Layla (DJ-Robin-und-Schürze-Lied)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Layla
DJ Robin und Schürze
Veröffentlichung 25. März 2022
Länge 3:07
Genre(s) Partyschlager
Autor(en) Michael Müller, Robin Leutner
Produzent(en) Dennis Geist, Thomas Wendt
Label Summerfield Records

Layla ist ein am 25. März 2022 veröffentlichter Partyschlager der beiden deutschen Künstler DJ Robin und Schürze. Der Sommerhit 2022 erreichte als erstes[1] Ballermann-Lied Platz 1 der deutschen Singlecharts. Das Lied wird als sexistisch kritisiert.

Entstehungshintergrund und Versionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Lied wurde federführend von Michael Müller alias Schürze geschrieben, einem Sänger, der 2013 einen Nachwuchs-Contest auf Mallorca gewonnen hatte. Ursprünglich war der Song für Almklausi geplant, der den Song als Coverversion mit Rick Arena aufnehmen sollte. Letztlich wählte Müller als Duettpartner jedoch Robin Leutner aus, der als DJ Robin im Bierkönig in Palma de Mallorca auflegt. Der geplante Deal mit der Universal Music Group, bei der Almklausi unter Vertrag steht, platzte aus unbekannten Gründen. So erschien am 25. März 2022 die erste Version von Layla und das erste Musikvideo bei Summerfield Records, bei dem auch Künstler wie Lorenz Büffel und Isi Glück unter Vertrag stehen und das von Matthias Distel (Ikke Hüftgold) gegründet wurde.[2][3][4]

Angekündigt sind außerdem eine Version auf englisch sowie eine kinderfreundliche Version. Letztere soll im Herbst erscheinen, eine niederländische Version wurde bereits veröffentlicht.[5]

Musikstil[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Layla ist ein Song im typischen Partyschlager/Ballermann-Stil[6] mit eingängiger Melodie und einem eher schlichten Text, der dazu bestimmt ist, das Publikum zum Mitsingen zu bewegen. Das Tempo ist mit 140 bpm eher schnell. Die Akkordfolge ist g-Moll, Es-Dur, B-Dur und F-Dur (vi–IV–I–V), die wiederholt wird, mit einer leicht absteigenden Melodie innerhalb einer Oktave.[3]

Im Text berichtet der Erzähler von einem Mann, der ein Bordell besitzt und von seiner „Puffmama“ namens Layla schwärmt, die „schöner, jünger, geiler“ sei. Er stellt sie dem Erzähler vor und tatsächlich findet auch dieser die Frau wunderschön.[7]

Musikvideo[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das erste Musikvideo, das veröffentlicht wurde, war ein reines Lyrikvideo. Am 13. Mai 2022 erschien das von Nikolaj Georgiew produzierte offizielle Musikvideo,[8] das DJ Robin und Schürze zeigt, wie sie das besungene Bordell besuchen. Dort wird in Ballermann-Manier getanzt, dann erscheint Layla, die vom Sänger Patrick Schmittinger dargestellt wird,[9][10] und an einer Stange tanzt.[11] Aufgenommen wurde das Video in Schwäbisch Hall. Die Außenaufnahmen beginnen vor dem Grasbödele auf dem Steinernen Steg, wo DJ Robin und Schürze sitzen. Von dort aus gehen sie in die historische Altstadt auf die Haalstraße, an der sich die Disco „Barfüsser“ befindet. Dort fanden die Innenaufnahmen statt.

Rezeption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kontroverse um Sexismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kurz nach Erreichen der Chartspitze in Deutschland mehrten sich kritische Stimmen, die dem Song Sexismus vorwerfen. So spricht der Musikwissenschaftler Markus Henrik („Dr. Pop“) von einem kalkulierten Sexismus, „toxischer Männlichkeit“ und einem Prollo-Hit. Er vermutet dahinter eine „schräge, unterbewusste Antwort auf die MeToo-Debatten der letzten Jahre“.[3] Dem pflichtete der Musikfachmann Michael Fischer (Hochschule für Musik Freiburg) bei.[12] Das Schlagerportal Schlagerprofis schrieb, das Lied ginge „so weit, dass man davon ausgehen kann, dass auch dieser Song in den einschlägigen Schlager-TV-Shows wohl kaum stattfinden kann, weil viele ihn anstößig finden könnten.“[4]

