Aumühle

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Aumühle
Aumühle
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Aumühle hervorgehoben
Koordinaten: 53° 32′ N, 10° 19′ O
Basisdaten
Bundesland: Schleswig-Holstein
Kreis: Herzogtum Lauenburg
Amt: Hohe Elbgeest
Höhe: 30 m ü. NHN
Fläche: 3,48 km2
Einwohner: 3133 (31. Dez. 2016)[1]
Bevölkerungsdichte: 900 Einwohner je km2
Postleitzahl: 21521
Vorwahl: 04104
Kfz-Kennzeichen: RZ
Gemeindeschlüssel: 01 0 53 003
Adresse der Amtsverwaltung: Christa-Höppner-Platz 1
21521 Dassendorf
Webpräsenz: www.aumuehle.de
Bürgermeister: Dieter Giese (CDU)
Lage der Gemeinde Aumühle im Kreis Herzogtum Lauenburg
HamburgMecklenburg-VorpommernNiedersachsenKreis SegebergKreis StormarnLübeckLübeckAlbsfeldeAlt MöllnAumühleBäkBälauBasedow (Lauenburg)BasthorstBehlendorfBerkenthinBesenthalBliestorfBliestorfBörnsenBorstorfBreitenfeldeBröthenBrunsmarkBrunstorfBuchholz (Herzogtum Lauenburg)BuchhorstBüchenDahmkerDalldorfDassendorfDüchelsdorfDuvenseeEinhausElmenhorst (Lauenburg)EscheburgFitzenFredeburgFuhlenhagenGeesthachtGiesensdorfGöldenitzGöttin (Lauenburg)Grabau (Lauenburg)GrambekGrinauGroß BodenGroß DisnackGroß DisnackGroß GrönauGroß PampauGroß SarauGroß SchenkenbergGrove (Schleswig-Holstein)GudowGülzow (Lauenburg)Güster (Lauenburg)Hamfelde (Lauenburg)HamwardeHarmsdorf (Lauenburg)Havekost (Lauenburg)HohenhornHollenbekHornbekHorst (Lauenburg)JuliusburgKankelauKasseburgKastorfKittlitz (Lauenburg)Klein PampauKlein ZecherKlempauKlinkradeKobergKöthel (Lauenburg)KollowKröppelshagen-FahrendorfKrüzenKrukow (Lauenburg)KrummesseKuddewördeKühsenKulpinLabenzLabenzLangenlehstenLangenlehstenLankauLanze (Lauenburg)Lauenburg/ElbeLehmradeLinauLüchow (Lauenburg)LütauMechowMöhnsenMöllnMühlenradeMüssenMustin (bei Ratzeburg)Niendorf bei BerkenthinNiendorf a. d. St.NussePantenPogeezPoggenseeRatzeburgRitzerauRömnitzRondeshagenRoseburgSachsenwaldSahmsSalem (Lauenburg)SandesnebenSchiphorstSchmilauSchnakenbekSchönberg (Lauenburg)SchretstakenSchürensöhlenSchulendorfSchwarzenbekSeedorf (Lauenburg)SiebenbäumenSiebeneichenSirksfeldeSierksradeSteinhorst (Lauenburg)SterleyStubben (Lauenburg)TalkauTramm (Lauenburg)WalksfeldeWangelauWentorf (Amt Sandesneben)Wentorf bei HamburgWiershopWitzeezeWohltorfWoltersdorf (Lauenburg)WorthZiethen (Lauenburg)Karte
Über dieses Bild

Aumühle [aʊ̯ˈmyːlə] ist eine Gemeinde im Kreis Herzogtum Lauenburg in Schleswig-Holstein.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Aumühle mit den Ortsteilen Aumühle, Billenkamp und Friedrichsruh liegt etwa 20 Kilometer östlich von Hamburg im Sachsenwald, dem größten Waldgebiet Schleswig-Holsteins, das Naherholungsgebiet für die Metropolregion Hamburg ist.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aumühle wurde im Jahr 1350 als „Au-Mühle“ („Owmole“: Mühle an der Schwarzen Au) erstmals urkundlich erwähnt, 1750 entstand die Bauernschaft Billenkamp.

Große Veränderungen brachte die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts. Nachdem der Sachsenwald 1871 von Kaiser Wilhelm I. Otto von Bismarck geschenkt wurde, ließ dieser sich eine ehemalige Gastwirtschaft an der Bahnlinie von Hamburg nach Berlin zum Herrenhaus umbauen. Hier, in Friedrichsruh, gab es bereits 1850 einen Bahnhof. Im Jahr 1884 wurde ein Haltepunkt „Aumühle“ eingerichtet, 1909 wurde mit dem Bau des Bahnhofs begonnen.

