Deutsch-Amerikanisches Volksfest

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Eröffnungsfeier des Deutsch-Amerikanischen Volksfestes, 2008

Das Deutsch-Amerikanische Volksfest in Berlin ist eines der meistbesuchten Volksfeste der Stadt. Es findet seit 1961 im Ortsteil Zehlendorf statt. Jedes Jahr von Ende Juli bis Mitte August wird ein Rummel aufgebaut. Attraktion ist die mobile Westernstadt. In amerikanischem Flair werden an zahlreichen Ständen Spezialitäten aus den USA angeboten. Das Volksfest ist das offizielle Bezirksfest des Bezirks Steglitz-Zehlendorf und wird unter der Schirmherrschaft der amerikanischen Botschaft veranstaltet.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gelände, auf dem das Deutsch-Amerikanische Volksfest bis 2010 stattfand – die „Truman Plaza“ – liegt im ehemaligen amerikanischen Sektor an der Clayallee in Höhe des Hüttenwegs. Es gehört zum Ortsteil Dahlem im Bezirk Steglitz-Zehlendorf und befindet sich unweit des U-Bahnhofs Oskar-Helene-Heim. Nördlich des ehemaligen Festgeländes befindet sich das Alliiertenmuseum, gegenüber liegt das Konsulat der Vereinigten Staaten. Bebauungspläne der Truman-Plaza zwangen die Veranstalter, den Standort des Volksfestes ab 2011 zu verlagern. Ursprünglich waren andere Plätze im Süden Berlins im Fokus, beispielsweise das Gelände des ehemaligen Flughafens Tempelhof. Im April 2011 wurde bekannt, dass die jährlichen Volksfeste künftig auf dem Festplatz am Hauptbahnhof an der Heidestraße 30 im Ortsteil Moabit (Bezirk Mitte) stattfinden werden.[1]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das erste Deutsch-Amerikanische Volksfest wurde am 29. Juli 1961 eröffnet und endete am 13. August, dem Tag an dem die Berliner Mauer gebaut wurde.[2] Anfangs nahm das Volksfest jährlich an Bedeutung und Größe zu und erreicht heute Besucherzahlen von mehr als 500.000. Das Volksfest wurde vom Public Affairs Office der US-amerikanischen Streitkräfte sogar als wichtiger Baustein für die Deutsch-Amerikanische Freundschaft eingeschätzt.[2] Anlässlich des 40-jährigen Jubiläums der Städtepartnerschaft Berlins mit Los Angeles (2007) wurde eigens das Thema und Kulturprogramm unter das Motto gestellt.[3] Zum 60-jährigen Jubiläum der Berliner Luftbrücke (2008) fand ein Teil des Festprogramms der Stadt Berlin auf dem Deutsch-Amerikanischen Volksfest statt. So wurde eine eigene Ausstellung mit Zeitzeugen, zahlreichen Fotografien und originalen CARE-Paketen auf dem Festgelände aufgebaut.[4]

Bedeutung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neben anderen Veranstaltungen wie dem Deutsch-Französischen Volksfest hat es seinen festen Platz in der Reihe der Volksfeste in Berlin. Die Veranstaltung wird von dem Amerikaner Richard Simmons organisiert.[5] Nach dem Abzug der Alliierten und damit auch der US-amerikanischen Streitkräfte aus Berlin ist das Volksfest ein wichtiger Bestandteil im Veranstaltungsprogramm geblieben.

Themen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jährlich wird der Themenschwerpunkt einer bestimmten Regionen in den USA zugeordnet, der in einer aufgebauten „Mainstreet“ – der Hauptstraße einer amerikanischen Westernstadt – repräsentiert wird. Dies geschieht in Zusammenarbeit mit dem Fremdenverkehrsamt der jeweiligen Region.

