Baturyn

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Baturyn
Батурин
Wappen von Baturyn
Baturyn (Ukraine)
Baturyn
Baturyn
Basisdaten
Oblast: Oblast Tschernihiw
Rajon: Rajon Bachmatsch
Höhe: keine Angabe
Fläche: 700,00 km²
Einwohner: 3.066 (2004)
Bevölkerungsdichte: 4 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 16512-16513
Vorwahl: +380 4635
Geographische Lage: 51° 20′ N, 32° 52′ OKoordinaten: 51° 20′ 0″ N, 32° 52′ 0″ O
KOATUU: 7420355300
Verwaltungsgliederung: 1 Siedlung städtischen Typs
Bürgermeister: Mychajlo Iwaschtschenko
Adresse: вул. Центральна 30
16512 смт. Батурин
Statistische Informationen
Baturyn (Oblast Tschernihiw)
Baturyn
Baturyn
i1

Baturyn (ukrainisch Батурин; russisch Батурин/Baturin) ist eine Siedlung städtischen Typs in der nordukrainischen Oblast Tschernihiw (Rajon Bachmatsch) mit 3066 Einwohnern (2004). Der Ort liegt am linken Ufer des Flusses Seim.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Siedlung soll aus einer Befestigungsanlage entstanden sein, welche der Großfürst von Tschernihiw dort errichtet hatte. Erstmals namentlich erwähnt wird Baturyn in Dokumenten aus dem 17. Jahrhundert. Nach der Lossagung der Kosaken von Polen-Litauen wurde 1648 Baturyn zu einem regionalen Zentrum einer Kosakeneinheit (sotnja). Zwischen 1669 und 1708 war Baturyn die Hauptstadt des Hetmanats, einer autonomen Kosakenrepublik, welche mit dem Russischen Kaiserreich verbunden war.

Festung Baturyn

Unter der Herrschaft des Atamans Iwan Masepa wuchs der Ort schnell auf 20.000 Menschen an. Damals verfügte Baturyn über 40 Kirchen und Kapellen, zwei Klöster und ein Kolleg für Staatsbedienstete und Diplomaten. Im Zuge des Großen Nordischen Krieges, in welchem sich Teile der Kosaken unter Masepas Führung gegen die Russen mit Schweden unter Karl XII. verbunden hatten, wurde die Stadt von der russischen Armee unter Menschikow bis auf die Grundmauern zerstört. Hierbei sollen etwa 6.000 Einwohner und Verteidiger das Leben verloren haben.

Der Ort wurde erst in den 1750ern wiederaufgebaut und war unter dem Hetman Kyrylo Hryhorowytsch Rosumowskyj noch einmal Hauptstadt eines Hetmanats, bis die russische Zarin Katharina die Große den Kosakenstaat 1764 auflöste. Nach dem Tod Rosumowskyjs verlor der Ort an Bedeutung, so dass er heute eine kleine Siedlung ist, deren Einwohner überwiegend von der Landwirtschaft leben. Der 2009 renovierte Barockpalast Rosumowskyjs (Architekt Antonio Rinaldi) ist noch vorhanden.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Baturyn – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien