Eibelshausen

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Eibelshausen
Gemeinde Eschenburg
Wappen von Eibelshausen
Koordinaten: 50° 48′ 50″ N, 8° 20′ 17″ O
Höhe: 307 (300–560) m ü. NHN
Fläche: 6,86 km²[1]
Einwohner: 3880 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 566 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Oktober 1971
Postleitzahl: 35713
Vorwahl: 02774
Luftbild
Luftbild

Eibelshausen ist der größte der sechs Ortsteile der Gemeinde Eschenburg im mittelhessischen Lahn-Dill-Kreis. Der Ort übt die Mittelpunktfunktion im mittleren Dietzhölztal aus, ist Verwaltungssitz der Gemeinde Eschenburg und Schulort der Haupt- und Realschule mit gymnasialem Zweig.

Geografische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eibelshausen mit dem Holderberg

Eibelshausen liegt im Norden des Lahn-Dill-Kreises. Umrahmt wird der Ort von Ausläufern des Rothaargebirges (westlich bis nördlich), dem Gladenbacher Bergland (östlich bis südlich) und der Struth (westlich bis südwestlich), wobei die letztgenannten Mittelgebirgslandschaften zum naturräumlichen Westerwald gezählt werden.

Eibelshausen liegt unmittelbar westlich der Mündung des Mandelbaches in die Dietzhölze unweit des Rothaarsteiges. Trotz einer landschaftlich sehr begünstigten Lage liegt Eibelshausen verkehrsgünstig zur Autobahn 45 und den nahen Städten Siegen, Marburg und Gießen.

Die angrenzenden Orte sind, von Norden im Uhrzeigersinn beginnend, Steinbrücken (Gemeinde Dietzhölztal), Roth, Simmersbach, Eiershausen, Wissenbach (alle Gemeinde Eschenburg) und Ewersbach (Gemeinde Dietzhölztal).

Westlich von Eibelshausen erhebt sich der Eibertshain (560 m ü.NN), nordöstlich die Burg (494 m ü.NN) und der Staffelböll (536 m ü.NN). Der „Hausberg“ des Ortes, der Holderberg, ist 380 m hoch.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Evangelische Kirche

Nachweislich siedelten schon die Kelten im heutigen Ortsgebiet von Eibelshausen; dies belegen Werkzeugfunde aus dieser Zeit.

Eibelshausen wurde erstmals in der Namensform Ybelingeshusen in einer Urkunde vom 29. Mai 1314 erwähnt. Mit dieser Urkunde verkaufte der Ritter Eckhard V. von Helfenberg die Vogtei Eibelshausen an Graf Heinrich I. von Nassau-Siegen.[2]

Das Dorf war in seiner Geschichte von mehreren Pestepidemien und Großbränden betroffen.

Am 20. Mai 1815 brannten bei einem Großfeuer von den 242 Gebäuden des Dorfes 204 nieder. In den beiden Folgejahren wurde das Dorf wieder großzügig aufgebaut und erweitert. Dabei wurden breite, rechtwinklige Straßen angelegt und Mindestabstände zwischen den Häusern vorgeschrieben, um einen nochmaligen Großbrand zu verhindern. In dieser Zeit hat der heutige Ortskern seine charakteristische Gestalt erhalten.

Neben der Landwirtschaft und Viehzucht hatte auch die Eisenverhüttung eine lange Tradition in Eibelshausen. In den umgebenden Wäldern sind noch Stellen erkennbar, wo in der frühen Besiedelungszeit Schmelzöfen standen und Schlacke abgelagert wurde. Erst in den 1970er Jahren endete diese Tradition in der Eibelshäuser Hütte mit einer Produktionsumstellung. Das damalige Buderus-Werk gehört heute zur Bosch-Gruppe.

Mit dem Bau der Eisenbahnstrecke Dillenburg–Ewersbach erhielt Eibelshausen 1892 einen Bahnhof. Die Strecke wurde im Jahr 1987 für den Personenverkehr und 2000 für den Güterverkehr stillgelegt.

