Audorf (Beetzendorf)

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Audorf
Gemeinde Beetzendorf
Koordinaten: 52° 43′ 12″ N, 11° 5′ 54″ O
Höhe: 38 m ü. NHN
Fläche: 5,41 km²[1]
Einwohner: 80 (31. Dez. 2018)[2]
Bevölkerungsdichte: 15 Einwohner/km²
Eingemeindung: 22. März 1970
Eingemeindet nach: Beetzendorf
Postleitzahl: 38489
Vorwahl: 039000
Audorf (Sachsen-Anhalt)

Lage von Audorf in Sachsen-Anhalt

Dorfkirche Audorf

Audorf ist ein Ortsteil der Gemeinde Beetzendorf im Altmarkkreis Salzwedel in Sachsen-Anhalt.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Audorf, ein Rundplatzdorf mit Kirche auf dem Platz,[1] liegt etwa 1 Kilometer nördlich von Beetzendorf am Schilfgraben in der Jeetzeniederung in der Altmark. Im Südwesten erhebt sich der 51,3 Meter hohe Sandkuhlenberg.[3]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die erste urkundliche Erwähnung von Audorf als Owdorf stammt aus dem Jahre 1327, als der Ort in einem Kaufbrief der von Kröcher erwähnt wurde.[4]

Die Dorfanlage wurde durch die Brände in den Jahren 1832 und 1835 verändert.

Im Osten des Dorfes stand an einer Weggabelung eine Windmühle.[5]

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 25. Juli 1952 wurde die Gemeinde Audorf vom Landkreis Salzwedel in den Kreis Salzwedel umgegliedert. Am 22. März 1970 wurde die Ausdorf in die Gemeinde Beetzendorf eingemeindet.[6]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Einwohner
1734 106
1774 148
1789 103
1798 128
1801 129
1818 106
Jahr Einwohner
1840 180
1864 187
1871 180
1885 162
1892 [0]163[7]
1895 158
Jahr Einwohner
1900 [0]152[7]
1905 185
1910 [0]173[7]
1925 178
1939 153
1946 229
Jahr Einwohner
1964 130
2015 [0]083[2]
2018 [0]080[2]

Quelle bis 1964, wenn nicht angegeben:[1]

