Santander Consumer Bank (Deutschland)

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  Santander Consumer Bank AG
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Hauptverwaltung in Mönchengladbach
Hauptverwaltung in Mönchengladbach
Staat Deutschland
Sitz Mönchengladbach
Rechtsform Aktiengesellschaft
Bankleitzahl 310 108 33[1]
BIC CCBA DE31 XXX[1]
Gründung 20. August 1957
Website www.santander.de
Geschäftsdaten 2015[2]
Bilanzsumme 42,1 Mrd. Euro
Einlagen 24,8 Mrd. Euro
Kundenkredite 30,0 Mrd. Euro
Mitarbeiter 3.800
Geschäftsstellen 324
Leitung
Vorstand Ulrich Leuschner (Vors.)
Oliver Burda (stv. Vors.)
Walter Donat
José María Echanove
Thomas Hanswillemenke
Jochen Klöpper
Arnd Verleger
Aufsichtsrat Gerd Schumeckers (Vors.)

Die Santander Consumer Bank AG ist ein deutsches Kreditinstitut nach deutschem Recht in der Rechtsform einer Aktiengesellschaft mit Hauptverwaltung in Mönchengladbach. Sie ist eine hundertprozentige Tochter der spanischen Banco Santander S.A.

Die Santander-Gruppe gehört mit über 121 Millionen Kunden[3] und Präsenz in mehr als 40 Ländern zu den größten Banken der Welt. In Deutschland ist die Bank mit der Santander Consumer Bank (Ratenkredite), der Santander Bank (Retail Banking) und der Santander Direkt Bank (Online) vertreten. Die Santander Consumer Bank weist einen Kreditbestand in Höhe von 30,0 Milliarden Euro auf (lt. Geschäftsbericht 2015)[4] und hat rund 6,1 Millionen Kunden.

Das Geschäftsmodell der Santander Consumer Bank stützt sich auf drei Säulen: das Privatkundengeschäft, die Kfz-Finanzierung und die Konsumgüterfinanzierung. Die Santander Consumer Bank AG ist die größte herstellerunabhängige Bank im Bereich Auto, Motorrad, und (Motor-)Caravan und unterhält zehn Händler-Vertriebs-Center in den Ballungsräumen Hamburg, Frankfurt, Leipzig, München, Hannover, Berlin, Stuttgart und Mönchengladbach. Das Konsumentenkreditgeschäft konzentriert sich auf die Handelssparten Unterhaltungselektronik, Computer und Möbel.

Die Santander Consumer Bank AG unterhält in Deutschland nach der Übernahme des deutschen Privatkundengeschäftes der SEB[5] 324 Filialen (Stand 31. Dezember 2015). Daneben gibt es eine Zweigniederlassung der Santander Direkt Bank in Mönchengladbach. Sämtliche Bankdienstleistungen werden auch direkt via Online- und Telefon-Banking angeboten. Insgesamt beschäftigt Santander in Deutschland rund 3.800 Mitarbeiter.

Die Santander Consumer Bank AG ist Mitglied im Cashpool, im Bankenfachverband e.V., in der Bankenarbeitsgemeinschaft e.V. und im Verband deutscher Pfandbriefbanken. Santander ist dem Einlagensicherungsfonds[6] des Bundesverbands deutscher Banken angeschlossen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Historisches Firmenlogo

Die Bank wurde 1957 als Curt Briechle KG Absatzfinanzierung vom gleichnamigen Kaufmann in Mönchengladbach als Absatzfinanzierungsgesellschaft für Autos gegründet. Im Jahr 1968 wurde das Unternehmen in eine Aktiengesellschaft umgewandelt und in Bankhaus Centrale Credit AG umfirmiert.

1987 erwarb die spanische Großbank Banco Santander Central Hispano (BSCH) die Bank zu 100 % und benannte sie in CC-Bank AG um. Im Jahr 1988 erwarb die Royal Bank of Scotland 50 % der Aktien der CC-Bank. Im Jahr 1996 kaufte die Santander Central Hispano die Aktien von der Royal Bank of Scotland wieder zurück.

2002 fusionierte die in Köln beheimatete AKB Privat- und Handelsbank mit der CC-Bank AG. Die Kölner Hauptverwaltung der AKB am Friesenplatz wurde aufgelöst. Im Jahr 2003 wurde die ebenfalls zur BSCH-Gruppe gehörenden Santander Direkt Bank AG aus Frankfurt mit der CC-Bank verschmolzen.

