Dunja Hayali

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Dunja Hayali beim Deutschen Radiopreis 2016

Dunja Hayali (* 6. Juni 1974 in Datteln) ist eine deutsche Journalistin und Fernsehmoderatorin.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Herkunft, Jugend, Ausbildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dunja Hayali ist Tochter irakischer Christen aus Mossul. Ihre Mutter ist chaldäisch-katholische Christin, ihr Vater ist syrisch-orthodoxer Christ. Hayali selbst war Katholikin und in der Jugend Messdienerin,[1] ist aber aus der Kirche ausgetreten.[2] Die Eltern zogen von Bagdad zunächst nach Wien, um Medizin und Pharmazie zu studieren. Zum Zeitpunkt der Geburt Hayalis führte ihr Vater eine eigene Praxis in Datteln, in der ihre Mutter aushalf.[3][4] Hayalis älterer Bruder ist ebenfalls Arzt, ihre ältere Schwester arbeitete zunächst als Arzthelferin und später in einem Krankenhaus. In ihrer Jugend betrieb sie intensiv verschiedene Sportarten. Sie spielte Volleyball und Fußball, trainierte Judo und betrieb bis zum Alter von 15 Jahren Tennis als Leistungssport.[3]

Hayali studierte von 1995 bis 1999 an der Deutschen Sporthochschule Köln mit dem Schwerpunkt „Medien und Kommunikation“.[5] Während des Studiums absolvierte sie Praktika bei deutschen Radio- und Fernsehsendern.

Journalistische Karriere, öffentliche Wahrnehmung, gesellschaftspolitisches Engagement[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dunja Hayali, 2013

Nach dem Studium arbeitete sie unter anderem als Sportmoderatorin beim Radio der Deutschen Welle (Köln/Bonn), als freie Mitarbeiterin bei Radio Köln und als Moderatorin der Nachrichtensendung Journal bei Deutsche Welle TV in Berlin. Zusätzlich moderierte Hayali einige Sport- und Nachrichtensendungen beim Regionalsender tv.nrw, der Mitte 2005 seinen Sendebetrieb einstellte.

Im April 2007 übernahm Hayali die Moderation der ZDF heute-Nachrichten (vor allem heute – in Deutschland und die Wochenendausgaben) sowie die Co-Moderation des heute-journals vorrangig neben Hauptmoderator Steffen Seibert. Seit Oktober 2007 moderiert sie außerdem das ZDF-Morgenmagazin,[6] das sie seit Oktober 2010 als Nachfolgerin von Patricia Schäfer neben Wulf Schmiese oder Mitri Sirin in der Spätschiene (7 bis 9 Uhr) als Hauptmoderatorin präsentiert. Am 21. September 2010 war Hayali zum letzten Mal als Co-Moderatorin im heute-journal zu sehen.

Im Sommer 2015 und 2016 war Hayali in Vertretung von Maybrit Illner Moderatorin der ZDF-Sendung ZDFdonnerstalk. Das Talkmagazin wird 2017 auf einem neuen Sendeplatz unter dem Titel Dunja Hayali fortgeführt.

Hayali moderierte außerdem Veranstaltungen wie den hochrangig besetzten Kongress der erneuerbaren Energien.[7]

Dunja Hayali auf der re:publica18

Dunja Hayali ist Preisträgerin der Goldenen Kamera 2016 in der Kategorie Beste Information. In ihrer Rede anlässlich der Preisverleihung am 6. Februar 2016 thematisierte sie auch den Hass, der ihr seit einiger Zeit entgegenschlägt. Sie sagte u. a. „In einem Land, in dem die Meinungsfreiheit so ein hohes Gut ist, darf und muss jeder seine Sorgen und seine Ängste äußern können, ohne gleich in die rechte Nazi-Ecke gestellt zu werden. Aber: Wenn Sie sich rassistisch äußern, dann sind Sie verdammt nochmal ein Rassist.“ Für ihre Rede erhielt sie stehende Ovationen im Saal.[8]

Im Februar 2016 untersagte das Landgericht Hamburg per einstweiliger Verfügung einem Facebook-Nutzer beleidigende Hasskommentare auf der Facebook-Seite von Hayali. Das Gericht setzte bei Zuwiderhandlung ein Ordnungsgeld von bis zu 250.000 Euro fest.[9]

Hayali ist Unterstützerin des Vereins Gesicht Zeigen![10] Als Botschafterin unterstützt sie die Initiative Respekt! Kein Platz für Rassismus.[11]

