Aumühle

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Dieser Artikel behandelt die Gemeinde Aumühle in Schleswig-Holstein. Weitere Bedeutungen finden sich unter Aumühle (Begriffsklärung).
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Aumühle
Aumühle
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Aumühle hervorgehoben
53.53166666666710.31527777777830Koordinaten: 53° 32′ N, 10° 19′ O
Basisdaten
Bundesland: Schleswig-Holstein
Kreis: Herzogtum Lauenburg
Amt: Hohe Elbgeest
Höhe: 30 m ü. NHN
Fläche: 3,47 km²
Einwohner: 3153 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 909 Einwohner je km²
Postleitzahl: 21521
Vorwahl: 04104
Kfz-Kennzeichen: RZ
Gemeindeschlüssel: 01 0 53 003
Adresse der Amtsverwaltung: Christa-Höppner-Platz 1
21521 Dassendorf
Webpräsenz: www.aumuehle.de
Bürgermeister: Dieter Giese (CDU)
Lage der Gemeinde Aumühle im Kreis Herzogtum Lauenburg
Hamburg Mecklenburg-Vorpommern Niedersachsen Kreis Segeberg Kreis Stormarn Lübeck Lübeck Albsfelde Alt Mölln Aumühle Bäk Bälau Basedow (Lauenburg) Basthorst Behlendorf Berkenthin Besenthal Bliestorf Bliestorf Börnsen Borstorf Breitenfelde Bröthen Brunsmark Brunstorf Buchholz (Herzogtum Lauenburg) Buchhorst Büchen Dahmker Dalldorf Dassendorf Düchelsdorf Duvensee Einhaus Elmenhorst (Lauenburg) Escheburg Fitzen Fredeburg Fuhlenhagen Geesthacht Giesensdorf Göldenitz Göttin (Lauenburg) Grabau (Lauenburg) Grambek Grinau Groß Boden Groß Disnack Groß Disnack Groß Grönau Groß Pampau Groß Sarau Groß Schenkenberg Grove (Schleswig-Holstein) Gudow Gülzow (Lauenburg) Güster (Lauenburg) Hamfelde (Lauenburg) Hamwarde Harmsdorf (Lauenburg) Havekost (Lauenburg) Hohenhorn Hollenbek Hornbek Horst (Lauenburg) Juliusburg Kankelau Kasseburg Kastorf Kittlitz (Lauenburg) Klein Pampau Klein Zecher Klempau Klinkrade Koberg Köthel (Lauenburg) Kollow Kröppelshagen-Fahrendorf Krüzen Krukow (Lauenburg) Krummesse Kuddewörde Kühsen Kulpin Labenz Labenz Langenlehsten Langenlehsten Lankau Lanze (Lauenburg) Lauenburg/Elbe Lehmrade Linau Lüchow (Lauenburg) Lütau Mechow Möhnsen Mölln Mühlenrade Müssen Mustin (bei Ratzeburg) Niendorf bei Berkenthin Niendorf a. d. St. Nusse Panten Pogeez Poggensee Ratzeburg Ritzerau Römnitz Rondeshagen Roseburg Sachsenwald Sahms Salem (Lauenburg) Sandesneben Schiphorst Schmilau Schnakenbek Schönberg (Lauenburg) Schretstaken Schürensöhlen Schulendorf Schwarzenbek Seedorf (Lauenburg) Siebenbäumen Siebeneichen Sirksfelde Sierksrade Steinhorst (Lauenburg) Sterley Stubben (Lauenburg) Talkau Tramm (Lauenburg) Walksfelde Wangelau Wentorf (Amt Sandesneben) Wentorf bei Hamburg Wiershop Witzeeze Wohltorf Woltersdorf (Lauenburg) Worth Ziethen (Lauenburg)Karte
Über dieses Bild

Aumühle [aʊ̯ˈmyːlə] ist eine Gemeinde im Kreis Herzogtum Lauenburg in Schleswig-Holstein.