Zum 1. Oktober 2004 wurde der Marktauftritt der Bank an das Corporate Design der spanischen Muttergesellschaft angepasst. Seitdem hieß die Marke Santander Consumer CC-Bank; die offizielle Firmierung lautete zunächst weiterhin CC-Bank AG. Im August 2007 erfolgte die offizielle Umfirmierung im Handelsregister zur Santander Consumer Bank AG.

Am 1. Juli 2008 verkaufte die Royal Bank of Scotland ihre Konsumentenkreditgeschäftseinheit "ECF" (European Consumer Finance) an die Santander Consumer Finance. Darunter fiel auch die RBS (RD Europe) GmbH mit Niederlassungen in Ratingen (Deutschland), Houten (Niederlande), Merelbeke (Belgien) und Wien (Österreich), welche nun organisatorisch zur deutschen Santander Consumer Holding GmbH gehören. Durch den Kauf wurde auch die Handelsmarke ComfortCard in den genannten Ländern übernommen.[7]

Zum 1. Juli 2009 ging die bereits im November 2008 erworbene GE Money Bank GmbH aus Hannover in der Santander Consumer Bank auf.

Im Juli 2010 wurde bekannt, dass das deutsche Privatkundengeschäft der SEB an Banco Santander verkauft wird.[8] Der Kaufpreis für die 173 SEB-Filialen betrug 555 Millionen Euro. Zum 31. Januar 2011 ging das Privatkundengeschäft mit etwa 1 Million Kunden und etwa 2.400 Mitarbeitern an Santander über und firmiert nun unter "Santander Bank - Zweigniederlassung der Santander Consumer Bank AG".

Neubau der Hauptverwaltung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Da nach der Fusion mit der AKB Bank die Mitarbeiterzahl auf über 1.300 stieg und diese an fünf verschiedenen Standorten in Mönchengladbach arbeiteten, wurde ab 2005 an der Karmannsstraße in Mönchengladbach eine neue zentrale Hauptverwaltung gebaut. Bis Mitte 2007 waren alle Umzüge abgeschlossen. In dem von den Architekten Hentrich-Petschnigg & Partner geplanten Gebäude[9] sollen die Mitarbeiter der Santander Consumer Bank mit dem sogenannten New-Work-Konzept arbeiten. Dabei ist den Mitarbeitern kein fester Arbeitsplatz mehr zugewiesen; sie müssen sich morgens einen freien Schreibtisch „suchen“.[10] Aktuell sind dort rund 1.500 Mitarbeiter beschäftigt.

Im September 2013 fiel die Entscheidung, die zahlreichen, über das gesamte Stadtgebiet verstreuten Aufgabenbereiche der konzerneigenen Gesellschaften der Santander Consumer Bank, in einem weiteren Gebäude zu vereinen. Nach der Grundsteinlegung am 10. Dezember 2013 entstand für rund 48 Mio. Euro auf einem 18.000 Quadratmeter großen Grundstück an der Madrider Straße im Nordpark in Sichtweite des Mönchengladbacher Stadions ein Gebäudekomplex mit einer Büronutzfläche von 22.700 Quadratmetern.[11]

Nach rund zweijähriger Bauzeit bezogen im September 2015 die ersten 50 Beschäftigten das neue Gebäude. Die offizielle Schlüsselübergabe erfolgte am 30. Oktober 2015 im Beisein von Mönchengladbachs Oberbürgermeister Hans Wilhelm Reiners. Bis Ende 2015 werden rund 1.500 Mitarbeiter der konzerneigenen Gesellschaften sowie der Bereich Operations der Santander Consumer Bank den Neubau bezogen haben.[12]

Investor und Bauherr des Santander-Gebäudes ist die W. P. Carey Inc., errichtet wurde der Bau vom österreichischen Bauunternehmen Porr GmbH.[13] Mit seinen großflächigen Glasfronten, dem markanten roten Schriftzug auf schwarzem Grund und dem Mix aus offen angelegten Bürolandschaften, Schulungsräumen und Chill-out-Zonen ist der neue Gebäudekomplex architektonisch an die Unternehmenszentrale am Santander-Platz angelehnt.[14]

