Balerna

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Zum gleichnamigen Kreis siehe Kreis Balerna.
Balerna
Wappen von Balerna
Staat: Schweiz
Kanton: Tessin (TI)
Bezirk: Bezirk Mendrisiow
Kreis: Balerna
BFS-Nr.: 5242i1f3f4
Postleitzahl: 6828
UN/LOCODE: CH BLA
Koordinaten: 721608 / 78364Koordinaten: 45° 50′ 46″ N, 9° 0′ 14″ O; CH1903: 721608 / 78364
Höhe: 350 m ü. M.
Fläche: 2,6 km²
Einwohner: 3385 (31. Dezember 2016)[1]
Einwohnerdichte: 1302 Einw. pro km²
Website: www.balerna.ch
Karte
Luganersee Comer See Italien Bezirk Lugano Balerna Castel San Pietro TI Chiasso Morbio Inferiore Breggia TI Vacallo Coldrerio Mendrisio Riva San Vitale Novazzano StabioKarte von Balerna
Über dieses Bild
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Kirche San Vittore
Kirche San Vittore, Innenansicht
Kirche San Vittore, Fresko
Burgruine Pontegana

Balerna (deutsch veraltet: Balern) ist eine politische Gemeinde im Kreis Balerna im Bezirk Mendrisio des Kantons Tessin in der Schweiz.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Nachbargemeinden von Balerna sind Chiasso, Morbio Inferiore, Castel San Pietro, Coldrerio und Novazzano. Sie ist ein Vorort von Chiasso. Der Güterbahnhof von Chiasso liegt teilweise auf Gemeindegebiet.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

865 bildete Das Dorf zusammen mit dem benachbarten Castel San Pietro ein concilium (Nachbarschaft). Im 12. Jahrhundert besassen geistliche Zehntherren (decimani) sowie das Kloster Sant’Abbondio in Como Grundrechte in Balerna, Die 1115 erstmals Barerna erwähnte Gemeinde besteht aus den Siedlungen Caslaccio, Mercole, Sant’Antonio, Bisio, Pontegana und Passeggiata. Im 13. Jahrhundert stand Balerna zunächst in Abhängigkeit der Stadt Como (Quartier Porta Sala), später in jener des Bischof. Mit Como geriet Balerna 1335 unter die Herrschaft der Mailänder Visconti, auf die Franchino Rusca folgte.

Den Mailändern folgten 1512 die Eidgenossen, die es mit Mendrisio zu einer Vogtei vereinigten, in der Balerna seine wiederholt bestätigten Privilegien behaupten konnte. Bis 1573 hatte der Vogt in Balerna einen Gerichtshof, in den Balerna zwei plebani und Mendrisio zwei reggenti abordnete. 1798 sollte Balerna der Cisalpinische Republik zugeschlagen werden, doch sprach sich Balerna in einer Abstimmung für die Schweiz aus. Im Dekret von Aarau vom 30. Mai 1798 wurde Balerna zusammen mit Mendrisio der Helvetische Republik angeschlossen.[2]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Einwohner
1652 341
1723 422
1801 518
1850 889
1900 1612
1950 2625
1970 3885
1990 3418
2000 3415
2011 3331

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Einwohner sind zu 6 % in der Agrarwirtschaft, zu 20 % in der Industrie sowie 78 % im tertiären Sektor tätig (Stand 1990).

  • Das 1913 gegründete im Chemikalienhandel und Mineralölhandel tätiges Familienunternehmen «ECSA Centonze Gruppe»[3] und
  • die Scheideanstalt Valcambi haben dort ihren Sitz.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Komplex der Stiftskirche San Vittore stammt aus dem 17. Jahrhundert, ihre Absiden jedoch wahrscheinlich aus dem 13. Jahrhundert; sie enthält Fresken, die Pier Francesco Mazzucchelli genannt Morazzone zugeschrieben werden; die Fassade stammt aus dem Jahr 1709 nach einem Plan von Agostino Silva; der Kirchturm wurde 1658–1661 gebaut.[4]
  • Kirche San Giovanni Battista e della Vergine[4]
  • Villa vescovile genannt Belvedere[4]
  • Erzpriestershaus und Alte Nunziatura; der bischöfliche Palast wurde vom Bischof Francesco Bonesana († 1709) nach dem Plan von Carlo Silva errichtet.[4]
  • Ruine Schloss Pontegana in Castellazzo bei Pontegana, von dem noch die Spuren eines Turms stehen. Das Schloss, das auf die Gallierzeit zurückreichen soll, wurde wahrscheinlich um 1350 von Bonifazio Quadri, dem Bischof von Como restauriert; es bestand noch 1403.[5]

Kultur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Museo del Caffè (Chicco d’Oro)[6]
  • Associazione dei Librai della Svizzera Italiana (ALSI)[7]
  • Associazione Cultura Popolare[8]

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der S.C. Balerna[9] ist ein Fussballverein, der 2015 in der 2. Liga der Federazione Ticinese di Calcio spielt.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Celestino Trezzini: Balerna In: Historisch-Biographisches Lexikon der Schweiz, Band 1, Ardutius–Basel Neuenburg 1921, S. 545. (abgerufen am 15. Juni 2017).
  • Rolando Gandolfi: Ricerche micropaleontologiche e stratigrafiche sulla Scaglia e sul Flysch cretacici dei dintorni di Balerna (Canton Ticino). Milano, 1942.[10]
  • Giuseppe Martinola (Hrsg.): Invito al Mendrisiotto. Lions Club del Mendrisiotto, Bellinzona 1965, S. 34–37.
  • Giuseppe Martinola: Inventario d’arte del Mendrisiotto. Band I, Edizioni dello Stato, Bellinzona 1975, S. 33-72.
  • Simona Martinoli und andere: Guida d’arte della Svizzera italiana. Edizioni Casagrande, Bellinzona 2007.
  • Nicoletta Ossanna Cavadini (Hrsg.): Il cimitero monumentale di Balerna. Comune di Balerna, Edizioni Casagrande, Bellinzona 2009.
  • Stefania Bianchi: Balerna. In: Historisches Lexikon der Schweiz.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Balerna – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ständige und nichtständige Wohnbevölkerung nach institutionellen Gliederungen, Geschlecht, Staatsangehörigkeit und Alter (Ständige Wohnbevölkerung). In: bfs.admin.ch. Bundesamt für Statistik (BFS), 29. August 2017, abgerufen am 20. September 2017.
  2. Stefania Bianchi: Balerna. In: Historisches Lexikon der Schweiz.
  3. ECSA Centonze Gruppe in portal.dnb.de (abgerufen am: 2. Juni 2016)
  4. a b c d Simona Martinoli und andere: Guida d’arte della Svizzera italiana. Hrsg. von der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte GSK, Edizioni Casagrande, Bellinzona 2007, ISBN 978-88-7713-482-0, S. 451–465.
  5. Balerna auf biblio.unibe.ch/digibern/hist_bibliog_lexikon_schweiz (abgerufen am 31. Mai 2017).
  6. Museo del Caffè
  7. Associazione dei Librai della Svizzera Italiana (ALSI)
  8. Associazione Cultura Popolare
  9. Website: Sport Club Balerna
  10. Rolando Gandolfi: Ricerche micropaleontologiche e stratigrafiche... in portal.dnb.de (abgerufen am: 2. Juni 2016)