Bahnstrecke Forchheim–Höchstadt

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Forchheim–Höchstadt
Streckennummer: 5112
Kursbuchstrecke (DB): 822
Streckenlänge: 22,7 km
Spurweite: 1435 mm (Normalspur)
Strecke – geradeaus
von Bamberg (Nürnberg–Bamberg)
Bahnhof, Station
0,0 Forchheim (Oberfr)
   
(bis etwa 1990 nach Behringersmühle und Nürnberg Hbf)
Brücke über Wasserlauf (groß)
Trubbach
   
1,1 Abzw Trubbachbrücke (seit etwa 1990) nach Behringersmühle (Forchheim–Behringersmühle)
   
1,5 Abzw Augrabenbrücke (seit etwa 1990) nach Nürnberg Hbf (Nürnberg–Bamberg)
Brücke (mittel)
B 470
   
2,2 Streckenende
   
A 73
   
Main-Donau-Kanal
   
4,3 Hausen (b Forchheim)
   
7,0 Heroldsbach
   
9,4 Poppendorf (Oberfr)
   
11,8 Hemhofen
   
B 470
   
15,4 Adelsdorf (Oberfr)
   
B 470
   
17,4 Neuhaus (b Höchstadt/Aisch)
   
A 3
   
20,4 Gremsdorf
   
20,9 B 470
   
B 470
   
22,7 Höchstadt (Aisch)

Die Bahnstrecke Forchheim–Höchstadt an der Aisch verband die oberfränkische Kreisstadt Forchheim mit der Kreisstadt des früheren Nachbarkreises Höchstadt im unteren Aischgrund. Sie wird auch als Aischgrundbahn (nicht zu verwechseln mit der Aischtalbahn), Hirtenbachtalbahn oder Hemhofenbahn bezeichnet.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die 23 Kilometer lange normalspurige Lokalbahn wurde am 16. November 1892 von der Bayerischen Staatsbahn eröffnet.

Der Personenverkehr war rege; 1963 verkehrten werktags neun Personenzugpaare, sonntags fünf.

Der Personenverkehr endete am 28. September 1984. Als Antwort hierauf gründete sich 1984 der Verein „Localbahn Aischgrund e. V.“, der anstrebte, einen Museumsbahnverkehr einzurichten. Dieses Vorhaben gelang jedoch nur zum Teil, als Vermittler für andere Museumsbahnen. Zwischenzeitlich hat sich der Verein aufgelöst.

Der letzte Güterzug zwischen Hemhofen und Höchstadt fuhr am 2. März 1995. Die Stilllegung dieses Abschnittes erfolgte zum 1. Oktober 1995[1]. Nach Hemhofen endete der Güterverkehr am 31. Dezember 1999.

In den 1990er Jahren war die Bahnstrecke Teil eines geplanten Maximalnetzes der Stadt-Umland-Bahn Erlangen, einem Projekt der Stadt Erlangen und der Landkreise Erlangen-Höchstadt und Forchheim. Zuletzt war als erste Betriebsstufe die Wiederaufnahme eines dieselbetriebenen Personenverkehrs zwischen Forchheim und Hemhofen und perspektivisch dessen Verlängerung nach Höchstadt geplant. Im Jahre 2002 scheiterten die Verhandlungen zu dieser Wiederinbetriebnahme, als die Anliegergemeinden das damit verbundene finanzielle Risiko nicht übernehmen wollten.

Brücke über den Main-Donau-Kanal bei Forchheim nach dem Abbau der Gleise

In der Folge begann die DB Netz Ende 2002 ein Verfahren nach § 11 AEG zur Abgabe und Stilllegung von Eisenbahninfrastruktureinrichtungen für den verbliebenen Abschnitt Forchheim–Hemhofen. Die Bemühungen der Deutschen Regionaleisenbahn, die den Abschnitt daraufhin eine Zeit lang gepachtet hatte, blieben erfolglos. Am 1. April 2005 wurde der Abschnitt stillgelegt.

Am 4. September 2007 eröffnete das Eisenbahn-Bundesamt schließlich das Beteiligungsverfahren zur endgültigen Freistellung (Entwidmung) der gesamten 22 Kilometer langen Strecke[2], das am 21. Februar 2008 antragsgemäß abgeschlossen wurde. Damit existiert die Bahnstrecke auch juristisch nicht mehr. Abschnittsweise sollen deren Flächen für den Bau von Ortsumgehungsstraßen[3] und Radwegen verwendet werden.

Betriebssituation Bahnhof Forchheim[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am Bahnhof Forchheim zweigt noch die Nebenbahn nach Ebermannstadt ab. Bis etwa 1990 führte das Gleis 1 direkt aus dem Bahnhof nach Höchstadt, das Gleis 5 direkt aus dem Bahnhof nach Behringersmühle. Die südlich des Bahnhofes liegende Trubbachbrücke war zu diesem Zweck viergleisig ausgeführt. Im Rahmen von Umbaumaßnahmen wurden die beiden Außengleise der Brücke stillgelegt und die Gleise 1 und 5 im Bahnhofsbereich direkt in die Hauptstrecke nach Nürnberg eingefädelt. Das Bahnsteiggleis 1 wurde abgebaut. Im Zuge der S-Bahn-Bauarbeiten wurde einige Jahre später das Gleis 1 als Stumpfgleis für die in Forchheim endenden Züge wieder eingebaut, jedoch im Norden Richtung Bamberg nicht mehr angeschlossen. Im Rahmen des Umbaus des Bahnhofs Forchheim im Zuge des viergleisigen Ausbau der Bahnstrecke Nürnberg–Bamberg wird Gleis 1 zu einem Durchgangsgleis für den Regionalverkehr.[4]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Eisenbahn-Bundesamt: Liste der seit 1994 stillgelegten bundeseigenen Strecken im Land Bayern
  2. Bundesanzeiger 2007, Ausgabe Nr. 173, Seite 7519
  3. Nordbayerische Nachrichten, 14. März 2008
  4. Verkehrsprojekt Deutsche Einheit Nr. 8: Bauabschnitt Forchheim–Eggolsheim auf vde8.de, abgerufen am 3. November 2017

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Wolfgang Bleiweis, Ekkehard Martin, Stefan Winkler: Fränkische Nebenbahnen einst und jetzt – Oberfranken. Bufe-Fachbuch-Verlag, Egglham 1986. ISBN 3-922138-25-X.
  • Günther Klebes: Lokalbahn Forchheim-Höchstadt : links und rechts der Aischgrundbahn. H-&-L-Publikationen Bleiweis, Schweinfurt 1992. ISBN 3-928786-05-9.
  • Kerstin Schäfer: Die Hochbauten der oberfränkischen Nebenbahnen: Geschichte, Bestand und Umnutzung.Michael Resch, Coburg 2013, ISBN=978-3-944237-05-3.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]