Engagement[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bank unterhält nach eigenen Angaben im globalen Unternehmensbereich „Santander Universidades“ Partnerschaften mit mehr als 1.200 akademischen Institutionen in 20 Ländern weltweit, darunter den deutschen Universitäten Bremen, Heidelberg, Köln, der Humboldt-Universität zu Berlin, der Goethe-Universität Frankfurt, der Justus-Liebig-Universität Gießen, der Georg-August-Universität Göttingen, der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster, der Universität des Saarlandes, der Eberhard Karls Universität Tübingen sowie der Hochschule Niederrhein.[15] Santander finanziert den Ausbau der nationalen und internationalen Mobilität, unterstützt Forschungsprojekte und sponsert Stipendien.[16]

Auszeichnungen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Beim „BankenMonitor 2015“ der Fachzeitschrift Autohaus gewann die Santander Consumer Bank in der Kategorie „Unabhängige Autobanken“ den ersten Platz und Platz drei der Gesamtwertung.[17]
  • markt intern: Zum elften Mal in Folge wählen Automobilhändler die Santander Consumer Bank zur „Besten Autobank 2015“[18]
  • Gütesiegel Fair Company des Job- und Wirtschaftsmagazins Karriere der Verlagsgruppe Handelsblatt[19]
  • Die IHK Mittlerer Niederrhein zählte die Santander Consumer Bank Mönchengladbach mehrfach zu den besten IHK-Ausbildungsbetrieben der Region[20]

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Santander Consumer Bank ist kein Mitglied im Arbeitgeberverband des privaten Bankgewerbes und somit nicht an Tarifverträge gebunden. Bei Santander herrscht nach Gewerkschaftsangaben ein "Wildwuchs von unterschiedlichen Vergütungen", der in den letzten Jahren durch die Zukäufe von Banken entstanden sei.[21] Knapp ein Drittel der Arbeitnehmer seien in einer hauseigenen Leiharbeitsfirma und ausgelagerten Tochtergesellschaften beschäftigt.[22] Laut Jörg Reinbrecht vom ver.di-Fachbereich Finanzdienstleistungen gebe es „sogar Beschäftigte, die nur auf Provisionsbasis arbeiten […] Sie arbeiten in kleinen Filialen, die nur Kredite verkaufen, nichts anderes“.[22] Die Bank bestreitet dies.

Die Gewerkschaft ver.di verhandelte seit Februar 2012 mit Santander über einen Haustarifvertrag. Insbesondere die von SEB übernommenen Beschäftigten forderten die Weitergeltung ihres Tarifvertrags für alle Santander-Mitarbeiter.[22] Im April 2013 kam es nach 14 Monaten Verhandlungsdauer zu einer Einigung zwischen Santander und ver.di. Für die Beschäftigten in den Filialen trat rückwirkend zum 1. April 2013 ein Tarifvertrag in Kraft.[23] Für die Beschäftigten in den Hauptverwaltungen gilt weiterhin kein Tarifvertrag; die Santander Consumer Bank hat sich für 2014 zu Tarifverhandlungen mit ver.di verpflichtet.[23]

Santander rückte im Frühjahr 2012 vom kostenlosen Girokonto ab und verlangte von einem Teil der Kunden wieder Kontoführungsgebühren.[24] Die Information der betroffenen Kunden wurde als Marketingaktion verpackt.[25][26][27] In einem Urteil vom November 2012[28] sah das Landgericht Mönchengladbach in der Vorgehensweise der Bank eine Irreführung der Kunden,[29] eine Vertragsänderung bedürfe der ausdrücklichen Zustimmung des Kunden.[30]

Verbraucherschützer kritisieren außerdem unzulässige Gebühren für Kredite.[31][32] So verlange Santander bei Ratenkrediten Bearbeitungsgebühren in Höhe von bis zu 3,5 Prozent der Kreditsumme.[33][34] Inzwischen liegen wegen Kreditbearbeitungsgebühren mehrere Gerichtsurteile auch gegen Santander vor.[34] Verbraucherschützer haben wegen der Vielzahl der Betroffenen eine Schutzgemeinschaft für Bankkunden organisiert, die in 150 Fällen bereits Klagen gegen Banken zur Rückzahlung der Gebühren erhoben hat.[35]

