Baldwin Zettl

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Baldwin Zettl (* 29. September 1943 in Falkenau an der Eger, Reichsgau Sudetenland) ist ein deutscher Grafiker und Kupferstecher. Zettl lebt und arbeitet in Freiberg (Sachsen).

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zettls Vater war Bildhauer. Nach dessen Tod und der Erkrankung seiner Mutter wuchs Zettl bei Pflegeeltern in Hildburghausen auf. Er erlernte 1961 bis 1964 den Beruf des Gebrauchswerbers und studiert von 1964 bis 1969 bei Werner Tübke, Gerhard Kurt Müller und Rolf Kuhrt an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig. Diplom mit Kupferstichen zu Isaak Babels Die Reiterarmee und Theodor Storms Der Schimmelreiter. Seit 1969 ist Zettl freischaffend tätig.

Das umfangreiche Werk Zettls bilden vor allem Kupferstiche. Seltener sind Zeichnungen, die er gern als Silberstiftzeichnungen fertigt. Zettl verzichtet auf Farbe. Er nuanciert mit Zwischentönen in der Technik des Kupferstichs. Ausnahmen sind Drucke in Weiß auf schwarzem Papier oder Blätter in Rötel. Der überwiegende Teil seiner Arbeiten interpretiert große Literatur des 19. und frühen 20. Jahrhunderts (darunter Goethe, Heinrich von Kleist, Georg Büchner, Heinrich Heine, Theodor Storm, Lion Feuchtwanger, Bertolt Brecht). Damit gehörte er zu den meistgefragten Buchillustratoren der DDR. Arbeiten Zettls befinden sich in allen großen Sammlungen des In- und Auslands.

Bildnerische Darstellung Zettls[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Werke u. a.[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1972: Kupferstichfolge zu Georg Büchners „Lenz“
  • vor 1976: Selbstbildnis (Kupferstich, 12,8 × 8,8 cm)[2]
  • 1984: Mappe mit Kupferstichen "Blumen auf Stein" (u. a. „Leben und Traum“, 38,5 × 22,5 cm, 1984)[3]
  • 2001: Mappe zu Wagners „Ring des Nibelungen
  • 2008: Mappe mit 29 Kupferstichen zu „Faust I“
  • 2010: Mappe mit 40 Kupferstichen zu „Faust II“

Auszeichnungen u. a.[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1969 Hans-Meid-Preis
  • 1969 Walter-Tiemann-Preis
  • 1984 Hauptpreis der „Intergrafik“

Ausstellungen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 2021/2022: Leipzig, akanthus-galerie im westwerk (Werkschau)

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Zettl, Baldwin. In: Dietmar Eisold (Hrsg.): Verlag Neues Leben, Berlin 2010, ISBN 978-3-355-01761-9, S. 1066/1067
  • Henry Schumann: Baldwin Zettl. In: Bildende Kunst, Berlin, 1982, S. 544–547
  • Helma Schaefer: Das Besondere des Baldwin Zettl. In: Graphische Kunst; 41 (1993), S. 64–68
  • Der Kupferstecher. Peter Gosse über Baldwin Zettl. In: Leipziger Blätter; (1998), 32, S. 70–72
  • Leipziger Bibliophilen-Abend: Baldwin Zettl. Das druckgraphische Werk 1965 bis 2002. Eine Bibliographie. Leipzig, 2003. ISBN 3-932154-04-5
  • Kunstverein Coburg: Altenbourg/Bruszis/Zettl – Drei Meister der Graphischen Künste. Coburg 2010.
  • Stadtmuseum Hildburghausen: Baldwin Zettl. Gegen den Strom. Kupferstiche, Zeichnungen. Hildburghausen 1997.
  • Point-Presse, Schwerin: Baldwin Zettl. Zeichnungen. Ratzeburg 1990.
  • Staatlicher Kunsthandel: Baldwin Zettl. Kupferstiche. Gera 1985.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Christian Borchert: Der Grafiker Baldwin Zettl in seinem Atelier. Januar 1978, abgerufen am 8. Februar 2022.
  2. SKD | Online Collection. Abgerufen am 8. Februar 2022.
  3. Aus der Mappe "Blumen auf Stein": Leben und Traum | Baldwin Zettl | Bildindex der Kunst & Architektur – Bildindex der Kunst & Architektur – Startseite Bildindex. Abgerufen am 8. Februar 2022.