Ennerich

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Ennerich
Stadt Runkel
Koordinaten: 50° 23′ 36″ N, 8° 7′ 40″ O
Höhe: 136 (110–168) m ü. NHN
Fläche: 2,68 km²[1]
Einwohner: 814 (31. Dez. 2017)[2]
Bevölkerungsdichte: 304 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Dezember 1970
Postleitzahl: 65594
Vorwahl: 06482

Ennerich ist ein Stadtteil der Stadt Runkel im mittelhessischen Landkreis Limburg-Weilburg.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort liegt rund einen halben Kilometer südlich der Lahn, nahezu in der Mitte des Limburger Beckens, rund 2,5 Kilometer südwestlich der Kernstadt Runkel und rund vier Kilometer östlich der Kreisstadt Limburg an der Lahn. Der Ort zerfällt in drei voneinander getrennte Siedlungsteile: im Westen, unmittelbar in die Häuser des Limburger Stadtteils Eschhofen übergehend, das Gewerbegebiet „Großmannswiese“, in der Mitte ein gemischtes Neubau- und Gewerbegebiet sowie davon durch die Aue des Emsbachs getrennt im Osten der ursprüngliche Ort. Die Main-Lahn-Bahn verläuft am Südrand des Orts, die Lahntalbahn durchläuft nördlich des Orts einen Tunnel. Keine der beiden Bahnlinien hat einen Haltepunkt im Ort. Der von Südosten nach Nordwesten fließende Emsbach beschreibt bei Ennerich eine Doppelkurve, so dass er in einem Abschnitt von Süden nach Norden fließt.

Die Gemarkung ist grob dreieckig geformt, mit einer Spitze in Richtung Südwesten. Sie grenzt im Norden über eine kurze Strecke an den Nachbarstadtteil Dehrn, im Nordosten an Steeden, im Osten an die Kernstadt Runkel, im Süden an Lindenholzhausen und im Westen an Eschhofen, beide letztere Stadtteile von Limburg an der Lahn. Der Ort selbst liegt zwischen 120 und 150 Metern Höhe. Während das Gelände im Süden kaum über 120 Meter ansteigt, schließt sich nördlich und östlich des Emsbachs eine Geländestufe an, auf deren Hang auch der alte Ortskern liegt. Im Osten steigt das Gelände sanft auf bis zu 175 Meter an, während die Höhenunterschiede im Norden auf dem schmalen Streifen zum Lahntal hin abrupter sind und bis zu 170 Meter erreicht werden.

Die landwirtschaftlich genutzte Fläche nimmt 108 der 270 Hektar großen Gemarkungsfläche ein, Wald bedeckt 60 Hektar und die bebaute Fläche 17 Hektar. Der nordwestliche Teil der Gemarkung besteht aus Mischwald, der zu einem größeren Waldstück gehört, das sich auch über Nachbargemarkungen bedeckt. Südlich des Orts befindet sich ein kleineres Waldstück, das Ennerich mit Lindenholzhausen teilt. Nördlich von Ennerich flankiert ein rund hundert Meter breiter Streifen Wald das südliche Ufer der Lahn. Davon befindet sich nur ein kleiner Teil rund um die „Blücherschanze“ auf Ennericher Gebiet; der Rest gehört zur Kernstadt Runkel.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gedenkstein in der „Blücherschanze“

In einer Schenkungsurkunde Karls des Großen an das Kloster Prüm aus dem Jahr 790 wurde Ennerich erstmals erwähnt. Der damalige Name „Aendriche“ wird als keltische Wortbildung gedeutet. Im Jahr 1366 gehörte Ennerich zur Grafschaft Diez, kurz darauf ging es zunächst als Pfand, 1376 ganz an die Herrschaft Runkel über.

Die Kapelle des Orts wurde erstmals 1365 erwähnt. Später gehörte die Kapelle möglicherweise zu einem nahe gelegenen Franziskanerkloster. Im Wesentlichen dürfte noch der heutige Bau der Ursprungsform einer romanischen Kapelle ähneln.