Ähnlich, jedoch eher positiv, äußerte sich in einem Spiegel-Interview der deutsche Musikproduzent und Summerfield-Group-Mitbegründer Dominik de Leon, dessen Unternehmen den Song produziert hat. Der Song sei politisch unkorrekt gehalten und polarisiere bewusst. Er zeigte sich verwundert über den Erfolg und mutmaßte, dass die Menschen nach zwei Jahren COVID-19-Pandemie, dem Russland-Ukraine-Krieg sowie den Geschlechterdiskussionen einfach Lust hätten, wieder zu feiern.[13]

DJ Robin und Schürze sehen hingegen keinen Sexismus: Das Musikvideo sei – anders als der Text des Liedes – bewusst mit einer männlichen „Layla“ versehen worden, weil die beiden „gar nicht darauf aus seien, irgendwie Sexismus da reinzubringen“.[14] Dem widerspricht wiederum Fischer, der darin weder Ironie noch Transaspekte erkennt.[12] DJ Robin zog auch Parallelen zu Skandal im Sperrbezirk der Spider Murphy Gang sowie dem Schlager Olé, wir fahr’n in’ Puff nach Barcelona.[15]

Dass das Lied bei einem Landestag der Jungen Union Hessen von deren Vorsitzendem Sebastian Sommer angestimmt wurde, sorgte für einen kleinen Eklat. Die Landesvorsitzende der Jusos Hessen, Sophie Frühwald, empörte sich auf Twitter über den Umgang mit dem Song.[3][16] In Würzburg vereinbarte die Stadt Würzburg mit den Betreibern der Festzelte des Kiliani-Volksfestes, auf das Abspielen des Liedes zu verzichten. Die privatrechtliche Vereinbarung wurde in Medien und von Politikern als „Verbot“ gewertet.[17] Parallelen wurden zum sogenannten Donaulied gezogen, dessen Abspielen seit 2021 auf demselben Würzburger Volksfest und in weiteren Städten als Reaktion auf eine Petition untersagt wurde, die dem Lied Sexismus und eine verharmlosende Darstellung der Vergewaltigung eines Mädchens vorgeworfen hatte.[18][19] Auf der Rhein-Kirmes in Düsseldorf unterband der St. Sebastian-Schützenverein als Veranstalter das Spielen von Layla, nachdem er von Vertretern der Stadt auf den Text aufmerksam gemacht wurde. Eine rechtliche Grundlage für ein behördliches Verbot sehe man jedoch nicht.[20] Bei der Eröffnung stimmte ein DJ des Festzeltes der St. Sebastianus-Schützen dennoch an, spielte jedoch eine Instrumentalversion. Ein Video dazu lud er selbst hoch. Ein weiteres wurde später auch von Bild online gestellt.[21] Auch die Wirte des Oktoberfests in München beschlossen, das Lied nicht spielen zu lassen.[22] Der Mitgründer und -geschäftsführer des produzierenden Labels Matthias Distel schrieb unter seinem Künstlernamen Ikke Hüftgold einen Gastbeitrag für Zeit Online, in dem er den Songtext ebenfalls verteidigte und die Vermutung äußerte, mit der Sexismus-Debatte solle angesichts einer Reihe von in der Vergangenheit trotz eindeutiger Texte nicht so stark kritisierten Liedern ein Exempel statuiert werden. Er unterstellte daher – trotz der Vereinbarungen von Stadtverwaltungen (und nicht von Politikern) mit Festzeltbetreibern – angesichts des angeblichen Verhaltens von nicht näher bezeichneten Politikern eine Beschneidung der Kunst- und Meinungsfreiheit und zog einen Vergleich zu Zensuren in Diktaturen.[23]

Politiker schalteten sich in die Debatte ein: So betonte Bundesjustizminister Marco Buschmann (FDP) auf Twitter, man müsse Schlagertexte nicht mögen, verurteilte aber ein behördliches Verbot,[24][25] was in dieser Form auch nicht existierte. Künstler wie die feministische Rapperin Sookee befürworteten ein Verbot auf Volksfesten, während Schlagerstars wie Mickie Krause sowie die unter demselben Label wie das der Liedinterpreten veröffentlichende Melanie Müller und dessen Mitgründer und -gesellschafter Matthias Distel (Ikke Hüftgold) den Inhalt solcher Partylieder für überbewertet halten.[26][27]

