdruckgebietes, das sich in einem Tiefdrucktrog bildete.[91] Zwar wurde zunächst eine nur langsame Entwicklung vorhergesagt, doch erlangte das System schnell subtropische Eigenschaften, als es nach Südwesten zog und sich verstärkte. Deswegen wurde es am 12. September um 21:00 Uhr UTC zum Subtropischen Sturm Joyce erklärt.[92] Um 03:00 Uhr UTC am 14. September hatte Joyce tropische Eigenschaften angenommen.[93] Im Tagesverlauf drehte Joyce in eine östliche Zugrichtung.[94] Spät am 14. September erreichte Joyce ihre größte Intensität und stellte sich auf den Satellitenbildern besser organisiert dar.[95] Danach begann der Sturm sich abzuschwächen, weil die Windscherung zunahm. Am 16. September um 15:00 Uhr UTC schwächte sich Joyce in ein tropisches Tiefdruckgebiet ab.[96] Das System zog weiter ostwärts, bevor es nach Süden abdrehte. Trockene Luft führte schließlich am 19. September dazu, dass das System alle tropischen Eigenschaften verlor.

Tropisches Tief Elf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Tropisches Tiefdruckgebiet (SSHS)
97L 2018-09-21 1620Z.jpg Eleven 2018 track.png
Dauer 22. September – 23. September
Intensität 20 kn (35 km/h) (1-min), 1009 hPa

Am 18. September entwickelte sich weit ostsüdöstlich der Lesser Antilles eine großes Gebiet gestörten Wetters, das mit einer tropischen Welle assoziiert war.[97] Dem System fehlte anfänglich eine bodennahe Zirkulation, und obwohl sich am 21. September eine solche bildete, ließen starke Höhenwinde und trockene Luft erwarten, dass die Entwicklung limitiert bleiben würde.[98] Die tiefe Konvektion war zwar ostwärts versetzt vom Zentrum, wurde allerdings im Tagesverlauf andauernden Charakters und führte am 22. September um 03:00 Uhr UTC zur Bildung eines tropischen Tiefdruckgebietes.[99] Einen Tag später um 15:00 Uhr UTC schwächte sich das Tiefdruckgebiet ab und degenerierte in einen langgezogenen Trog.[100]

Tropischer Sturm Kirk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Tropischer Sturm (SSHS)
Kirk 2018-09-22 1415Z.jpg Kirk 2018 track.png
Dauer 22. September – 29. September
Intensität 50 kn (95 km/h) (1-min), 998 hPa

Kirk entstand am 22. September 2018 gegen 11:00 Uhr AST (Atlantic Standard Time), also 17:00 Uhr MESZ (Mitteleuropäische Sommerzeit). Am 23. September gegen 23:00 Uhr AST hatte er sich zu einem Tropischen Tiefdruckgebiet abgeschwächt. Am 24. September gegen 11:00 Uhr AST wurden nur noch Reste festgestellt. Am 26. September gegen 5:00 Uhr AST hatte er sich erneut zu einem Tropischen Sturm entwickelt. Der vorhergesagte Zugweg war West bis Nordwest, ziemlich genau auf Dominica, Martinique und St. Lucia zu. Am 27. September gegen 20:30 Uhr AST zog das Zentrum über St. Lucia hinweg. Am 28. September gegen 23:00 Uhr AST wurde festgestellt, dass Kirk sich aufgelöst hat.

