Heroldsbach

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Heroldsbach
Heroldsbach
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Heroldsbach hervorgehoben
Koordinaten: 49° 42′ N, 11° 0′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberfranken
Landkreis: Forchheim
Höhe: 280 m ü. NHN
Fläche: 15,59 km²
Einwohner: 5107 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 328 Einwohner je km²
Postleitzahl: 91336
Vorwahl: 09190
Kfz-Kennzeichen: FO, EBS, PEG
Gemeindeschlüssel: 09 4 74 135
Gemeindegliederung: 4 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hauptstraße 9
91336 Heroldsbach
Webpräsenz: www.heroldsbach.de
Bürgermeister: Edgar Büttner (SPD)
Lage der Gemeinde Heroldsbach im Landkreis Forchheim
Landkreis Nürnberger Land Erlangen Landkreis Bamberg Landkreis Erlangen-Höchstadt Landkreis Bayreuth Bamberg Landkreis Bamberg Wiesenttal Igensdorf Hiltpoltstein Gräfenberg Hallerndorf Forchheim Hausen (bei Forchheim) Heroldsbach Eggolsheim Weißenohe Wiesenthau Weilersbach (Oberfranken) Unterleinleiter Pretzfeld Poxdorf (Oberfranken) Pinzberg Obertrubach Neunkirchen am Brand Leutenbach (Oberfranken) Langensendelbach Kunreuth Kleinsendelbach Kirchehrenbach Hetzles Gößweinstein Effeltrich Ebermannstadt Dormitz IgensdorfKarte
Über dieses Bild

Heroldsbach ist eine Gemeinde im Landkreis Forchheim (Regierungsbezirk Oberfranken).

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde liegt im Hirtenbachtal, etwa fünf Kilometer Luftlinie südwestlich von Forchheim. Heroldsbach wird vom Hirtenbach durchflossen, der zu mehreren Fischteichen aufgestaut wird. In der östlichen Nachbargemeinde Hausen, etwa 3,2 km von Heroldsbach entfernt, mündet der Hirtenbach in die Regnitz.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachbargemeinden sind (von Norden beginnend im Uhrzeigersinn) Hallerndorf, Hausen, Hemhofen, Adelsdorf.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Heroldsbach gliedert sich in vier Ortsteile[2]:

Poppendorf, Luftaufnahme (2015)

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinde Heroldsbach bei Forchheim

Die Geschichte aller Ortsteile Heroldsbachs ist eng mit der des ehemaligen Königshofs Forchheim, der etwa um das Jahr 750 errichtet wurde, verbunden. 1007 wurde Heroldsbach als „Herigoldesbach“ (am Bach des Herigoldes) erstmals urkundlich genannt. Der Ort gehörte zum Königshof in Forchheim und wurde von Kaiser Heinrich II. zusammen mit 14 weiteren Siedlungen dem neu gegründeten Bistum Bamberg geschenkt. Von 1478 bis 1849 besaßen die Freiherren von Löffelholz das Heroldsbacher Schloss, ein früheres Forsthaus. Mit dem Reichsdeputationshauptschluss von 1803 kam der Ort zu Bayern. 1923 wurde die schon von 1405 bis 1610 existierende Pfarrei Heroldsbach wieder gegründet. Die Gemeinde Heroldsbach wurde am 1. April 1971 durch freiwilligen Zusammenschluss der Gemeinden Heroldsbach und Thurn vergrößert. Oesdorf kam am 1. Mai 1971 hinzu.[3] Eine Marienerscheinungsstätte mit Gnadenkapelle in Thurn wurde 1998 eingeweiht.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat von Heroldsbach hat 20 Mitglieder.

CSU SPD Freie Wähler Heroldsbach-Thurn Freie Wähler Oesdorf Junge Bürger Freie Wähler Poppendorf Frauenforum Heroldsbach Gesamt
2014 5 4 3 3 3 1 1 20 Sitze

(Stand: Kommunalwahl am 16. März 2014)[4]

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 1. Mai 2008 (2014 wiedergewählt) bekleidet Edgar Büttner (SPD) das Amt des Bürgermeisters. Sein Vorgänger war Richard J. Gügel (Freie Wähler Heroldsbach-Thurn).

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Wappenbeschreibung lautet: „Gespalten von Rot und Gold; vorne ein herschauender goldener Löwenkopf mit einer goldenen heraldischen Lilie im Maul; hinten ein schwarzer Steinbockrumpf.“

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von 1892 bis 1999 führte die 23 Kilometer lange normalspurige Hirtenbachtalbahn durch Heroldsbach. 1984 wurde der Personenverkehr eingestellt, 1998 der Güterverkehr. 2005 wurde die Bahnstrecke aufgehoben und im Jahr 2013 als Radweg umgebaut.

Durch Forchheim (ca. 5 km östlich) verläuft in Nord-Süd-Richtung die Bahnstrecke Nürnberg-Bamberg.

Die Gemeinde Heroldsbach ist Teil des VGN und mit zwei Buslinien ca. halbstündlich mit Forchheim verbunden.

