Bühlertann

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Bühlertann
Bühlertann
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Bühlertann hervorgehoben
Koordinaten: 49° 2′ N, 9° 55′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Stuttgart
Landkreis: Schwäbisch Hall
Höhe: 376 m ü. NHN
Fläche: 23,59 km²
Einwohner: 3022 (31. Dez. 2014)[1]
Bevölkerungsdichte: 128 Einwohner je km²
Postleitzahl: 74424
Vorwahlen: 07973, 07974
Kfz-Kennzeichen: SHA, CR
Gemeindeschlüssel: 08 1 27 012
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hauptstraße 12
74424 Bühlertann
Webpräsenz: www.buehlertann.de
Bürgermeister: Michael Dambacher
Lage der Gemeinde Bühlertann im Landkreis Schwäbisch Hall
Bayern Hohenlohekreis Landkreis Heilbronn Main-Tauber-Kreis Neckar-Odenwald-Kreis Ostalbkreis Rems-Murr-Kreis Blaufelden Braunsbach Bühlertann Bühlerzell Bühlerzell Crailsheim Fichtenau Fichtenberg Frankenhardt Gaildorf Gerabronn Ilshofen Ilshofen Kirchberg an der Jagst Kreßberg Langenburg Mainhardt Michelbach an der Bilz Michelfeld Oberrot Obersontheim Rosengarten (Landkreis Schwäbisch Hall) Rot am See Satteldorf Schrozberg Schwäbisch Hall Stimpfach Sulzbach-Laufen Untermünkheim Vellberg Wallhausen (Württemberg) WolpertshausenKarte
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Bühlertann ist eine Gemeinde im Landkreis Schwäbisch Hall im fränkisch geprägten Nordosten Baden-Württembergs.

Name[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im regionalen Dialekt wird der für die Gemeinde namengebende Hauptort kurz Dann [dan] genannt.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bühlertann hat Anteil an den Naturräumen Schwäbisch-Fränkische Waldberge und Hohenloher-Haller Ebene.[2] Der staatlich anerkannte Erholungsort liegt zwischen der Kreisstadt Schwäbisch Hall (etwa 15 km Luftlinie im Nordwesten) und Ellwangen (etwa 19 km Luftlinie im Südosten) im Tal der Bühler, die ca. 17 km weiter nordnordwestlich dem Kocher zufließt. Das Gemeindegebiet erstreckt sich auf einer Fläche von knapp 24 km² zwischen dem mit knapp 370 m tiefsten Punkt im Norden (an der Bühler bei deren Übertritt nach Obersontheim) und ungefähr 505 m Höhe im Osten (nordnordöstlich von Hettensberg im Waldgebiet Schäfer bzw. östlich der K 2628 nach Kammerstatt im Waldgebiet Sauerberg).[3]

Geologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hassberge-Formation (Unterer Kieselsandstein), Schrägschichtung, unmittelbar über den Mergeln der Lehrbergschichten, Bachklinge bei Bühlertann
Grabfeld-Formation, Alter Gipsbruch am Alten Galgenberg bei Bühlertann

Die die Bühlertanner Gemarkung etwa von Süd nach Nord in einer weiten Wiesenaue durchziehende Bühler fließt südlich des Hauptorts fast ganz im Gipskeuper (Grabfeld-Formation), auf der verbleibenden Reststrecke im Lettenkeuper; jenseits der Grenze in Obersontheim steht dann erstmals Muschelkalk an. Links des Flusses trennt ein kleiner Höhenzug, östlichster Ausläufer der Limpurger Berge, das Bühlertal vom südsüdöstlich verlaufenden Nebental der beim Teilort Kottspiel mündenden Fischach. Diese wenig bedeutenden Erhebungen enden meist im Gipskeuper, an einer Stelle (schon in der Bühlerzeller Exklave, 447 m) wird gerade noch der Schilfsandstein erreicht. Die Höhen zur Rechten, Teil der Ellwanger Berge, ragen weiter auf und sind stärker profiliert; die Schichtenfolge endet hier zumeist in dem um Fronrot eine Hochfläche bildenden Kieselsandstein, am Ostrand der Gemeinde bei Kammerstatt tritt sogar einmal Stubensandstein auf. Die Bergrücken zwischen den östlichen Seitentälern haben oft die Gestalt von Verebnungsflächen, je nach Höhe in den Estherienschichten des oberen Gipskeupers, im Schilfsandstein oder im Kieselsandstein. An den Talhängen bilden die ersten beiden oft Stufen. Im nördlichen Gemeindegebiet gibt es an zwei Stellen aufgelassene Gipsbrüche.[4]