Themen des Deutsch-Amerikanischen Volksfests[6]
Nummer Jahr Thema
01. 1961 ohne Thema
02. 1962 Laramie Town
03. 1963 Old Santa Fe
04. 1964 Mayflower
05. 1965 Sacramento
06. 1966 Alamo
07. 1967 St. Augustine
08. 1968 New Orleans
09. 1969 Los Angeles – Bridge to the Stars
10. 1970 The Old Wild West
11. 1971 The Wild West
12. 1972 Hawaii
13. 1973 Las Vegas
14. 1974 San Antonio
15. 1975 Coast to Coast
16. 1976 Spirit of ’76 – Birth of a Nation
17. 1977 Tombstone, Arizona
18. 1978 Old San Francisco
19. 1979 Oklahoma
20. 1980 American Railroads
21. 1981 Dakota Badlands
22. 1982 Northwest Wilderness
23. 1983 The Mighty Mississippi
24. 1984 California – Land of Contrasts
25. 1985 The American Frontier
26. 1986 Broadway in Berlin
27. 1987 Amerika grüßt Berlin
28. 1988 Dallas in Dahlem
29. 1989 Mardi Gras in New Orleans
30. 1990 Alaska
31. 1991 The Native Americans
32. 1992 Singing USA – Memphis
33. 1993 Reno, Nevada
34. 1994 Montana – Big Sky Country
35. 1995 Texas
36. 1996 Massachusetts
37. 1997 Wisconsin
38. 1998 Arizona
39. 1999 Southwest USAOklahoma, Arizona, Colorado und New Mexico
40. 2000 Rodeo USA
41. 2001 Rodeo Country USA
42. 2002 Florida – The Sunshine State
43. 2003 The Great Lakes
44. 2004 Deep South
45. 2005 New York
46. 2006 New Mexico
47. 2007 Los Angeles – 40 Jahre Städtepartnerschaft mit Berlin
48. 2008 MassachusettsIndian Summer in Berlin
49. 2009 Washington & OregonPacific Wonderland
50. 2010 50 Jahre – 50 Volksfeste
51. 2011 Discover America!
52. 2012 New York, Florida, California & Wild West zu Gast in der Hauptstadt
53. 2013 New York, Florida, California & Wild West zu Gast in der Hauptstadt

Charakter der Veranstaltung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mainstreet[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Mainstreet repräsentiert eine Hauptstraße einer typischen amerikanischen Kleinstadt. Zu typischen amerikanischen Gerichten wie Cheeseburger, Hot Dogs und T-Bone-Steaks werden regionale Spezialitäten des jeweiligen Staates angeboten. Jede Region wird durch das dortige Fremdenverkehrsamt durch ein Touristoffice repräsentiert.

Bühnenprogramm[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zusätzlich treten jedes Jahr Künstler aus der Region auf. So besuchten bereits Mariachis, Indianergruppen oder eine Jazzband aus Los Angeles (New West Guitar) die Veranstaltung und traten auf der Bühne auf. Die Musik spielt auf dem Deutsch-Amerikanischen Volksfest eine wichtige Rolle. Nach Angaben des Veranstalters werden über 300 Stunden Bühnenprogramm geboten. Am Festzelt gibt es Bullriding. Darüber hinaus werden Mister- und Misswahlen abgehalten. Jeden Dienstag wird ein „Bikerday“ veranstaltet, an dem Motorradfahrer ihre Maschinen zur Schau stellen. Der Corvetteclub Berlin-Brandenburg trifft sich hier und stellt die Autos der Vereinsmitglieder aus.

Rummel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Daneben bestimmen klassische Elemente wie Fahrgeschäfte (unter anderem ein Riesenrad, eine Wildwasserbahn und mehrere Karussells), Rummelbuden und Gastronomiestände den Charakter des Volksfestes.

Weitere amerikanische Volksfeste in Deutschland[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auch in anderen Städten Deutschlands gibt es Deutsch-Amerikanische Volksfeste, beispielsweise in Vilseck, Hohenfels, Grafenwöhr, Wiesbaden, Bremerhaven und München (hier das „Little Oktoberfest“ als Nachfolger des dortigen Deutsch-Amerikanischen Volksfestes).

Deutsch-Amerikanisches Volksfest Grafenwöhr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Deutsch-Amerikanische Volksfest Grafenwöhr findet jedes Jahr am ersten August-Wochenende auf dem Truppenübungsplatz Grafenwöhr im Camp Kasserine statt. Mehr als 110.00 Menschen besuchten im Jahr 2014 das Volksfest. Die Einnahmen werden vom Deutsch-Amerikanischen Gemeinsamen Ausschuss Grafenwöhr verwaltet und gemeinnützigen Zwecken zugeführt. Auch am Südrand des Truppenübungsplatzes Grafenwöhr findet jedes Jahr das Volksfest Vilseck statt und wird von örtlichen Deutsch-Amerikanischen Kontaktclub organisiert.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Deutsch-Amerikanisches Volksfest – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Mitte: Deutsch-Amerikanisches Volksfest an der Heidestraße. In: Berliner Morgenpost vom 11. April 2011
  2. a b From Duppel to Truman Plaza, Gabriele Heidenfelder
  3. Der Regierende Bürgermeister von Berlin
  4. Stadtkind Blog. Der Tagesspiegel
  5. Berliner Morgenpost
  6. Angaben des Veranstalters

Koordinaten: 52° 27′ 10″ N, 13° 16′ 13″ O