Gebietsreform[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eibelshausen schloss sich am 1. Oktober 1971 im Zuge der Gebietsreform in Hessen freiwillig mit den Nachbardörfern Eiershausen und Wissenbach zur Gemeinde Eschenburg zusammen. Kraft Landesgesetz wurden dann die Gemeinden Eschenburg, Hirzenhain sowie Simmersbach und Roth des ehemaligen Landkreises Biedenkopf zur erweiterten Großgemeinde Eschenburg zusammengeschlossen.[3] Die Inkraftsetzung erfolgte zum 1. Juli 1974 durch den Regierungspräsidenten in Darmstadt.[4] Für alle sechs Ortsteile wurden Ortsbezirke mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher errichtet.

Territorialgeschichte und Verwaltung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die folgende Liste zeigt im Überblick die Territorien, in denen Eibelshausen lag, bzw. die Verwaltungseinheiten, denen es unterstand:[5][6]

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eibelshausen: Einwohnerzahlen von 1688 bis 2018
Jahr  Einwohner
1688
  
309
1714
  
340
1750
  
397
1785
  
411
1815
  
526
1834
  
515
1840
  
582
1846
  
574
1852
  
621
1858
  
638
1864
  
629
1871
  
665
1875
  
764
1885
  
890
1895
  
979
1905
  
1.142
1910
  
1.224
1925
  
1.370
1939
  
1.583
1946
  
2.146
1950
  
2.291
1956
  
2.336
1961
  
2.676
1967
  
3.053
1970
  
3.193
1974
  
3.548
1980
  
3.450
1985
  
3.485
1990
  
3.754
1995
  
4.043
2000
  
4.073
2005
  
4.055
2010
  
3.967
2015
  
3.859
2018
  
3.880
Datenquelle: Histo­risches Ge­mein­de­ver­zeich­nis für Hessen: Die Be­völ­ke­rung der Ge­mei­nden 1834 bis 1967. Wies­baden: Hes­sisches Statis­tisches Lan­des­amt, 1968.
Weitere Quellen: [5][8][9]

Religionszugehörigkeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Quelle: Historisches Ortslexikon[5]

• 1885: 887 evangelische (= 99,66 %), 3 katholische (= 0,34 %) Einwohner
• 1961: 2071 evangelische (= 77,39 %) und 522 katholische (= 19,51 %) Einwohner

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortsbeirat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Eibelshausen gibt es einen fünfköpfigen Ortsbeirat. Nach den Kommunalwahlen in Hessen 2016 besteht er aus zwei Mitgliedern der CDU, zwei Mitgliedern der SPD und einem Mitglied der FWG. Der Ortsvorsteher ist Gerd Müller von der CDU.[10]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Wappen wurde am 30. April 1969 durch das Hessische Innenministerium genehmigt. Blasonierung: „Schild schräggeteilt; oben in Gold ein blauer Maueranker, unten in Blau ein goldener Stautzeweck.“[11]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Museen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Heimatmuseum

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Frühjahrsmarkt (2. Maiwochenende)
  • Herbstmarkt (2. Oktoberwochenende)
  • Maibaumaufstellung (30. April)
  • Weihnachtsmarkt (letztes Wochenende vor Weihnachten)

Hauberg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Eibelshausen wird jährlich Hauberg gemacht. Die rechtliche Grundlage der Haubergsarbeit geht auf die „Haubergordnung für den Dillkreis und den Oberwesterwaldkreis vom 4. Juni 1887“ zurück. Darin heißt es: „Hauberge im Sinne dieses Gesetzes sind die Grundstücke in den Gemarkungen Dillbrecht, Fellerdilln, Ober- und Niederroßbach, Bergebersbach, Eibelshausen, Mandeln, Offdilln, Rittershausen, Steinbrücken, Straßebersbach, Weidelbach und Korb, welche gegenwärtig zu Haubergsverbänden gehören.“[12]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortsmitte

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bundesstraße 253 (DillenburgFrankenberg) führt als Ortsumgehung an Eibelshausen vorbei. Bis zur Autobahn 45 (Anschlussstelle Dillenburg) sind es etwa zehn Kilometer.