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde grenzt im Norden an Obersontheim, im Nordosten an Frankenhardt, im Osten an Rosenberg im Ostalbkreis, im Süden an Bühlerzell und im Westen wieder an Obersontheim bzw. auf einem kleinen Stück an die Bühlerzeller Exklave Leippersberg.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde besteht aus 16 Dörfern, Weilern, Höfen und Häusern. Neben dem namengebenden Hauptort Bühlertann gehören die Weiler Blashof, Fronrot, Halden, Hettensberg, Heuhof, Kottspiel, Vetterhöfe, das Schloss Tannenburg auf einem Ausläufer der Ellwanger Berge, der Hof Himmelreich und die Häuser Avenmühle, Kreidelhaus, Niedermühle, Tannberghalden und Weidenmühle zur Gemeinde. Die Stelle des früheren Fallhauses ist heute von einer neueren Siedlung Bühlertanns überbaut. Auf der Gemarkung von Bühlertann liegen die abgegangenen Ortschaften Altensusenberg, Bechrer, Gagernberg, Klumpertshof, Neherer, Rattelshofen,[5] Suorenberg, Tanbach, Teutlershof und Wehen.[6]

  • Der namengebende Hauptort Bühlertann liegt an der Verengung der Talaue der Bühler, die vorher von Kottspiel im Süden in einer weiten Schwemmebene nach Norden zieht und dabei den Dammbach von rechts aufnimmt. Der alte Ortskern liegt mit Rathaus, St. Georg und Gangolfskapelle auf einem nicht sehr hohen, aber hochwassersicheren Hügel auf der linken Flussseite dicht an einem Flussübergang. Jenseits der flachen Talmulde des hier aus Westen mündenden kleinen Seebachs war weiter südlich ein weiterer Siedlungskern mit der alten Dorfmühle. Das Dorf wurde dann erst nach Osten in eine Talbucht jenseits des Bühlerübergangs wie auch nordwärts in einen Auenkeil in Richtung zur talabwärtigen Niedermühle erweitert. Spätere Erweiterungen füllten die genannte Talbucht vollends, nutzten den westlichen Hangfuß des sie nördlich einfassenden Weinbergs gegenüber der Niedermühle und bebauten den Hügel im Dreieck zwischen der nördlich laufenden Talstraße (Obersontheimer Straße), der nordwestlichen L 1066 und der Eierbach-Mulde. Das jüngste ausgewiesene Neubaugebiet liegt im Westen in der flachen und hier sehr breiten Mulde des Seebachs.
    Durch den Hauptort verkehren die Linien 12 (Schwäbisch HallBühlerzell) und 13 (Schwäbisch Hall–Ellwangen) des Kreisverkehrs Schwäbisch Hall, für die Linien 17A ins Fischachtal und 49 nach Gaildorf ist hier Endstation. Daneben besorgt die Linie 12AC den Schülerverkehr gemeinsam für Bühlertann und Bühlerzell.
  • Das Gehöft Blashof liegt wenig östlich des Weilers Halden am Fuß der Erbishalde, über die der westliche Bergsporn der Tannenburg nach Süden zum Avenbach abfällt, an einer Sackstraße und knapp zweieinhalb Kilometer südöstlich des Hauptorts.
  • Der Weiler Fronrot liegt etwa dreieinhalb Kilometer südsüdöstlich von Bühlertann an der Straße von dort nach Ellwangen (L 1060) nach deren Anstieg auf die Hochebene des Ellwanger Berge. Er ist eine Rodungsgründung und hat heute etwa 200 Einwohner und eine Kapelle.
  • Der Weiler Halden liegt mit zwei Siedlungskernen etwa zwei Kilometer südöstlich des Hauptorts und südlich des Sporns der Tannenburg auf einer Geländestufe zwischen den Ellwanger Bergen und der Bühlertalaue. Er hat eine Haltestelle des lokalen Schülerverkehrs.