Nördlich des Orts befindet sich in einem Waldgebiet die „Blücherschanze“. Ursprünglich wurde sie in den Koalitionskriegen am 16. September 1796 von Koalitionstruppen angelegt. 1813/14 wurden rund 250 Soldaten aus dem Heer Blüchers dort beigesetzt, die in einem Militärlazarett auf der Burg Runkel gestorben waren; vornehmlich an Typhus. Heute erinnert ein 1926 errichteter Gedenkstein an sie.

1910 erhielt der Ort elektrischen Strom, 1911 fließendes Wasser. In den 1950er Jahren wurden die ersten Häuser des Neubaugebiets westlich des Emsbaches errichtet.

Im Dezember 1970 schloss der Ort sich im Rahmen der Gebietsreform in Hessen der Stadt Runkel an.[3]

Im Jahr 1995 begann die Bebauung des Gewerbegebiets an der Ortsgrenze nach Eschhofen, ein Jahr später wurde das Bürgerhaus eingeweiht.

Territorialgeschichte und Verwaltung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die folgende Liste zeigt im Überblick die Territorien, in denen Ennerich lag, bzw. die Verwaltungseinheiten, denen es unterstand:[1][4]

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ennerich: Einwohnerzahlen von 1834 bis 1970
Jahr  Einwohner
1834
  
222
1840
  
242
1846
  
288
1852
  
336
1858
  
331
1864
  
348
1871
  
355
1875
  
329
1885
  
346
1895
  
284
1905
  
296
1910
  
317
1925
  
325
1939
  
337
1946
  
483
1950
  
502
1956
  
423
1961
  
445
1967
  
488
1970
  
538
Datenquelle: Histo­risches Ge­mein­de­ver­zeich­nis für Hessen: Die Be­völ­ke­rung der Ge­mei­nden 1834 bis 1967. Wies­baden: Hes­sisches Statis­tisches Lan­des­amt, 1968.
Weitere Quellen: [1]

Religionszugehörigkeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Quelle: Historisches Ortslexikon[1]

• 1885: 328 evangelische (= 94,80 %), 13 katholische (= 3,76 %), 5 jüdische (= 1,45 %) Einwohner
• 1961: 338 evangelische (= 75,96 %), 105 römisch-katholische (= 23,60 %) Einwohner

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ennerich verfügt über die Freiwillige Feuerwehr (gegründet 1934, seit 3. August 1984 mit Jugendfeuerwehr), einen Sportclub, den 1863 gegründeten Männergesangverein „Eintracht“, den Schützenverein „Diana“ sowie einen Heimat- und Verschönerungsverein.

Im Jahr 1950 wurde der Sportclub Ennerich e.V. gegründet, der etwa 100 aktive Mitglieder hat und bei dem vorwiegend Fußball gespielt wird. Es wird auch Tennis gespielt. Es gibt eine Herren-Sechser-Mannschaft und eine Herren-30-Vierer-Mannschaft und eine Damen-30-Vierer-Mannschaft.

Kulturdenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Evangelische Kirche

Vier Gebäude im Ort stehen unter Denkmalschutz. Siehe hierzu die Liste der Kulturdenkmäler in Ennerich.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die großen Ennericher Gewerbegebiete beherbergen unter anderem mehrere Einkaufsmärkte, einen Landmaschinen- sowie mehrere Autohändler und eine Druckerei. Durch die zahlreichen Geschäfte in den Gewerbegebieten bei gleichzeitig geringer Einwohnerzahl hat Ennerich im Landkreis Limburg-Weilburg die größte Pro-Kopf-Zahl von Verkaufsfläche im Landkreis Limburg-Weilburg. Die Freiwillige Feuerwehr Ennerich, gegr. 1933 (seit 3. August 1984 mit Jugendfeuerwehr), sorgt für den abwehrenden Brandschutz und die allgemeine Hilfe.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d Ennerich, Landkreis Limburg-Weilburg. Historisches Ortslexikon für Hessen. (Stand: 16. Oktober 2018). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).
  2. Stadt Runkel: „Zahlen und Fakten“, abgerufen 8. März 2018.
  3. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 372.
  4. Michael Rademacher: Deutsche Verwaltungsgeschichte von der Reichseinigung 1871 bis zur Wiedervereinigung 1990. Land Hessen. (Online-Material zur Dissertation, Osnabrück 2006).