In der Sendung ZDF-Fernsehgarten am 31. Juli 2022, die unter dem Motto „Mallorca vs. Oktoberfest“ stand, wurde das Lied entgegen anders lautender Ankündigungen in der Original-Version gespielt.[28]

Charts und Chartplatzierungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachdem das Lied zunächst unter dem Radar lief, erreichte es am 20. Mai 2022 erstmals die deutschen Singlecharts auf Platz 72. Es stieg in der zweiten Woche auf Rang 27 und erreichte in der dritten Woche mit Position sieben die Top 10 der Charts. Anschließend stieg Layla auf Platz drei, bevor der Song am 24. Juni 2022 erstmals die Chartspitze erreichte. Diese Position verteidigte der Titel auch in den acht darauffolgenden Wochen.[29] GfK Entertainment ernannte den Song am 28. Juli 2022 zum offiziellen Sommerhit des Jahres 2022.[32]

Ähnlich erfolgreich ist das Lied auch in den Ö3 Austria Top 40, wo es am 14. Juni 2022 zunächst auf Rang 30 einstieg und ab 5. Juli 2022 für sechs Wochen Platz eins erreichte.[30] In der Schweizer Hitparade debütierte der Track am 19. Juni 2022 und erreichte die Spitzenposition am 24. Juli 2022, an der er sich vier Wochen platzieren konnte.[31]

Spotify

Der Erfolg im deutschsprachigen Raum brachte den Titel in die globalen Spotify-Charts. Am 18. Juni 2022 debütierte Layla auf Platz 190 der täglich 200 meistgestreamten Songs der Welt. Am 16. Juli 2022 erreichte die Single ihre beste Platzierung, mit fast zwei Millionen Streams belegte sie Platz 35.[33] Laut Mitgründer und -geschäftsführer des produzierenden Labels Summerfield Records Ikke Hüftgold wurde das Lied nach der Sexismus-Debatte doppelt so häufig wie zuvor gestreamt.[23]

Auszeichnungen für Musikverkäufe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Juli 2022 wurde das Lied in Deutschland mit einer Goldenen Schallplatte für 200.000 verkaufte Einheiten ausgezeichnet.[34]

Land/Region Aus­zeich­nung­en für Mu­sik­ver­käu­fe
(Land/Region, Auszeichnung, Verkäufe)
Ver­käu­fe
 Deutschland (BVMI)[34] Gold record icon.svg Gold 200.000
Insgesamt Gold record icon.svg 1× Gold
200.000

