Christine Strobl (Medienmanagerin)

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Christine Strobl (* 5. August 1971[1] als Christine Schäuble) ist eine deutsche Juristin und Medienmanagerin.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Strobl wurde 1971 als ältestes Kind des Politikers Wolfgang Schäuble (CDU) und seiner Frau Ingeborg, einer Volkswirtin, geboren und hat drei jüngere Geschwister.[2] Seit 1996 ist sie mit dem CDU-Politiker Thomas Strobl verheiratet. Auch Christine Strobl ist langjähriges CDU-Mitglied; Ende der 1980er Jahre war sie in die Junge Union (JU) eingetreten.[3]

SWR[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem erfolgreich abgeschlossenen Studium der Rechtswissenschaft kam Strobl 1999 als Volljuristin zum Südwestrundfunk (SWR), wo sie zunächst ein Traineeprogramm durchlief. Nach Stationen beim Hörfunkprogramm SWR4 Baden-Württemberg und bei der SWR-Intendanz in Stuttgart wurde sie erst Personal- und Etatreferentin und 2007 Leiterin der AbteilungKinder- und Familienprogramm Fernsehen“. Als eine ihrer Leistungen gilt die Modernisierung des Tigerenten-Clubs.[4]

Der Verwaltungsrat des SWR unter dem Vorsitz des Landtagsabgeordneten Ulrich Müller (CDU) berief Christine Strobl zum 1. Februar 2011 schließlich zur Fernsehfilmchefin des Senders. Sie folgte auf Carl Bergengruen, der zu Studio Hamburg wechselte. Die Ankündigung ihrer Berufung sorgte für eine öffentliche Debatte, in der dem SWR-Intendanten Peter Boudgoust vorgeworfen wurde, er habe Strobl aufgrund ihrer familiären Beziehungen zu hochrangigen CDU-Politikern berufen, um seine ebenfalls 2011 anstehende Wiederwahl zu sichern.[5]

Degeto[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Juli 2012 wurde Strobl Programmgeschäftsführerin der ARD-Einkaufs- und Produktionstochter Degeto Film in Frankfurt am Main. Strobl wurde Nachfolgerin von Bettina Reitz, die nach einer kurzen Interimszeit bei der Degeto Fernsehchefin beim Bayerischen Rundfunk (BR) wurde. Der langjährige Degeto-Geschäftsführer Hans-Wolfgang Jurgan war im November 2011 mit sofortiger Wirkung von seinen Aufgaben entbunden und in den Ruhestand versetzt worden, nachdem er in den vorangegangenen Jahren das Budget deutlich überzogen, den Produktionsetat bis ins Jahr 2014 verplant und damit neue Filmproduktionen blockiert sowie Liquiditätsprobleme heraufbeschworen hatte.[6] Eine Prüfung durch die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG und die Revision des WDR hatte „gravierende organisatorische Mängel“ bei der Degeto ergeben. Das Unternehmen hat mit einem Jahresetat von 400 Millionen Euro – davon rund 250 Millionen für Eigenproduktionen – und mit rund 80 Mitarbeitern eine große Bedeutung für die deutsche Filmwirtschaft. Strobl nahm im Unternehmen große strukturelle Veränderungen bei Arbeitsabläufen und Unternehmenstransparenz sowie der Vernetzung mit den Landesrundfunkanstalten in Angriff, die sie bis Anfang 2015 abschließen konnte.[7]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Christine Strobl wird Fernsehfilmchefin beim SWR. Abteilungsleiterin Familienprogramm wird Nachfolgerin von Carl Bergengruen. In: SWR.de. Südwestrundfunk, 19. November 2010, abgerufen am 7. Dezember 2014.
  2. Wolfgang Schäuble b. 18 September 1942. Person:390826. In: Rodovid. Abgerufen am 26. August 2015 (Stammbaum-Wiki).
  3. Anne Kunze: Neue Degeto-Chefin: Fluch und Segen. In: Zeit Online. 12. August 2012, S. 2, abgerufen am 26. August 2015.
  4. pak: Neue Chefin für die ARD-Tochter Degeto – Niveau für's Melodram. In: Süddeutsche Zeitung. SZ.de, 5. März 2012, S. 2, abgerufen am 26. August 2015.
  5. Frank Krause: Ärger beim SWR – Bekannter Name als Belastung. Schäuble-Tochter als SWR-Fernsehspielchefin: Normale Personalie oder Mauschelei? In: Stuttgarter Nachrichten online. Stuttgarter Nachrichten Verlagsgesellschaft, 17. November 2010, abgerufen am 26. August 2015.
  6. teleschau – der mediendienst: Schäuble-Tochter Christine Strobl wird Degeto-Chefin. (Nicht mehr online verfügbar.) In: Heilbronner Stimme. stimme.de, 8. März 2012, ehemals im Original; abgerufen am 26. August 2015.@1@2Vorlage:Toter Link/www.stimme.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiveni Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  7. kressreport: ARD Degeto: „Wir sind da, wo ich immer hin wollte.“ Interview. 10. Juli 2015, S. 18–20, Zusammenfassung.