Verbraucherschützer kritisierten 2015 unberechtigte und unzulässig hohe Gebühren für Adressermittlungen, Mahnungen und geplatzte Lastschriften.[36]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Stammdaten des Kreditinstitutes bei der Deutschen Bundesbank
  2. Santander Consumer Bank: Geschäftsbericht 2015
  3. http://www.santanderannualreport.com/2013/en/annual-report/business-model.html
  4. Santander Consumer Bank: Geschäftsbericht 2015
  5. Santander Consumer Bank übernimmt deutschen Retailbankbereich von SEB zum 31. Januar 2011 Santander-Pressemitteilung
  6. Abfrage der Sicherungsgrenze der Einlagensicherung Bundesverband deutscher Banken e.V.
  7. ComfortCard Deutschland (Memento vom 16. Oktober 2012 im Internet Archive)
  8. SEB-Übernahme: Santander kauft sich ein Sorgenkind Handelsblatt vom 12. Juli 2010
  9. Verwaltungsbau der Santander Consumer Bank Webseite der Architekten Hentrich-Petschnigg & Partner GmbH + Co. KG
  10. Santander Bank: Jeden Tag an einem anderen Schreibtisch Rheinische Post vom 19. August 2010
  11. [1] Rheinische Postvom 11. Dezember 2013; abgerufen am 27. November 2015
  12. [2] Rheinische Postvom 31. Oktober 2015; abgerufen am 27. November 2015
  13. [3] Rheinische Postvom 31. Oktober 2015; abgerufen am 27. November 2015
  14. [4] Rheinische Post vom 6. Juli 2015; abgerufen am 27. November 2015
  15. [5] Universität Gießen vom 18. November 2015; abgerufen am 30. November 2015
  16. „Santander Universitäten“ 2015; Abgerufen am 30. November 2015.
  17. 10. Autohaus BankenMonitor: Auf hohem Niveau, Autohaus (Fachzeitschrift), 9. Juli 2015
  18. Autobanken 2015, markt intern
  19. [6]
  20. Beste Ausbildungsbetriebe 2015 (PDF; 41 kB), IHK Mittlerer Niederrhein
  21. Santander Consumer Bank Web-Dossier des ver.di-Fachbereichs Banken
  22. a b c Riesengewinne und Lohndrückerei. ver.di fordert gleichen Lohn für gleiche Arbeit – auch bei der Santander Consumer Bank Ver.di PUBLIK 06/2012
  23. a b Geschafft! Arbeitsbedingungen tariflich gesichert!, ver.di-Fachbereich Banken
  24. Girokonto: Banken erhöhen heimlich die Gebühren, Handelsblatt, 18. Oktober 2012
  25. Banken verabschieden sich von ihren Gratis-Konten Die Welt vom 22. Oktober 2012
  26. Von wegen "kostenlos" – Wie Banken beim Girokonto tricksen, Westdeutsche Allgemeine Zeitung, 4. November 2012
  27. Das Märchen vom kostenlosen Konto Die Welt vom 21. November 2012
  28. LG Mönchengladbach – Urteil vom 26. November 2012 – Az. 8 O 62/12, Openjur
  29. Jan Drebes: Was Bankkunden bei kostenfreien Girokonten beachten müssen Rheinische Post, 21. Dezember 2012
  30. Bank darf Gratis-Konto nicht einfach umstellen, Handelsblatt, 29. November 2012
  31. Elisabeth Ihme: Unzulässige Kreditgebühren – Verbraucherzentralen: Banken sträuben sich gegen Rückzahlung (Memento vom 19. April 2013 im Internet Archive), MDR Info, 16. April 2013
  32. Banken: Illegale Gebühren für Kredite Verbraucher-Magazin Guter Rat vom 12. Oktober 2012
  33. Wie Kunden beim Kredit Tausende Euro sparen: Vorsicht vor den versteckten Gebühren Handelsblatt, 20. Dezember 2011
  34. a b Amtsgericht Offenbach: Urteil vom 04.07.2012, Aktenzeichen: 380 C 33/12 (PDF; 1,9 MB) Urteil zu einem Santander-Kreditvertrag
  35. Kreditbearbeitungsgebühren: Banken in der Schuld Stiftung Warentest, test.de, 17. Januar 2013
  36. Tobias Lill: Hohe Bankentgelte: Geringverdiener in der Gebührenfalle, Spiegel Online, 7. Mai 2015

Koordinaten: 51° 11′ 42″ N, 6° 25′ 23″ O