Quelle: NHC der NOAA

Hurrikan Leslie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kategorie-1-Hurrikan (SSHS)
Leslie 2018-10-10 1350Z.jpg Leslie 2018 track.png
Dauer 23. September–13. Oktober (post-tropisch)
Intensität 80 kn (150 km/h) (1-min), 969 hPa
Leslie am 13. Oktober vor der Iberischen Halbinsel

Inmitten eines aktiven Monats September begann das NHC am 19. September mit der Überwachung eines Gebietes südwestlich der Azoren auf eine tropische oder subtropische Entwicklung.[101] Am 22. September bildete sich dort ein nichttropisches Tiefdruckgebiet,[102] das bis um 15:00 Uhr UTC des Folgetages rasch zu einem subtropischen Sturm entwickelte, dem das NHC den Namen Leslie gab.[103] Nachdem sich zwei Tage lang nur geringe Änderungen in der Stärke ergaben, begann sich Leslie abzuschwächen, zunächst früh am 25. September in ein subtropisches Tiefdruckgebiet,[104] bevor dieses im Tagesverlauf posttropisch wurde und in einem sich nähernden frontalen System aufzugehen begann.[105] In der Folge vereinigte sich Leslie mit dem frontalen System und begann eine zyklonale Schleife nach Westen, intensivierte sich dabei und wurde früh am 27. September zu einem starken außertropischen Zyklon mit Winden in Orkanstärke.[106]

Nach dem Erreichen des außertropischen Höhepunktes schwächte sich die post-tropische Zyklone Leslie stetig ab und verlor dabei ihre frontale Struktur. Allerdings begann der Sturm gleichzeitig damit, erneut subtropische Eigenschaften anzunehmen, und am 28. September um 21:00 Uhr UTC wurde Leslie vom NHC erneut zum subtropischen Sturm erklärt.[107] Einen Tag später wurde Leslie vollständig zu einem tropischen System.[108] Während der folgenden Tage driftete Leslie langsam in südsüdwestlicher Richtung und intensivierte sich dabei nach und nach. Am 3. Oktober um 09:00 Uhr UTC intensivierte sich Leslie in einen Kategorie-1-Hurrikan und wurde so der sechste Hurrikan der Saison.[109] Spät am nächsten Tag schwächte sich Leslie wieder zu einem tropischen Sturm ab; Satellitendaten deuteten darauf hin, dass Leslie eine zyklische Eyewall-Erneuerung versuchte, allerdings mit einem sehr großen Auge.[110] In den nächsten paar Tagen setzte Leslie die langsame Drift nach Nordosten ohne größere Änderungen in der Intensität fort. Am 7. Oktober drehte Leslie auf eine ostsüdöstliche Bahn.[111] Nach einer Phase der Abschwächung begann Leslie spät am 8. Oktober über wärmerem Wasser, erneut stärker zu werden.[112] Am 10. Oktober hatte er wieder Hurrikan-Stärke erreicht.[113]

Am 11. Oktober änderte sich die Zugrichtung nach Ostnordost.[114] Am 13. Oktober gegen 18:00 Uhr UTC verlor Leslie die tropischen Eigenschaften.[115] Nach Daten des europäischen ECMWF-Wettermodells und von NOAA sollte er in der Nacht vom 13. auf den 14. Oktober 2018 mit dem Zentrum nördlich von Lissabon etwas südlich von Porto und Böen-Spitzengeschwindigkeiten von 150 bis zu 180 km/h die Atlantikküste Portugals und Spaniens treffen.[116] In Portugal wurde die höchste Sturmwarnstufe ausgerufen.[117]

Kurz vor dem Landfall bei Figueira da Foz, einer Küstenstadt nahe Coimbra[118] an der Flussmündung des Mondego, schwächte sich der Sturmwirbel zwar ab, verursachte aber dennoch Schäden: in Portugal waren im Lauf des Sturms bis zu 324.000 Menschen ohne Energieversorgung, u. A. musste die Frauen-Rollhockey-Europameisterschaft in Mealhada im Bezirk Aveiro aufgrund eines weggerissenen Sporthallendachs beendet werden.[119] Die starken bodennahen Böen von bis zu 176 km/h, der höchste Wert seit Beginn der portugiesischen Aufzeichnungen, werden dem Sting-Jet, einer starken Abwärtsströmung kalter Luft, zugeschrieben.[120]

Hurrikan Michael[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kategorie-4-Hurrikan (SSHS)
Michael 2018-10-10 1840Z.jpg Michael 2018 track.png
Dauer 6. Oktober – 12. Oktober
Intensität 135 kn (250 km/h) (1-min), 919 hPa