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die evangelische Kirchengemeinde Audorf gehörte zur Pfarrei Beetzendorf.[8] Heute gehört die Kirchengemeinde zum Pfarrbereich Beetzendorf[9] des Kirchenkreises Salzwedel im Propstsprengel Stendal-Magdeburg der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die Dorfkirche Audorf ist einer der ältesten erhaltenen Sakralbauten in der Altmark. Innenraum und Ausstattung der Feldsteinkirche wurden 1953/1954 restauriert.[10] Eine dendrologische Untersuchung datierte den eichenen Giebel des Türsturzes aus dem Chor/Schiff auf etwa 1138.[11] Am 13. November 1972 wurde der Fachwerk-Glockenturm durch einen Orkan schwer beschädigt. Er wurde 1973 abgebrochen.[10] Die Kirche ist eine Filiale der Kirche von Beetzendorf. Früher war sie die Mutterkirche der Kapelle in Beetzendorf.[12] Die Kirchenausstattung gilt unter Experten als gleichermaßen reichhaltig wie stimmig. Neben einem mittelalterlichen Altarretabel, einem romanischen Taufstein und zahlreichen Wandmalereien gehört dazu eine als hochbedeutend angesehene Glocke aus dem 13. Jahrhundert. Als gleichermaßen bedeutend wird ein turmartiges Sakramentshaus angesehen, dessen Herkunft unbekannt ist und vermutlich erst nach der Reformation in das Bauwerk kam.[13]
  • Der Ortsfriedhof liegt auf dem Kirchhof.
  • Neben der Kirche steht ein Ensemble von Gedenksteinen für die beiden Weltkriege.[14]
  • Nordwestlich des Dorfes an der Jeetze liegt eine Wassermühle, die 1370 erstmals erwähnt wurde.[15] Sie wurde ab 1997 saniert[16] und steht unter Denkmalschutz.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Peter P. Rohrlach: Historisches Ortslexikon für die Altmark (= Historisches Ortslexikon für Brandenburg. Teil XII). Berliner Wissenschafts-Verlag, Berlin 2018, ISBN 978-3-8305-3743-4, S. 80–83, doi:10.35998/9783830522355.
  2. a b c Verbandsgemeinde Beetzendorf-Diesdorf: Einwohner der Ortsteile am 31. Dezember für die Jahre 2015 und 2018. 6. Juni 2019.
  3. Sachsen-Anhalt-Viewer des Landesamtes für Vermessung und Geoinformation (Hinweise)
  4. Adolph Friedrich Riedel: Codex diplomaticus Brandenburgensis: Sammlung der Urkunden, Chroniken und sonstigen Quellschriften. Haupttheil 1. Band 5. Berlin 1845, S. 292 (Digitalisat).
  5. Karte des Deutschen Reiches, 1:100 000, Teil II/IV: Blatt 264: Klötze. Preußisches Statistisches Landesamt, 1906, abgerufen am 26. Januar 2018.
  6. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Gemeinden 1994 und ihre Veränderungen seit 01.01.1948 in den neuen Ländern. Metzler-Poeschel, Stuttgart 1995, ISBN 3-8246-0321-7, S. 357, 361.
  7. a b c Wilhelm Zahn: Heimatkunde der Altmark. Nach Hinterlassenschaften des Verfassers bearbeitet von Martin Ehlies. 2. Auflage. Verlag Salzwedeler Wochenblatt, Graphische Anstalt, Salzwedel 1928, DNB 578458357, OCLC 614308966, S. 127.
  8. Pfarr-Almanach oder die evangelischen Geistlichen und Kirchen der Provinz Sachsen der Grafschaften Wernigerode, Rossla und Stolberg. 19. Jahrgang, 1903, ZDB-ID 551010-7, S. 23 (genealogy.net [Volltext und Scan]).
  9. Pfarrbereich Beetzendorf. Abgerufen am 26. Januar 2018.
  10. a b Dr. Hans-Joachim Krause: Denkmale in Sachsen-Anhalt. Weimar 1986, S. 523.
  11. Ulf Frommhagen, Steffen-Tilo Schöfbeck: Städte - Dörfer - Friedhöfe. Archäologie in der Altmark. Band 2. Vom Hochmittelalter bis zur Neuzeit. Baumringdatierung - Verfahren der »Datierung von Bauhölzern« in der Altmark. Hrsg.: Hartmut Bock (= Beiträge zur Kulturgeschichte der Altmark und ihrer Randgebiete. Band 8). dr. ziehten verlag, Oschersleben 2002, S. 485.
  12. Johann Christoph Becmann, Bernhard Ludwig Beckmann: Historische Beschreibung der Chur und Mark Brandenburg. Hrsg.: Berlin. Band 2, 5. Teil, 1. Buch, 1753, S. 95 ([Digitalisathttp://vorlage_digitalisat.test/1%3D~GB%3D~IA%3D~MDZ%3D%0A10936702~SZ%3D00499~doppelseitig%3D~LT%3D~PUR%3D Online]).
  13. Matthias Friske: Eine Fülle an historischem Inventar – Mittelalterliche Kirchen in der westlichen Altmark, Förderkreis Alte Kirchen Berlin-Brandenburg (Hrsg.): Offene Kirchen 2021, S. 28.
  14. Audorf. In: denkmalprojekt.org. Onlineprojekt Gefallendenkmäler, 1. April 2018, abgerufen am 8. Juni 2019.
  15. Henning Krüger: Geschichte der Wassermühle zu Audorf. Abgerufen am 26. Januar 2018.
  16. Jutta Goergens: Legende einer Wassermühle. (Nicht mehr online verfügbar.) Archiviert vom Original am 3. November 2016; abgerufen am 26. Januar 2018.