Auszieherrille

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Oben: randlose Patrone 8×57 IS mit Auszieherrille
unten: Randpatrone 8x57 IRS
Die Auszieherrille am unteren Ende einer beschossenen Patronenhülse im Kaliber 5,56 × 45 mm NATO

Die Auszieherrille ist eine ringförmig umlaufende Nut am Boden einer Patronenhülse. Sie ist wesentliches Merkmal randloser Patronenmunition. Nach Schussabgabe zieht der Auszieher des Verschlusses die leere Patronenhülse an der Ausziehrille aus dem Patronenlager (Kammer), um sie auszuwerfen.

Entwicklungsgeschichte[Bearbeiten]

Hauptartikel: Patrone

Ausgehend von Papierpatronen die seit dem ausgehenden 17. Jhd. Verwendung fanden wurden, wurde im Laufe des 19. Jhds. Patronen mit Metallhülsen entwickelt. Dies waren zunächst Randpatronen. Typische Beispiele sind hier die Flobertpatronen, die Henrypatronen, die Lebel 8x50 sowie die .303 British. Im ausgehenden 19. Jhd. wurden auch Mischformen aus Rand-/ und Randlosen Patronen wie z.B. die .45 Colt Munition entwickelt. Mit der immer größer werdenden Verbreitung von Repetiergewehren, halbautomatischen und automatischen Waffen traten die Nachteile der Randpatronen immer stärker zutage. Randpatronen benötigen wegen des Bundes viel Raum in Magazinen und Ladestreifen. Die Magazine müssen sehr stark gebogen sein, mehrreihige und Stangenmagazine schließen sich praktisch aus. Ladestreifen werden im Vergleich zu denen randloser Munition verhältnismäßig breit. Insbesondere bei automatischen Waffen mit hoher Kadenz wirkt sich dies ungünstig aus. Es kann aufgrund des großen Volumens der Magazine und Ladestreifen nur eine eher begrenzte Munitionsmenge pro Lademittel zugeführt werden. Bei gegurteter Munition ist die Zuführung bzw. das Laden nicht unproblematisch. Bei gegurteter Munition muss die Patrone nach hinten aus dem Gurt gezogen werden, um den Gurt herumgeführt werden, geladen und abgefeuert werden. Um diese Nachteile zu beheben, wurden im ausgehenden 19. Jh. zunächst in Deutschland und der Schweiz randlose Munitionstypen entwickelt. Die ersten Patronen dieser Art war 1888 die deutsche Gewehrpatrone 88 (später 8x57 I) bzw. die Schweizer Gewehrpatrone 89 von 1889 (GP89). 1893 wurde die 7,65 × 25 mm Borchardt, 1894 die 6,5 × 55 mm Mauser eingeführt. Nach dem Ersten Weltkrieg verdrängten die randlosen Typen vor allem im militärischen Bereich die Randpatronen. Dennoch werden immer noch etliche Randpatronentypen verwendet.