Geografie[Bearbeiten]

Die Gemeinde Aumühle mit den Ortsteilen Aumühle, Billenkamp und Friedrichsruh liegt etwa 20 Kilometer östlich von Hamburg im Sachsenwald, dem größten Waldgebiet Schleswig-Holsteins, das Naherholungsgebiet für die Metropolregion Hamburg ist.

Geschichte[Bearbeiten]

Aumühle wurde im Jahr 1350 als „Au-Mühle“ („Owmole“: Mühle an der Schwarzen Au) erstmals urkundlich erwähnt, 1750 entstand die Bauernschaft Billenkamp.

Große Veränderungen brachte die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts. Nachdem der Sachsenwald 1871 von Kaiser Wilhelm I. Otto von Bismarck geschenkt wurde, ließ dieser sich eine ehemalige Gastwirtschaft an der Bahnlinie von Hamburg nach Berlin zum Herrenhaus umbauen. Hier, in Friedrichsruh, gab es bereits 1850 einen Bahnhof. Im Jahr 1884 wurde ein Haltepunkt „Aumühle“ eingerichtet, 1909 wurde mit dem Bau des Bahnhofs begonnen.

Aumühle entwickelte sich mit der Gründung des Villenortes Sachsenwald-Hofriede im Jahr 1891 zu einer gehobenen Wohngegend. Der Eigentümer dieses Villenviertels regte noch zu Bismarcks Lebzeiten den Bau eines Aussichts- und Wasserturms an, der 1901 als Bismarckturm eingeweiht wurde.

1956 zog der letzte deutsche Reichspräsident und Nachfolger von Adolf Hitler, Großadmiral Karl Dönitz, nach Aumühle, wo er 1980 starb. 1959 wurde der schon lange nicht mehr benutzte offizielle Name Aumühle-Billenkamp in Aumühle geändert.

Seit dem 1. Januar 2008 gehört die Gemeinde Aumühle zum Amt Hohe Elbgeest.

Politik[Bearbeiten]

Von den 18 Sitzen in der Gemeindevertretung hat die Wählergemeinschaft UWG seit der Kommunalwahl 2008 acht Sitze, die CDU hat sechs und die SPD vier Sitze.

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung: „In Grün ein silberner Wellengöpel, belegt in seiner Gabelung mit einem schwarzen Mühlrad auf kreisrunder silberner Scheibe, die in den drei Winkeln des Göpels mit je einem silbernen Eichenblatt besteckt ist.“[2]

Das Wappen wurde von Wilhelm Victor Tauber aus Reinbek entworfen und 1948 genehmigt.

Partnerschaften[Bearbeiten]

Aumühle ist mit Mortagne-sur-Sèvre (Frankreich) und Sleen (heute ein Teil von Coevorden, Niederlande) verschwistert.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

In der Liste der Kulturdenkmale in Aumühle stehen die in der Denkmalliste des Landes Schleswig-Holstein eingetragenen Kulturdenkmale.

Bismarckturm[Bearbeiten]

Der 27 Meter hohe Bismarckturm, der von Emil Specht, dem Eigentümer des Villenortes Sachsenwald-Hofriede angeregt und durch den Hamburger Architekten Hermann Schomburgk errichtet wurde, liegt auf einer Anhöhe in der Gemeinde. Der Turm wurde aus Ziegelsteinen errichtet und verputzt und ist innen mit Wandmalereien versehen. Schon bei seiner Errichtung wurden im Turm eine Bismarck-Bibliothek und ein Bismarck-Museum eingerichtet. Seit 1962 ist die Gemeindebibliothek im Turm untergebracht, seit 1999 steht er unter Denkmalschutz.

