Bahnhof Hamburg-Bergedorf

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Hamburg-Bergedorf
Empfangsgebäude von 2012, Südfront mit anschließendem Parkhaus
Empfangsgebäude von 2012,
Südfront mit anschließendem Parkhaus
Daten
Bahnsteiggleise 5
Abkürzung ABG
IBNR 8002554
Kategorie 3
Lage
Ort/Ortsteil Bergedorf
Land Hamburg
Staat Deutschland
Koordinaten 53° 29′ 22″ N, 10° 12′ 23″ OKoordinaten: 53° 29′ 22″ N, 10° 12′ 23″ O
Eisenbahnstrecken
Bahnhöfe im Raum Hamburg
i16i16i18

Der Bahnhof Hamburg-Bergedorf im Bezirk Bergedorf liegt zwischen den Hamburger Stadtteilen Bergedorf und Lohbrügge in unmittelbarer Nähe der Bergedorfer Innenstadt und des Einkaufszentrums CCB.

Der Bahnhof befindet sich an Streckenkilometer 270 der Bahnstrecke Berlin–Hamburg und wird von den Hamburger S-Bahn-Linien S21 und S2 und im Regionalverkehr der Linie RE1 nach Schwerin und Rostock sowie von einzelnen Fernverkehrszügen von bzw. nach Berlin und Mecklenburg-Vorpommern bedient. Von dem unmittelbar angebauten Busbahnhof gibt es u. a. Busanbindungen für die Vierlande, für Geesthacht und das unmittelbare Umland an das Hamburger S-Bahn-Netz.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Bahnhof Hamburg-Bergedorf wurde am 15. Dezember 1846 für die Berlin-Hamburger Bahn in Betrieb genommen. Der vier Jahre ältere erste Bergedorfer Bahnhof der Hamburg-Bergedorfer Eisenbahn wurde dafür nicht benutzt, da die letztendlich beschlossene und gebaute Bahntrasse nach Berlin knapp 700 Meter nordwestlich vorbeiführte.

Das Empfangsgebäude bis 2008

Als in den 1930er Jahren die Strecke nach Berlin im Bereich Bergedorf hochgelegt wurde, führte dies 1936–37 zum Neubau eines Bahnhofsgebäudes, von dem auch die Züge der Bergedorf-Geesthachter Eisenbahn abfuhren. Als diese Strecke in den 1950er Jahren stillgelegt und das Verbindungsgleis zwischen Bergedorf-Süd und dem Bahnhof Bergedorf abgebaut worden war, wurde ein Teil des nicht genutzten Bahngeländes bis Anfang der 1990er als Park-and-ride-Platzplatz genutzt, in dieser Zeit gab es kein Gleis 1.

Nach dem Zweiten Weltkrieg nahm die Bedeutung der Strecke für den Fernverkehr nach Berlin als Folge der deutschen Teilung stark ab, so dass 1958 die S-Bahn zum Bergedorfer Bahnhof verlängert wurde. 1969 wurde die Strecke für den S-Bahnbetrieb bis Aumühle ausgebaut. Zunächst erfolgte die Bedienung durch die Linie S2, nach der Inbetriebnahme des ersten Abschnitts des Citytunnels der S-Bahn war Bergedorf in der Hauptverkehrszeit auch Endstation einiger Bahnen der Linie S10. Nach der Neuordnung der Liniennummern als Folge der Fertigstellung des Citytunnels bekam die Linie S2 die Bezeichnung S21, die heutige Linie S2 bedient gewissermaßen in Nachfolge der S10 den Bahnhof Bergedorf nur werktags zu den Hauptverkehrszeiten und endet dort auch.

Nach der deutschen Wiedervereinigung nahm der Fern- und Güterverkehr auf der Berliner Bahn wieder stark zu, so dass im Rahmen des Verkehrsprojektes Deutsche Einheit Nummer 2 die Strecke getrennte Fern- und S-Bahn-Gleise erhielt. Gleichzeitig wurde der bisherige Bahnsteig am Gleis 2 abgerissen und ein neuer Inselbahnsteig für den Fern- und Regionalverkehr gebaut. Am östlichen Bahnhofsende wurde das Fahrdienstleiter-Stellwerk Bfs errichtet, von dem aus der S-Bahn-Betrieb zwischen Rothenburgsort und Aumühle gesteuert wird. Die Fernbahngleise sind mit einer Linienzugbeeinflussung ausgestattet.