Im Norden kreuzt in West-Ost-Richtung die B 470 den Gemeindegrund und die Ortschaften Oesdorf und Wimmelbach. Bürger und Anwohner haben sich in einer Bürgerinitiative B 470 zusammengeschlossen und setzen sich für mehr Sicherheit an der Bundesstraße ein.

Im Osten (ca. 3 km) fließt der Main-Donau-Kanal, der das Donau-Flusssystem mit dem Rhein-Main-Flusssystem verbindet. Gleich daneben befindet sich der Fluss Regnitz, der nach dem Zusammenfluss von Pegnitz und Rednitz von Fürth aus in Richtung Bamberg fließt und kurz hinter Bamberg in den Main mündet.

Ebenfalls im Osten (ca. 4,5 km entfernt) verläuft in Nord-Süd-Richtung die A 73 von Nürnberg nach Bamberg. Rund 10 km westlich verläuft die A 3, die Nürnberg mit Würzburg verbindet.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kirche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Heroldsbach befindet sich die katholische Pfarrkirche St. Michael. Kirchlich gehört Heroldsbach zum Dekanat Forchheim und damit zum Erzbistum Bamberg. Zur Pfarrei Heroldsbach gehören noch die Filialkirchen St. Vitus Oesdorf, St. Laurentius Wimmelbach, St. Georg Poppendorf und die Schlosskapelle von Schloss Thurn zum Heiligen Sebastian.

Zusammen mit der katholischen Pfarrei Hausen bildet die Pfarrei Heroldsbach einen 2006 gegründeten Seelsorgebereich. Seelsorger im Seelsorgebereich Heroldsbach-Hausen sind Pfarrer Klaus Weigand, Diakon Andreas Eberhorn (beide seit 2015) und Gemeindereferent Christian Deuber (seit 2012).

Evangelisch gehören Heroldsbach und seine Gemeindeteile zur Pfarrei Hemhofen mit der dortigen Heilandskirche. Eine so genannte Gemeindewohnung in der Ringstraße dient als Treffpunkt in Heroldsbach. Ansonsten nutzen sie gleichberechtigt die Kirche und das Pfarrheim der katholischen Gemeinde.

Mahnmal für die Gefallenen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Münchener Bildhauer Max Seibold [5] schuf nach dem Ersten Weltkrieg das Mahnmal hinter der Kirche für die Gefallenen, das nach 1945 für die Gefallenen des Zweiten Weltkriegs erweitert wurde.

Schloss Thurn[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ortsteil Thurn (1422 beurkundet) wurde von dem Adelsgut Thurn geprägt. Ende des 18. Jahrhunderts wurden die damals baufälligen Schlossgebäude abgetragen und die heutige Anlage, ein barockes, zweiflügeliges Lustschloss, umgeben von einem breiten Wassergraben, errichtet. Der jetzige Besitzer, Hanfried Graf Bentzel-Sturmfeder-Horneck, hat das Areal des alten Schlossparks (etwa 300.000 m²) zum Erlebnispark Schloss Thurn umgestaltet.

Gebetsstätte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die sogenannte Marienerscheinungsstätte wurde 1998 vom Erzbistum Bamberg als Gebetsstätte, nicht aber als Erscheinungsort anerkannt.[6] Der Ort wird besonders an katholischen Feiertagen von Pilgern besucht. Anhänger der angeblichen Erscheinungen haben sich im privaten Pilgerverein Heroldsbach e. V. zusammengeschlossen.[7]

Orchester, Chöre und Musik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Heroldsbach gibt es viele Gruppierungen, die sich mit Musik befassen. Besonders hervorzuheben sind die Chöre: Im Ort Heroldsbach gibt es den Gesangsverein Cäcilia mit einem Kinder- und Jugendchor, den Chor Erholung, den Kirchenchor, den sogenannte Neuen Chor und im Ortsteil Thurn den Männergesangsverein Eintracht mit einem Vokalensemble. In Poppendorf gibt es den Gesangverein Liederkranz mit dem Kinderchor Poppsternla und in Wimmelbach einen weiteren Kirchenchor.

An der Grundschule werden Kinder mit dem Programm JEKI (Jedem Kind sein Instrument) gefördert. Der Musikverein Heroldsbach bildet Kinder und Jugendliche in Blas- und Schlaginstrumenten aus. Im Pfarrheim bietet die Musikschule Forchheim eine Ausbildung in Streich- und Tasteninstrumenten an. In der Ringstraße ist die fränkische Celloakademie heimisch.

Bands und Gruppen im kirchlichen Umfeld sind Bassd scho, Nullach-fuchzehn, Kreuz & Quer, die Wimmelbacher Gitarrengruppe und Volume 5.


Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Heroldsbach – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom Juli 2016 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. http://www.bayerische-landesbibliothek-online.de/orte/ortssuche_action.html?anzeige=voll&modus=automat&tempus=+20111102/183607&attr=OBJ&val=1201
  3. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C.H.Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7. Seite 462
  4. [1]
  5. Künstlerlexikon Thieme-Becker, Band 30, Seite 454
  6. Website der Gebetsstätte
  7. Website des Pilgervereins