Im März 2017 gab sie der Wochenzeitung Junge Freiheit ein Interview.[12] Darin plädierte sie für einen offenen Dialog ungeachtet politischer Positionen: „Wir müssen die Meinung des anderen aushalten können, ohne sie sofort zu verunglimpfen oder persönlich zu werden.“ Sie forderte, Journalisten sollten Bürger mit Verständnis und mit Respekt behandeln, umgekehrt jedoch ebenfalls. Journalisten würden Fehler machen, das seien aber noch keine Fake News.[13] Das Interview führte zu kontroversen Reaktionen. Heribert Prantl sprach von einem Fehler, da Hayali der Zeitung so den Weg zu einer neuen Leserschaft ebne, die sich „nicht unbedingt Rechtsaußen beheimatet“ fühle. Jan Fleischhauer hielt dem entgegen, wer kein Politiker sei, müsse sich keine Gedanken machen, ob er die Auflage der Zeitung in die Höhe treibe: „Die machen ihr Ding. Die fragen mich, ich gebe denen eine Antwort.“[14] Hayali nahm zu der Kritik auf Twitter Stellung.[15]

2018 wurde Hayali für ihr Engagement gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit das Bundesverdienstkreuz am Bande verliehen.[16]

Ab August 2018 wird Dunja Hayali zum Moderatorenteam des aktuellen Sportstudios gehören. Ihre erste Sendung soll sie am 25. August des Jahres moderieren.[17]

Privatleben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hayali gab 2008 bekannt, dass sie seit 2007 eine Liebesbeziehung mit Mareike Arning, Sängerin der Punk-Pop-Band Uschi’s Orchester, hat.[18] Das Paar trennte sich 2011.[19]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dunja Hayali mit ihrer Laudatorin Iris Berben beim Radio Regenbogen Award 2017 im Europa-Park in Rust

Veröffentlichungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Dunja Hayali – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Die katholische Araberin. Die Zeit vom 12. Mai 2010, Abgerufen am 5. November 2014
  2. Ich bin als Christin aufgewachsen, vor Jahren aber aus der ...
  3. a b Dunja Hayali: Ich liebe Menschen. In: Emma. 1. März 2009, abgerufen am 29. August 2014 (Ausgabe März/April).
  4. Dunja Hayali – Vom FBI zum Morgenmagazin. In: Zimmer Frei! Westdeutscher Rundfunk, 17. Oktober 2010, archiviert vom Original am 20. Oktober 2010; abgerufen am 14. Februar 2015.
  5. Website der Deutschen Sporthochschule Köln: Bekannte Studierende und Alumni der Deutschen Sporthochschule Köln
  6. ZDF-Morgenmagazin: Vor der Kamera
  7. Programm bdew-Kongress 2012@1@2Vorlage:Toter Link/bdew.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiveni Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. (PDF; 3,9 MB)
  8. Dunja Hayali sorgt für großen TV-Moment abgerufen am 13. Februar 2016
  9. Gericht: Hasskommentare gegen Dunja Hayali verboten. In: WAZ, 9. Februar 2016, abgerufen am 11. Februar 2016
  10. Verein Gesicht Zeigen!
  11. Botschafter – Kultur und TV. Gemeinnützige Respekt! Kein Platz für Rassismus GmbH, archiviert vom Original am 13. Februar 2015; abgerufen am 13. Februar 2015. i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.respekt.tv
  12. Moritz Schwarz: „Wenn der Dialog endet, können wir alle einpacken“, Interview mit Dunja Hayali, Junge Freiheit, 23. März 2017
  13. „Wir müssen die Meinung des anderen aushalten können“, WeltN24, 23. März 2017.
  14. Caroline Schmidt: Wirbel um Hayalis "Junge Freiheit"-Interview, NDR, 5. April 2017.
  15. Gaby Mahlberg: Ein Besuch im „ideologischen Mutterschiff“ des Rechtspopulismus, WeltN24, 31. März 2017.
  16. Ordensverleihung zum Verfassungstag auf bundespraesident.de, 22. Mai 2018, abgerufen am 12. Juni 2018
  17. dwdl.de: Dunja Hayali verstärkt "Aktuelles Sportstudio" Artikel vom 24. April 2018
  18. ZDF-Moderatorin Dunja Hayali liebt eine Frau
  19. Dunja Hayali und die rothaarige Punk-Rock-Sängerin getrennt. In: Welt Online, 8. Dezember 2011, abgerufen am 2. März 2011.
  20. Verleihung des Verdienstordens des Landes Nordrhein-Westfalen. In: Pressemitteilung. Staatskanzlei des Landes Nordrhein-Westfalen, 17. November 2016, archiviert vom Original am 18. November 2016; abgerufen am 18. November 2016.
  21. Dunja Hayali erhält Annemarie-Renger-Preis des ASB