Früh am 2. Oktober begann das NHC mit der Überwachung eines ausgedehnten Tiefdruckgebietes, das sich im südwestlichen Karibischen Meer gebildet hatte.[121] Obwohl starke Höhenwinde zunächst die Entwicklung behinderten, organisierte sich die Störung zunehmend besser, als sie erst nordwärts und dann westwärts in Richtung der Halbinsel Yucatán driftete. Am 6. Oktober wurde das System ausreichend organisiert, um wegen der Nähe zum Land als potential tropical cyclone erklärt zu werden und das NHC fing an, Warnungen zu dem System auszugeben.[122][123] Früh am nächsten Morgen organisierte sich das System in ein tropisches Tiefdruckgebiet,[124] bevor es sich einige Stunden später zum tropischen Sturm Michael intensivierte.[125] Aufgrund rapider Intensivierung wurde Michael gegen Mittag des 8. Oktober zu einem Hurrikan, am 9. Oktober gegen 21:00 Uhr UTC wurde Michael zum zweiten schweren Hurrikan der Saison.[126] Von den Hurricane Hunters übermittelte Daten ergaben, dass Michael sich weiterhin rapide intensivierte; während des 10. Oktober intensivierte sich Michael zu einem Kategorie-4-Hurrikan. Ein Teil der Bevölkerung wurde zur Evakuierung aufgefordert; es wurde eine Sturmflut von mehr als 3,5 Metern erwartet.[127] Weil der Hurrikan sich rapide intensiviert hatte, war die Vorwarnzeit für eine Evakuierung kurz.

Mit andauernden Windgeschwindigkeiten von 250 km/h und einem minimalen zentralen Luftdruck von 919 mbar wurde Michael zum stärksten Hurrikan der Saison und war beim Landfall der drittstärkste Hurrikan in der Geschichte der Vereinigten Staaten,[128] er traf auf den vergleichsweise armen, dünn besiedelten Nordwesten des US-Bundesstaats Florida mit den dortigen Wohnwagensiedlungen:[129] Das Zentrum des Hurrikans zog am 10. Oktober 2018 gegen 18:00 Uhr UTC östlich von Panama City auf den Florida Panhandle.[130]

Die kombinierten Auswirkungen des Vorgängertiefdruckgebietes von Michael und einer Störung über dem östlichen Pazifischen Ozean verursachten signifikante Überschwemmungen und Erdrutsche in Zentralamerika.[131] Mindestens fünfzehn Personen wurden dadurch getötet, acht in Honduras,[132] vier in Nicaragua und drei in El Salvador.[131][133] Mindestens 2000 Häuser in Nicaragua wurden beschädigt und 1115 Personen obdachlos. Insgesamt 253 bzw. 180 Häuser wurden in El Salvador und Honduras beschädigt.[131] Insgesamt waren in den drei Staaten mehr als 22.700 Personen direkt von den Auswirkungen betroffen.[133]

In den Vereinigten Staaten wurden zunächst mindestens elf Todesopfer infolge von „Michael“ gemeldet, in über 520.000 Haushalten und Geschäften gab es Stromausfälle und über 1.200 Straßen waren gesperrt.[134] Am Mittag des 13. Oktober (MESZ) war die Zahl der Todesopfer auf 17 gestiegen, davon fünf in Virginia, drei in North Carolina und einer in Georgia. Indessen bestand noch keine Verbindung zu einigen der am schlimmsten betroffenen Gebiete.[135] Am Abend wurde der Fund einer weiteren Toten im Charlotte County (Virginia) gemeldet.[136]

Tropischer Sturm Nadine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Tropischer Sturm (SSHS)
Nadine 2018-10-09 1535Z.jpg Nadine 2018 track.png
Dauer 9. Oktober – 13. Oktober 2018
Intensität 55 kn (100 km/h) (1-min), 997 hPa