Aumühle entwickelte sich mit der Gründung des Villenortes Sachsenwald-Hofriede im Jahr 1891 zu einer gehobenen Wohngegend. Der Eigentümer dieses Villenviertels regte noch zu Bismarcks Lebzeiten den Bau eines Aussichts- und Wasserturms an, der 1901 als Bismarckturm eingeweiht wurde.

1959 wurde der schon lange nicht mehr benutzte offizielle Name Aumühle-Billenkamp in Aumühle geändert.

Seit dem 1. Januar 2008 gehört die Gemeinde Aumühle zum Amt Hohe Elbgeest.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von den 18 Sitzen in der Gemeindevertretung errang die Wählergemeinschaft UWG bei der Kommunalwahl 2008 acht Sitze, die CDU sechs und die SPD vier Sitze.

Seit der Kommunalwahl 2013 hat die UWG sechs Sitze, die CDU vier und die SPD drei Sitze. Neu eingezogen in die Gemeindevertretung sind die Grünen mit zwei Sitzen und der neugegründete Ortsverband der FDP mit einem Sitz.[2][3]

Nach einem Streit innerhalb des Ortsverbandes der CDU, dem die Entscheidung vorausging, den Bürgermeister Dieter Giese nicht erneut als Kandidat aufzustellen, trat er - zusammen mit dem ehemaligen CDU-Fraktionsführer Rolf Czerwinski als Einzelbewerber an.[4] Beide errangen ebenfalls einen Sitz in der Gemeindevertretung, Dieter Giese wurde daraufhin als Bürgermeister im Amt bestätigt.[5]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blasonierung: „In Grün ein silberner Wellengöpel, belegt in seiner Gabelung mit einem schwarzen Mühlrad auf kreisrunder silberner Scheibe, die in den drei Winkeln des Göpels mit je einem silbernen Eichenblatt besteckt ist.“[6]

Das Wappen wurde von Wilhelm Victor Tauber aus Reinbek entworfen und 1948 genehmigt.

Partnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aumühle ist mit Mortagne-sur-Sèvre (Frankreich) und Sleen (heute ein Teil von Coevorden, Niederlande) verschwistert.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Liste der Kulturdenkmale in Aumühle stehen die in der Denkmalliste des Landes Schleswig-Holstein eingetragenen Kulturdenkmale.

Bismarckturm[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel Bismarckturm (Aumühle)

Der 27 Meter hohe Bismarckturm, der von Emil Specht, dem Eigentümer des Villenortes Sachsenwald-Hofriede angeregt und durch den Hamburger Architekten Hermann Schomburgk errichtet wurde, steht auf einer Anhöhe in der Gemeinde. Der Turm wurde aus Ziegelsteinen errichtet und verputzt und ist innen mit Wandmalereien versehen. Schon bei seiner Errichtung wurden im Turm eine Bismarck-Bibliothek und ein Bismarck-Museum eingerichtet. Seit 1962 ist die Gemeindebibliothek im Turm untergebracht, seit 1999 steht er unter Denkmalschutz.

Bismarck-Gedächtnis-Kirche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die evangelisch-lutherische Bismarck-Gedächtnis-Kirche in Aumühle wurde von den Hamburger Architekten Heinrich Bomhoff und Hermann Schöne entworfen. Die Grundsteinlegung erfolgte 1928 und die Einweihung am 30. Juli 1930. Sie ist als runder Backsteinbau im Stil des Backsteinexpressionismus der späten zwanziger und beginnenden dreißiger Jahre gestaltet. Der Altar wurde aber nicht in der Mitte, sondern außerhalb des Runds angeordnet, so dass die Gemeinde auf ihn ausgerichtet war. Eine ursprünglich vorhandene Mittelsäule wurde 1967 bei einem Umbau entfernt, dabei wurde der Altar in die Mitte gerückt, Altar, Kanzel und Taufbecken wurden von Hans Kock künstlerisch gestaltet. Besonders auffallend sind die zwölf schönen Buntglas-Mosaikfenster, die die zwölf Apostel darstellen.

Bahnhof[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel Bahnhof Aumühle

Das Empfangsgebäude des Bahnhofs Aumühle, einer Station der Hamburger S-Bahn und bis zum Fahrplanwechsel 2017/18 der Regionalbahn nach Büchen, steht unter Denkmalschutz.