Um das Bahnhofsumfeld in Bergedorf neu zu gestalten, wurde das Bahnhofsgebäude 2008 abgerissen und durch ein neues ersetzt – dem dritten an diesem Standort.

Bauliche Anlage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Örtliche Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die insgesamt drei S-Bahn- und zwei Fernbahngleise des Bahnhofs liegen zwischen der von den Gleisen überbrückten Bergedorfer Straße und der Alten Holstenstraße auf dem an dieser Stelle etwa sechs Meter hohen Bahndamm der Berlin-Hamburger Bahnstrecke.

Der knapp 360 Meter lange Bahnsteig für die Fern- und Regionalbahngleise ist gegenüber den erheblich kürzeren S-Bahnsteigen um 100 bzw. 200 Meter nach Osten versetzt und überbrückt dabei die Alte Holstenstraße.

Erschließung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zugang Nordseite, vom bzw. zum Stadtteil Lohbrügge

Am östlichen Bahnhofsende verläuft quer unter den fünf Bahnhofsgleisen eine Tunnelanlage für Fußgänger, die an beiden Enden über Treppen und an der südlichen Längsseite auch über Lift- und Fahrtreppenanlagen vom umgebenden Straßenniveau aus zugänglich sind.

Innerhalb des Tunnels sind beidseitig Treppen- und Liftzugänge zu den insgesamt drei teilweise überdachten Bahnsteigen und zu dem mit den Gleisbahnsteigen niveaugleich angebauten Busbahnhof eingerichtet.

Im südlichen Eingangsbereich befinden sich auf zwei Ebenen insgesamt sechs Imbiss-, Restaurations- und Einzelhandelsfachgeschäfte. Der nördliche, etwa 1,20 Meter hoch gelegene Tunneleingang im Stadtteil Lohbrügge ist noch die alte Bausubstanz, dort befinden sich eine einfache Treppenanlage, eine im Zickzack-Kurs angebaute Rollstuhlrampe und zwei Imbissbetriebe.

Anbauten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stellwerk und Bus-Auffahrrampe Ost
Parkhaus-Abschluss West mit Busauffahrrampe von der Bergedorfer Straße
Blick auf das an den Bahndamm angesetzte Parkhaus mit dem darauf befindlichen neuen Busbahnhof

Mit dem Umbau von 2012 wurde der Klinkerbau des damaligen Empfangs- und Betriebsgebäudes sowie auch die damals ebenerdige Busbahnhofsanlage entfernt und durch einen sich über die ganze südliche Seite erstreckenden, 340 Meter langen und etwa 45 Meter tiefen, mit einer Bohrpfahlwand am Bahndamm abgegrenzten Anbau ersetzt. Dieser enthält neben dem südlichen Bahnhofseingang größtenteils ein Parkhaus mit drei Parkdecks sowie zuoberst eine überdachte Busbahnhofsanlage mit acht Abfahrtsbereichen. In dieses Gebäude sind auch die Zufahrtsrampen für die Busse von den beiden kreuzenden Straßen integriert.

Am östlichen Ende ist unterhalb der Zufahrtsrampe von bzw. zur Alten Holstenstraße eine Radstation mit Radstellplätzen sowie einem Fahrrad-Fachhandelsgeschäft eingerichtet.

Zwischen der östlichen Bus-Zufahrtsrampe und den Fernbahngleisen ist als einzelnes Gebäude auf dem verbreiterten Bahndamm das Stellwerk für die Weichen und Signalanlagen der östlich anschließenden S-Bahn-Abstellgleise und der Fernbahngleise aufgebaut.

Bahnsteignutzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der S-Bahn-Verkehr wird auf den Gleisen 3 und 4 (Mittelbahnsteig) sowie auf Gleis 5 (Seitenbahnsteig) abgewickelt. Die Züge aus Aumühle verkehren meist von Gleis 5, die Züge nach Aumühle regelmäßig von Gleis 3, während die S-Bahnen, die in Bergedorf beginnen oder enden, meist Gleis 4 benutzen. Das Bahngelände verfügt in Richtung Aumühle über eine kleine Abstellanlage für S-Bahn-Züge.

Die Gleise 1 und 2 (Mittelbahnsteig) dienen heute dem Regionalverkehr nach SchwerinRostock sowie einzelnen Fernverkehrszügen von bzw. nach Berlin und Mecklenburg-Vorpommern. Bis Anfang der 2000er Jahre war Hamburg-Bergedorf regulärer Halt der Interregio- bzw. Intercity-Züge (nach Umwandlung des Interregio-Verkehrs in Intercity-Linien).

Fernverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Bahnhof wird aktuell im Schienenpersonenfernverkehr von zwei IC/EC-Zügen unregelmäßig angefahren.

Linie Laufweg Takt
EC/IC 27 (Westerland –) Hamburg – Hamburg-Bergedorf – Berlin – Dresden – Prag – Budapest Keleti zweimal täglich
IC 2189 Rostock – Bützow – Bad Kleinen Schwerin – Büchen – Hamburg-Bergedorf – Hamburg – Hamburg-Dammtor – Hamburg-Altona einmal täglich

In den letzten Jahren kam es wiederholt zu Bauarbeiten im Bereich des Hamburger Hauptbahnhofes. Im jeweiligen Bauzeitraum wurden viele Züge der IC-Linien 26 und 30 von/nach Harburg direkt von/nach Bergedorf geleitet. Die betroffenen Züge hatten als Ersatz einen planmäßigen Halt in Bergedorf.

Regionalverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Linie Laufweg Takt
RE 1 Hamburg – Hamburg-Bergedorf – Büchen – Schwerin – Rostock 120 min
060 min bis Büchen
S 2 Altona – Königstraße – Reeperbahn – Landungsbrücken – Stadthausbrücke – Jungfernstieg – Hauptbahnhof – Berliner Tor – Rothenburgsort – Tiefstack – Billwerder-Moorfleet – Mittlerer Landweg – Allermöhe – Nettelnburg – Bergedorf 10 min (HVZ)
S 21 Elbgaustraße – Eidelstedt – Stellingen – Langenfelde – Diebsteich – Holstenstraße – Sternschanze – Dammtor – Hauptbahnhof – Berliner Tor – Rothenburgsort – Tiefstack – Billwerder-Moorfleet – Mittlerer Landweg – Allermöhe – Nettelnburg – Bergedorf – Reinbek – Wohltorf – Aumühle 10 min

Städtebauliche Aspekte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von April 2008 bis April 2012 wurde der Bahnhof umgebaut. Das bisherige Bahnhofsgebäude und Häuser entlang des Bahndammes wurden abgerissen. Durch die Verlagerung des vormals ebenerdig angelegten Busbahnhofs auf das Oberdeck des neuen Parkhauses am Bahndamm wurde Platz geschaffen für Erweiterungen des Einkaufszentrums CCB[1][2], dessen Parkhaus inzwischen abgerissen wurde.

Panoramabild Bahnhof Bergedorf – zu Beginn der Umbauarbeiten

Güterverkehrsanlagen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

An der Stelle, wo die von Berlin kommende Fernbahnstrecke hinter dem Bahnhof Bergedorf mit einer Rechtskurve in den Verlauf der ehemaligen Hamburg-Bergedorfer Eisenbahn einschwenkt, liegen südlich der Trasse auf einer Länge von 300 Metern vier Gleise nebeneinander, die ursprünglich (und gelegentlich heute noch) für den Güterverkehr genutzt wurden. Diese Gleise laufen über Weichen zu einem Nebengleis auf der Fernbahntrasse zusammen, das nach einem Kilometer über Weichen in das äußere Fernbahngleis eingefädelt wird.

Dieses Abzweiggleis ist mit funktionsfähigen regulären Signaleinrichtungen ausgestattet (Stand September 2014). Das andere, östliche Ende dieser vormaligen Gütergleise läuft ebenfalls über Weichen zu einem Einzelgleis zusammen, das nach knapp einem Kilometer auf dem vormaligen End-Trassenabschnitt der Hamburg-Bergedorfer Bahn in die Gleisanlagen des noch vorhandenen Bahnhofs Bergedorf Süd bzw. der vormaligen Bergedorf-Geesthachter Eisenbahn hinein führt.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Bahnhof Hamburg-Bergedorf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Dr. Andreas von Seggern: Bergedorf kauft ein - aber wo?. In: Lichtwark-Heft Nr. 74. Verlag HB-Werbung, Hamburg-Bergedorf, 2009. ISSN 1862-3549
  2. Dr. Christel Oldenburg: Bekommt Bergedorf "eine neue Mitte"?. In: Lichtwark-Heft Nr. 74. Verlag HB-Werbung, Hamburg-Bergedorf, 2009. ISSN 1862-3549