Am 7. Oktober begann das NHC mit der Überwachung eines Tiefdruckgebietes einige hundert Kilometer südlich der Kapverdischen Inseln, das mit einer für die Hurrikansaison späten tropischen Welle stand, auf eine mögliche tropische Entwicklung hin.[137] Die Störung organisierte sich, während sie in generell westnordwestlicher Richtung über den östlichen Atlantischen Ozean zog. Weil das System ein gut definiertes Auge aufgebaut hatte, wurde es am 9.Oktober um 10:00 Uhr UTC zu einem tropischen Tiefdruckgebiet erklärt.[138] Gegen 15:00 Uhr UTC wurde das Tiefdruckgebiet zum Tropischen Sturm und bekam den Namen Nadine.[139] Der Sturm bewegte sich in nordwestlicher Richtung und intensivierte sich dabei, bis er am 10. Oktober mit andauernden Windgeschwindigkeiten von 100 km/h seine größte Intensität erreichte.[140]

Der kleine Wirbelsturm traf jedoch auf eine zunehmend ungünstige Umgebung, sodass er sich abschwächte und starke westliche Windscherung das bodennahe Zirkulationszentrum freistellte.[141] Am 13. Oktober gegen 03:00 Uhr UTC war Nadine in eine offene tropische Welle zerfallen, die weiter in westlicher Richtung über den tropischen Atlantischen Ozean zog.[142] Der Sturm war nicht auf Land getroffen und richtete keine bekannten Schäden an.

Hurrikan Oscar[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kategorie-2-Hurrikan (SSHS)
Oscar 2018-10-29 1420Z.jpg Oscar 2018 track.png
Dauer 27. Oktober – 31. Oktober
Intensität 90 kn (165 km/h) (1-min), 970 hPa

Sturmnamen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die nachfolgende Namensliste wurde für die tropischen und subtropischen Stürme verwendet, die sich 2018 im Nordatlantik bildeten. Falls davon für die Zukunft Namen gestrichen werden, gibt die World Meteorological Organization das im Frühjahr 2019 bekannt. Die übrigen Namen werden 2024 wiederverwendet.[143] Diese Liste ist dieselbe wie die während der Saison 2012 verwendete – mit Ausnahme des Namens Sara, der Sandy ersetzt hat.

  • Alberto
  • Beryl
  • Chris
  • Debby
  • Ernesto
  • Florence
  • Gordon
  • Helene
  • Isaac
  • Joyce
  • Kirk
  • Leslie
  • Michael
  • Nadine
  • Oscar
  • Patty (unbenutzt)
  • Rafael (unbenutzt)
  • Sara (unbenutzt)
  • Tony (unbenutzt)
  • Valerie (unbenutzt)
  • William (unbenutzt)