  • Der Weiler Hettensberg liegt etwas dreieinhalb Kilometer östlich von Bühlertann und etwas nördlich von Fronrot an der Straße von dort nach Gründelhardt, eben noch auf der Hochebene. In der Ortsmitte liegt eine Kapelle und ein Löschwasserteich, von dem aus der Hettensbach durch eine steile Waldklinge nach Westen zu Dammbach und Bühler fließt. Der Ort wird nur vom Schülerverkehr angefahren.
  • Der Weiler Heuhof liegt wenig südlich von Halden auf der dort schon erwähnten Geländestufe und besteht aus nur wenigen landwirtschaftlichen Gehöften. Durch die Siedlung führt eine Verbindungsstraße von Halden zur Bühlertalstraße bei der Weidenmühle.
  • Der Weiler Kottspiel liegt etwa zweieinhalb Kilometer südlich von Bühlertann im Tal der Bühler, der hier von rechts der Avenbach und von links die Fischach zulaufen, hat etwa 230 Einwohner und eine Kapelle und wird von der Linie 12 des Kreisverkehrs bedient. In beide Seitentäler – beim Fischachtal mit anfänglichem Umweg über Bühlerzell-Geifertshofen – gehen hier von der Bühlertalstraße Nebenstraßen ab.
  • Der Weiler Vetterhöfe liegt etwa zwei Kilometer östlich des Hauptorts auf mittlerer Höhe zwischen den Taleinschnitten des Dammbachs im Süden und des Nesselbachs im Norden. Er besteht aus einigen Gehöften, wird nur vom Schülerverkehr angefahren und liegt für den allgemeinen Verkehr an einer Stichstraße.
  • Die Tannenburg liegt auf einem weithin sichtbaren westlichen Bergsporn der Ellwanger Berge etwa anderthalb Kilometer südöstlich des Hauptortes, dem Burggebäude gesellt sich neben Wirtschaftsgebäuden nur ein einzelnes Wohnhaus zu. Der Wohnplatz liegt an einer Sackstraße und wird nicht vom Nahverkehr bedient. Eine Treppe am Hang nach Süden verbindet mit Halden, die Schlosskapelle dient zuweilen dessen Bewohnern als Gottesdienstraum.
  • Der Hof Himmelreich liegt keinen halben Kilometer nordöstlich der Vetterhöfe am südlichen Hang des Nesselbachtales und ist nur von dort über eine Stichstraße zu erreichen.
  • Die Avenmühle liegt etwa zweieinhalb Kilometer südöstlich des Hauptorts im Tal des Avenbachs an einer Verbindungsstraße von Halden nach Bühlerzell-Holenstein und wird nur vom Schülerverkehr bedient.
  • Das Fallhaus stand inmitten der inzwischen größtenteils bebauten Talbucht im Bühlertanner Osten in der Nähe der heutigen Bühlertalhalle.[7]
  • Das Kreidelhaus ist ein Einzelhaus dicht an der Avenmühle.
  • Das Einzelhaus Tannberghalden liegt am unteren nordseitigen Hang des Tannenburgsporns neben der Steigenstrecke der L 1060 nach Ellwangen, etwa anderthalb Kilometer südöstlich von Bühlertann.
  • Die Niedermühle war die untere Wassermühle von Bühlertann an der Straße nach Obersontheim. Im 20. Jahrhundert wurde hier zeitweilig Gips gebrannt.
  • Die Weidenmühle liegt etwa zwei Kilometer südlich des Hauptorts in der weiten Bühlertalaue zwischen Kottspiel und Bühlertann und hat eine Haltestelle des Schülerverkehrs.

Flächenaufteilung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach Daten des Statistischen Landesamtes, Stand 2014.[8]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Während der Zeit der Stammesherzogtümer gehörte Bühlertann zum Herzogtum Franken. In Bühlertann und dem Ortsteil Halden gab es von 1611 bis 1614 eine Hexenverfolgung. Neun Frauen gerieten in einen Hexenprozess, den keine überlebte. Als letztes Opfer starb Engla Kugler, die Frau des Schmiedes Melchior Kugler, im Jahre 1614 durch Hinrichtung. [9]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde ist Mitglied im Gemeindeverwaltungsverband „Oberes Bühlertal“ mit Sitz in Obersontheim.

Partnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bühlertann pflegt freundschaftliche Beziehungen zur Stadt Gaspar bei Blumenau im Staate Santa Catarina in Süd-Brasilien. Dort leben Nachkommen vieler Auswanderer aus Deutschland und anderen europäischen Ländern, darunter auch solcher aus Bühlertann.

St. Georg in Bühlertann
Gangolfskapelle
Blick nach Süden auf die Tannenburg

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Tannenburg: eine Schildmauerburg auf einem Bergsporn etwa 1,5 km südöstlich des Ortskerns
  • Gangolfskapelle: Kapelle am ehemaligen westlichen Ortsausgang, der umgewidmete Turm war einst Teil der Befestigung des Dorfes
  • Sankt Georg: Pfarrkirche

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Schulzentrum in Bühlertann besteht aus Grund-, Haupt- und Werkrealschule. Weiterführende Schulen befinden sich in den nahe gelegenen Städten Schwäbisch Hall, Crailsheim und Ellwangen.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bühlertann liegt an der L 1060 von Schwäbisch Hall nach Ellwangen; von dieser zweigt im Hauptort die L 1072 nach Bühlerzell im oberen Bühlertal ab.

Den öffentliche Personennahverkehr besorgt der KreisVerkehr Schwäbisch Hall mit Bussen. Deren Linie 12 führt von Bühlerzell über Bühlertann und Obersontheim nach Schwäbisch Hall. Die im Tarifgebiet von OstalbMobil im Ostalbkreis beginnende Linie 13 wird im Wechsel mit Bussen beider Verbünde bedient, sie verkehrt von Ellwangen nach Bühlertann und dann als Expresslinie weiter bis Schwäbisch Hall. Daneben gibt es weniger frequentierte Buslinien nach Gaildorf und Crailsheim sowie lokale Zubringerlinien der Linie 12 im Schülerverkehr.

Anschluss an den Regionalverkehr der deutschen Bahn hat Schwäbisch Hall über diese Buslinien. In Schwäbisch Hall-Hessental und Gaildorf liegen die nächsten Bahnhöfe an der Bahnstrecke Schwäbisch Hall-Hessental–Waiblingen für den Verkehr in Richtung Stuttgart, in Crailsheim an den Fernverkehr nach Nürnberg, in Ellwangen an den Regionalverkehr nach Ulm; die vier Bahnhöfe liegen auf der Straße etwa 13 bis 23 Kilometer entfernt.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Bühlertann – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bevölkerungsentwicklung in den Gemeinden Baden-Württembergs 2014 (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen) (Hilfe dazu).
  2. Naturräume Baden-Württembergs. Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg, Stuttgart 2009
  3. Topographische Karte 1:25.000 Baden-Württemberg (Nord)
  4. Geologische Karte 1:25.000 von Baden-Württemberg, Blatt 6925
  5. Nach der Topographischen Karte 1:25.000 im Namen des gleichnamigen Flurgewanns erhalten, das sich vom Nordwestfuß des Weinbergs bis zum unteren Nesselbachlauf zieht und von der Bühler im Westen bis zur Gemeindegrenze gegen den Obersontheimer Neuhof zu.
  6. Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band IV: Regierungsbezirk Stuttgart, Regionalverbände Franken und Ostwürttemberg. Kohlhammer, Stuttgart 1980, ISBN 3-17-005708-1, S. 425–427.
  7. Telefonische Auskunft des Bürgermeisteramtes Bühlertann.
  8. Statistisches Landesamt, Fläche seit 1988 nach tatsächlicher Nutzung für Bühlertann.
  9. Wolfgang Mährle: „Oh wehe der armen Seelen.“ Hexenverfolgung in der Fürstpropstei Ellwangen (1588–1694), in: Johannes Dillinger, Thomas Fritz, Wolfgang Mährle: Zum Feuer verdammt. Die Hexenverfolgungen in der Grafschaft Hohenberg, der Reichstadt Reutlingen und der Fürstpropstei Ellwangen, hrsg. vom Institut für geschichtliche Landeskunde und historische Hilfswissenschaften der Universität Tübingen, Stuttgart 1998, S. 325-500, besonders S. 453-476