Poppau

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Poppau
Gemeinde Beetzendorf
Koordinaten: 52° 40′ 52″ N, 11° 8′ 8″ O
Höhe: 46 m ü. NHN
Fläche: 6,48 km²[1]
Einwohner: 299 (31. Dez. 2018)[2]
Bevölkerungsdichte: 46 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Juli 1950
Eingemeindet nach: Bandau
Postleitzahl: 38489
Vorwahl: 039000
Poppau (Sachsen-Anhalt)
Poppau

Lage von Poppau in Sachsen-Anhalt

Poppau ist ein Ortsteil der Gemeinde Beetzendorf im Altmarkkreis Salzwedel in Sachsen-Anhalt, Deutschland.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das altmärkische Dorf Poppau, ein Rundplatzdorf mit Kirche auf dem Platz,[1] liegt rund vier Kilometer südöstlich von Beetzendorf und sechs Kilometer nordwestlich der Stadt Klötze.[3] Zum Dorf gehört das einen Kilometer nordöstlich gelegene Ökodorf Sieben Linden, eine sozial-ökologische Modellsiedlung. Nordwestlich des Dorfes erhebt sich der etwa 50 Meter hohe Schalaienberg.[4]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Dorf wurde erstmals im Jahre 1363 als Poppow in einem Lehnbrief über Beetzendorf und Apenburg erwähnt.[5] Im Landbuch der Mark Brandenburg von 1375 hieß es:[6]

„Poppove pertinet illis de Schulenburg cum supremo et cum 12 marcis denariorum levium. Altare ecclesie Niendorp habet ibi 8 marcas den. levium. Non tenentur ad precariam.“

Poppau gehört Deren von der Schulenburg mit Obergericht und mit 12 Mark an Leichten Pfennig. Der Altar der Kirche zu Niendorf hat dort 8 Mark Leichte Pfennig. Nicht verpflichtet zur Bede.[6]

Am 20. Oktober 1814 brannte fast der gesamte Ort ab. Wie durch ein Wunder blieb die Kirche von den Flammen verschont.[7]

Spätestens im 19. Jahrhundert wurden die Großsteingräber bei Poppau zerstört.

Im Südwesten des Dorfes bestand eine Ziegelei, die bereits in der Mitte des 19. Jahrhunderts erwähnt wurde.

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. Juli 1950 wurde Poppau aus dem Landkreis Salzwedel in die Gemeinde Bandau eingemeindet.[8] Nach Eingemeindung der Gemeinde Bandau in die Gemeinde Beetzendorf am 1. Januar 2009 wurde Poppau ein Ortsteil der Gemeinde Beetzendorf.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Einwohner
1734 77
1774 107
1789 147
Jahr Einwohner
1798 98
1801 126
1818 91
Jahr Einwohner
1840 140
1864 156
1871 143
Jahr Einwohner
1892 163
1895 171
1885 149
Jahr Einwohner
1900 178
1905 189
1910 201
Jahr Einwohner
1925 198
1933 203
1939 190
Jahr Einwohner
1946 281
2015 283
2018 299

Quellen:[1][9][2] und andere.