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Atlantische Hurrikansaison 2018 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Update on National Hurricane Center Products and Services for 2017 (Englisch) National Hurricane Center. 23. Mai 2017. Abgerufen am 12. März 2017.
  2. Philip Klotzbach: Alberto is a subtropical storm (Englisch) 25. Mai 2018. Abgerufen am 28. Mai 2018.
  3. a b Background Information: The North Atlantic Hurricane Season (Englisch) In: Climate Prediction Center. National Oceanic and Atmospheric Administration. 9. Juli 2012. Abgerufen am 13. Dezember 2013.
  4. a b Mark Saunders: Extended Range Forecast for Atlantic Hurricane Activity in 2018 (Englisch, PDF) Tropical Storm Risk. 7. Dezember 2017. Abgerufen am 23. Mai 20118.
  5. a b CSU External Relations Staff: Slightly above-average 2018 Atlantic hurricane season predicted by CSU team (Englisch) 5. April 2018. Abgerufen am 23. Mai 2018.
  6. a b Mark Saunders: Extended Range Forecast for Atlantic Hurricane Activity in 2018 (Englisch, PDF) Tropical Storm Risk. 5. April 2018. Abgerufen am 23. Mai 2018.
  7. a b Matthew Burns: NCSU researchers predict active hurricane season. WRAL-TV. 16. April 2018.
  8. a b The Weather Channel: Hurricane Outlook Calls for Another Active Hurricane Season (Englisch) 19. April 2018. Abgerufen am 23. Mai 2018.
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  11. a b Mark Saunders: Pre-Season Forecast for Atlantic Hurricane Activity in 2018 (Englisch) Tropical Storm Risk. 30. Mai 2018. Abgerufen am 12. September 2018.
  12. a b Philip J. Klotzbach: Extended Range Forecast of Atlantic Seasonal Hurricane Activity and Landfall Strike Probability for 2018 (Englisch) Colorado State University. 31. Mai 2018. Abgerufen am 12. September 2018.
  13. a b Philip J. Klotzbach: Extended Range Forecast of Atlantic Seasonal Hurricane Activity and Landfall Strike Probability for 2018 (Englisch) Colorado State University. 2. Juli 2018. Abgerufen am 12. September 2018.
  14. a b Mark Saunders: July Forecast Update for Atlantic Hurricane Activity in 2018 (Englisch) Tropical Storm Risk. 5. Juli 2018. Abgerufen am 12. September 2018.
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  16. a b Mark Saunders: August Forecast Update for Atlantic Hurricane Activity in 2018 (Englisch) Tropical Storm Risk. 6. August 2018. Abgerufen am 12. September 2018.@1@2Vorlage:Toter Link/tropicalstormrisk.com (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiveni Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  17. a b KCBD: NOAA revises hurricane predictions, says Atlantic will have below average season (Englisch) 9. August 2018. Archiviert vom Original am 10. August 2018. i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.kcbd.com Abgerufen am 12. September 2018.
  18. Here comes La Nina, El Nino's flip side, but it will be weak (Englisch) In: ABC News. 9. November 2017. Abgerufen am 23. Mai 2018.
  19. Philip Klotzbach: #Nadine has formed in the eastern tropical Atlantic (Englisch) Twitter. 10. Oktober 2018. Abgerufen am 24. Oktober 2018.
  20. Eric S. Blake: Graphical Tropical Weather Outlook (Englisch) National Hurricane Center. 21. Mai 2018. Abgerufen am 26. Mai 2018.
  21. Stacy R. Stewart: Subtropical Storm Alberto Advisory Number 1 (Englisch) National Hurricane Center. 25. Mai 2018. Abgerufen am 26. Mai 2018.
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  23. Daniel Brown: Subtropical Storm Alberto Advisory Number 5A (Englisch) National Hurricane Center. 26. Mai 2018. Abgerufen am 28. Mai 2018.
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  25. Richard Pasch: Subtropical Storm Alberto Discussion Number 12 (Englisch) National Hurricane Center. 28. Mai 2018. Abgerufen am 28. Mai 2018.
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  27. Ángel Freddy Pérez Cabrera: Vielfältige Maßnahmen angesichts starker Regenfälle. In: Granma. 29. Mai 2018, abgerufen am 29. Mai 2018.
  28. Cuatro muertos en provincias centrales de Cuba afectadas por intensas lluvias. In: El Nuevo Herald. 30. Mai 2018, abgerufen am 31. Mai 2018 (spanisch).
  29. Benjamín Morales Meléndez: La tormenta Alberto dejó siete muertos y dos desaparecidos en Cuba. In: El Nuevo Día. 2. Juni 2018, abgerufen am 2. Juni 2018 (spanisch).
  30. La tormenta Alberto dejó siete muertos en su paso por Estados Unidos y Cuba. In: Clarin. 30. Mai 2018, abgerufen am 2. Juni 2018 (spanisch).
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  62. Britain to bake in 28C as the heatwave returns after tropical Storm Ernesto batters the country (Englisch), Tariq Tahir. 18. August 2018. Abgerufen am 13. September 2018. 
  63. Storm Ernesto on course for the UK and Ireland this weekend (Englisch), Sky News. 19. August 2018. Abgerufen am 13. September 2018. 
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