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. RTL aktuell vom 12. Juli 2022
  2. DJ Robin & Schürze – Layla (Official Lyricvideo) auf YouTube, abgerufen am 7. Juli 2022.
  3. a b c d Matthias Schwarzer: Ballermann-Hit „Layla“ auf Platz 1 der Charts – warum ist Sexismus so erfolgreich. In: Redaktionsnetzwerk Deutschland. 6. Juli 2022, abgerufen am 7. Juli 2022.
  4. a b Stephan Imming: DJ ROBIN und SCHÜRZE: Endlich wieder ein Schlager in den Top-10 der Singlecharts. In: Schlagerprofis.de. 4. Juni 2022, abgerufen am 7. Juli 2022.
  5. Nach Sexismus-Debatte: Ballermann-Hit "Layla" soll auch international durchstarten. Abgerufen am 17. Juli 2022.
  6. Tanit Koch: Germansplaining: The song of the silly season. 27. Juli 2022, abgerufen am 29. Juli 2022 (britisches Englisch).
  7. DJ Robin & Schürze – Layla. Abgerufen am 12. Juli 2022.
  8. „Layla“: Produzent des Videos über den Dreh auf Mallorca. Abgerufen am 29. Juli 2022.
  9. Das ist „Puffmama Layla“: Wer hinter der Blondine im Musikvideo steckt RTL, 18. Juli 2022, abgerufen am 20. Juli 2022
  10. Aresou Leisdorff und Thomas Kielhorn: Das ist „Layla“ ist ein Mann – und wehrt sich gegen den Ballaballa-Zoff Bild, 20. Juli 2022, abgerufen am 20. Juli 2022 (mit Barriere)
  11. DJ Robin x Schürze – Layla (Official Video) auf YouTube, abgerufen am 7. Juli 2022.
  12. a b Volksfestverbot von Ballerman-Hit »Layla«: Jetzt mischt sich Justizminister Buschmann ein. In: Der Spiegel. 13. Juli 2022, ISSN 2195-1349 (spiegel.de [abgerufen am 13. Juli 2022]).
  13. "Wie klingt ein Partyhit in der Pandemie, Herr de Léon". In: Der Spiegel. Nr. 25, 18. Juni 2022, S. 54 (spiegel.de).
  14. R. T. L. Online: "Layla": DAS sind die Jungs hinter dem Mallorca-Hit. Abgerufen am 7. Juli 2022.
  15. Rheinkirmes Düsseldorf: Veranstalter verbietet „Layla“-Lied. 13. Juli 2022, abgerufen am 13. Juli 2022.
  16. Stephan Imming: DJ Robin & Schürze: Knacken sie die Nummer 1? Und: Junge Union Hessen hat „brutalen Ohrwurm“, Jusos wittern „Sexismus“. In: Schlagerprofis.de. 22. Juni 2022, abgerufen am 7. Juli 2022.
  17. Würzburg verbietet Ballermann-Hit »Layla« auf Volksfest. In: Spiegel.de. 11. Juli 2022, abgerufen am 11. Juli 2022.
  18. Partysong "Layla" verboten – Sexismusdebatte geht weiter. In: BR.de. 13. Juli 2022, abgerufen am 13. Juli 2022.
  19. Weil es eine Vergewaltigung verharmlost: Stadt Würzburg verbannt „Donaulied“ von Festen. In: RedaktionsNetzwerk Deutschland. 12. August 2021, abgerufen am 17. Juli 2022.
  20. Rheinkirmes in Düsseldorf: Ballermann-Hit "Layla" soll nicht gespielt werden 13, Juli 2022, abgerufen am 14. Juli 2022
  21. Leah Hautermans, Uwe Felten: Trotz Verbots: „Layla“ lief nun doch im Rheinkirmes-Festzelt – das sagt der DJ zu den Gründen. 17. Juli 2022, abgerufen am 17. Juli 2022.
  22. Abendzeitung Germany: Wiesnwirte geben bekannt: Kein 'Layla'-Lied auf dem Oktoberfest. 14. Juli 2022, abgerufen am 15. Juli 2022.
  23. a b "Layla": Da hört der Spaß auf! In: ZEIT Online. Die Zeit, abgerufen am 30. Juli 2022.
  24. Sexismusdebatte: Auch Düsseldorfer Kirmes verbannt Partysong »Layla«. In: Der Spiegel. 13. Juli 2022, ISSN 2195-1349 (spiegel.de [abgerufen am 13. Juli 2022]).
  25. https://twitter.com/marcobuschmann/status/1546925587779944450. Abgerufen am 14. Juli 2022.
  26. Diskussion um sexistischen Partyhit: Soll "Layla" nicht gespielt werden? In: WDR. 13. Juli 2022, abgerufen am 13. Juli 2022.
  27. "Layla"-Verbot: Das sagen die Ballermannstars Ikke Hüftgold und Melanie Müller". In: T-online.de. Abgerufen am 13. Juli 2022.
  28. „ZDF-Fernsehgarten“ Trotz Kritik – Andrea Kiewel tanzt zur unzensierten „Layla“. In: Express. 21. Juli 2022 (express.de [abgerufen am 22. Juli 2022]).
  29. a b DJ Robin & Schürze – Layla. In: offiziellecharts.de. GfK Entertainment, abgerufen am 27. Juli 2022.
  30. a b DJ Robin & Schürze – Layla. In: austriancharts.at. Ö3 Austria Top 40, abgerufen am 27. Juli 2022.
  31. a b DJ Robin & Schürze – Layla. In: hitparade.ch. Schweizer Hitparade, abgerufen am 24. Juli 2022.
  32. 60 Millionen Streams, fünf Mal Nummer 1: Musikkonsumenten machen „Layla“ zum Sommerhit 2022. In: offiziellecharts.de. GfK Entertainment, 28. Juli 2022, abgerufen am 29. Juli 2022.
  33. Spotify Charts – Daily Top Songs Global. In: charts.spotify.com. Spotify, 16. Juli 2022, abgerufen am 26. Juli 2022 (englisch).
  34. a b Gold-/Platin-Datenbank. In: musikindustrie.de. Bundesverband Musikindustrie, abgerufen am 22. Juli 2022.