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die evangelische Kirchengemeinde Poppau gehörte früher zur Pfarrei Jeeben.[10] Heute gehört die Kirchengemeinde zum Pfarrbereich Beetzendorf[11] des Kirchenkreises Salzwedel im Propstsprengel Stendal-Magdeburg der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Poppau wurde als Hufeisendorf (Rundling) erbaut.
  • Die heutige evangelische Dorfkirche Poppau ist ein rechteckiger neoromanischer Backsteinbau aus dem Jahre 1905. Die Kirche ist eine Filialkirche der Kirche in Jeeben. Der Vorgängerbau aus dem Jahre 1706 war eine Fachwerkkirche.[12][7]
  • Ein großer Feldstein im Dorf ist der Mittelpunkt der Welt, so berichtet eine Sage.
  • Das Haus am Eingang zum Rundling, die Lohnmosterei, ist eines der ältesten Gebäude im Dorf.[7]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • J. A. F. Hermes, M. J. Weigelt: Historisch-geographisch-statistisch-topographisches Handbuch vom Regierungsbezirke Magdeburg. Zweiter oder topographischer Theil. In: Historisch-geographisch-statistisch-topographisches Handbuch vom Regierungsbezirke Magdeburg. W. Heinrichshofen, Magdeburg 1842, 4. Beschreibung der einzelnen landräthlichen Kreise. XII. des Kreises Salzwedel. 127. Poppau, S. 343 (Digitalisathttp://vorlage_digitalisat.test/1%3D~GB%3DHB4_AAAAcAAJ%26pg%3DPA343~IA%3D~MDZ%3D%0A~SZ%3D~doppelseitig%3D~LT%3D~PUR%3D).
  • Wilhelm Zahn: Heimatkunde der Altmark. Nach Hinterlassenschaften des Verfassers bearbeitet von Martin Ehlies. 2. Auflage. Verlag Salzwedeler Wochenblatt, Graphische Anstalt, G.m.b.H., Salzwedel 1928, DNB 578458357, S. 143.
  • Johannes Schultze (Hrsg.): Das Landbuch der Mark Brandenburg von 1375 (= Brandenburgische Landbücher. Band 2; Veröffentlichungen der Historischen Kommission für die Provinz Brandenburg und die Reichshauptstadt Berlin. Band VIII, 2). Kommissionsverlag von Gsellius, Berlin 1940 (außer Begleittexten auf Lateinisch, Digitalisat in Universitätsbibliothek Potsdam).
  • Peter P. Rohrlach: Historisches Ortslexikon für die Altmark. Band 2: L–Z. In: Historisches Ortslexikon für die Altmark (= Historisches Ortslexikon für Brandenburg. Teil XII; Klaus Neitmann [Hrsg.]: Veröffentlichungen des Brandenburgischen Landeshauptarchivs. Band 68; Veröffentlichungen der Staatlichen Archivverwaltung des Landes Sachsen-Anhalt. Reihe A. Quellen zur Geschichte Sachsen-Anhalts. Band 23). 2 Bände, Berliner Wissenschafts-Verlag, Berlin 2018, ISBN 978-3-8305-3743-4, Poppau wnw Klötze, S. 1696–1698.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Peter P. Rohrlach: Historisches Ortslexikon für die Altmark (Historisches Ortslexikon für Brandenburg, Teil XII). Berliner Wissenschafts-Verlag, Berlin 2018, ISBN 978-3-8305-2235-5, S. 1696–1698.
  2. a b Verbandsgemeinde Beetzendorf-Diesdorf: Einwohner der Ortsteile am 31. Dezember für die Jahre 2015 und 2018. 6. Juni 2019.
  3. Sachsen-Anhalt-Viewer des Landesamtes für Vermessung und Geoinformation (Hinweise)
  4. Top50-CD Sachsen-Anhalt, 1.50000, Landesamt für Landesvermessung und Geoinformation, Bundesamt für Kartographie und Geodäsie 2003
  5. Adolph Friedrich Riedel: Codex diplomaticus Brandenburgensis. 1. Haupttheil. 5. Band. In: Codex diplomaticus Brandenburgensis. Sammlung der Urkunden, Chroniken und sonstigen Quellenschriften für die Geschichte der Mark Brandenburg und ihrer Regenten. 41 Bände, F. H. Morin, Berlin 1849, II. Das Geschlecht der von der Schulenburg. Urkunden. LXXXIV. Derselbe Lehnbrief nach einer Abschrift aus dem 16. Jahrhundert, S. 339 (Digitalisathttp://vorlage_digitalisat.test/1%3D~GB%3D~IA%3D~MDZ%3D%0A10000983_00351~SZ%3D~doppelseitig%3D~LT%3D~PUR%3D in Münchener Digitalisierungszentrum [abgerufen am 27. November 2018]).
  6. a b c Johannes Schultze (Hrsg.): Das Landbuch der Mark Brandenburg von 1375. Kommissionsverlag von Gsellius, Berlin 1940, Antiqua marchia. Equitatura terre Soltowedel foris Portam Buchornighe. Poppove, S. 405.
  7. a b c Walter Mogk: Volksstimme Klötze. Mitt'n in de Welt: Fast jedes Haus hat eine Geschichte. 25. September 2016, abgerufen am 27. Januar 2018.
  8. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Gemeinden 1994 und ihre Veränderungen seit 01.01.1948 in den neuen Ländern. Metzler-Poeschel, Stuttgart 1995, ISBN 3-8246-0321-7, S. 357, 362.
  9. Wilhelm Zahn: Heimatkunde der Altmark. Nach Hinterlassenschaften des Verfassers bearbeitet von Martin Ehlies. 2. Auflage. Verlag Salzwedeler Wochenblatt, Graphische Anstalt, G.m.b.H., Salzwedel 1928, DNB 578458357, S. 143.
  10. Pfarr-Almanach oder die evangelischen Geistlichen und Kirchen der Provinz Sachsen der Grafschaften Wernigerode, Rossla und Stolberg. 19. Jahrgang, 1903, ZDB-ID 551010-7, S. 24 (wiki-de.genealogy.net [abgerufen am 27. Januar 2018]).
  11. Pfarrbereich Beetzendorf. Abgerufen am 27. Januar 2018.
  12. Thomas Hartwig: Alle Altmarkkirchen von A bis Z. Elbe-Havel-Verlag, Havelberg 2012, ISBN 978-3-9814039-5-4, S. 371–372.