Bismarck-Gedächtnis-Kirche[Bearbeiten]

Die evangelisch-lutherische Bismarck-Gedächtnis-Kirche in Aumühle wurde von den Hamburger Architekten Heinrich Bomhoff und Hermann Schöne entworfen. Die Grundsteinlegung erfolgte 1928 und die Einweihung am 30. Juli 1930. Sie ist als runder Backsteinbau im Stil des Backsteinexpressionismus der späten zwanziger und beginnenden dreißiger Jahre gestaltet. Der Altar wurde aber nicht in der Mitte, sondern außerhalb des Runds angeordnet, so dass die Gemeinde auf ihn ausgerichtet war. Eine ursprünglich vorhandene Mittelsäule wurde 1967 bei einem Umbau entfernt, dabei wurde der Altar in die Mitte gerückt, Altar, Kanzel und Taufbecken wurden von Hans Kock künstlerisch gestaltet. Besonders auffallend sind die zwölf schönen Buntglas-Mosaikfenster, die die zwölf Apostel darstellen.

Bahnhof[Bearbeiten]

Der Bahnhof Aumühle, eine Station der Hamburger S-Bahn und der Regionalbahn nach Büchen steht unter Denkmalschutz.

Museen[Bearbeiten]

In Friedrichsruh, wo Otto von Bismarck von 1871 bis zu seinem Tod im Jahr 1898 lebte, ist heute ein Museum mit Schriftstücken, Porzellan, Geschenken und Gemälden aus dem Eigentum Bismarcks und aus seiner Epoche untergebracht. Direkt in der Nähe des Museums befindet sich auch das Bismarck-Mausoleum. Die Otto-von-Bismarck-Stiftung im Bahnhof von Friedrichsruh bereitet den Nachlass Bismarcks auf und führt Ausstellungen durch.

In der Gemeinde liegt das Bahnmuseum Lokschuppen Aumühle, das durch den Verein Verkehrsamateure und Museumsbahn in Hamburg betrieben wird.

Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Aumühle mit Friedrichsruh und der Sachsenwald liegen zwischen der Bundesautobahn 24 Hamburg-Berlin, der Bundesautobahn 1 Hamburg-Lübeck-Puttgarden und der Bundesstraße 404.

Aumühle hat einen Bahnhof an der Berlin-Hamburger Bahn. Seit 1969 ist er Endpunkt der S-Bahn Hamburg. In Richtung Büchen verkehren Regionalbahnen.

Bildung[Bearbeiten]

Die 1952 eingeweihte Fürstin-Ann-Mari-von-Bismarck-Schule war eine Realschule mit Grundschulteil, die auch von Kindern aus den umliegenden Gemeinden besucht wird. Seit 2011 ist es nur noch eine Grundschule.

Seit 1980 gibt es eine ehrenamtlich geleitete Volkshochschule mit breitem Angebot im sprachlichen, musischen und künstlerisch-kreativen Bereich für Kinder, Jugendliche und Erwachsene.

Freizeit- und Sport[Bearbeiten]

In der Ernst-Anton-Straße liegt die Heinrich-Willers-Sporthalle, außerdem gibt es den Fritz-Bortz-Sportplatz (Kunstrasen) und die Tennisanlage mit acht Sandplätzen des TuS Aumühle-Wohltorf in der Sachsenwaldstraße. Zusätzlich werden umfangreiche Wanderwege rund um Aumühle für Erholung und Jogging angeboten.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter von Aumühle[Bearbeiten]

Mit Aumühle verbundene Personen[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Otto Pruess: Aumühle: Geschichtliches über Aumühle, Friedrichsruh und den Sachsenwald. Viebranz Verlag, ISBN 3-921595-31-2
  • Acht Autoren: Aumühle im Sachsenwald. Viebranz Verlag, ISBN 3-921595-00-2

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Aumühle – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistikamt Nord – Bevölkerung der Gemeinden in Schleswig-Holstein 4. Quartal 2012 (XLS-Datei) (Fortschreibung auf Basis des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Kommunale Wappenrolle Schleswig-Holstein