Museen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Friedrichsruh, wo Otto von Bismarck von 1871 bis zu seinem Tod im Jahr 1898 lebte, ist heute das Bismarck-Museum Friedrichsruh mit Schriftstücken, Porzellan, Geschenken und Gemälden aus dem Eigentum Bismarcks und aus seiner Epoche untergebracht. Direkt in der Nähe des Museums befindet sich auch das Bismarck-Mausoleum. Die Otto-von-Bismarck-Stiftung im Bahnhof von Friedrichsruh bereitet den Nachlass Bismarcks auf und führt Ausstellungen durch.

In der Gemeinde liegt das Bahnmuseum Lokschuppen Aumühle, das durch den Verein Verkehrsamateure und Museumsbahn in Hamburg betrieben wird.

Rathaus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis 2007 war das Aumühler Rathaus Sitz des Amtes Aumühle/Wohltorf, danach wurde es bis 2013 von der Bauabteilung des Amtes Hohe Elbgeest benutzt. Inzwischen ist das Gebäude, das sich weiterhin in Gemeindebesitz befindet, an eine Arztpraxis vermietet, um den Erhalt und die weitere Nutzung zu finanzieren.[7]

Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aumühle mit Friedrichsruh und der Sachsenwald liegen zwischen der Bundesautobahn 24 Hamburg-Berlin, der Bundesautobahn 1 Hamburg-Lübeck-Puttgarden und der Bundesstraße 404.

Aumühle hat einen Bahnhof an der Berlin-Hamburger Bahn. Seit 1969 ist er Endpunkt der S-Bahn Hamburg.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die 1952 eingeweihte Fürstin-Ann-Mari-von-Bismarck-Schule war eine Realschule mit Grundschulteil, die auch von Kindern aus den umliegenden Gemeinden besucht wird. Seit 2011 ist es nur noch eine Grundschule.

Seit 1980 gibt es eine ehrenamtlich geleitete Volkshochschule mit breitem Angebot im sprachlichen, musischen und künstlerisch-kreativen Bereich für Kinder, Jugendliche und Erwachsene.

Seit 2014 gibt es in Aumühle die Agilo-Kinderkrippe und die Kinderkrippe Aumühle, was die Zahl der Kindertagesstätten auf vier erhöht. Bereits seit Jahren vorhanden sind der Evangelische Kindergarten, dessen Träger (genau wie bei der Kinderkrippe Aumühle) die Kirchengemeinde Aumühle ist, sowie das Montessori-Kinderhaus Aumühle.

Freizeit und Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Ernst-Anton-Straße liegt die Heinrich-Willers-Sporthalle, außerdem gibt es den Fritz-Bortz-Sportplatz (Kunstrasen) und die Tennisanlage mit acht Sandplätzen des TuS Aumühle-Wohltorf in der Sachsenwaldstraße. Zusätzlich werden umfangreiche Wanderwege rund um Aumühle für Erholung und Jogging angeboten.

Sehenswert ist der Garten der Schmetterlinge am Schlossteich.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter von Aumühle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit Aumühle verbundene Personen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Otto Pruess: Aumühle: Geschichtliches über Aumühle, Friedrichsruh und den Sachsenwald. Viebranz Verlag, Schwarzenbek 2002, ISBN 3-921595-31-2.
  • Acht Autoren: Aumühle im Sachsenwald. Viebranz Verlag, Schwarzenbek 1976, ISBN 3-921595-00-2.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Aumühle – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistikamt Nord – Bevölkerung der Gemeinden in Schleswig-Holstein 4. Quartal 2016 (XLSX-Datei) (Fortschreibung auf Basis des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Amt Hohe Elbgeest - Ergebnisse der Kommunalwahl. In: www.amt-hohe-elbgeest.de. Abgerufen am 23. Mai 2015.
  3. http://www.amt-hohe-elbgeest.de/media/custom/1831_1360_1.PDF?1369819746. In: www.amt-hohe-elbgeest.de. Abgerufen am 23. Mai 2015.
  4. http://www.xn--cdu-aumhle-geb.de/wp-content/uploads/2013/04/20130326_Bergedorfer.pdf. In: www.xn--cdu-aumhle-geb.de. Abgerufen am 23. Mai 2015.
  5. Dieter Giese (75) ist Stimmenerster. In: www.bergedorfer-zeitung.de. Abgerufen am 23. Mai 2015.
  6. Kommunale Wappenrolle Schleswig-Holstein
  7. Amt Hohe Elbgeest - Aktuelles. In: www.amt-hohe-elbgeest.de. Abgerufen am 25. Mai 2016.