Darüber hinaus verfügte Eibelshausen bis 1987 noch über einen Bahnanschluss über die Dietzhölztalbahn. Die Bahnstrecke ist seit Mitte 2001 stillgelegt. Es gibt eine Initiative, welche sich für den Erhalt und die Reaktivierung der Strecke einsetzt. Anfang 2015 erfolgte der Freischnitt der Bahnstrecke auf dem südlichen Streckenabschnitt bis Frohnhausen.

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Größte Industriebetriebe im Ort sind die Firmen Bosch Thermotechnik (bis 2007 Buderus) und Kettenbach. Im Industriegebiet Rommelsberg sind viele kleinere Unternehmen ansässig.

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Rathaus der Gemeinde Eschenburg
  • Freiwillige Feuerwehr
  • Rettungswache (Rettungsdienst Eschenburg)
  • Schwimmbad Freizeitbad Panoramablick
  • Holderbergstadion
  • Bürgerhaus
  • Jugendzentrum
  • Ärztlicher Sonntagsnotdienst
  • Evangelische Kindertagesstätte Pusteblume
  • Katholische Kindertagesstätte Regenbogen
  • Gemeindebücherei
  • Evangelische Kirche
  • Katholische Kirchengemeinde St. Josef
  • Freie Evangelische Gemeinde
  • Bethaus

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit Eibelshausen verbunden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Christian Erdmann Schott, evangelischer Theologe, war Vikar in Eibelshausen

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Statistische Daten. In: Webauftritt. Gemeinde Eschenburg, archiviert vom Original; abgerufen im Februar 2019.
  2. Siegener Urkundenbuch Band I, Siegen, 1887, S. 85/86, Nr. 137.
  3. Gesetz zur Neugliederung des Dillkreises, der Landkreise Gießen und Wetzlar und der Stadt Gießen (GVBl. II 330–28) vom 13. Mai 1974. In: Der Hessische Minister des Inneren (Hrsg.): Gesetz- und Verordnungsblatt für das Land Hessen. 1974 Nr. 17, S. 237, § 27 (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 1,2 MB]).
  4. Benennung von Gemeindeteilen im Dillkreis vom 21. November 1974. In: Der Regierungspräsident (Hrsg.): Staatsanzeiger für das Land Hessen. 1974 Nr. 49, S. 2257, Punkt 1663 (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 7,7 MB]).
  5. a b c Eibelshausen, Lahn-Dill-Kreis. Historisches Ortslexikon für Hessen. (Stand: 16. Oktober 2018). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).
  6. Michael Rademacher: Deutsche Verwaltungsgeschichte von der Reichseinigung 1871 bis zur Wiedervereinigung 1990. Land Hessen. (Online-Material zur Dissertation, Osnabrück 2006).
  7. Anton Friedrich Büsching: D. Anton Friderich Büschings neue Erdbeschreibung. Das deutsche Reich. Band 3. J.C. Bohn, 1771, S. 841 (google.com).
  8. Gemeinde Eschenburg: Chronik Eibelshausen, 2003
  9. Dill-Zeitung, 23. Oktober 2010, S. 23
  10. Ortsbeiräte der Gemeinde Eschenburg, abgerufen im April 2019.
  11. Genehmigung eines Wappens der Gemeinde Eibelshausen, Dillkreis, Regierungsbezirk Darmstadt vom 4. August 1971. In: Der Hessische Minister des Inneren (Hrsg.): Staatsanzeiger für das Land Hessen. 1969 Nr. 20, S. 804, Punkt 675 (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 5,9 MB]).
  12. Haubergsordnung